Klinikum Fürth: "Wir schleusen Sie ein"

DrCox^^

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Hallo liebe Kollegen!

Ich bin seit einem Jahr examiniert und nun steht mir der Sinn nach Luftveränderung!
Das heißt: endlich raus aus dem Ausbildungshaus und rein in den Stellendschungel!
Kürzlich traf im internet auf eine interessante Stellenanzeige des Klinikums Fürth für GUK im OP Bereich...
Mein interesse war sofort geweckt als ich von den Einarbeitungskonditionen las:

-3Monatiges Einarbeitungskonzept
-Einarbeitung durch Pflegepädagogen und Praxisanleiter in speziellen "Einarbeitungs- OPs"
und das bei voller OP- Vergütung :D

"einfach toll" dachte ich und bewarb mich kuzerhand. Nach dem abklingen der ersten Euphorie fragte ich mich schließlich:
Wird es denn letztendlich tatsächlich so umgesetzt, wie auf der Internetpräsenz beschrieben? Oder werde ich doch nach einem Monat ins kalte Wasser geschmissen und muss einen Krankheitsausfall ausbügeln?
Könntet ihr, falls ihr Erfahrungen mit dem Einarbeitungskonzept des Klinikums Fürth, bzw mit der Arbeit im OP dort Erfahrung habt mir bitte eine Rückmeldung geben?

Seid euch sicher, dass ich vor Neugier platze und für jede Entscheidungshilfe sehr dankbar bin ^^
 

einer

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Hallo DrCox,

Das Klinikum Fürth kenne ich nicht.
Als OP-Fachkraft muss ich aber feststellen: Ein 3-Monatiges Einarbeitungskonzept kann nur der Beginn des Lernens sein. Je nach Art und Anzahl der Fachgebiete kann es Jahre dauern, bis man in einem OP komplett eingearbeitet ist und alle Bereiche vollständig abdecken kann.
Und selbst dann muss man immer wieder weiter lernen, um auf dem aktuellen Stand zu bleiben.

Nach einem Monat ins kalte Wasser werfen bringt dem OP langfristig nichts. Und auch kurzfristig hilft es nur wenig. Die verlängerten OP-Zeiten, durch nicht ausreichend ausgebildetes Personal, hilft dem Haus wenig.

Wenn du dich bemühst und Einsatz zeigst kannst du im OP einen interessanten Arbeitsbereich finden.
Du musst dir aber im Klaren sein, dass du im OP wieder ganz am Anfang anfängst. Selbst OTA-Schüler im Mittelkurs sind anfangs weiter als du. Wenn du sie aber als Kollegen und nicht als Auszubildende siehst, wirst du von ihnen lernen und profitieren können. Und nach einigen Jahren könnt Ihr gute Kollegen sein.

LG Einer
 

DrCox^^

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Vielen Dank für deine Antwort einer,

dass das Lernen gerade in einem sehr speziellem Bereich wie dem OP kein schnelles Ende nimmt ist mir vollkommen klar. Aus eigener Erfahrung weiß ich jedoch wie es ist nicht ausreichend auf den Berufsalltag vorbereitet zu sein. Wenn die nötige Zeit zum Lernen gegeben ist bin ich bereit dies auch zu tun. Seit ich den OP während eines Schülereinsatzes in Augenschein nehmen durfte ist mein ehrliches Interesse geweckt.
Mein erster Versuch in diesem Breich Fuß zu fassen wurde mir leider durch miserable Einarbeitungsbedingungen verleitet. Nach einem Jahr Normalstation, wohin ich mich auf eigenen Wunsch versetzen ließ, hat mir nun wieder Mut gemacht an einem anderen Haus den nächsten Versuch zu starten.
 

opjutti

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Hallo DrCox^^,

3 Monate Einarbeitung halte ich für zu wenig. Es kommt allerdings auch auf die Größe der OP-Abteilung und die Fachgebiete an. Da es sich um ein Klinikum handelt, denke ich, dass dort sehr viele operative Fachabteilungen im OP vertreten sind. Wenn du in nur einem Fachgebiet spezialisiert werden sollst, kann es sein, dass die 3 Monate ausreichen, um einen Grundstock an Aufgaben als Springer zu erlernen.

Nach 3 Monaten beginnt man bei uns mit dem Erlernen der Instrumentation. Vorher ist der Einsatz in der Zentralsterilisation eingeplant, um die Instrumente und die Siebe kennenzulernen, mit denen am OP-Tisch hantiert wird.

Allerdings wird in unserem Einarbeitungskonzept zwischen ausgebildeten Mitarbeitern (Fachkraft OP, OTA), Guk mit OP-Erfahrung und GuK ohne OP-Erfahrung unterschieden.
Ausgebildete Mitarbeiter können schneller eingearbeitet werden, weil ihnen die Basics bereits bekannt sind.
Bei Mitarbeitern ohne OP-Erfahrung fängt man bei "Adam und Eva" an und muss diesen die Basics erst beibringen.

Bis alle Fachbereiche bei uns abgedeckt werden können, vergehen mehrere Jahre, obwohl wir nur orthopädisch tätig sind. Aber selbst die Orthopädie kann verschiedene Spezial-Fachbereiche aufgesplittet werden.

Ich hatte auch schon eine GuK, die mit falschen Vorstellungen in den OP kam und nach 4 Monaten feststellte, dass ihr der persönliche Kontakt zu den Patienten fehlte. So jemand wird im OP nicht glücklich, sondern gehört auf die Station und zu den Patienten.

Pflegepädagogen und freigestellte Praxisanleiter in speziellen "Einarbeitungs-OP´s" klingt ja per se ganz gut, kommt aber in der Realität eher nicht vor. Das würde ich an deiner Stelle nochmal genau hinterfragen. Mach eine Hospitation dort und schau diesen Betrieb an, stelle deine Fragen vor Ort und lass dir das Konzept genau erklären.
An einem Hospitationstag bekommst du auch die Möglichkeit mit den Kollegen in Kontakt zu treten und die Stimmung im Team auszuloten.

Viel Glück für einen Neustart im OP.

LG
 

DrCox^^

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Danke für deinen Beitrag opjutti,

ich werde deinen Ratschlag beherzigen.
In einer Mail des entsprechenden Klinikums wurde mir mitgeteilt, dass es für alle Bewerber einen gemeinsamen Hospitationstag geben werde.

Um ganz ehrlich zu sein befürchte ich mittlerweile, dass all die tollen Versprechungen doch mehr Schein als sein sind
-aber das wird sich zeigen...

Dein Hinweis auf den fehlenden Patientenkontakt ist ebenfalls nicht unter den Tisch zu kehren. Nach meinem Erstlingsjahr auf einer gut gemischten Inneren (Kardio/ Pul/ Schmerzmedizin/ zT Gas) mit einem Patientenklietel welches fast ausschließlich aus Kurgästen, Rehapatienten und Pflegeheimbewohnern besteht, wäre mir etwas weniger Patientenkontakt momentan eigentlich ganz recht ;)
Ich denke schon, dass ich den Stationsalltag früher oder später schon vermissen werde allerdings steht der Entschluss in den OP zu gehen noch nicht zu 100% fest.

Zunächst werde ich das Vorstellungsgespräch sowie die Hospitation abwarten und anschließend meine Entscheidung fällen (natürlich habe ich mich nicht nur auf diese eine Stelle beworben).
 

opjutti

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Hallo DrCox^^,

wäre schön, wenn du uns von deinem Hospitationstag berichten würdest.

Mich würden interessieren, was hinter dem Spruch: "Wir schleusen sie ein" für ein Konzept steckt?

Vllt. kann man daraus was lernen und evtl. für den eigenen Bereich verändern.

Bis dahin verbleibe ich mit besten Grüßen

opjutti
 

DrCox^^

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Ja, das mache ich gern :D

Hier ein Link zu den Stellenanzeigen der Klinik; dort gibt es einen pdf-flyer der für das Einarbeitungskonzept wirbt: Stellenangebote | Mitarbeiter | Karriere | Klinikum Fürth

Erste Informationen über den groben Ablauf der Einarbeitung, sowie über die Verpflichtungszeit (2 Jahre) erfuhr ich von der zuständigen PDL.
 

DrCox^^

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"Verpflichtungszeit" ist vllt der falsche Begriff...

Da man während der Einarbeitungszeit bereits das OP-Gehalt gezahlt bekommt und nicht als vollwertige Arbeitskraft eingesetzt werden kann muss man sich für zwei Jahre vertraglich an das Krankenhaus binden.

Bei Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses vor Ablauf der zwei Jahre muss man sich entweder vom neuen Arbeitgeber auslösen lassen oder selbst zahlen.
 
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und das ist legitim?! einarbeitungszeit ist im sinne des arbeitgebers. so etwas halte ich weder für legitim noch angebracht.
 

DrCox^^

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Legitim ist es sicherlich. Wie ich oben bereits geschrieben habe kenne bis jetzt nicht alle Konditionen und werde mich beim Hospitationstermin genauer informieren.
Wenn der Arbeitgeber sinnvoll in die Weiterentwicklung seiner Mitarbeiter investiert, warum sollen sich diese dann nicht revanchieren?
Ob diese 2 Jahre angebracht sind und es sich lohnt wird sich zeigen.
Genau dafür ist dieses Thema ja gedacht; ich hoffe auf Leute zu treffen, die im genannten Haus im OP arbeiten bzw schon "eingeschleust" wurden und über die Umsetzung des Konzeptes aus erster Hand berichten können.
 
G

Gelöschter User 50029

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ähnliche Verpflichtungen für zwei jahre gibt es auch in diversen kliniken im rahmen der fachweiterbildung a&i. hier gibt es gerichtsurteile dass eine Verpflichtung nicht bindend ist und man kommt aus so einer verpflichtung problemlos raus.. deswegen kann und sollte man solche Verpflichtungen durchaus skeptisch sehen.

eine gute Einarbeitung ist meines erachtens nichts besonderes und sollte zum einen selbstverständlich und zum anderen im sinne des Arbeitgebers sein. warum eine gegenleistung bringen?? als Dank für eine Einarbeitung????
 
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DrCox^^

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Meine bisherigen Erfahrungen (1Jahr ausgelernt und im Ausbildungshaus gearbeitet) haben mir gezeigt, dass Einarbeitung etwas wichtiges ist und überhaupt keine Selbstverständlichkeit.

Beispiel Anästhesie (direkt nach dem Examen):

Die Einarbeitung erfolgte "nebenbei" von einem unterbesetzten Team.
Nach etwa zwei Monaten betreute ich einen Saal allein und sorgte regelmäßig für entspannende Wartezeiten für das OP-Team :D

Einerseits wegen der Koordinationsschwierigkeiten (ich war für die Bestellung des Patienten zur OP-Schleuse verantwortlich) andererseits kam es zu kritischen Situationen, denen ich mich einfach nicht gewachsen fühlte und mancher Arzt durch Verständnislosigkeit mir gegenüber glänzte.
In diesen Situationen hätte ich mir entweder den Arzt als Einarbeitungsparter oder einen erfahrenen Kollegen an meiner Seite gewünscht.

Ich wurde zunehmend an schwierigen Situationen "vorbeigeschleust" was mir das Gefühl gab nichts zu können und eine Last für die anderen zu sein.
Wie soll ich lernen Situationsgerecht zu assistieren, wenn ein Kollege für mich übernimmt und ich seine Arbeit weitermache?

Entsprechend schlecht gewappnet fühlte ich mich für die ersten Bereitschaftsdienste, als einziger Pfleger der Anästhesie im Haus, zuständig für Reanimationen auf Normaltation, Notfälle in der NFA, Not-OPs) und bin froh, dass es während meiner insgesamt 3 Dienste stets sehr ruhig war.

Schließlich bibberte ich vor jeder Narkose (obwohl ich mit der Zeit schon einiges gelernt hatte) und fürchtete mich regelrecht davor mit bestimmten Anästhesisten im gleichen Saal eingeteilt zu sein. Meine Kollegen (Anästhesiepflege und OP-Team) gaben sich die größte Mühe mir zu helfen und waren sehr freundlich zu mir aber letztendlich entschloss ich mich, mich versetzen zu lassen.

Beispiel Normalstation:

Ich wurde eine Woche eingearbeitet, danach wurde ich Personalbedingt als Vollkraft eingeplant. Es war tatsächlich kein Problem für mich, die Stationen des Hauses kannte ich aus meiner Ausbildungszeit.

Seit kurzem habe ich eine neue Kollegin, die dieses Jahr ihr Examen bestanden hat und nun auf "meiner" Station arbeitet. Sie kennt das Haus nicht und musste, nach ca 2 Wochen, wegen mehreren Krankheitsausfällen mit einem Schüler zusammen 22 Patienten versorgen.

Keine Ahnung was in andere Krankenhäusern so los ist, ich hoffe nur, dass das nicht der Normalzustand ist.
Ich bin sehr gespannt auf die Verhältnisse in Fürth und werde mir sicherlich gut überlegen ob ich 2 Jahre lang meine Einarbeitung abbezahlen möchte ober ob sich das Konzept überhaupt für mich lohnt.

Grundsätzlich bin ich am OP interessiert und sehe das ganze als eine gute Möglichkeit an dort Fuß zu fassen. Ob tatsächlich mehr geboten wird als in einer "normalen" Einarbeitung werde ich dann sehen.

Deswegen habe ich mit diesem Thema einfach blöd in die Runde gefragt ob irgendjemand hier im Forum etwas über speziell dieses Konzept aus eigener Erfahrung berichten kann.
 
G

Gelöschter User 50029

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dann hattest du pech mit der abteilung.. meines erachtens ist eine Einarbeitung nichts besonderes für das man unendlich dankbar sein muss. es sollte selbstverständlich sein dass man eingearbeitet wird
 
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Maniac

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ähnliche Verpflichtungen für zwei jahre gibt es auch in diversen kliniken im rahmen der fachweiterbildung a&i. hier gibt es gerichtsurteile dass eine Verpflichtung nicht bindend ist und man kommt aus so einer verpflichtung problemlos raus.. ?
Hast dafür Belege? Ich kenne nur Urteile, die "Verpflichtungen" als legitim festgestellt haben!

Selbst wenn es ein Urteil gibt, was deine Aussage bestätigt, gibt es einige, die anders entschieden haben. Daher kommt man nicht "problemlos raus"!

Eine Bindung ist absolut legitim; allein schon durch einfaches Nachdenken: Der Arbeitgeber investiert ~60.000Euro und direkt nach Abschluss (ohne das er also einen Benefit daraus hatte), wird gekündigt?!

---

Ich beziehe mich auf das Zitat; nicht auf den hiesigen Fall: Hier stimme ich dir uneingeschränkt zu; Bindung, weil Einarbeitung stattgefunden hat, ist Unsinn.
 
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DrCox^^

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Sofern man selbst bzw. der zukünftige Arbeitgeber bereit ist die zum Kündigungszeitpunkt verbleibenden Kosten der Ausbildung/ Weiterbildung zu übernehmen kommt man jederzeit "raus". Zumindest bei allen Angeboten, die mir für Fort-/ Weiterbildungen bisher untergekommen sind.

Schön, dass ihr euch so rege beteiligt aber weiterhelfen tut mir die Diskussion um die Berechtigung von Verpflichtungszeit aufgrund von Einarbeitung nicht.

Ich möchte wissen ob jmd mit dem "Wir schleusen Sie ein"-Konzept der Klinik Fürth positive/negative Erfahrungen gesammelt hat.
 

Maniac

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Alle die hier geantwortet haben, wohl nicht :-)
 

InetNinja

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"Verpflichtungszeit" ist vllt der falsche Begriff...

Da man während der Einarbeitungszeit bereits das OP-Gehalt gezahlt bekommt und nicht als vollwertige Arbeitskraft eingesetzt werden kann muss man sich für zwei Jahre vertraglich an das Krankenhaus binden.

Bei Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses vor Ablauf der zwei Jahre muss man sich entweder vom neuen Arbeitgeber auslösen lassen oder selbst zahlen.


Sorry ich find das echt ...

Einen Mitarbeitergewinnung vertraglich mit Knebelverträgen an sich zu binden kann echt nur der Pflege einfallen... Und das nur für die Einarbeitung...:confused:
Ein neues Verständnis von Mitarbeiterbindung? :schraube:

Bei der Weiterbildung ist es schon so das der Arbeitgeber eine gewisse Sicherheit verlangen darf. Sie muß aber im Verhältnis stehen und der Mitarbeiter muß sich freikaufen können. Dazu muß diese Klausel vor beginn der Weiterbildung getroffen sein.
Also Pauschal kann man nicht sagen in wieweit ein Mitarbeiter sich verpflichten muß.

Rückzahlung von Fortbildungskosten - BAG bestätigt bisherige Rechtsprechung - eine Übersicht

ABER eine Einarbeitung ist keine Aus- oder Weiterbildung

Die Einarbeitung gehört zur Personalgewinnung und eben zu den Personalkosten dazu. Diese kann nicht dem Mitarbeiter aufgehalst werden. In wieweit der Arbeitgeber das Gehaltsniveau einer "OP Pflegekraft" (Nicht Fachpflegekraft) zahlen muß entzieht sich meiner Kenntnis. Allerdings bist du im OP eingesetzt und sollst dort auch als solches arbeiten. Somit müsste hier das unterste Niveau für OP Pflegekräfte anfallen. Kurz um ist das hier auch kein Zückerlie vom neuen Arbeitgeber. Ich empfinde das als Augenwäscherei. Das du nicht als Vollwertige Kraft mit 1000 Jahren Berufserfahrung eingesetzt werden kannst ist klar und das Problem des AG. Es gibt nicht umsonst die Erfahrungsstufen im Tarif... Und selbst wenn du mehr bekommst als dir nach Tarif zustehet, dann ist das immer noch eine freiwillige Leistung des AG

Für mich klingt das als würde das Unternehmerische Risiko auf den MA abgewälzt werden. Personalbeschaffungskosten etc. sind Ausgaben des Unternehmens. Ich denke eine solche Klausel hat vor dem Arbeitsgericht absolut keinen Bestand.

Evtl. kann man ja mal jemanden dem Geschäftsführer beibringen das man Personal mit fairen Arbeitsbedingungen bindet und nicht mit noch mehr Zwang.

Wie Flora schon sagt. Die Einarbeitung sollte eine Selbstverständlichkeit sein und die Kosten trägt keinesfalls der MA. Sie gehört zur Personalbeschaffung dazu. Und ja das ist teuer, daher kann ich immer noch nicht verstehen wie in der Pflege die Mitarbeiterzufriedenheit so sehr mit Füßen getreten wird. Fluktuation kostet RICHTIG Geld... Aber wenn man das mit ner Simplen Klausel im Vertrag umgehen kann... :knockin:(alter hier gehts nur um ne Einarbeitung und die sche... sich jetzt schon so ans Bein)

Das die Einarbeitung in der Pflege schnell mal unter den Teppich gekehrt wird, kenn ich aus meinem Haus nur zu gut. Da kommen neue Mitarbeiter auf Station und werden sich selber überlassen und wer's nicht schafft bekommt noch den Frust der Kollegen ab.

Ich möchte wissen ob jmd mit dem "Wir schleusen Sie ein"-Konzept der Klinik Fürth positive/negative Erfahrungen gesammelt hat.

Also ich finde das was du zum Thema Einarbeitung und deswegen Vertragsbindung von 2 Jahren schreibt, recht unattraktiv. Man könnte den Vertrag dennoch eingehen und letztendlich bei nicht gefallen platzen lassen.
Sollte das nur ein Missverständnis sein und mit der Vertragsbindung gemäß Aus- und Weiterbildung sein. Dann ... Probieren geht über studieren.

Frag mich gerade wie dann die Probezeit aussehen soll?
Hast du überhaupt eine und wie sieht es mit der anderen Seite aus? Verzichten sie auf ihre Probezeit oder räumen sie sich selber die Probezeit ein?

Irgendwie hoffe ich bzw. glaube ich das da evtl. was falsch verstanden wurde
 
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alesig

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Hallo
Kenne Fürth nicht, war aber über die Jahre in dieversen Krankenhäusern beschäftigt. Die Stellenaneigen sahen toll aus, das Einarbeitungskonzept das mir jedesmal vorgelegt wurde war vorbildlich. Die Realität? Einarbeitung fand jedesmal so nebenbei statt. Nach 1-2 Wochen war alleinarbeit angesagt. Selbst nach meinem Erziehungsurlaub, als ich in meinem KH eingesetzt wurde, in einem völlig fremdem Fachgebiet, neue Station, hatte ich 1 halben Tag rumführen, 1 Tag Stationseinführung, danach stand ich dann im Spätdienst alleine da mit 2 KPH, von denen ich noch nicht mal wusste dass sie KPH waren. Hab ich erst mit bekommen als wir einen Notfall hatten und die beiden nocht so reagierten wie ich es von einer GKP hätte erwarten können. Auch wenn ich jetzt so die Stellenanzeige meines KH anschaue, denke ich mir wie toll es doch wäre in so einem super strukturiertem Haus zu Arbeiten. Die harte Realität sieht leider ganz anders aus.
Alesig
 

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