Kostaufbau nach Darmoperationen

mel.borkenhagen

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Krankenschwester
Akt. Einsatzbereich
Chirurgie
Hallo Ihr Lieben!

Ich würde mich gerne mal über die postoperativen Komplikationen nach Darm-OPs(z.B. Hemicolektomien) erkundigen, seit es den "schnellen" Kostaufbau gibt. Bei uns ist stark zu beobachten, dass es seit dem schnellen Kostaufbau (leichte Kost schon am 2. post OP Tag) häufiger zu postoperativen Komplikationen wie Darmatonien und Nahtinsuffizienzen kommt als früher mit dem langsamen Kostaufbau.
Wie ist das bei euch?

Liebe Grüße

Mel
:cheerlead:
 
Ich kann nur rückblickend urteilen, da ich seit meiner Ausbildung nicht mehr auf einer allgemeinchirurgischen Station gearbeitet habe.
Damals kam der "schnelle Kostaufbau" bei uns in Mode - aber nur Kurz, denn die Komplikationen die du schon nanntest traten auch hier auf.
Nach 10-14 Tagen wurde das ganz schnell wieder zurückgestellt ^,^
 
Hallo,

kann nur aus Erfahrung eines Kollegen sagen: Er mußte sich 8 Wochen mit lecker Breikost ernähren, danach als erstes gedünsteter Fisch,...
:spopkorns: > leider nicht

Das ist auch jetzt noch Standard ( bei großen OP's) im Haus, ist zwar grausam aber hilft.
Nach dem ersten festen Fleisch und Kartoffel war ihm ganz schön übel und der Stuhlgang ließ auch dann mal 3 Tage auf sich warten.

lg Marley
 
Also ich wurde per Laprasokopie am Blinddarm operiert, da konnte ich bis 22:00 Uhr am Vortag alles essen. Am OP-Tag gab es abends Joghurt.

Am 1.Post-Op Tag gab es morgens und Mittags Suppe sowie Joghurt und abends durfte ich schon wieder normal essen Mischbrot mit Magariene Wurst und Käse.

Und am 2.Post-Op-Tag gabs am Morgen ein leckers Brötchen mit Magarine und Marmelade. Dann wurde ich entlassen und habe dann mir ersteinmal Milchreis gekocht.

Und dann Weihnachten habe ich dann wieder richtig reingehauen und ich hatte nie probleme.


Das hängt auch immer von den OP`s ab ob ein großer oder per Laparoskpie operiert wurde.

Man bleibt ja auch bei Blinddarm OP`s auch nicht mehr lange im Krankenhaus.
 
Guten Tag!
Es is ja auch so,dass jeder Patient individuell zu betrachten ist.Bei uns im Haus ist es üblich,dass größere Darm-OPs estma auf ITS "eingelagert"werden und das da der Kostaufbau schön langsam mit Infusiönchen und Süppchen gestartet wird.und je nachdem wie gut der jeweilige Patient das verträgt wird sich langsam gesteigert.Ist er dann wieder bei uns gehts schön sachte weiter.Von dem sogenannten "Fast-Food" wurde schnell wieder abgerückt...weil einfach zuviel negative Erfahrungen gemacht worden sind.Also kurz um,unser Kostaufbau dauert nicht mehr unzählige Wochen ist aber lansam mit Berücksichtigung des Pat. strukturiert...

LG Carolina :nurse:
 
Vielen Dank Ihr Lieben!!

Ihr habt mir weitergeholfen, vielleicht kann ich unsere Ärzte doch überzeugen, den Fast Track wieder abzuschaffen!

Liebe Grüße

Mella
 
Also bei uns ist nit soo schnell mit LK; Sieht so aus;

: Kostaufbau in der Chirurgie

Dieser Kostaufbau betrifft Patienten nach Operationen am Gastrointestinaltrakt und kann in bestimmten Fällen auch bei konservativen Therapiekonzepten Anwendung finden.
Der standardisierte Kostaufbau dient in erster Linie zur Vereinfachung der Behandlung einer(s) Patientin (-en). Der Zeitpunkt des Kostaufbaus wird vom Operateur festgelegt, und wird auch nur von ihm abgeändert.
Bei allen Vorteilen eines standardisierten Ablaufs, muß doch immer der Patient mit seinen individuellen Wünschen und Problemen im Vordergrund stehen, so daß mit Rücksicht auf den eigentlichen Krankheitsprozeß hier mögliche Abweichungen im Einzelfall zu treffen sind.


Postoperativer Status Kostform


OP-Tag schluckweise Tee / Mineralwasser ohne
Kohlensäure

1. postoperativer Tag Tee, Zwieback

Stufe 1 Tee, Haferschleim

Stufe 2 Frühstück: Brei + Kompott, Weißbrot
u./o. Joghurt/ Quark
Mittag: Schonkostsuppe, Kartoffeln
leichtes Gemüse
Abend: Weißbrot, leichte Wurst, fettarmer Käse

Schonkost Frühstück: Weißbrot, Margarine, Marmelade,
Kaffee/ Tee
Mittag: Kartoffeln/ Reis/ Nudeln, leichtes Fleisch,
Gemüse
Abend: Weißbrot, leichte Wurst, fettarmer Käse,
evtl. Salat

Leichte Vollkost Leichte Vollkost nach Speiseplan
( LK )

Vollkost Vollkost nach Speiseplan
( VK )

Wichtig: - Die einzelnen Stufen bzw. Kostformen verstehen sich im 1- Tagesrhythmus.
- Der Operateur legt den Beginn des Kostaufbaus fest.
- Solange der Patient eine Magensonde hat, wird kein Kostaufbau durch-
geführt.
 
Kostaufbau nach Darm OP´s

Bei unseren Darm OP´s (Hemi-,Totale-,Rectum- oder Sigma-!) gibt es oft Unstimmigkeiten wie bei den Patienten die orale Zufuhr (Kostaufbau) von statten geht.
Ältere Schwestern sind eher zögerlich, die Ärzte higegen meist spontaner bei der Anordnung mit dem ersten Trinken bzw. Essen (Suppe und Pudding).
Wer kann einige Tricks oder Erfahrungen geben um die Darmtätigkeit anzuspornen, wie z.B.
Kaugummi-kauen post OP.
Wie läuft das an anderen Kliniken oder Darmzentren
mit der postoperativen Kostform?
 
Hallo bodenständig,

hab Dich mal hier angehängt, vielleicht findest Du hier schon was, was Du suchst!
 
:nurse:Hallo Alle miteinander.
Bei uns ist das auch ein großes Streitthema auf der Station, zwischen uns und den Ärzten, gewesen.:streit:

Die Chirurgen haben auch einen schnellen Kostaufbau angeordnet.:gruebel: Mein Gefühl war nicht gut dabei. Die Patienten hatten probleme mit dem Stuhlgang ( keinen ), sie dürfen ja nicht Pressen um einen Platzbauch vorzubeugen, also verkneifen sie sich es. :eek1:Es gab eine ganze Reihe von komplikationen mit dem schnellen Kostaufbau.
Wir handhaben es jetzt wieder wie früher.
Je nach OPgröße 1. - 2. post OP Tag nüchtern, reichlich Infusion und parenterale Ernährung.
Dann schluckweise Tee/H2O, ab dem 4. Tag Tee/Suppe, später flüssige Kost, wenn das alles gut vertragen wurde vom Patienten geht es von l.SK zur SK bis zur Entlassung.

Achso bei l.SK geben wir Mischbrot ( Stopft nicht so ).

Bis der Darm sich nach der OP erholt und gestärkt hat, dauert das eine Weile.
 
Wir hatten kürzlich einen Pat., der zur AP-Anlage kam. Wir haben ziemlich blöd geschaut, als der Pizzabote am OP-Tag in der Türe stand... :eek1: Der Pat. war echt sauer, als man ihm das Ganze wieder abgenommen hatte...:knockin: Da ist der beste Plan zum Kostaufbau hinfällig, wenn man solche Pat. hat.
 
Fast Track scheint nach wie vor wenig bekannt zu sein.

Elisabeth
 
Ein OA stellte kürzlich während Darm-Op eine Frage (an die Famula, bzw. alle): Wie lange dauert es, bis eine Dünndarm-Anastomose dicht ist? Naaa? - 6 Stunden!
Dennoch wird Fast Track bei uns individuell angeordnet. Immer abhängig vom Gesamtzustand des Pat., den Darmverhältnissen usw. So ist es sicherlich auch sinnvoll.
 
Das mit den 6 stunden kann ich mir nicht vorstellen.:gruebel:
Dann dürfte es ja gar keine Insuffizienzen mehr geben, wenn die Anastomose nach der kurzen Zeit dicht ist.
Das halte ich für erfunden, oder der Chirurg ist der Beste auf der Welt in diesem Bereich.????????????????????
:knockin:
Jetzt noch zur einfachen AP-Anlage. :)
Wenn wir Patienten mit einer palliativen Stomaanlage haben, dürfen die meisten auch Essen ( Wunschkost ), da der Darm nur nach außen verlegt wird und keine Anastomose besteht.
 
Was führt zu Wundheilungsstörungen ... respektive zur Nahtdehiszenz?

Elisabeth
 
Ich denke das kann durch Infektionen, falsche Nahttechniken oder vielleicht zu starker Darmtätigkeit hervorgerufen werden.:gruebel:

Ich meine das Infektionen und/oder erhöhte Darmperistaltik häufig zu Komplikationen führen kann.
 
hallo,
bei uns wird auch viel nach dem fast track schema gemacht, leider legen die ärzte dies aber häufig erst intraoperativ fest, wodurch der patient nicht dementsprechend vorbereitet wurde. sie nennen es dann ganz "professionell" semi-fast track oder fast track light! :eek1: bei diesen patienten treten sehr häufig komplikationen wie anastomoseninsuffizienzen, subileus und platzbauch auf. bei den vorschriftsmäßig vorbereiteten patienten ist die komplikationsrate nicht so hoch, aber auch nicht unbedingt gering.
das eine naht am darm innerhalb von 6 stunden verschlossen ist, ist bestimmt möglich ... wenn der patient ansonsten 100% gesund ist und die naht in 100%ig gesunden gewebe gesetzt wurde!
zu hohe darmtätigkeit ist meines erachtens nicht mit die ursache für insuffizienzen, sondern eher die tatsache das die anastomosen häufig extrem geschwollen sind und dadurch ein erhöhter druck besteht. auch mrsa, diabetes, entzündungen im belassenen gewebe (sigmadivertikulitis), durchblutungsstörungen (z.b. durch rauchen) und adipositas sollten nicht unbeachtet bleiben.
 
Wie wird der Pat. denn vorbereitet? Gibt es da Unterschiede, ob konventioneller Kostaufbau oder Fast Track? Der Darm muss doch in jedem Fall sauber sein.

Die Anastomosen sollten dicht sein, ja. Aber v.a. hat man irgendwann festgestellt, dass der Stuhltransport den Anastomosen gar nicht so sehr schadet, weder die Motilität noch etwa die Bakterien. Infektionen sind außerhalb des Darmes gefährlich - Peritonitis.
Ob die Anastomosen dicht sind, hängt natürlich zum einen mit dem Gesundheitszustand des Pat. zusammen, aber sehr auch, ob da ein guter, erfahrener Chirurg zugange war!
 
Sie dürfen und sollen bis 6 Stunden vor der Operation Essen und Trinken und noch bis 2 Stunden vor Beginn der Narkose gesüßten Tee zu sich nehmen. Eine Darmspülung zur Vorbereitung ist meist nicht mehr notwendig.
...
Bereits am Operationstag dürfen Sie abends wieder Essen, Trinken und das Bett verlassen. In den nächsten zwei bis drei Tagen bekommen Sie dann zunehmend mehr feste und flüssige Nahrung, so dass ab dem 3. oder 4. Tag nach der Operation keine Infusion mehr notwendig sein sollte.
http://www.charite.de/chi/patienten-information/schwerpunkte/fast-track-chirurgie.html

Es muss also offensichtlich nicht in jedem Fall der Darm clean sein.

Elisabeth
 

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