Fehlen von patienteneigener Wäsche

tine81

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30.12.2010
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Krankenschwester
Akt. Einsatzbereich
Gerontopsychiatrie
Hallo,

ich hätte gerne ein paar Tipps, wie wir auf unserer Station folgendes Problem lösen könnten:

Ich arbeite auf einer gerontopsychiatrischen Station mit überwiegend dementen Patienten. Daher wurde bis vor ca. einem halben Jahr die komplette Patientenwäsche in unserer hauseigenen Wäscherei mit dem Patientennamen versehen. Und im Bedarfsfall auch dort gewaschen. Dies wurde aus Zeit- und Kostengründen abgeschafft. Seitdem sollen wir die Angehörigen und Betreuer bitten, die Wäsche zu zeichnen. Die Schmutzwäsche wird in den Patientenschränken gesammelt. Das funktioniert auch einigermaßen. Allerdings sind viele unserer Patienten inkontinent, was viele Kollegen dazu veranlasst hat, diese Wäsche in unserer stationseigenen Waschmaschine zu waschen. Hinzu kommt, daß viele Angehörige und Betreuer es nicht für nötig halten, regelmäßig die Schmutzwäsche gegen frische auszutauschen. Also müssen wir die Patienten aus dem stationseigenen Fundus versorgen, aber der ist nun mal begrenzt. Weshalb auch in solch einem Fall, die patienteneigenen Sachen auf Station gewaschen werden. Dies ist natürlich ein erheblicher Zeitaufwand. Die Pflegedienstleitung meint jetzt dazu, wir mögen doch den Angehörigen hinterhertelefonieren (was im übrigen nicht weniger Zeitaufwand wäre) und wenn das nicht hilft unseren Patienten Flügelhemdchen anziehen. Ich finde das eine Unverschämtheit, denn dann trifft es ja genau die falschen, nämlich unsere Patienten, die in der Regel gar nichts dafür können und sich auch gar nicht dagegen wehren können.

Habt ihr ein paar Lösungsvorschläge für mich???

LG
Tine
 
Das Problem fehlender Patientenwäsche kommt auch auf Normalstationen häufiger vor. Die haben in den seltensten Fällen einen eigene Waschmaschine. Uns bleiben daher auch nur die Möglichkeiten, die Deine PDL genannt hat: den Angehörigen auf die Zehen zu treten oder die Wäsche zu benutzen, die das Haus zur Verfügung stellt.

Wenn das ein häufigeres Problem ist: Könnte man nicht hauseigene Wäsche anschaffen, die auch in der Krankenhauswäscherei gereinigt wird, aber weniger "krankenhausartig" ist als Flügelhemden? Bei meinem alten AG gab es auch hinten geschlossene Hemden, außerdem Hosen mit Kordelzog. Schick sah das auch nicht aus - aber für mobile Patienten war das geschickter als Flügelhemden.
 
Ach Gott ja, dieses Problem kenne ich auch! 8) Im gerontopsychiatrischen Bereich fällt da sicher mehr Wäsche an als woanders. Das dann die ganze Arbeit (Wäsche waschen, "hinterher telefonieren") an euch hängen bleibt, ist nervig. Das glaube ich! Wir haben es aber auch nicht selten, dass Patienten nicht an ihre eigene Kleidung kommen, weil sie z.B. noch nicht den entsprechenden Ausgang haben, es keine Ängehörigen gibt, Betreuer nicht aus die "Hupe kommen", und, und, und,... Die Kleidung liegt dann Zuhause ... ja, da liegt sie gut...! Da wächst einem echt ´ne fette Halskrause! :wut: Wenn es möglich ist, fahren wir auch mal mit Patienten nach Hause, um deren Sachen zu holen. Ansonsten greifen wir auch auf beschränkten Fundus und eigener Waschmachine zurück. Ich gebe dir recht, dass Flügelhemden nicht der Renner sind, im Notfall muss man aber halt mal improvisieren. Wichtiger, als "Kleid oder Rock", ist doch, dass eine anständige Körperpflege gewährleistet ist! Habt ihr mal in einer Teamrunde oder Supervision drüber gesprochen?

Liebe Grüße :wavey:
 
Es gehört nur bedingt zum Thema, aber mir ist im Krankenhaus aufgefallen, daß das Problem der fehlenden sauberen Kleidung nie die Patienten betrifft, über deren viele Besucher wir uns gerne mal aufregen. Ich mußte einem Türken noch nie ein Krankenhaushemd anziehen, weil keine sauberen Klamotten im Schrank waren. Bei meinen Patienten ohne Migrationshintergrund dauert es teilweise Tage, bis mal Kamm und Rasierapparat kommen.
 

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