News Im Kampf gegen Corona-Infektionen erfordert der Schutz der Mitarbeiter höchste Priorität

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In einem Positionspapier hat die World Health Professions Alliance (WHPA), darunter auch der International Council of Nurses (ICN), gestern von allen Regierungen weltweit gefordert, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihrer Gesundheitssysteme maximal zu unterstützen.

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Also entweder versteh ich mal wieder was nicht (dann bitte ich um Aufklärung) oder es ist wirklich unfassbar...

Alle "Normalsterblichen", die mit Verdachtsfällen Kontakt hatten, werden großzügig in Quarantäne geschickt.... der Kollege meines Mannes mitsamt seiner Familie, weil die Tocher auf eine Schule ist, die jetzt geschlossen ist, weil es da einen Verdachtsfall gab....

Im KH / Pflegeheim etc. soll man aber (trotz petentieller Infektion) solange man symptomlos ist, arbeiten, weil sonst die med. Versorgung zusammenbräche....... und die Symptomlosen infizieren dann munter ihre Patienten, die in der überwiegenden Anzahl vorerkrankt oder alt und damit sehr gefährdet sind???
Ich hoffe, ich hab nur einen Denkfehler.....
Mir gehts ja gar nicht um mich,..... mir passiert nix, aber wenn ich Patienten gefährde, hört es doch auf......
 
Dann bliebe nur noch die Frage, wer all die Kranken und Alten behandeln und pflegen soll, wenn wir alle in Quarantäne schicken? Empörung bringt uns nicht weiter, diese Fragen müssen geklärt werden. Ich habe noch keine Antwort.
Nehmen wir an es gibt eine positiv getestete Pflegekraft, die einen Tag vorher an einer Teambesprechung teilgenommen hat und somit Kontakt mit einem Großteil der Belegschaft hatte. Wenn wir alle nach Hause schicken für 2 Wochen (was medizinisch geboten ist) wer versorgt dann die Patienten/ Bewohner. In einer großen Klinik kann man das vielleicht noch kompensieren, aber in einem Pflegeheim? Wie soll das zukünftig gehen bei zunehmenden Infektionszahlen? Gibt es da Pläne?
 
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Na das war doch eigentlich von Anfang an klar, oder?
Wenn in einer Schule eine potentiell hochinfektiöse Erkrankung festgestellt wird, kann man die Schule problemlos schließen und alle in Quarantäne schicken. Dass das selbe aber in einem Krankenhaus oder einer Pflegeeinrichtung so nicht funktionieren kann, muss doch allen einleuchten, oder? Man kann doch kaum bei einem potentiellen erkrankten Mitarbeiter alle Kontaktpersonen in Quarantäne schicken, dann ist jede Gesundheitseinrichtung schnellstens geschlossen. In der Charité ist ja genau dieser Fall eingetreten: Patient 1 in Berlin war 2x in der internistischen Rettungsstelle bevor man ihn als Indexpatienten identifiziert hatte, damit wurden 2 Schichten der Rettungsstelle in Quarantäne geschickt und diese Rettungsstelle geschlossen. Das kann man genau 1x machen. Jeder weitere Patient der detektiert wird kann aber eine solche Maßnahme nicht mehr rechtfertigen, sonst ist das Haus schnell als Ganzes geschlossen. Also bleibt ja nur ein fauler Kompromiss: alle potentiellen Kontaktpersonen werden abgestrichen, arbeiten aber solange sie symptomfrei sind weiter und halten die Hygienerichtlinien ein (Händedesinfektion, Schutzkleidung). Wie sollte man es denn ansonsten machen?
Coronavirus – Charité kann Quarantäne-Regeln nicht mehr einhalten
 
Aber Ihr wisst schon auch, dass ein mit den vorgegebenen PSA ausgestatteter pot. in Inkubationszeit befindlicher Mitarbeiter die Patienten gar nicht gefährdet?
Gerade in der Zeit in der jede Hand gebraucht wird, kommen wir eben auch irgendwann an die Grenze die Mitarbeiter nicht mehr ins Frei schicken zu können. Wir kommen bald oder befinden uns teilweise in "Krisenmodus"! Nicht gemerkt?
 
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Für mein Empfinden befinden wir uns bereits seit Jahren im Krisenmodus, zumindest was die Personalausstattung und Belastungssituation der Pflegekräfte angeht. Wie es unter noch dramatischeren Bedingungen funktionieren soll, kann ich mir ehrlich gesagt nicht mehr vorstellen. Schon vor Corona war unsere Station so ausgedünnt, dass selbst mit maximalem Leasing- und Pool-Einsatz nicht mehr alle Betten betrieben werden konnten, und das nun schon seit weit über einem Jahr.
Wenn nun auch noch die Personaluntergrenzen ausgesetzt werden und es somit auch kein Druckmittel mehr für Bettensperrungen geben wird (gemäß Personalbemessungstool müßten wir sogar 1/3 der Betten frei lassen, das wären dann doppelt so viel gesperrte Betten, als gerade sowieso schon gesperrt sind), dann wird die Belastung für alle KollegInnen derart groß, dass es zwangsläufig zu weiteren Ausfällen kommen wird, die die angespannte Situation noch weiter verschärfen werden.
Daher finde ich das im Eingangspost verlinkte Positionspapier absolut gerechtfertigt. Leider beantwortet Herr Spahn dieses mit dem genauen Gegenteil, nämlich mit der Aussetzung der PpUgV.

"Krisenmodus" klingt da fast schon verharmlosend.
 
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Aber Ihr wisst schon auch, dass ein mit den vorgegebenen PSA ausgestatteter pot. in Inkubationszeit befindlicher Mitarbeiter die Patienten gar nicht gefährdet?
Das hieße also, dass ich bei Verdacht auf Exposition meine gesamte Schicht in PSA verbringen darf? Nee lassma. Da nehme ich mir lieber ganz gerechtfertigt einen gelben Schein. Es soll nicht mein Problem sein, wenn aufgrund jahrelanger Fehlplanung dann der Betrieb zusammenbricht, nur weil ein paar MA fehlen. Tönte Herr Spahn nicht erst letztens, wir seien hier in D gut vorbereitet? Na also... Jetzt kann er zeigen, was er damit meinte.
 
Naja, also die gesamte Schicht in PSA kann ja durchaus auch im Regelbetrieb vorkommen, je nach Fachrichtung. Für die FFP3 haben wir eigentlich die Regel, dass man nach spätestens 4h abgelöst werden muss, bzw eine Pause einlegen muss. Da muss ich matras in seinem ersten Absatz schon zustimmen.
 
Das hieße also, dass ich bei Verdacht auf Exposition meine gesamte Schicht in PSA verbringen darf? Nee lassma. Da nehme ich mir lieber ganz gerechtfertigt einen gelben Schein. Es soll nicht mein Problem sein, wenn aufgrund jahrelanger Fehlplanung dann der Betrieb zusammenbricht, nur weil ein paar MA fehlen.
:daumen:
 
Ach, im Krisenmodus sind wir mittlerweile? Deswegen kann das Personal auch krank arbeiten?
Wer haftet dann dafür, wenn das Personal sich Corona infiziert?

Oder erhält das bis dahin erkrankte Personal direkt ein Bett in der Klinik?
Kost und Logis quasi frei, nach Dienstschluss krank in der Quarantäne hängen und zu Dienstbeginn wieder Patienten versorgen.

Von der Wiege bis zur Bahre im Krankenhaus ist eine gute Idee!
 
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Geht ihr auch bei jedem positiven Influenza A/B - Fall direkt gleich mit in Quarantäne oder PSA, weil ihr sonst Patienten gefährdet?

Und Schadenersatz (wenn "Haftung" hierauf zielte) weil ihr euch ne Influenza zugezogen habt...?? Ist vorher nie aufgefallen, dass es im Krankenhaus Keime gibt? Was machst du bei ner offenen TB??

Edit: Und was hat das mit Fehlplanung zu tun? Ein Corona-Patient kann mit etwas Pech über die Notaufnahme, Begleitdienst, Labor, Station, Ärzte, Service Kräfte mal eben 20, 25 Mitarbeiter per Kontaktgefahr in Quarantäne bringen. Das bringt ein Grund- und Regelhaus mit 2,3,4 Stationen ins Versorgungschaos, ja.
 
Selbst wenn jede Station in allen Krankenhäusern und Altenheimen mit genug Personal besetzt wäre, könnte man trotzdem nicht alle Pflegepersonen die mit einem Corona Patienten kontakt hatten ,in Quarantäne schicken.
Es wird ja auch nicht jeder gleich krank, nur weil er Kontakt hatte.
Niemand verlangt vom Pflegepersonal ,dass es krank in die Arbeit geht. Der Kontakt alleine macht nicht krank. Wer krank ist soll zu Hause bleiben. Wer gesund ist kann arbeiten gehen.
Unabhängig von dem ,was die Politik in der Pflege die letzten Jahrzehnten verpennt hat, würde auch eine optimale Pflegepolitik uns jetzt an die Grenzen bringen. Ich hoffe dass die meisten derer die in der Pflege arbeiten, ihren gesunden Menschenverstand benutzen, und sich nicht durch die allgemeine Hysterie anstecken lassen.
 
Edit: Und was hat das mit Fehlplanung zu tun?
Sehr viel:
Fast alle Dienstpläne deutscher Pflegekräfte sind bereits seit Jahren absolut auf Kante genäht.
Fallen jetzt im Fall von Epidemien oder Pandemien von den paar Hanseln auf Station noch mehrere davon aus, dann kollabiert das System.
Diesen seit Jahren existierenden Dauerzustand kann man durchaus als Fehlplanung bezeichnen.

Auch bei Leanders Frage nach der Haftung (Schadenersatz... was auch immer) muß man natürlich berücksichtigen, daß sich Klinik-MA immer anstecken können, auch ohne daß wer direkt daran „schuld“ ist. In manchen Fällen tragen aber auch die prekären Umstände dazu bei, daß MA sich infizieren - hier sehe ich durchaus ein Verschulden durch den AG.
 
Auch ohne Personalmangel kämen wir jetzt in Zugzwang. Man kann nicht ständig genug Personal für eventuell auftretende Pandemien vorhalten, das ist schlicht nicht möglich.
 
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Auch ohne Personalmangel kämen wir jetzt in Zugzwang. Man kann nicht ständig genug Personal für eventuell auftretende Pandemien vorhalten, das ist schlicht nicht möglich.
Richtig, aber der schon seit langem bestehende Personalmangel verschärft das Problem. Das lässt sich nicht leugnen.
 
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Na ja. Ich bin an einem Klinikum der Maximalversorgung mit ca. 2000 Betten. Auf der für die Corona-Patienten eingerichteten Station lagen gestern genau vier (4!) Fälle. Und die hatten keine gravierenden Symptome und lagen nur aufgrund der Ansteckungsgefahr stationär.

Diese Anzahl an zusätzlichen Patienten können wir noch gut mit den vorhandenen Mitarbeitern abdecken. Sollten es mehr werden, existieren Pläne, die auch Bettensperrungen an anderer Stelle, verschobene Operationstermine etc. bb. umfassen.

Wieviele Corona-Patienten werden in Eurer Einrichtung derzeit betreut? Wieviel Personal ist dafür schätzungsweise notwendig?
 
Es passt meiner Meinung nach nicht zusammen, dass die PPuG außer Kraft gesetzt wird, aber keine Pflicht ausgeprochen wird, dass elektive OP´s welche verschoben werden können, hinausgezögert werden sollen.

Und ehrlich gesagt, soll der AG mir gerne Überstunden anordnen. Ist ja sein Recht. Aber er hat dafür zu sorgen, dass ich geschützt bin. Also genügend Material und Desinfektionsmittel. Wenn ich höre, dass in Kliniken Anweisungen gegeben werden, dass Masken 3 Tage benutzt werden sollen, kriegste doch die Krise.

Sobald ich infiziert bin, bleib eh ich zuhause. Aber das scheint ja geregelt zu sein.
 
Es passt meiner Meinung nach nicht zusammen, dass die PPuG außer Kraft gesetzt wird, aber keine Pflicht ausgeprochen wird, dass elektive OP´s welche verschoben werden können, hinausgezögert werden sollen.
Der Gesetzgeber hat sich auch gefälligst aus der OP-Planung rauszuhalten!
 
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Vielleicht haben die hier diskutierenden auch schon zur Kenntnis genommen, dass die AG gerne mehr Personal einstellen würden. Der Markt ist aber leer, und die Abwanderungstendenzen enorm (wird auch hier im Forum dokumentiert)! Also hier von Schuld zu sprechen, ist daher schon etwas vermessen. Natürlich kann ein Mundschutz länger benutzt werden, wenngleich ich drei Tage für übertrieben halte. Aber die AG können auch nix dazu, wenn es jetzt nix mehr gibt. Als sehe ich auch in diesem Punkt, die AG nicht als "Schuldige" an.
 
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