Arbeitsabläufe stationär

Hypothalamus

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Huhu liebe Forummitglieder,
Hier mal wieder eine Frage zu den alltäglichen Abläufen auf Station und deren Einteilungen.

Es werden wahrscheinlich viele kennen: Die Mitarbeiter werden je Schicht den Fluren zugeteilt. Wenn Hilfe benötigt wird, wird der andere angerufen, er kommt kurz rüber, geht danach zurück und so weiter. Nun zu meiner Frage: Gibt es Alternativen dazu?
Ich finde, dass es oftmals sehr ungerecht ist, weil der Pflegeaufwand teilweise ungerecht verteilt ist. Außerdem habe ich in mehreren Einrichtung beobachtet, dass es dann immer zu Verhaltensweisen kommt ala "Ich bin nur für meinen Flur zuständig". Gut, dass wird sich dann auch mit einer Tourenplanung nicht ändern, das weiß ich.
Wie arbeitet ihr als Schichtleitung? Wie viele Bewohner versorgt ihr (und wie viele Bewohner habt ihr insgesamt?)?

Dann war meine Idee eine Tourenplanung für den stationären Alltag zu erstellen - dann könnte man auch viel besser auf die Wünsche der Bewohner eingehen im Bezug auf deren Zeiten, die sie Aufstehen oder zu Bett gehen möchten. Bewohner, die es besser zu zweit versorgt zu werden, werden aufgrund des Zeitmangels oft alleine versorgt - mit einer Tourenplanung könnte man es (vielleicht?) besser einplanen, dass sie dann auch zu Zweit versorgt werden.

Wie handhabt ihr es? Habt ihr selbst eine Tourenplanung? Was für Erfahrungen? Gibt es andere Ideen oder Umsetzungen? Es interessiert mich im Grunde alles! Also immer her mit den Ideen =)

Vielen lieben Dank schonmal!

PS:
Ich möchte noch eines dazu erwähnen: Ich möchte meinen Chef gerade davon überzeugen weiter zu Digitalisieren. Er ist absolut nicht abgeneigt und sogar schon dabei, jedoch haben wir ein Problem mit dem Wlan, sodass es noch einiges zu bewerkstelligen gäbe und wir durch Corona deswegen ausgebremst sind.
Aber im Grunde wäre meine Idee halt mit einer Ambulantisierung, sprich: Tourenpläne in dieses System einzupflegen. So könnten Arbeitsabläufe strukturierter laufen, die Pflegekräfte entlastet werden, in dem die Bewohner "gerecht" verteilt werden
(Und dennoch würde ich gerne wissen, wie ihr es sonst so handhabt, denn die Digitalisierung wird noch einiges an Zeit wohl brauchen. )
 

Berenike

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Hallo Hypothalamus,

mit der Digitalisierung ist es bei uns schon ein wenig weiter, dennoch ist in den stationären Bereichen bei uns die Tourenplanung via "Stecktafel" bzw. via Excel Tabelle in Gebrauch. Wobei unsere Stecktafel hauptsächlich für die morgendlichen Versorgung gilt.

Auf der Stecktafel sind die Gruppen (aka Touren) in der Reihenfolge gesteckt, in der die Bewohner versorgt werden sollen bzw. so dass ihre Gewohnheiten Berücksichtigung finden. Die Gruppen sind ausgeglichen, dass ungefähr gleich viele "schwere" und "leichte" in der Gruppe sind. Außerdem sind sie so sortiert, dass die Duschtage der Bewohner einigermaßen gut verteilt sind über die Woche. (also nicht an einem Tag 5 Leute und dann zwei Tage keinen...) Sollte die Bewohnerstruktur auf Station das mal nicht zulassen sind dann eventuell in einer Gruppe 5-6 schwere und dafür aber 9 leichte in einer Gruppe.

Ab und an gibt es Diskussionen mit den Kollegen, weil "ich habe aber soundsoviele Leute" wobei die Anzahl überhaupt nicht dem Aufwand entsprechen muss.

Bei der Tourenplanung via Exceltabelle ist es für die morgendliche Versorgung quasi so wie bei der Stecktafel allerdings sind dann anschließend auch noch T-Gänge, Lagerungen, Zwischenmahlzeiten, aus dem Bett/ ins Bett etc. in der Reihenfolge des geplanten Ablaufs drin. (abends dann entsprechend "andersherum")

Deine Idee finde ich übrigens klasse!
Ich selber arbeite in einer großen Altenhilfeeinrichtung, die einen a,bulanten Dienst, stationäre und Teilstationäre Pflege anbietet. Erst habe ich lange im ambulanten Dienst gearbeitet und bin dann "irgendwann" nach stationär gewechselt. man oh man... was hatte ich zu kämpfen, im ambulanten Bereich mit Tourenplan auf einmal stationär ohne... Puuh , das war echt anstrengend, wir haben dann auch Tourenplanung in den stationären Bereichen eingeführt. Für mich war das super, meine stationären Kollegen, hatten da am Anfang echt zu kämpfen. Vor allem weil Du stationär (jeedenfalls bei uns) doch deutlich flexibler in der Zeitgestaltung bist/sein musst. Im ambulanten Bereich ist es relativ genau getaktet und es gibt ziemlich feste Reihenfolgen. Stationär hast Du alle beisammen und bekommst deutlich schneller mit, ob Fr. Müller schon wach ist, oder sonst irgendetwas vorgezogen werden muss.

Viel Erfolg!

LG Berenike
 

Hypothalamus

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Vielen lieben Dank für deine Antwort und die positive Rückmeldung!
Eine Stecktafel haben wir, die bei der Regelbesetzung aber sich auf die Flure begrenzt, wenn mehr Personal geplant wurde, dann werden die Bewohner aufgeteilt. Finde ich gerade im Alltag dennoch gemein.
Ab und an gibt es Diskussionen mit den Kollegen, weil "ich habe aber soundsoviele Leute" wobei die Anzahl überhaupt nicht dem Aufwand entsprechen muss.
Genau darum soll es gehen, ich denke schon, wenn man es anständig den Mitarbeitern verkauft, würden sie auch mitmachen. Aber es gibt ja leider dennoch diese Kollegen, die es nur so machen, wie sie es immer gemacht haben und Veränderungen verschlossen entgegen stehen. Diese beeinflussen leider oft die anderen...

Ich werde das nächste Woche meinen Leitungskräften mal vorschlagen, ich habe seitens meiner WBL gehört, dass sie es mal früher einführen wollten, aber aus einem ihr unbekannten Grund verworfen worden ist.
Naja mal sehen :-)

gibt es noch welche die besondere Ideen/Gedanken dazu haben?
Liebe Grüße, bleibt gesund!
 

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