Rheumatoide Arthritis

Hhhmmm ich lese du hast die Tabletten noch nicht einmal aus der Apotheke geholt. Nun gut, das mußt du selbst für dich entscheiden.
Aber offensichtlich hältst du Kortison wohl für harmloser.
Du solltest offen zu deinem Arzt sein und mitteilen, dass du das Mittel nicht nimmst. Es gibt auch andere Möglichkeiten als Quensyl. Aber glaube nicht, dass sich die Informationen dazu besser lesen. Immunsuppressiva sind nunmal keine Bonbons.
Ohne vernünftige Immunsuppression werden deine Gelenke immer weiter zerstört. Eine Immunsuppression ist wichtig, um die Erkrankung wirklich einzudämmen und somit die Folgen zu mindern. Es bringt auf Dauer nichts, nur die Symptome zu lindern.

Ich nehme mittlerweile seit 4 Jahren solche Medikamente und ich fühle mich, trotz der teilweise erschreckenden Nebenwirkungen durchaus deutlich besser als ohne Medikation. Nicht alle Nebenwirkungen treten auf, aber ohne es auszuprobieren, findet man das nicht heraus. Ich habe auch schon mehrere Medikamente absetzen müssen, aber solange man sich gut beobachtet, objektiv bleibt und regelmäßig zu den Kontrollen geht, muß man nichts befürchten.

Ich habe 5 Jahre gebraucht, bis eine Therapie angesetzt wurde. Diese 5 Jahre muß ich nicht mehr haben. Vielleicht brauchst du noch etwas Zeit dafür. Aber bedenke, je länger du nicht ausreichend behandelt wirst, desto geringer wird die Wahrscheinlichkeit, eine Remission zu erreichen.
 
schön das du geantwortet hast,

natürlich halte ich das Cortison nicht für harmlos. Ich halte kein Medikament für harmlos. Nur ist es nicht erschreckend sollche Nebenwirkungen nur zu lesen? Und irgent etwas wird ja da wohl schon dran sein. Nur stell ich mir die Frage muß ich mich dem aussetzen? Bin ich ein Versuchskaninchen, wenn ich die Medis nehme- ja. Gibt es keine Alternativen? Hast Du alle Medis genommen ohne diese in Frage zu stellen oder nach Alternativen zu suchen?
Gruß Hickifrau
 
Es scheint, dass du kein Vertrauen in die Kompetenz deiner behandelnden Ärzte hast. Kontaktiere eine Selbsthilfegruppe in deiner Umgebung und frag nach, wen sie empfehlen können.

In einer Selbsthilfegruppe vor Ort kann man sich auch besser austauschen über die aktuellen Probleme bis hin zu Erfahrungen mit Medikamenten.

Deinem aktuell behandelnden Arzt solltest du in jedem Falle mitteilen, dass du bestimmte Medikamente generell ablehnst aus Angst vor den Nebenwirkungen. Dir muss aber auch klar sein, dass du mit homöopatischen u.ä. Mitteln bei einer Autoimmunerkrankung nix ausrichten kannst.

Btw.-Umso länger du eine suffiziente Therapie hinauszögerst umso schwieriger wird es, den Krankheitsverlauf aufzuhalten.

Elisabeth
 
Es gibt keine Alternativen bei rheumatischen Erkrankungen. Gerade die rheumatische Arthritis geht oft mit großen Zerstörungen einher. Willst du die in Kauf nehmen? Ich kenne einige Rheumatiker, die mittlerweile schwer bereuen, nicht rechtzeitig eingegriffen zu haben, bzw. den falschen Weg gewählt zu haben. Die sich jetzt mit irreparablen Gelenkschäden abquälen und da gibt es keine Hoffnung mehr auf Besserung.
Sicher kann man homöopatische Mittel verwenden zur Linderung der Symptome. Eine reine Behandlung der Symptomatik führt unweigerlich dazu, dass du in einigen Jahren deutlich mehr Beschwerden und vor allem auch Schmerzan hast. Du kommst ohne eine Immunsuppression nícht herum.

Lasse mal das Cortison weg und dann entscheide nochmal, ob du wirklich keine anderen Medikamente nehmen willst. Das Cortison nimmt viele Beschwerden, aber verhindert leider nicht die zerstörerische Wirkung der RA. In der Zukunft wirst du nicht nur Probleme mit den "kleinen" Gelenken haben. Knie, Schultern, Hüften etc. werden nachziehen. Hinzu kommt der Verschleiß, der immer größer wird. Hinzu kommt aber auch die Osteoporose, die durch das Cortison entsteht.

Probiere das Quensyl erst einmal aus, bevor du nein sagst. Halte dich an die Informationen. Bei Quensyl sollte man vor allem beachten, dass die Augen regelmäßig kontrolliert werden. Es muß nicht beim Quensyl bleiben, wenn du das nicht verträgst. Ich z.B. nehme derzeit Sulfasalazin. Oft werden auch Kombinationen geben, z.B. Leflunomid und Sulfasalazin, oder Sulfasalazin und Quensyl, Quensyl und Leflunomid geht meines Wissens nach auch. Dann gibt es noch MTX was man sich am besten spritzt. Und dann gibt es noch eine Reihe von Biologicas, die erst eingesetzt werden, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Jede Rheumatherapie wird mit regelmäßigen Blutkontrollen überwacht.

Cortison sollte man möglichst gering halten. Dosierung als langfristigere Therapie nicht über 5 mg. Was leider oft viel zuwenig ist, sodaß ein 2. Medikament notwendig wird. Man muß viel probieren, bis ,man den richtigen Weg gefunden hat.

Ich habe schon einige Medikamente durch. Angefangen mit MTX, was ich nach 3 Monaten abgesetzt habe wegen Nebenwirkungen. Dann kam Leflunomid, was gut geholfen hat, aber nach ein paar Jahren wirkte es nicht mehr vernünftig. Dann Sulfasalazin, evtl. kommt noch Quensyl hinzu, wenn das nicht ausreicht.

Bisherige Folgeerscheinungen, aber nicht von den Medis selbst sondern eher deshalb, weil ich viel zu spät mit der Behandlung angefangen habe:
Polyneuropathie, RLS nicht in den Beinen sondern in den Armen.
 

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