1. Einsatz Geriatrie

Saedis

Stammgast
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03.03.2006
Beiträge
256
Ort
Ruhrgebiet
Beruf
Exam. Gesundheits- u. Krankenpflegerin
Akt. Einsatzbereich
A bit of everything
Hallo,

gibt es außer mir vielleicht noch jemanden, der bald seinen ersten Einsatz im Bereich der Geriatrie hat?

Für mich wird es der erste Einsatz überhaupt sein und ich bin schon wahnsinnig gespannt, was mich dort alles erwarten wird und welche Aufgaben auf mich zukommen, geht es euch auch so?

An diejenigen unter euch, die bereits auf einer geriatrischen Station eingesetzt wurden:

Welche Aufgaben wurden euch aufgetragen?

Waschen (das volle Programm), Pats an- und auskleiden, Essen austeilen/anreichen, Vitalzeichen kontrollieren... Betten machen, Wagen abfertigen, dafür sorgen, dass die Pflegearbeitsräume sauber und ordentlich sind... worauf sollte man sich sonst noch so einstellen? :)

LG
 
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Schade... :(
 
Hallo Saedis,

Ich kann dir von meinen Erfahrungen als AP ein wenig erzählen, arbeite auf einer gerontopsychiatrischen Station.
Du hast natürlich das breite Spektrum an Grundpflege incl. Prophylaxen. Die Grundpflege gestaltet sich bei jedem Patienten anderst, z.B. nach seiner Biographie oder seinen Ritualen. D.h. in der Geriatrie wird vor allem mit Dementen nach bestimmten Konzepten gearbeitet. Dies können sein. Biographie, ROT, Validation oder eine Mischung dieser Konzepte. Die individuelle Betreuung jedes Patienten entscheidet dies. Sicherlich wirst du vetraut gemacht mit der Erhebung von biographischen Daten und wie du diese auch gezielt einsetzen kannst, z.B. in der Pflege, im Tagesablauf und auch bei speziellen Aktivierungen. Aktivierungsstunden außerhalb der Grundpflege sind (sollten) Bestandteil des Tagesablaufes sein. Auch sie lassen sich nach den Konzepten unterscheiden, z.B. biographieorientierter Ansatz (hauswirtschaftliche Tätigkeit) oder nach ROT (spezielle Bearbeitung eines Themas wie der Jahreszeit beispielsweise).
Gerade im Umgang mit Demenzkranken ist es wichtig, dass man vertraute Rituale einhält, dass man mit den Patienten gemeinsam den Tagesablauf gestaltet. Manchmal gilt es natürlich kreativ zu sein.
Wenn du mit orientierten Patienten zu tun hast, gibt es natürlich auch Aktivierungsformen die man durchführen kann: Seniorengymnastik, Gedächtnistraining, Sitztänze usw.
Weitere Tätigkeiten sind meist zu einem großen Teil das Reichen von Essen/Trinken bzw die Anleitung dazu, aber auch oft das gemeinsame Richten der Mahlzeit.
Bei Schwerstpflegebedürftigen, bettlägerigen Patienten gibt es bei uns spezielle Formen von Aktivierung im Bett, dazu zählt die basale Stimul
lation (verschiedene Waschungen, Einreibungen, die Arbeit mit Düften und Musik, Massagen etc- möglichst auf der Basis von biographischen Infos).
Was hilfreich ist, ist das Arbeiten nach Kinästhetik z.B. bei Lagerungen und Transfers, da sich diese manchmal nicht einfach gestalten.
Im behandlungspflegerischen Bereich hat man häufig den Umgang mit enteraler Ernährung, Verbandswechsel, sc- Injektionen (oft Insulin), Inhalationen, Stomaversorgung (oft Colo/Ileo), Kompressionsverbände usw
Was mir noch einfällt ist, dass man viel Kontakt auch mit Hilfsmitteln aller Art hat, so z.B. Orthesen oder verschiedene Mobilitätshilfen.
Als weiteres zu erwähnen: Die Pflegeplanung, die in regelmäßigen Zeitabständen evaluiert wird.
Ein Thema mit dem du eventuell auch Berührung machst ist die Sterbebegleitung des alten Menschen.
Ich hoffe ich konnte dir einen Einblick geben.
Gruß Sheila
 
Habe auch meinen 1. Einsatz auf der Geriatrie... :D
 

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