Arbeitsbereiche gibt es viele , aber welchen soll ich nehmen ?

Welchen Bereich haltet ihr für meine Situation am ansprechendsten ?

  • Zeitarbeit

    Stimmen: 0 0,0%
  • Wechsel anderes Haus

    Stimmen: 1 100,0%
  • Zurück ins Lehrkrankenhaus /Notaufnahme

    Stimmen: 0 0,0%
  • Wieder an alte Arbeitsstelle( woanders ist es auch nicht besser)

    Stimmen: 0 0,0%

  • Umfrageteilnehmer
    1

YoungCare

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Hallo, ich versuche mich möglichst konkret zu halten.

Ich habe letztes Jahr meine Ausbildung zur GkP beendet, habe darin nur wenige Wochen aktiv gearbeitet . Dann haben mich leider meine Depressionen eingeholt und seid einen halben Jahr bin ich AU geschrieben und gehe zu Therapie. Für mich steht fest, ich kann keine Nachtdienste mehr machen und zu meiner alten Arbeitsstelle möchte ich nicht mehr zurück kehren.

Folgende Möglichkeiten eröffnen sich für mich :

1. Zur Zeitarbeit ( beständigerer Dienstplan, kein Angerufe im frei, dafür aber wechselnde Einsätze ) letzteres empfinde ich aber auch für mich als reizend, da mehrere Einblicke in verschiedenen Bereiche möglich sind. Aber leichtes bedenken nur als "Helfer" zu fungieren. Einsätze sind regional.

2. In ein anderes Haus wechseln (kleiner wie alte Arbeitsstelle) Auf einer peripheren Station beginnen zu Arbeiten , mit Möglichkeit später in den Pflegepool zu wechseln( ich finde die Vorstellung von Abwechslung gut )

3. In Lehrkrankenhaus zurück in die Notaufnahme ( Freundin arbeitet dort und meinte auch das keine Nachtdienste möglich sind) War als Azubi dort, hat mir gefallen . Viel Abwechslung und medizinische Versorgung .


Ich zerbreche mir wirklich den Kopf was ich machen soll. Natürlich weiß ich auch, das ich diese Entscheidungen selbst treffen muss. Aber vielleicht könnt ihr mir eure Sichtweisen aufzeigen.
 

-Claudia-

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Zeitarbeit oder Springerpool finde ich für Frischexaminierte nicht so günstig. Da bekommst Du keinerlei Einarbeitungszeit, sondern musst in jedem Bereich sofort funktionieren. Das kannst Du jetzt noch nicht schaffen, dazu hast Du noch nicht genug Erfahrung.

Keine Nachtdienste sind ein problematischer Wunsch, der dort, wo nun mal Rund-um-die-Uhr-Betreuung nötig ist, nicht jedem erfüllt werden kann. Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, inwiefern Nachtdienste mit Deinen Depressionen zusammenhängen.

Schon mal über die ambulante Pflege nachgedacht? Da gibt es meist nur Nachtbereitschaft.
 

matras

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Martin H.

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Eine Tätigkeit als Springer bzw. in der Zeitarbeit halte ich für einen Berufsanfänger für nicht geeignet, da noch sämtliche Grundlagen fehlen.

Was ich jahrelang gemacht habe, war ambulante Intensivpflege (hat trotz ähnlich klingendem Namen nix mit "normaler" ambulanter Pflege zu tun); da arbeitet man zwar für gewöhnlich im 12 h-Schichtsystem (Tag oder Nacht), ich hatte mir aber von Anfang an ausbedungen, auf keinen Fall Nachtdienst machen zu müssen - hat geklappt, stand sogar so in meinem Arbeitsvertrag. Nachteil: Da ist man nach der (mehr oder minder kurzen) Einarbeitungsphase auch allein, Berufserfahrung in Bereichen, die mit den Krankheitsbildern zu tun haben sehr von Vorteil (aber kein Muss).

Wenn Du Dir das mit der Notaufnahme zutraust und dort tatsächlich die Möglichkeit besteht, keinen ND machen zu müssen, wäre das eine Möglichkeit. Ich stelle mir Notaufnahme aber sehr stressig vor.

Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, inwiefern Nachtdienste mit Deinen Depressionen zusammenhängen.
Bei bipolaren Störungen ist Schlafentzug äußerst problematisch. Bekannt ist, daß er manische Phasen auslösen kann; ob er auch depressive Phasen auslösen kann, ist wohl noch nicht 100% sicher, aber wird von einigen zumindest vermutet.

"ZDFheute: Worauf sollte man als Betroffener im Alltag achten?
Freisen: Stress ist ein Auslösefaktor - Betroffene sollten einen Ausgleich suchen, Meditation oder Sport. Durcharbeiten oder Nachtdienste sind ganz schwierig. Ärzte in Weiterbildung machen das häufig - ich habe das auch gemacht. Aber Schlafmangel ist besonders gefährlich.
ZDFheute: Kann ein Beruf im Gesundheitswesen normal ausgeübt werden?
Freisen: Die normale Belastung eines Klinikarztes ist eine Herausforderung, auch in einer stabilen Phase. Ich mache zum Beispiel keine Nacht- und Wochenenddienste und nehme mir ausreichend Pausen."


 

-Claudia-

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Schlafentzug wird sogar als Therapie gegen Depressionen eingesetzt: Schlafentzugstherapie - DocCheck Flexikon.

Im Unterschied zum Bereitschaftsdienst der meisten Ärzt*innen nach deren regulärer Arbeitszeit ist im Drei-Schicht-System ja genug Zeit zum Schlafen. Auch wenn nicht jede*r gut mit der Umstellung und dem tagsüber Schlafen zurechtkommt.

Ich kann verstehen, wenn sich jemand wünscht, keinen Nachtdienst zu machen, aber es halt nicht gesagt, dass sich ein AG, gerade bei jungen Leuten, darauf einlässt. Er muss auch die Nachtdienste besetzen und kann nicht unbegrenzt Rücksicht auf die Wünsche der Mitarbeiter*innen nehmen. Fragen kann man, verlangen kann man es in diesem Fall wahrscheinlich nicht. Daher mein Vorschlag, in einem Bereich zu arbeiten, wo Nachtdienst nicht notwendig ist.
 

Martin H.

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Schlafentzug wird sogar als Therapie gegen Depressionen eingesetzt: Schlafentzugstherapie - DocCheck Flexikon.
Weiß ich.
Allerdings macht man hier nicht ständig Schlafentzüge, sondern einmal zur Durchbrechung einer depressiven Episode.

Aber daß Schlafentzug im Verdacht steht, Depressionen zu verursachen, ist ziemlich eindeutig:

"Die Ergebnisse der ergänzenden Metaanalyse bestätigen im Wesentlichen den Schluss aus dem systematischen Review: Die prospektiven, qualitativ guten Studien deuten in allen Berufsgruppen darauf hin, dass Schichtarbeit mit Nachtarbeit das Risiko für Depressionen erhöhen kann."

Im Unterschied zum Bereitschaftsdienst der meisten Ärzt*innen nach deren regulärer Arbeitszeit ist im Drei-Schicht-System ja genug Zeit zum Schlafen. Auch wenn nicht jede*r gut mit der Umstellung und dem tagsüber Schlafen zurechtkommt.
Ein sehr großer Teil der Leute, die ich kannte, kamen damit schlecht zurecht:
Wenn man mal etwas nachbohrte, kam meistens heraus, daß die Leute oft scharf auf Nachtdienste waren, weil sie sich dadurch mehr Kohle, mehr Stunden bzw. freie Tage, weniger Stress (je nach Arbeitsbereich) oder andere Vorteile erhofften.
Viele räumten aber ein, trotzdem größte Probleme mit der Umstellung bzw. dem tagsüber Schlafen zu haben. Sie nahmen diese körperlichen Probleme halt aufgrund der Vorteile in Kauf.

Und das Beispiel mit der Ärztin hatte ich nur gewählt, weil es zufälligerweise gut gepasst hat. Man könnte jetzt den Spieß auch umdrehen und sagen, die haben ja nur Nachtbereitschaft und kommen dann wenigstens zwischendurch zum Schlafen - eine Pflegekraft kann das normalerweise i. d. R. nicht, da Nachtdienst und keine -bereitschaft.
Ich kann verstehen, wenn sich jemand wünscht, keinen Nachtdienst zu machen, aber es halt nicht gesagt, dass sich ein AG, gerade bei jungen Leuten, darauf einlässt. Er muss auch die Nachtdienste besetzen und kann nicht unbegrenzt Rücksicht auf die Wünsche der Mitarbeiter*innen nehmen. Fragen kann man, verlangen kann man es in diesem Fall wahrscheinlich nicht.
Man kann auch zum Arzt gehen und sich ein entsprechendes Attest besorgen.
Krank ist krank und kein "Spielchen" nach Lust und Laune.
 

YoungCare

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Man kann auch zum Arzt gehen und sich ein entsprechendes Attest besorgen.
Krank ist krank und kein "Spielchen" nach Lust und Laune.


Danke Martin für deine Antwort. Daran habe ich auch schon gedacht.

Mir ist natürlich klar das ich einen Beruf erlernt habe, der im Schichtsystem erfolgt und ich auch noch jung bin . Möchte aber vorerst gerne noch am Patienten arbeiten. Ambulante Pflege schließe ich komplett aus .

Das ausschließen der Nächte würde ich mit den jeweiligen Einrichtungen besprechen und deren Resümee abwarten wollen. Das Thema Nachtdienst würde ich jetzt erstmal hier ruhen lassen.

Mir gehts ja vordergründig erstmal darum eine Entscheidung für mich zu treffen und abzuwägen.

Bei der Einrichtung mit dem Springerpool schrieb ich ja, das ich vorerst auf Normalstation gehen würde, mit dem Gedanken ( irgendwann später) in den Pool zu wechseln.

Ich weiß auch das ich Berufsanfänger bin, schätze mich aber nicht so ein mit 0 ins Berufsleben zu starten und denke, je nach dem in welchen Bereich gearbeitet wird, die Erfahrungen eher auf diesen Bereich geprägt sein werden.
 

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