News "Gesetz kommt Abschaffung des Altenpflegeberufs gleich!"

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Der Pflege-Selbsthilfeverband (Pflege-SHV) ist der Überzeugung, dass die unlängst erfolgte Verabschiedung des Pflegeberufereformgesetzes (PflBRefG) "der Abschaffung des Altenpflegeberufes gleichkommt". So formuliert es die Pflege-SHV-Vorsitzende Adelheid von Stösser in einer offiziellen Stellungnahme.

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Martin H.

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Ja, ja... ausgerechnet der Pflege-SHV! Die sollten mal lieber ganz, ganz kleine Brötchen backen...
Die sprechen uns ja sogar den Status als Beruf ab:
"... Dabei gilt es jedoch zu bedenken, dass Pflege kein Beruf, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist und bleiben muss."
Auch eine ganz tolle Meinung scheint man von uns zu haben:
"Maßnahmen, die den Berufsstandesdünkel von examinierten Pflegefachkräften gegenüber Angehörigen und Hilfskräften fördern, sind unbedingt zu vermeiden."
Quelle: https://www.pflege-shv.de/uploads/p...en-Ratgeber/Pflegekammer_Position_01-2013.pdf
Von daher kann man die Meinung des Pflege-SHV getrost abhaken und vergessen...
 

-Claudia-

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Zumal, wenn überhaupt, doch die Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung abgeschafft wird. Die beiden anderen Berufsbezeichnungen wird es zumindest noch weitere sechs Jahre geben, unsere nicht.
 
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Martin H.

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Da hast Du recht! :daumen:
Übrigens scheint Fr. von Stösser in der Pflege nicht unumstritten zu sein...
"Die von Stösser definierten Pflegestandards sind nach der Definition der Begründerin „allgemeingültige und akzeptierte Normen, die den Aufgabenbereich und die Qualität der Pflege definieren. Pflegestandards legen themen- oder tätigkeitsbezogen fest, was die Pflegepersonen in einer konkreten Situation generell leisten wollen/sollen und wie diese Leistung auszusehen hat.“ Diese Standards beziehen sich auf unterschiedliche Pflegesituationen und sollen der Verbesserung der Pflegequalität dienen.

Die Stösser-Standards wurden von einigen Pflegewissenschaftlern, beispielsweise von Sabine Bartholomeyczik[1][2] und Angelika Zegelin[3] und Claus Bölicke[4] stark kritisiert. Hierbei wurde insbesondere die Konzentration auf selbstverständliche und grundlegende Themen, die vorrangig auf den Pflegeprozess und nicht auf das Ergebnis orientierte Ausrichtung der Standards, ein Mangel fachsprachlichen Niveaus und fehlender aktueller pflegefachlicher Erkenntnisse sowie die unreflektierte Übernahme tradierten Wissens bemängelt. Darüber hinaus stellte sich in der Kritik die Frage, ob der Versuch einer gleichzeitig speziellen wie allgemeingültigen Definition eines Standards einen logischen Fehler enthalten muss."

Quelle: Adelheid von Stösser – Wikipedia
 
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Surrogat

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Pflege-SHV?
Zuvor noch nicht gehört. Die Homepage wirkt von den Inhalten etwas skuril, obwohl die Themen durchaus relevant sind.
Bei den in #2 zitierten Passagen habe ich im Originaltext eine satirische Pointe vermisst...war also wohl ernst gemeint.
 

Romsen2014

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Was ich mich immer wieder Frage: woher bekommen diese Verbände eigentlich ihre finanziellen Mittel? Sowas benötigt doch Zeit und auch etwas (wenn auch vergleichsweise wenig) Geld. Irgendwann werden doch auch bestimmt mal jahreshauptversammlungen einberufen, allgemeine treffen etc.

Kann mir nur schwer vorstellen, dass z.B. eine Fr. von Stösser alleine an einem, mit einem Verbandswimpel bewaffneten, Schreibtisch sitzt und diese Themen im Alleingang behandelt, Positionspapiere verfasst und dabei anscheinend auch Aufmerksamkeit bekommt. Wenn auch nur im kleinen Kreis.
 

hyperion87

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Das Stichwort lautet Selbsthilfeorganisation (wobei das für mich ein stinknormaler Interessenverband ist)

"Finanzielle Unterstützung erhalten die Selbsthilfeorganisationen von der gesetzlichen Krankenversicherung, von Rentenversicherungen (Landesversicherungsanstalten, Bundesversicherungsanstalt), aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Durch das Gesundheitsmodernisierungsgesetz des Jahres 2004, das für die Krankenkassen gilt, haben die Selbsthilfeorganisationen über ihre Dachorganisationen Mitspracherechte in wichtigen Fragen der Gesundheitsversorgung"
 

Martin H.

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Pflege-SHV?
Zuvor noch nicht gehört. Die Homepage wirkt von den Inhalten etwas skuril, obwohl die Themen durchaus relevant sind.
Das ist eine Selbsthilfevereinigung: Wer wir sind | Pflege-SHV
Ich bin wegen deren stark ablehnender Haltung gegenüber den Pflegekammern mal auf die Seite gestoßen.
Mitglied ist dort bezeichnenderweise auch Claus Fussek, ebenfalls Gegner der Pflegekammern.
Also auf deutsch gesagt, ein Verband von hauptsächlich pflegerischen Laien, was ja erst mal nix Schlechtes ist. Nur in dem Moment, wo man versucht, den Fachleuten bzw. der Profession Pflege - also uns - die Butter vom Brot zu nehmen, sollten wir aufmerksam werden.
Bei den in #2 zitierten Passagen habe ich im Originaltext eine satirische Pointe vermisst...war also wohl ernst gemeint.
Das meinen die todernst. Dazu passend noch weitere Statements:

"Eine Flut von Verordnungen, übergestülpten Expertenstandards, Formularen und Sicherheitsanforderungen ...
Viel wurde in letzter Zeit in den Überbau investiert: in Pflegewissenschaft, in Forschung und Studien, in Pflegestützpunkte, in Stabstellen und Experten für alles und jedes, ins Pflegemanagement ...
... uns gegen eine Verwissenschaftlichung der Pflegeberufe verwehren ...
... Kritik an den Expertenstandards ermutigt, derart theorielastige Vorgaben ...
Kritik an den Elfenbeintürmen, die sich unsere Pflegewissenschaftler mit unseren Steuergeldern erbauen."


Quelle: Stärkung der Pflegebasis | Pflege-SHV
 

Romsen2014

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Also im Endeffekt wollen sie Qualität aus dem Zauberhut ohne jede Grundlage. Ich lese daraus einfach eine Deprofessionalisierung dieses Berufes.

"Indem wir für eine Erneuerung der Ausbildung plädieren, die sich auf das Wesentliche konzentrieren und der sozialen Kompetenz einen höheren Stellenwert einräumt."

Bin glaube nicht der einzige, dem dieses "wesentliche" ein riesiges Fragezeichen aufleuchten lässt. Auf der Seite konnte ich in den bisherigen Stellungnahmen nichts brauchbares finden.

Also dafür das Herr Fussek immer wieder beschreibt was Pflegekräfte nicht alles tun müssen, wissen sollen und wann/ wie zu handeln haben, muss man anscheinend nicht viel Wissen bzw. braucht es dafür sehr wenige theoretische Grundlagen.

Außerdem würde ich mal gerne Wissen woher sie die annahme nimmt, das sehr viel Geld in die Wissenschaft geflossen ist. Würde mich mal interessieren, da ich mir schon vorstellen kann, dass durchaus mehr Geld reinfließt aber nicht so exorbitant viel wie behauptet.
 
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-Claudia-

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Außerdem würde ich mal gerne Wissen woher sie die annahme nimmt, das sehr viel Geld in die Wissenschaft geflossen ist. Würde mich mal interessieren, da ich mir schon vorstellen kann, dass durchaus mehr Geld reinfließt aber nicht so exorbitant viel wie behauptet.
Dazu müsste man "sehr viel Geld" definieren. Wie hier zu lesen, kostet die z.B. Erstellung und Aktualisierung der Expertenstandards eine sechsstellige Summe: Druckfrisch - die 2. Aktualisierung Expertenstandard Dekubitusprophylaxe
 
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Martin H.

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Also im Endeffekt wollen sie Qualität aus dem Zauberhut ohne jede Grundlage. Ich lese daraus einfach eine Deprofessionalisierung dieses Berufes.
Ganz genau das lese ich da auch heraus. Und bin um so erstaunter, da Fr. von Stösser selbst vom Fach ist (Krankenschwester und Lehrerin für Pflegeberufe).
Bin glaube nicht der einzige, dem dieses "wesentliche" ein riesiges Fragezeichen aufleuchten lässt.
Das erinnert mich sehr unangenehm an gewisse Politikeräußerungen (Blüm u. Co), sinngemäß "für die Pflege braucht man ja nicht Psychologie studiert zu haben, sondern nur ein gutes Herz": Gutes Herz – PflegeWiki
Dazu müsste man "sehr viel Geld" definieren. Wie hier zu lesen, kostet die z.B. Erstellung und Aktualisierung der Expertenstandards eine sechsstellige Summe: Druckfrisch - die 2. Aktualisierung Expertenstandard Dekubitusprophylaxe
Eine sechsstellige Summe hört sich freilich erst mal viel an - aber verglichen zu den Beträgen, die in Medizin und Pharmaindustrie fließen, sind das lächerliche Peanuts!
In der Juni-Ausgabe von "Die Schwester/der Pfleger" war übrigens ein interessanter Artikel über die Expertenstandards und die Zuständigkeit bei der Festlegung von Instrumenten zur Entwicklung der Qualität in der Pflege, ein Interview mit Prof. Büscher. Im Endeffekt hat der Gesetzgeber 2008 dies aus den Händen der Profession Pflege genommen.
 

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