Wegeunfall? Vor Heimfahrt Verwandten auf Station besuchen

Southpaw

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Grüß euch!

Nur mal angenommen, jemand hätte eigtl um 16.30 Uhr Schichtende, darf aber bereits um 16.10 Uhr raus und zieht sich um. Bevor er nach Hause fährt, bleibt er auf dem Gelände des Krankenhauses, in dem er arbeitet, und besucht einen Verwandten auf einer völlig anderen Station mit massig Fußweg in Freiluft dazwischen. Erst nach diesem Besuch fährt er ca um 16.30 Uhr nach Hause.

Um 16.40 Uhr befindet derjenige sich mit dem Motorrad auf der Autobahn, wo ihm jemand seitlich reinfährt, während er überholt. Er verletzt sich nur am Fußknöchel.

Ist das ein Wegeunfall? Kopfzerbrechen bereitet mir der Verwandtenbesuch auf dem gleichen Gelände. Wie wäre das, wenn man einen Verwandten nach dem Umziehen in Privatklamotten auf derselben Station besucht, auf der man arbeitet? Ist der Nachhauseweg dann unterbrochen?

Danke für Eure Antworten.
 

FLORA.BLEIBT

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meines Erachtens kein wegeunfall.
wegeunfall wäre nur wenn du den direkten weg nach hause nimmst.
 
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flexi

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Der Wegeunfall vor oder nach der Arbeit - Arbeitsschutzgesetz :
Der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung kann, nachdem er durch eine Streckenabweichung aufgehoben wurde, jedoch durch Rückkehr auf den direkten Wegwieder aktiviert werden. Die unternommene Unterbrechung darf dafür aber nicht länger als zwei Stunden in Anspruch genommen haben. Kommt es jedoch dazu, dass Alkohol oder Drogen konsumiert werden, entfällt der Versicherungsschutz unwiederbringlich für den betreffenden Fahrtweg.
 

ZN-Ator

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Auf jeden Fall als D-Arzt aufnehmen lassen, die BG lässt sich doch nicht den minütlichen Ablauf des Nachhauseweges aufzeigen. Du hattest 16:30 offiziell schluss und wirst 10min später verletzt.Was wäre gewesen du hättest noch 15min geredet nach Schichtende, dann wäre es auch ein Wegeunfall gewesen....
 
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ludmilla

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Ich habe mich gefragt, woher die Versicherung den wissen will, was du nach Verlassen der Station bis zum Fahrzeug gemacht hast. Du hattest das Krankenhausgelände doch nicht verlassen, bist auf dem direkten Weg nach Hause verletzt worden. Für mich wäre das ein Wegeunfall.....
 
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FLORA.BLEIBT

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kommt drauf an wie ehrlich man ist. direkt war der weg ja nicht...
 
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renje

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Neu kommt drauf an wie ehrlich man ist. direkt war der weg ja nicht...
Das ist auch nicht erheblich für die Bewertung, Wegeunfall ja oder nein. Siehe Definition die flexi eingestellt hat. Ich kann ohne weiteres Unterbrechen in einem bestimmten Zeitraum und wenn ich mich wieder auf dem direkten Wege befinde greift wieder der Versicherungsschutz - also Wegeunfall.

Wenn ich zum Becker oder Metzger gehe um einzukaufen,
Überschreiten der Türschwelle - kein Wegeunfall - verlasse ich den Laden und falle dann hin Wegeunfall - immer Zeitfaktor beachten.
 
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Für mich stellt sich da die Frage: Wurde das Motorrad auf der ursprünglichen Parkposition belassen und die Heimfahrt von diesem aus angetreten? Wenn ja, wurde der Heimweg meiner Meinung nach nicht unterbrochen, da er ja noch gar nicht angetreten war.
 
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Southpaw

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Mein völlig fiktives Beispiel :mryellow: hat sich folgendermaßen in meiner Fantasie weiterentwickelt:

Mit Absprache der Schule (er oder sie ist KrankenpflegeschülerIn) sollte er/sie im Notfallzentrum des Hauses vorstellig werden, da sich diverse Zipperlein über Nacht böse intensiviert haben. Sowohl Schule als auch zuständiger Oberarzt werteten den Fall als Wegeunfall (Schule argumentierte wie flexi). Nur bei der Zeitspanne, bis wann man vorstellig gewesen sein muss, hieß es einmal innerhalb "24 Stunden" und einmal "72 Stunden" - da war man sich uneins.

Ein bisschen kompliziert wurde es, weil die Erstversorgung am Unfalltag durch den Hausarzt stattfand und dieser es erstmal nicht als Wegeunfall werten wollte, weil zu komplizierte Fallstellung. Der muss das jetzt nachholen. Die Krankschreibung aus der Behandlung des Hausarztes überschritt passenderweise nicht die drei Tage, die den Unfall meldepflichtig gemacht hätten, also greift die Krankschreibung. Also irgendwie. (Echt kompliziert ^^)

Danke an euch alle für eure Beiträge! (Wird sicher ne Examensfrage, ich spür's)
 

lusche

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Moin,
Mein völlig fiktives Beispiel :mryellow:
Also handelt es sich quasi um eine (Hausaufgabe) theoretische Fragestellung?
Wenn derart anspruchsvolle Rechtsfragen ausbildungsrelevant sind, läuft meiner Meinung nach etwas schief. Delegationsrecht, Remonstrationspflicht, berufsbezogene Grundlagen der "Rechtswissenschaften" ok, aber solche "Orchideenfragen" sind too much.
VG Lusche
 
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renje

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Also ich finde das Fallbeispield ist schlecht gewählt oder formuliert.
Mit Absprache der Schule (er oder sie ist KrankenpflegeschülerIn) sollte er/sie im Notfallzentrum des Hauses vorstellig werden, da sich diverse Zipperlein über Nacht böse intensiviert haben.
Ich brauche keine Absprache der Schule, ICH habe mich dem D13Arzt vorzustellen in meinem eigenen Interesse. Ob das Notfallzentrum einen solchen Arzt mit dieser Qualifikation hat ist unbekannt. Wenn nein machts keinen Sinn sich dort vorzustellen.
Sowohl Schule als auch zuständiger Oberarzt werteten den Fall als Wegeunfall (Schule argumentierte wie flexi).
Die beiden haben nichts zu vertreten oder zu bewerten, denn dies ist alleine Aufgabe der BG.

Erstversorgung am Unfalltag durch den Hausarzt stattfand und dieser es erstmal nicht als Wegeunfall werten wollte,
Auch hier - der Hausarzt wertet nicht, sondern versorgt, macht ein Kreuz bei - Arbeitsunfall - auf dem Formular und schickt den Pat. zum D13 Arzt. Das ist seine Pflicht!

Die Krankschreibung aus der Behandlung des Hausarztes überschritt passenderweise nicht die drei Tage, die den Unfall meldepflichtig gemacht hätten, also greift die Krankschreibung.
Ein Arbeitsunfall ist IMMER meldepflichtig, egal ob ich AU geschrieben werde oder nicht oder wie lange.
Wurde das Motorrad auf der ursprünglichen Parkposition belassen und die Heimfahrt von diesem aus angetreten?
Ist unwesentlich für die Bewertung, hier sind der Zeitfaktor und der direkte Heimweg Bewertungskriterium.


Deshalb wird jeder Unfall der in der Arbeit passiert gemeldet. Ob dieser dann als Arbeitsunfall gewertet wird ist zunächst alleinige Sache der BG, gegen deren Entscheidung ich natürlich Klagen kann
 
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Southpaw

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Moin,
Also handelt es sich quasi um eine (Hausaufgabe) theoretische Fragestellung?
Wenn derart anspruchsvolle Rechtsfragen ausbildungsrelevant sind, läuft meiner Meinung nach etwas schief. Delegationsrecht, Remonstrationspflicht, berufsbezogene Grundlagen der "Rechtswissenschaften" ok, aber solche "Orchideenfragen" sind too much.
VG Lusche
Sagen wir mal so: Der rein fiktive Anwalt würde meinem/meiner Krankenpflegeschüler*in jetzt wahrscheinlich raten, ab hier nicht mehr weiter in die Tiefe zu gehen, da der Unfallgegner stark bemüht ist, ihm/ihr die Schuld in die Schuhe zu schieben. Hoffe ihr versteht. ;)

Danke noch für eure Nachträge, besonders an renje für den Hinweis auf falsch genutzte Begrifflichkeiten. Alles wichtig.
 

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