Besuchersituation eskaliert

schlitzkompresse

Poweruser
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27.01.2008
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653
Beruf
Gesundheits- und Krankenpfleger; MKDA
Akt. Einsatzbereich
nicht in der Klinik
Hallo liebe Communtiy,

Wir haben zur Zeit das „Problem“ dass wir 3 Patienten einer Familie nach VU zu uns in die Klinik gekommen sind, nun ist es so dass sie auf Grund der Familienstruktur sehr viel Besuch bekommen, ca. 40-50 Personen sind täglich anwesend, sie sitzen in der Cafeteria und wechseln sich dann in Gruppen ab und kommen auf die Stationen, da nicht alle auf der gleichen Station liegen. Zusätzlich kam am gleichen Abend, auch nach einem VU, 1 Patient einer befreundeten Familie, auch hier auf Grund der Familienstruktur mit viel Besuch.
Das eigentlich Problem ist, dass die Besuchersituation gestern dermaßen eskaliert ist, dass eine Hundertschaft der BePo gekommen ist um das ausgesprochene Hausverbot durch die Geschäftsführung bzw. Klinikleitung durchzusetzen. Jetzt ist es so dass diese Patienten vorerst gar keinen Besuch empfangen dürfen, was für Unmut bei den ansprechbaren Patienten sowie deren Angehörigen sorgt, diese stehen jetzt vor der Klinik und versuchen immer neue Wege rein zu kommen.

Meine Frage dazu ist wie ihr das in euren Kliniken handhabt, als Klinikmitarbeiter habe ich da ein sehr ungutes Gefühl durch den Haupteingang die Klinik zu verlassen. Zur zeit haben wir einen Streifenwagen der permanent vor der Klinik steht sowie unser Hauseigenes Sicherheitspersonal.
Die Klinikleitung bleibt zur zeit auf dem Standpunkt dass es vorerst keine Besuchserlaubnis geben wird, ist dass denn auch rechtens?
 
Die Klinikleitung besitzt das Hausrecht und kann Personen das Betreten natürlich (auch ohne Nennung von Gründen) verweigern. Die rechtliche Situation ist ein bisschen davon abhängig, um welche Einrichtung es sich handelt, er untergebracht wurde, bzw. ob er betreut wird usw.. Ich gehe davon aus, es handelt sich um ein normales Krankenhaus und der Patient kann dieses auch verlassen - dann soll er das eben tun.
Mit Personengruppen in dieser Größenordnung wurde ich nie konfrontiert, fände es aber auch für alle Beteiligten unzumutbar. Mir sind schon 5 auf einen Schlag etwas viel. Dann müssen sie eben einzeln und innerhalb der Besuchszeiten reinkommen...

LG Ben
 
VU was muß ich mir darunter vorstellen?
 
Weshalb ist diese Situation so eskaliert?

In den Häusern, in denen ich gearbeitet habe, waren solche Besuchersituationen ( ständig sehr viele Menschen vor Ort ) bei bestimmten Familien gang und gäbe und mind. monatlich gegeben. Die Anzahl der Besucher wurde auf 2 Personen begrenzt. Die anderen Angehörigen mussten vor dem Klinikgebäude warten, was sie auch unübersehbar taten. In der Wartehalle wurden sie nicht toleriert, weil sie dort ständig und permanent alle Sitzplätze belegten und viel Lärm machten.

Besuch zu verbieten halte ich persönlich für nicht richtig, mir stellt sich die Frage warum eine Deeskalation nicht möglich gewesen ist.
Natürlich hatte der ein oder andere Mitarbeiter ein mulmiges Gefühl beim Verlassen des Hauses, mich eingeschlossen. Ob es begründet war..., keine Ahnung, wahrscheinlich eher nicht. Aber es gibt doch immer mehrere Ausgänge, dann wurden die halt genutzt. Und die vielen Angehörigen wollten einfach nur in der Nähe des Kranken sein, was ja zunächst mal nicht verwerflich und teilweise kulturbedingt ist.
Eigentlich war es immer möglich mit klaren Ansagen die Besuche zu regulieren, meiner Erfahrung nach wurden weder Ärzte noch Pflegepersonal belästigt oder angegangen. Im Gegenteil, denen gegenüber waren alle respektvoll.

Gruss
Ludmilla
 
Was für ausgesprochen rücksichtlose Besucher.
Persönlich habe ich nie Besucher in dieser ANzahl erlebt und amsonsten finde ich die meisten Besucher auch umgänglich.
 
Bei uns auf der Intensiv gib es feste Besuchszeiten (am Nachmittag) und dann auch nur 2 Besucher/Pat.

Wir hatten das auch des öffteren,dass größere Besuchermassen vor der Türe standen,aber da man bei uns ohne MA-Ausweis nicht auf Station kommt,müssen Besucher immer Klingeln und man kann das ganze (für diejenigen die die großen Schilder an der Tür über die Besuchszeiten nicht lesen können/wollen) klären.
Bei uns gibt es auf Station extra einen kleinen Wartebereich,wo sich Angehörige dann etwas zu Trinken nehmen können,während ein Teil des Besuches beim Kranken ist. Das hat bißlang immer super funktioniert und (der großteil der Angehörigen) hatte dafür auch Verständins.