Off Tonic
@Leander,
@FLORA.BLEIBT
Ihr mögt mit euren Ansprüchen ja evtl. recht haben, manche sehen aber vor lauter Bäumen den Wald nicht.
Kann man seine Kritik nicht gegenüber neuen Forumsteilnehmern in einem freundlicheren Ton sagen. Damit vergibt man sich doch nichts...
Ich kann natürlich eine Kritik so formulieren, dass das Gegenüber die Kritik nicht als solche wahrnimmt, sondern sich im Gegenteil noch geschmeichelt fühlt. Das hat allerdings nicht den Sinn einer Kritik und ermöglicht noch nicht mal, dass vorhandene Mängel als solche wahrgenommen und anschließend beseitigt werden.
Kleine Anekdote dazu: derzeit lernen Praxisanleiter tatsächlich, dass jegliche Kritik so zu formulieren ist, dass es politisch korrekt wahrgenommen wird.
Bleiben wir aber hier jedoch beim Thema:
Ich schätze, es hat sich kaum jemand Gedanken über die Komplexität der Fragestellung des Threaderstellers gemacht, und den daraus resultierenden Folgen.
Was wären mögliche Folgen?
Stellen wir uns folgende Situation vor: Die Praxisanleiterin erhält den Auftrag, einen neuen Kollegen einzuarbeiten.
Im Laufe des Prozesses stellt der neue Kollege vermehrt Fragen, auf die die Praxisanleiterin mangels Wissen nicht eingehen kann.
Wie löst man das Problem? Indem man zugibt, dass Wissenslücken vorhanden sind? Werden diese Wissenslücken geschlossen und erhält der Fragesteller befriedigende Antworten? Oder sollte die Praxisanleiterin sagen, dass sie jetzt die Anwort nicht wüsste, sich aber informiert und am Folgetag die Information weitergibt?
Gehen wir davon aus, dass die Praxisanleiterin nach dem oben genannten Procedere gehandelt hat, der neue Kollege ist eingearbeitet und versorgt von nun an selbständig Patienten.
Nun kommt der Fall, dass der neue Kollege einen Fehler in der Versorgung eines Patienten an der ECMO begangen hat, dem Patienten ist kein Schaden enstanden -> gut, der Kollege muss zum Gespräch und erhält eine Nachschulung.
Was nun, wenn der Patient doch einen Schaden erlitten hat; der neue Kollege rechtfertigt sich und verweist auf die Einarbeitung. Dabei stellt sich raus, dass vorhandene Mängel nicht rechtzeitig erkannt und ausgemerzt wurden.
Wer haftet jetzt? Der neue Kollege? Die Praxisanleiterin oder das Unternehmen, weil es sich nicht vom Kenntnisstand des neuen Mitarbeiters überzeugt hat?
Natürlich ist das, was ich hier skizziert habe, ein Horrorszenario, dass man nicht erleben möchte.
Aber auszuschließen ist es nicht, wenn "der Einäugige die Blinden führt" (um es mal bildlich auszudrücken).
Zurück zum Thema:
Als Praxisanleiter sollte ich in der Lage sein, vorhandenes Wissen auf spezifische Themen zu transferieren und adaptieren.
Beispiel: Versorgung der Ab- und Zuleitungen. Auch ohne Einarbeitung in die ECMO, sollte mir als Pflegekraft bewusst sein, welche Probleme mich erwarten können.
Sei es, dass die Zugänge nicht mehr durchgängig sind, oder sei es der hygienische Umgang mit diesen.
Damit hätte der Threadersteller schon mal ein Problem für seine Pflegeplannung erkannt und ein mögliches Ziel ausformuliert, ohne speziell in die ECMO eingewiesen zu sein.
Genau darum geht es in den Weiterbildungen, man wird nicht an die Hand genommen und an das Problem direkt mit der Lösung herrageführt, sondern man bekommt Instrumente und Vorgehensweisen vermittelt, mit denen man in der Lage ist, ein Problem als solches zu erkennen und mögliche Lösungen zu erarbeiten.
Die Essenz meines Beitrages ist:
Wenn ich als Pflegekraft trotz Weiterbildung nicht in der Lage bin, auf vorhandene Literatur oder Suchmaschinen zurück zu greifen, dann bin ich nicht geeignet für diese Position und verschwende wertvolle Ressourcen.