Also ich kenne meine Neffen gut, keiner würde diesen Beruf lange machen. Mein Patenkind ist mit einer Krankenschwester liiert, die aber inzwischen Medizin studiert und ihm jedes Mal, wenn sie mal in ihrem gelernten Beruf arbeitet erzählt, was sie da so alles machen muss und sie hat mich mehrmals gefragt, wie ich das aushalte...
Auch meine Neffen finden es schlimm, wenn ich entweder Weihnachten oder Silvester freihabe, immer wenn andere frei haben arbeiten muss etc und das, ohne dass ich ein Wort sage.

Auch die Kinder meiner Freunde, die meist nicht in der Pflege arbeiten sagen mir, sie werden keine Ausbildung machen, wo abzusehen ist, dass sie später mit einem Bein im Gefängnis sind, wo andere Berufsgruppen einen wie Handlanger behandeln und ohne wirkliche Karrierechancen.
Außerdem finde ich ich darf schon sagen wie ich arbeiten muss. Zugegeben, nur motzen ist Mist, aber ich beschreibe eben meine Situation, wie es sich anfühlt 8! Tage am Stück entweder Spät oder Nachtdienst zu haben, unterbesetzt. Wie es sich anfühlt jeden Tag ohne Pause die Schicht durchzuziehenm mit Aushilfen, Zeitarbeitern und Berufsanfängern, die jedes mal zu mir kommen und ich betreue dazu noch Patienten und mache alle Außenarbeiten und suche Ersatz für Kollegen, die sich krank gemeldet haben, tröste die Kollegen, die wegen der Fehler die sie machen von anderen Kollegen und Berufsgruppen blöd angeredet werden, muss mir von Angehörigen Beschimpfungen anhören, weil sie mit keinem Arzt reden können (Mensch, warum unterbricht er nicht mal die REA und
redet mit ihnen...)

Dann treffe ich meine Nachbarin, die sagt, wenn ich so oft nicht zu Hause bin, soll ich mir doch keine Katze anschaffen, das arme Tier! Sie ist Freigängerin und ich habe nicht den Eindruck, dass sie leidet...

