Kennt ihr den auch, den allgemeinen, alltäglichen Op-Streß?
- Chaos auf dem Op-Plan, zig Nachmeldungen, Notfälle, die keine sind, oder echte Notfälle, die aber dann zum Schluß drangehängt werden, weil erst das Programm abgearbeitet werden muss.
- die Umräumerei: Ständig werden die Regale umgeräumt und neue angeschafft, weil es immer mehr Einmalmaterial gibt, der Steri darf nichts mehr einschweißen außer Instrumente, dadurch ist man ständig am Suchen, weil nichts mehr da liegt, wo es vorher war (suchte z.B. hektisch nach den Gummibinden für die venöse Thrombektomie, was extrem ärgerlich war).
- Zeitdruck, schlechtes Pausenmanagement, ewiges Thema: die Wechselzeiten
- die Sparhysterie und die Angst vor neuen Arbeitszeitmodellen
- Informationen werden schleppend weitergegeben bei 5 Fachrichtungen in 3 Säälen und jeder Menge Teilzeitkräften.
- Fortbildung ist total mühsam, das Haus bewilligt ungern, um Kosten zu sparen, aber wir sollen natürlich alles wissen und alles können. Typisch auch das Ignorier-Verhalten der Ärzte: neue Instrumente klar, mitmachen sollen wir auch, sprich: Assistieren, gelohnt, gedankt wirds einem selten!
Alte Mitarbeiter, also die ab Ende 40, wenn ich das mal so ausdrücken darf, können mit dem Umschwung der Zeit, der Hektik und mangelnden Absprache sehr schlecht umgehen. Früher waren die Chefs zwar cholerisch, fies und autoritär, aber der einzelne hatte mehr Stellenwert und hatte seinen Platz. Heute sollst du nur noch funktionieren. Gerade an den kleineren Häusern geht ja die Fallzahlenpanik um.
Ich merke selbst, dass ich immer aggressiver und härter werde. Ich lasse mir nun wirklich nichts mehr gefallen. Dazu stehe ich auch, aber früher war ich mal total zurückhaltend und ruhig, richtig lieb. Der Op hat einen anderen Menschen aus mir gemacht in den 6 Jahren.
Oft komme ich abends heim, fix und fertig, und frage mich, wofür das Ganze?
Zum Glück verstehen wir uns untereinander recht gut, auch mit der Anästhesie, wenn es auch ärgert, dass die im Vergleich so einen lockeren Job haben (wir gehen nachts auch noch in die Ambulanz, wenn wir nicht im Op stehen) und dasselbe Geld verdienen.
Am schlimmsten finde ich allerdings, wenn man mitbekommt, wie schlecht zum Teil, eigentlich sehr oft und vermehrt, operiert wird, ja, geradezu fahrlässig, und die Patienten dann zur Re-Op erscheinen. Für zwei bis drei unserer Docs würde ich durchs Feuer gehen, weil sie gut und charakterlich in Ordnung sind, aber bei vielen anderen macht mich diese Selbstherrlichkeit einfach nur noch fassungslos. Wir sind ein kleines Haus, da erkennt man die Strukturen ganz gut, man kennt auch viele der Patienten, umso schockierender ist das alles.
Ärzte können einfach nicht zugeben, etwas nicht zu können oder Hilfe zu brauchen. Und man hat den Eindruck, mittlerweile wird alles operiert, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist.
Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht und wie geht ihr damit um?
Was mich auch interessieren würde, ist, ob ihr gelegentlich die chirurgische Assistenz stellt. Oder inwiefern ihr ärztliche Tätigkeiten übernehmt.
Gestresste Grüße schonmal!
- Chaos auf dem Op-Plan, zig Nachmeldungen, Notfälle, die keine sind, oder echte Notfälle, die aber dann zum Schluß drangehängt werden, weil erst das Programm abgearbeitet werden muss.
- die Umräumerei: Ständig werden die Regale umgeräumt und neue angeschafft, weil es immer mehr Einmalmaterial gibt, der Steri darf nichts mehr einschweißen außer Instrumente, dadurch ist man ständig am Suchen, weil nichts mehr da liegt, wo es vorher war (suchte z.B. hektisch nach den Gummibinden für die venöse Thrombektomie, was extrem ärgerlich war).
- Zeitdruck, schlechtes Pausenmanagement, ewiges Thema: die Wechselzeiten
- die Sparhysterie und die Angst vor neuen Arbeitszeitmodellen
- Informationen werden schleppend weitergegeben bei 5 Fachrichtungen in 3 Säälen und jeder Menge Teilzeitkräften.
- Fortbildung ist total mühsam, das Haus bewilligt ungern, um Kosten zu sparen, aber wir sollen natürlich alles wissen und alles können. Typisch auch das Ignorier-Verhalten der Ärzte: neue Instrumente klar, mitmachen sollen wir auch, sprich: Assistieren, gelohnt, gedankt wirds einem selten!
Alte Mitarbeiter, also die ab Ende 40, wenn ich das mal so ausdrücken darf, können mit dem Umschwung der Zeit, der Hektik und mangelnden Absprache sehr schlecht umgehen. Früher waren die Chefs zwar cholerisch, fies und autoritär, aber der einzelne hatte mehr Stellenwert und hatte seinen Platz. Heute sollst du nur noch funktionieren. Gerade an den kleineren Häusern geht ja die Fallzahlenpanik um.
Ich merke selbst, dass ich immer aggressiver und härter werde. Ich lasse mir nun wirklich nichts mehr gefallen. Dazu stehe ich auch, aber früher war ich mal total zurückhaltend und ruhig, richtig lieb. Der Op hat einen anderen Menschen aus mir gemacht in den 6 Jahren.
Oft komme ich abends heim, fix und fertig, und frage mich, wofür das Ganze?
Zum Glück verstehen wir uns untereinander recht gut, auch mit der Anästhesie, wenn es auch ärgert, dass die im Vergleich so einen lockeren Job haben (wir gehen nachts auch noch in die Ambulanz, wenn wir nicht im Op stehen) und dasselbe Geld verdienen.
Am schlimmsten finde ich allerdings, wenn man mitbekommt, wie schlecht zum Teil, eigentlich sehr oft und vermehrt, operiert wird, ja, geradezu fahrlässig, und die Patienten dann zur Re-Op erscheinen. Für zwei bis drei unserer Docs würde ich durchs Feuer gehen, weil sie gut und charakterlich in Ordnung sind, aber bei vielen anderen macht mich diese Selbstherrlichkeit einfach nur noch fassungslos. Wir sind ein kleines Haus, da erkennt man die Strukturen ganz gut, man kennt auch viele der Patienten, umso schockierender ist das alles.
Ärzte können einfach nicht zugeben, etwas nicht zu können oder Hilfe zu brauchen. Und man hat den Eindruck, mittlerweile wird alles operiert, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist.
Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht und wie geht ihr damit um?
Was mich auch interessieren würde, ist, ob ihr gelegentlich die chirurgische Assistenz stellt. Oder inwiefern ihr ärztliche Tätigkeiten übernehmt.
Gestresste Grüße schonmal!

Eine Zumutung !
Erst mal für die Kollegen selbst, dann auch eben eine Sorge mehr für den anderen Kollegen im Dienst. 


