Pflegeausbildung in der Schweiz

Elisabeth Dinse

Poweruser
Mitglied seit
29.05.2002
Beiträge
19.811
Beruf
Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
Akt. Einsatzbereich
Intensivüberwachung
Ich habe heute in einem Thread etwas über die Pflegeausbildung in der Schweiz gelesen und wüßte gerne mehr darüber. Was ist anders als in Deutschland?

Das Hessisches Curiculums sagt beispielsweise ff. aus:
Stundenempfehlungen für die 12 Themenbereiche
Themenbereich 1
Pflegesituation bei Menschen aller Altersgruppen erkennen, erfassen und bewerten ......350 Stunden
Themenbereich 2
Pflegemaßnahmen auswählen, durchführen und auswerten..... 350 Stunden
Themenbereich 3
Unterstützung, Beratung und Anleitung in gesundheits- und pflegerelevanten Fragen fachkundig gewährleisten ....150 Stunden
Themenbereich 4
Bei der Entwicklung und Umsetzung von Rehabilitationskonzepten mitwirken und diese in das Pflegehandeln integrieren .....120 Stunden
Themenbereich 5
Pflegehandeln personenbezogen ausrichten.... 240 Stunden
Themenbereich 6
Pflegehandeln an pflegewissenschaftlichen Kenntnissen ausrichten .....150 Stunden
Themenbereich 7
Pflegehandeln an Qualitätskriterien, rechtlichen Rahmenbestimmungen sowie wirtschaftlichen und ökologischen Prinzipien ausrichten.....150 Stunden
Themenbereich 8
Bei der medizinischen Diagnostik und Therapie mitwirken .....120 Stunden
Themenbereich 9
Lebenserhaltende Maßnahmen bis zum Eintreffen der Ärztin oder des Arztes einleiten .....40 Stunden
Themenbereich 10
Berufliches Selbstverständnis entwickeln und lernen, berufliche Anforderungen zu bewältigen ....120 Stunden
Themenbereich 11
Auf die Entwicklung des Pflegeberufs im gesellschaftlichen Kontext Einfluss nehmen .... 60 Stunden
Themenbereich 12
In Gruppen und Teams zusammenarbeiten ....50 Stunden
Gesamt: 1900 Stunden + 200 Stunden zur freien Verfügung
http://www.sozialministerium.hessen.de/global/show_document.asp?id=aaaaaaaaaaabbba

Eine Pflegeschule stellt sich so vor:
Die theoretische Ausbildung (2.100 Stunden) umfasst folgende Wissensgrundlagen:
  • Kenntnisse der Gesundheits- und Krankenpflege, der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sowie der Pflege- und Gesundheitswissenschaften (950 Stunden)
  • Pflegerelevante Kenntnisse der Naturwissenschaften und der Medizin (500 Stunden)
  • Pflegerelevante Kenntnisse der Geistes- und Sozialwissenschaften (300 Stunden)
  • Pflegerelevante Kenntnisse aus Recht, Politik und Wirtschaft (150 Stunden)
  • Zur Verteilung (200 Stunden)
Die praktische Ausbildung

Die praktische Ausbildung erfolgt in verschiedenen Fachbereichen und Partnereinrichtungen (wie z.B. Neurologie, Geriatrie und ambulante Dienste) des Universitätsklinikums unter Anleitung von Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pflegern, PraxisanleiterInnen und PflegelehrerInnen:
  • Gesundheits- und Krankenpflege von Menschen aller Altersgruppen in der stationären Versorgung in kurativen Gebieten in den Fächern Innere Medizin, Geriatrie, Neurologie, Chirurgie, Gynäkologie, Pädiatrie, Wochen- und Neugeborenenpflege sowie in mindestens zwei dieser Fächer in rehabilitativen und palliativen Gebieten (800 Stunden)
  • Gesundheits- und Krankenpflege von Menschen aller Altersgruppen in der ambulanten Versorgung in präventiven, kurativen, rehabilitativen und palliativen Gebieten (500 Stunden)
  • Stationäre Pflege in den Fächern Innere Medizin, Chirurgie, Psychiatrie (700 Stunden)
  • Zur Verteilung (500 Stunden)
Es gibt eine schriftliche Prüfung mit Fragen aus:
Themenbereich 1 Pflegesituation bei Menschen aller Altersgruppen erkennen, erfassen und bewerten
Themenbereich 2 Pflegemaßnahmen auswählen, durchführen und auswerten
Themenbereich 6 und Themenbereich 7
Pflegehandeln an pflegewissenschaftlichen Kenntnissen ausrichten
Pflegehandeln an Qualitätskriterien, rechtlichen
Rahmenbestimmungen sowie wirtschaftlichen und ökologischen
Prinzipien ausrichten
Die mündliche Prüfung enthält Fragen aus:
Themenbereich 3 Unterstützung, Beratung und Anleitung in gesundheits- und pflegerelevanten Fragen fachkundig gewährleisten
Themenbereich 10 Berufliches Selbstverständnis entwickeln und lernen, berufliche Anforderungen zu bewältigen
Themenbereich 8 und Themenbereich 12
Bei der medizinischen Diagnostik und Therapie mitwirken
In Gruppen und Teams zusammenarbeiten
Alles wird gekrönt von einer praktischen Prüfung

Und wie schauts in der Schweiz aus? Was ist in der Ausbildung anders, dass die Übernahme der ärztlichen Tätigkeiten selbstverständlich macht?

Elisabeth
 

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