News Im Kampf gegen Corona-Infektionen erfordert der Schutz der Mitarbeiter höchste Priorität

Vielleicht haben die hier diskutierenden auch schon zur Kenntnis genommen, dass die AG gerne mehr Personal einstellen würden. Der Markt ist aber leer, und die Abwanderungstendenzen enorm (wird auch hier im Forum dokumentiert)!
Eine Situation, an der die AG bekanntermaßen nicht ganz unschuldig sind, wie auch schon öfters im Forum besprochen wurde.
Also hier von Schuld zu sprechen, ist daher schon etwas vermessen. Natürlich kann ein Mundschutz länger benutzt werden, wenngleich ich drei Tage für übertrieben halte. Aber die AG können auch nix dazu, wenn es jetzt nix mehr gibt. Als sehe ich auch in diesem Punkt, die AG nicht als "Schuldige" an.
Richtig, daran, daß Mundschutz etc. ausgeht, können die AG nix.
Aber dann könnte man, wie @Romsen2014 schon richtig schrieb, verschiebbare elektive OPs verschieben, um das Personal nicht unnötig zu gefährden. Und wenn man schon als Gesundheitsminister einfach so die Personaluntergrenzen außer Kraft setzt, dann könnte man genauso auch anordnen, daß diese OPs verschoben werden.
 
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Eigentlich können doch alle nur froh sein, dass durch diesen vergleichsweise harmlosen Virus nun die eklatanten Mängel in den Pandemieplanungen des Bundes und der Länder aufgezeigt werden und es klar wird, wo dringender Nachbesserungsbedarf herrscht. Das geht von den gesetzlichen Regelungen, über die Bevorratung von notwendigen PSA bis zur Entwicklung praktikabler Quarantänevorschriften für Gesundheitseinrichtungen...
Am Ende werden wir viel gelernt haben und bei einer künftigen, möglicherweise viel gefährlicheren Pandemie dann angemessen reagieren können.
SARS CoV-2 werden wir jedenfalls überleben, es wird natürlich auch bedauernswerterweise Opfer geben, aber das wird sich nie ganz verhindern lassen, selbst bei optimalster Vorbereitung.

Den Pflegepersonalmangel wird diese Krise allerdings nicht verbessern, sondern aller Wahrscheinlichkeit nach nur noch weiter verschlimmern, ob nun durch Angst vor den Risiken des Jobs und damit mglw. stärkere Abwanderung aus dem Job bzw. geringeren Zulauf, oder durch die noch weiter zunehmende Arbeitsbelastung durch die völlig überzogene Aussetzung der PpUgV oder schlicht durch krankheitsbedingt höhere Ausfallzahlen bei bereits chronisch kranken Pflegepersonen. Wie auch immer, das Problem des Personalmangels bleibt bestehen und eine echte Bereitschaft dieses Problem lösen zu wollen erkenne ich immer noch nicht.
 
Unterstützung das was @renje sagt.

Der Gesetzgeber hat sich auch gefälligst aus der OP-Planung rauszuhalten!

Warum? Sehe ich nicht so. Dachte wir üben hier den Krisenfall?

Zum Rest bleibt nur zu sagen: Ag Probleme sind AG Probleme, bleiben AG Probleme. Er hat dafür zu sorgen das genug Ausrüstung zum Schutze der Mitarbeiter vorhanden sind. Punkt. Woher er die bekommt ist nicht mein Problem.

Und Personal einzustellen wird auch nicht gerne gemacht. Es ist ein notwendiges übel.
 
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Wir grübeln auch grade, was passiert, wenn bei uns einer infiziert wird, denn uns kann man nicht so einfach nach Hause schicken, dann behandelt keiner mehr die Patienten, denn für die Dialyse muss man bekanntlich ausgebildet sein, jemand anders kann das nicht.

Also, Denkspiel: gehen wir in Quarantâne und lassen unsere Patienten sterben (wir sind eine Fachklinik für Dialyse und könnten noch nicht mal puffern, wenn wir das wollten)? Oder was sonst?

Wir können auch nicht isoliert dialysieren, denn unsere Maschinen stehen in Sälen mit jeweils vier Anschlüssen, und daran kann man nichts ändern. Ein Infizierter wird entweder wie gewohnt bei uns behandelt oder er stirbt in der Quarantäne. Oder weil wir in Quarantäne sind.

Ich bin zur Zeit in Urlaub, bleibe aber am Telefon, denn es ist ein Krisenplan in Kraft, der es u. A. erlaubt, uns aus dem Frei zu holen.
 
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Kohorteniso der betroffenen Erkrankten - müßt halt zusehen wie ihr auf jeweils 4 Menschen kommt
 
@Resigniert "Kohorteniso"? :-)

Das ändert nix an der Tatsache, dass wir sie nicht "bei uns" isolieren könnten, sie müssten wieder raus...Wir sind nicht für stationäre Aufenthalte eingerichtet, es ist ein ambulantes Zentrum.

Oder anders rum: ein Infizierter kann nicht dialysiert werden, ohne von dort, wo er unter Quarantâne ist, zu uns transportiert zu werden.
 
Unsere Vorräte an Schutzkitteln, Schutzmasken und Desinfektionsmittel werden bis Ende des heutigen Tages reichen. Ich habe heute meiner STL angekündigt, dass ich mich danach weigern werde, in Isolationszimmern zu pflegen. Ich bin gespannt wie unsere PDL und GF auf dieses weiterkommunizierte hausweite Problem reagieren werden.
 
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Unsere Vorräte an Schutzkitteln, Schutzmasken und Desinfektionsmittel werden bis Ende des heutigen Tages reichen. Ich habe heute meiner STL angekündigt, dass ich mich danach weigern werde, in Isolationszimmern zu pflegen. Ich bin gespannt wie unsere PDL und GF auf dieses weiterkommunizierte hausweite Problem reagieren werden.


Das interessiert mich auch.
 
Diese Schutzkittelproblematik und auch die potentiellen Übertragungswege im Krankenhaus liessen sich eindämmen,wenn man zunächst mal eine äußert restriktive Besucherregelung fände, bis hin zum kompletten Besuchsverbot. Wenn ich denke, wie viele Schutzkittel da eingespart werden könnten...

Wie sieht es also in euren Häusern damit aus? Gibt es schon dtl. eingeschränkte Besucherregelungen?

fragt sich spflegerle
 
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An Grippe sterben mehr als an Corona.

"Während der sehr heftigen Saison im Winter 2017/2018 starben laut Schätzung des RKI 25.000 Menschen an der Grippe, im Jahr zuvor waren es knapp 23.000. Auswertungen des RKI legen nahe, dass schwere Grippewellen sogar die Entwicklung der Lebenserwartung in Deutschland negativ beeinflussen.

Die Grippewelle 2018/2019 verlief zwar vergleichsweise mild. Allerdings kam es auch in jenem Winter zu rund 3,8 Millionen Arztbesuchen wegen Grippe-Erkrankungen. Rund 18.000 Erkrankte mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Es wäre also nicht ratsam, sich wegen des neuartigen Coronavirus Sorgen zu machen, während man die Grippe ignoriert"


Und da redet keiner von Quarantänen...

Werden wirs nicht einfach aussitzen müssen? Sonst müssen irgendwann die Gesunden in Quarantäne?

Ich persönlich fürchte mich vor Corona nicht mehr als vor der Grippe, nur die Hysterie gibt mir zu denken.
 
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Wie sieht es also in euren Häusern damit aus? Gibt es schon dtl. eingeschränkte Besucherregelungen?

Wir haben von der GF ein Schreiben bekommen, das wir bitte vervielfältigen und allen Besuchern aushändigen mögen. Darin wird explizit um Einschränkung der Besuche gebeten. Aber daran halten tut sich keiner. Sie marschieren immer noch mit Kind und Kegel und der gesamten buckligen Verwandtschaft 1.-9. Grades an. Und stehlen was sie kriegen können. Unser Haus hat schon mehrere Anzeigen erstattet.
 
Wie sieht es also in euren Häusern damit aus? Gibt es schon dtl. eingeschränkte Besucherregelungen?

Bei uns noch keine. Aber in der Uni-Klinik Homburg/Saar ist seit heute eine eingeschränkte Besuchszeit in Kraft. Kam heute in den Regionalnachrichten.

LG Einer
 
An Grippe sterben mehr als an Corona.
(...)

Und da redet keiner von Quarantänen...

Werden wirs nicht einfach aussitzen müssen? Sonst müssen irgendwann die Gesunden in Quarantäne?

Ich persönlich fürchte mich vor Corona nicht mehr als vor der Grippe, nur die Hysterie gibt mir zu denken.
Da hast Du recht... Hysterie ist unangebracht. Aber, ich gebe zu bedenken, daß die Mortalität von Corona deutlich höher ist:
4,7% bei Männern, 2,8% bei Frauen
(Quelle: Sterblichkeitsrate des Coronavirus nach Geschlecht 2020 | Statista )

Insgesamt ist die Mortalitätsrate bei Grippe deutlich geringer, nur etwa ein Zehntel:

"Nach den bisher bekannten Zahlen ist das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 laut Robert-Koch-Institut (RKI) tödlicher als die Grippe. Wie viel höher die Sterberate ausfalle, werde man nach dem Ende der Epidemie sehen, sagte RKI-Präsident Professor Dr. Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin. Die Wahrscheinlichkeit, an einer Grippe zu sterben, liege bei 0,1 bis 0,2 Prozent, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Donnerstag. Nach den bisher bekannten Zahlen liegt die Rate beim Virus Sars-CoV-2 fast zehnmal so hoch – bei ein bis zwei Prozent. 80 Prozent der Infizierten hätten nur milde Symptome, doch 15 Prozent erkrankten schwer an der Lungenerkrankung Covid-19. «Das ist viel», sagte Wieler."
Quelle:

Daher sollte man der Epidemie m. M. n. schon mit Respekt begegnen.
 
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Würdet Ihr mir bitte erklären, inwieweit der Gesetzgeber in Berlin beurteilen kann, ab wann im Kreiskrankenhaus Hintertupfingen die OPs verschoben werden? Das kann doch nur vor Ort entschieden werden! Es werden bereits täglich OPs verschoben, auch ohne Corona, weil Notfälle dazwischen kommen, OPs länger dauern als geplant oder die nötigen Intensivbetten für die post-operative Versorgung fehlen.

Wie sieht es also in euren Häusern damit aus? Gibt es schon dtl. eingeschränkte Besucherregelungen?
Auf den Intensiv- und IMC-Stationen ist nur ein Besucher pro Patient zugelassen, auf Normalstation wird dies empfohlen.

Oder anders rum: ein Infizierter kann nicht dialysiert werden, ohne von dort, wo er unter Quarantâne ist, zu uns transportiert zu werden.
Dann kommt die fahrbare Dialyse zu ihm. Gibt's bei uns auf der IMC-Station fast täglich, auch ohne Corona.
 
Dann kommt die fahrbare Dialyse zu ihm. Gibt's bei uns auf der IMC-Station fast täglich, auch ohne Corona.

Sowas Luxuriöses haben wir hier nicht, auch kein anderes Zentrum, das ich kenne. Unsere Patienten müssen schon kommen. Wär auch etwas utopisch bei über zweihundertfünfzig Personen, die wir pro Woche behandeln (auf 55 Dialyseplâtzen), viele davon so krank, dass ihre Behandlung die Präsenz eines Arztes erfordert und das Vorhandensein des Notfallwagens.

Selbst nur ein Bruchteil davon "in Quarantäne" wäre: wiele viele mobile Einheiten willst Du haben?

Das "Like" Deines Posts war übrigens ein Versehen beim Markieren, ich "like" diesen Post nicht.
 
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@ludmilla Ganz recht. Mal abgesehen davon, dass man die komplette Einheit - samt Auto - jedes Mal komplett desinfizieren müsste (und die Behandler im Schutzanzug arbeiten). Wieviele Wagen bräuchte man denn da ?

@-Claudia- Man sollte von Dialyse nur reden, wenn man was davon versteht. Ich weiss, das auf manchen Intensivstationen ein bisschen dialysiert wird, aber das ist meist nur Hämofiltration, denn selten ist da ja wohl ein Nephrologe vor Ort. Mit Schwerpunkt-Risikodialysen im Dutzend billiger hat das wenig zu tun.

Und "zweihundertfünfzig Personen" bedeutet auch "750 Behandlungen" - pro Woche. Und dabei sind wir noch nicht mal Top of the List. Ein Dialysezentrum in Marseille hat 72 Plätze, und die behandeln noch mehr, denn sie dialysieren auch nachts.

Bestell doch schon mal Deine Flotte mobiler Einheiten.
 
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Statt sich hier aufzuspielen und die Dialyse auf ITS geringzuschätzen, sollte man sich überlegen, ob das defizitäre Konzept der Risiko-Dialyse sinnig ist, wenn quasi ein Rea-Team vor Ort anwesend sein muss.

Nicht alles was in Frankreich glänzt, ist auch Gold.

Mein Maximalversorger hat seine Dialyse-Abteilung mit mobilen Geräten ausgestattet. Zumal immer ein Nephrologe im Haus ist, sodass jederzeit eine Dialyse auch auf Peripherie betrieben werden kann.

BTW: im Rettungsdienst wird auch jedes Fahrzeug komplett desinfiziert, wenn ein ISO-Transport durchgeführt worden ist. Komisch, sowas funktioniert in D.
 
@Leander : muss ich wiederholen, was ich schon mal gesagt habe? Wir sind ein Schwerpunktzentrum mit risikobehafteten chronischen Dialysen. Wenn Du denkst, dass die zu defizitär sind und man die Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz lieber sterben lâsst, weil es "defizitär" ist, sie zu behandeln, nur weiter so. Deine Ethik ist brillant. Dir möchte ich als Patient nicht in die Hände fallen.

Schuster, bleib Deinem Leist. Auch in Deutschland ist nicht alles Gold, was glänzt; Niemand zwingt Dich, woanders zu arbeiten. Wenn ich die allgemeinen Posts hier so lese zwingt mich allerdings auch keiner, in Deutschland zu arbeiten.
 
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