Wasserflasche - ein Hygieneproblem?

nephro-nurse

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Hallo Zusammen, ich habe ein riesen Problem, ich konnte bisher an allen Arbeitsplätzen eine geschlossene, mit Namen versehene Wasserflasche nutzen, die nach dem Dienst leer entsorgt wurde. Nun arbeite ich zum ersten Mal mit Dialysepatienten und habe wie gewohnt eine o.g. Wasserflasche im Vorraum des Patientenzimmer deponiert, um schnell mal zwischendurch einen Schluck trinken zu können, notwendig wegen Medikamenteneinnahme. Nun wurde ich darauf hingewiesen dass dies ein Hygieneproblem und nicht gestattet sei :oops:. In den Hygiene Vorschriften konnte ich nichts finden. Kann mich jemand aufklären??

Vielen Dank im Voraus

Dialyseneuling
 

-Claudia-

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Geht's um das Trinken im Patientenzimmer? Das untersagt tatsächlich die Biostoffverordnung. Habt Ihr keinen Personalraum, in dem ihr essen und trinken könnt?
 

InetNinja

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Lebensmittel etc. dürfen bei uns ausschließlich nur in den Pausenräumen verwahrt und verzerrt werden. Das wird auch mit Hygiene begründet. Alles andere als der Pausenraum ist eben UNREIN. Und da wird weder gegessen noch getrunken.
 

nephro-nurse

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Guten Morgen vielen Dank für die Rückmeldungen.
Wir haben natürlich einen Pausenraum, jedoch ist dieser zu An-und Abschlusszeiten, zu denen ich das Wasser am meisten benötige, nicht erreichbar. Nun , gerade ist mir die Idee gekommen im Vorraum Pappbecher im Schrank zu deponieren und bei jeder Gelegenheit ein Schluck aus dem Wasserhahn zu nehmen. Gibt es dagegen Einwände?
Nochmals herzlichen Dank und einen schönen Feiertag.
 

-Claudia-

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Nun , gerade ist mir die Idee gekommen im Vorraum Pappbecher im Schrank zu deponieren und bei jeder Gelegenheit ein Schluck aus dem Wasserhahn zu nehmen. Gibt es dagegen Einwände?
Wenn es um die Biostoffverordnung geht - ja. Denn da geht es darum, Dich vor den Biostoffen zu schützen, und die schwirren nun mal da, wo sich Patienten befinden, in größerer Anzahl herum. Daher kann der Arbeitgeber in diesen Bereichen den Mitarbeitern das Essen und Trinken untersagen. Haben wir hier schon mal lang und breit diskutiert: Getränkeverbot auf der Station

Ich wüsste nicht, inwieweit die Patienten durch eine von Dir benutzte Einwegflasche gefährdet sein könnten (es sei denn, der Patient trinkt auch daraus natürlich), von daher denke ich, dass es um Deinen Schutz geht.

Wie lange Zeit müsstest Du auf Getränke verzichten? Wäre es möglich, Deine Arbeitsweise entsprechend anzupassen?
 
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nephro-nurse

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Wenn es um die Biostoffverordnung geht - ja. Denn da geht es darum, Dich vor den Biostoffen zu schützen, und die schwirren nun mal da, wo sich Patienten befinden, in größerer Anzahl herum.

Ich wüsste nicht, inwieweit die Patienten durch eine von Dir benutzte Einwegflasche gefährdet sein könnten (es sei denn, der Patient trinkt auch daraus natürlich), von daher denke ich, dass es um Deinen Schutz geht.

Wie lange Zeit müsstest Du auf Getränke verzichten? Wäre es möglich, Deine Arbeitsweise entsprechend anzupassen?
Im Schnitt dauert die Anschlussphase bis zu 2,5 Stunden, in denen ich durch die Medikamenteneinnahme und Stressphase am meisten schwitze und daher das Wasser benötige. Ich hatte beim Stellenantritt am Anfang noch keine Wasserflasche dabei und war jedes Mal fast vor einem Kollaps. Die Wasserflasche ist mit meinem Namen beschriftet, wird nur von mir getrunken da kein Patient oder sonstige Person in den Vorraum geht, ist bei Schichtende leer und wird von mir auch entsorgt.

Welche Biostoffe sind das, die da durch die Luft schwirren? Und sind diese nicht eher für die Patienten, die ja immun geschwächt, sind ein Problem? Denn die trinken ja auch während der Dialyse aus Wassergläsern :fidee:
 

-Claudia-

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Welche Biostoffe sind das, die da durch die Luft schwirren? Und sind diese nicht eher für die Patienten, die ja immun geschwächt, sind ein Problem? Denn die trinken ja auch während der Dialyse aus Wassergläsern :fidee:
All unsere Körperausscheidungen sind Biostoffe.

Natürlich essen und trinken Patienten in ihren Zimmern, aber sie verbreiten ja nur ihre eigenen Keime, die können durch zusätzliche orale Aufnahme keinen weiteren Schaden anrichten. Abgesehen davon ist die Berufsgenossenschaft nicht für deren Schutz zuständig, nur für den Deinen.

Du bist 2,5h ununterbrochen beim Patienten, ohne Möglichkeit einer Ablösung?
 
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ludmilla

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Ich finde das Verbot auch nicht wirklich nachvollziehbar! Wenn die Keime in der Luft umherschwirren, dann wird sich niemand dem Kontakt entziehen können! Wie soll eine überwiegend geschlossene Wasserflasche, die nur von einer Person genutzt wird weil beschriftet und zudem nur wenige Stunden dort steht eine besondere Gefahr für den Mitarbeiter sein. Die Meisten von uns wissen doch, dass Personalräume häufig entfernt von den Patientenzimmern sind und man da nicht ständig hinrennen kann. Ich halte die ggfs. unzureichende Flüssigkeitsaufnahme für gefährlicher als die Gefahr durch die Keime.

Ich habe Jahre in einem Perinatalzentrum gearbeitet, bei mind 25-28 Grad Zimmertemperatur und zusätzlich vor Inkubatoren mit mind. 35 Grad und hoher Luftfeuchte. Hätte man da nicht ausreichend trinken können wäre man kollabiert. Wir haben aus diesem Grund sogar Wasser vom AG gestellt bekommen und durften auch unsere Wasserflaschen in Nähe der Patientenzimmer stehen lassen.
 

matras

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Es ist im eignen Interesse sich an bestimmte Vorgaben zu halten und diese ernst zu nehmen: dazu gehört nur in dezidierten Bereichen Essen und Getränke zu sich zu nehmen und sich vorher die Hände zu desinfizieren. In Bereichen wie Vorzimmern, Einleitungsräumen und anderen Vorbereitungsbereichen ist da nicht vorgesehen und sollte eben auch nicht gemacht werden. Insbesondere Dialysepat. sind öfter auch mit Hep. , MRE oder auch anderen Problemkeimen (Noro, Rota ander) behaftet als andere Pat..
Nur weil es irgentwo anders gemacht wird oder wurde ist es nicht richtiger und sollte nie als Bespiel für eigenes Verhalten dienen!
 
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FLORA.BLEIBT

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Und wie machst du das abends in der kneipe ?? Was denkst du was da so alles in der luft liegt...
 

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Es wird doch sogar angeraten, Wasserflaschen in greifbarer Nähe zu deponieren, um zwischendurch trinken zu können. Auch von Betriebsärzten.
 

ludmilla

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Es ist im eignen Interesse sich an bestimmte Vorgaben zu halten und diese ernst zu nehmen: dazu gehört nur in dezidierten Bereichen Essen und Getränke zu sich zu nehmen und sich vorher die Hände zu desinfizieren. In Bereichen wie Vorzimmern, Einleitungsräumen und anderen Vorbereitungsbereichen ist da nicht vorgesehen und sollte eben auch nicht gemacht werden.
Das eigene Interesse und auch das des Arbeitgebers ist es dass der Arbeitnehmer ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen kann um konzentriert zu arbeiten? Wie wird das dann gewährleistet, wenn der Personalraum am anderen Ende der Station ist?
Ich kenne auch Stationen, da ist der Personalraum keine 3 Meter von der Tür des Patientenzimmers entfernt. Dort darf man essen und trinken, auch wenn die Entfernung vom Patientenzimmer genauso weit ist wie vom Vorbereitungsraum zum Patientenzimmer! Sorry, die Logik verstehe ich nicht! Die Gefahr wird doch nicht kleiner, nur weil der Raum Personalraum heißt. Man muss solche Bestimmungen doch mal hinterfragen, ob und welchen Situationen sie Sinn machen?
 
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nephro-nurse

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All unsere Körperausscheidungen sind Biostoffe.

Natürlich essen und trinken Patienten in ihren Zimmern, aber sie verbreiten ja nur ihre eigenen Keime, die können durch zusätzliche orale Aufnahme keinen weiteren Schaden anrichten. Abgesehen davon ist die Berufsgenossenschaft nicht für deren Schutz zuständig, nur für den Deinen.

Du bist 2,5h ununterbrochen beim Patienten, ohne Möglichkeit einer Ablösung?
"All unsere Körperausscheidungen sind Biostoffe." Dann dürfte ich im ÖV auch nichts trinken?!?

Ich bin 2,5 Std am Stück beschäftigt, wenn Schichtwechsel ist, da werden drei Patienten abgeschlossen, Maschinenvorbereitung, drei bis vier Patienten wieder anschließen, Die Ablösungen sind in ihren Zimmern genauso beschäftigt und ehrlich gesagt möchte ich in dieser Phase auch nicht aus Hör-und Sehweite der Patienten
 

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Ich finde das Verbot auch nicht wirklich nachvollziehbar! Wenn die Keime in der Luft umherschwirren, dann wird sich niemand dem Kontakt entziehen können! Wie soll eine überwiegend geschlossene Wasserflasche, die nur von einer Person genutzt wird weil beschriftet und zudem nur wenige Stunden dort steht eine besondere Gefahr für den Mitarbeiter sein. Die Meisten von uns wissen doch, dass Personalräume häufig entfernt von den Patientenzimmern sind und man da nicht ständig hinrennen kann. Ich halte die ggfs. unzureichende Flüssigkeitsaufnahme für gefährlicher als die Gefahr durch die Keime.

Ich habe Jahre in einem Perinatalzentrum gearbeitet, bei mind 25-28 Grad Zimmertemperatur und zusätzlich vor Inkubatoren mit mind. 35 Grad und hoher Luftfeuchte. Hätte man da nicht ausreichend trinken können wäre man kollabiert. Wir haben aus diesem Grund sogar Wasser vom AG gestellt bekommen und durften auch unsere Wasserflaschen in Nähe der Patientenzimmer stehen lassen.
Vielen Dank für den Beitrag. Ich denke auch, dass Eigenschutz wichtiger ist als Vorschriften. Und ehrlich gesagt dürfte doch ein gesunder Körper locker mit der Biobelastung umgehen können, jedoch nicht mit Wassermangel.
 

nephro-nurse

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Es ist im eignen Interesse sich an bestimmte Vorgaben zu halten und diese ernst zu nehmen: dazu gehört nur in dezidierten Bereichen Essen und Getränke zu sich zu nehmen und sich vorher die Hände zu desinfizieren. In Bereichen wie Vorzimmern, Einleitungsräumen und anderen Vorbereitungsbereichen ist da nicht vorgesehen und sollte eben auch nicht gemacht werden. Insbesondere Dialysepat. sind öfter auch mit Hep. , MRE oder auch anderen Problemkeimen (Noro, Rota ander) behaftet als andere Pat..
Nur weil es irgentwo anders gemacht wird oder wurde ist es nicht richtiger und sollte nie als Bespiel für eigenes Verhalten dienen!
Insbesondere in der Nephrologie sollte es bewusst sein, dass Wassermangel wesentlich größere Probleme verursacht als Hep,MRE oder andere Problemkeime des Patienten. ich trinke ja nicht beim Patienten im Bett liegend..... und natürlich desinfiziere ich vor und nach Nutzung der Wasserflasche die Hände
 

nephro-nurse

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Das eigene Interesse und auch das des Arbeitgebers ist es dass der Arbeitnehmer ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen kann um konzentriert zu arbeiten? Wie wird das dann gewährleistet, wenn der Personalraum am anderen Ende der Station ist?
Ich kenne auch Stationen, da ist der Personalraum keine 3 Meter von der Tür des Patientenzimmers entfernt. Dort darf man essen und trinken, auch wenn die Entfernung vom Patientenzimmer genauso weit ist wie vom Vorbereitungsraum zum Patientenzimmer! Sorry, die Logik verstehe ich nicht! Die Gefahr wird doch nicht kleiner, nur weil der Raum Personalraum heißt. Man muss solche Bestimmungen doch mal hinterfragen, ob und welchen Situationen sie Sinn machen?
Vielen Dank für den Beitrag und die moralische Unterstützung
 

Leander

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Mal am Rande angemerkt: Statt mehrere Doppelpostings zu erstellen, kann man seinen Beitrag auch editieren und Zitate einfügen.

Zum Thema: was spricht dagegen erst nach den 2.5h zu trinken?
Wenn man solch eklatanten Flüssigkeitsmangel hat, sollte man prüfen lassen, ob man überhaupt arbeitsfähig ist.
 
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