Langzug oder Kurzzug? Wieviele Zentimeter breit?

Atalante

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12.04.2009
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51
Beruf
Krankenschwester
Akt. Einsatzbereich
ambulante Pflege
hallo, MitpflegerInnen,
eine Frage hätte ich doch da.

Wann benutzt man/frau eine Kurzzug, wann eine Langzugbinde?

Meines Wissens nach Langzug für Kompressionsverbände doch dann, wenn die Patienten mobil sind und viel laufen?


Und, immer wieder habe ich Binden für Kompressionsverbände, die 6, bzw. 8 cm breit sind. Sollten sie nicht besser 10 cm breit sein?

Und zum Schluss,

werden die heutzutage nicht mehr täglich durchs Wasser gezogen, dass sie wieder "zug"stabil werden?


Euer Dummie,
Atalante
 
Hallo Atalante!

Klingt fast nach "Hausaufgaben". Überlege einmal, was dir zu folgenden Punkten so alles einfällt, wir ergänzen dann gerne.

  • Wo liegt der Unterschied zwischen Kurz- und Langzugbinden? - Was bedeutet das dann für die Kompressionswirkung? (Stichworte "Arbeitsdruck" und "Ruhedruck")
  • Wie geht das bandagieren bei "dünnen" Beinen leichter, mit breiten oder schmalen Binden? Und wie bei "dicken" Beinen?
  • Aus welchem Material bestehen die Binden und welchen Einfluß hat auf dieses das Wasser?
Schönen Gruß, Gego.
 
Letztens war sie noch Examinierte - bezüglich des Hausaufgabenkomentars...

Ich meine mich düster zu erinnern, daß der Unterschied in den Zugkräften liegt. Aus meinen Unterrichtsnotizen: Kurzzugbinden dürfen auch über Nacht am Patienten bleiben, Langzug nur bei Aktivität/mobilen Patienten. Mein Zettel sagt was von hohem Ruhedruck bei Langzug, so daß die beim Liegen die Durchblutung abdrücken... Bessere Erklärungen sind willkommen...
 
hallo, nix Hausaufgabe :mrgreen:
nur eine Bestätigung wollte ich hier haben, weil ich auf weiter Flur in meinem Pflegedienst damit ziemlich mit meiner Meinung alleine dastehe.
Und wer widerspricht gerne seinem ChefIn?

Grüsse,
Atalante
 
Elisabeth, endlich etwas Handfestes.

Bestenfalls ans Schwarze Brett von Ärzten, Apotheken, Krankenhäusern hängen? :eek1:

Danke,
Atalante
 
Hallo Atalante!

Also keine Hausaufgaben!


  • Kurzzugbinden eher bei mobilen PatientInnen, da sie einen geringen Ruhedruck, aber einen hohen Arbeitsdruck aufbauen. Damit eine gute Unterstützung der Muskelpumpe bieten.
  • Langzugbinden eher bei immobilen PatientInnen, da sie einen hohen Ruhedruck, aber einen geringen Arbietsdruck ausüben. Bieten kaum eine Unterstützung der Muskelpumpe.
  • Die Breite der Binden sollte ungefähr dem Durchmesser der Extremität entsprechen. Zu schmale Binden schneiden leicht ein, zu breite Binden lassen sich einfach schlecht ohne Faltenbildung anwickeln. D. h. dann z. B. für den Fuß 6-8 cm, den Unterschenkel 8-10 cm und den Oberschenkel 10-12 cm.
  • Reinigung je nach Herstellerangaben und Materialzusammensetzung; in der Regel mit warmen Wasser bis 60°C und ggf. etwas Waschmittel bis zu ca. 30-50 mal möglich. Körperschweiß und Hautfett kann die Elastizität durch Materialschädigung herabsetzen. In der Praxis oft schwierig, da die Binden ja Zeit zum trocknen brauchen, da ist ein zweiter "Satz" Binden dann hilfreich.
In diesem Link Kompressionstherapie
findest Du weitere Informationen. (Nur ein Beispiel von einem großen Hersteller!)

Schöne Grüße, Gego.
 
um wen geht's denn?

im FSJ vor 20 Jahren habe ich mit Begeisterung Beine gewickelt, nach der Ausbildung immer weniger. Inzwischen ist es ziemlich out, jedenfalls dort wo ich arbeite.
Patienten die gar nicht aufstehen kann ich problemlos ATS -Strümpfe in der richtigen Größe anziehen da sie dem Liegenddruck der Venen ausreichend entgegenwirken. Mobilen Patienten reichen die nicht also werden Kompressionsstrümpfe angepasst, die sind innerhalb von 1-2 Tages dann auch da.
Richtig angepasste und richtig sitzende Kompressionsstrümpfe - davon hab ich mehr und der Patient auch. Nix rutscht, Patient kann seine normalen Schuhe anziehen, es sieht auch einfach besser aus.

Abgesehen davon schreibt Atalante gar nicht um welche Patientengruppe es hier eigentlich geht, Innere, Chirurgie, frisch operierte Patienten, Patienten mit offenen/chronischen Wunden, häusliche Umgebung???

Das zu wissen könnte auch helfen.
 
  • Kurzzugbinden eher bei mobilen PatientInnen, da sie einen geringen Ruhedruck, aber einen hohen Arbeitsdruck aufbauen. Damit eine gute Unterstützung der Muskelpumpe bieten.
  • Langzugbinden eher bei immobilen PatientInnen, da sie einen hohen Ruhedruck, aber einen geringen Arbietsdruck ausüben. Bieten kaum eine Unterstützung der Muskelpumpe.

hi
ist es nicht genau umgekehrt?
wie hier beschriebn haben langzugbinden einen hohen ruhedruck und sind indiziert bei immobilen pat.
ist der ruhedruck der druck, der kontnuierlich auf das gewebe (bein) drückt? würde der hohe druck, dann nicht eine minderperfusion des beines bewirken?
oder habe ich einen denkfehler?
 
Bei Immobilen Pat. fehlt die unterstützende Wirkung der Muskelpumpe auf die Venen, um trotzdem einen geregelten, gleichmäßigen Fluss zu gewährleisten erhöht man den Druck von aussen (Ruhedruck).

Minderperfusion würde entstehen wenn man die Arterien mit abdrückt.
 

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