News Zeitarbeit: Zufriedenheit hält sich in Grenzen

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In vielen Pflegeeinrichtungen sind die Personalverantwortlichen mit dem Einsatz und der Leistung von Kräften aus der Leih- bzw. Zeitarbeit nicht sonderlich zufrieden. Das hat eine Umfrage der Redaktion der Fachzeitschrift Altenpflege in Häusern quer durch die Republik ergeben.

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Oha, Zeitarbeiter kosten zu viel, picken sich die Rosinen der Dienste aus und können nicht abgestraft werden.

Die moderne, bald akademisierte Pflegekraft hat weiterhin zu dienen, für Gottes Lohn zu ackern, vor Vorgesetzten zu buckeln und sich mit Almosen zufrieden zu geben.
 
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Vielleicht sollte man doch langsam mal überlegen, mehr Gehalt zu zahlen. Dann klappt es auch besser mit dem Personal.
 
Andreas Fischer, Leiter des Alten- und Pflegeheims "Landhaus Sonnenhalde" in Weinstadt/Baden-Württemberg, sind vor allem die hohen Kosten der Zeitarbeit ein Dorn im Auge: "Ich brauche zehn Bewohner, um die Kosten eines Sonntagsdienstes mit Zeitzuschlägen eines Zeitarbeiters zu refinanzieren." Das sei seiner Ansicht nach unsozial: "Die überhöhten Stundensätze der Zeitarbeitsformen müssen begrenzt und die Zeitzuschläge limitiert werden."

Ja mei, dann zahlt halt eurer normalen Belegschaft endlich vernünftige Löhne. Die Kohle ist ja offensichtlich da. :mrgreen:
 
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Da wir über die teuren Zeitarbeiter gezetert, wie in meiner Klinik auch. Die Führungsetage meckert ,weil so teuer.Die Kollegen maulen, weil die um die Wunschdienste herum arbeiten müssen, weil -oh Wunder-der Zeitarbeiter nach 1 Tag den Ablauf noch nicht voll beherrscht. Ich arbeite mit Kollegen die hatten es nach 6 Monaten noch nicht drauf. Habe ich verständnis für das gemecker? Nein! Die Führungsetage könnte Betten sperren, elektive Eingriffe verschieben,Servicekräfte für Pflegefremde tätigkeiten einstellen und diese nicht auf die Pflegeplanstellen anrechnen. Das mit den gesperrten Betten und den elektiven Eingriffen verschieben funktioniert bei uns nur wenn zu wenig Ärzte da sind. Für die Kollegen in der Pflege die stänkern, die sollten froh sein dass sie Entlastung bekommen. Wenn sie andere Dienste haben wollen, dann müssen sie eben die der Führungsetage verhandlen, tun die meisten aber nicht, kommt nicht gut an, PDL hat einen dann nicht mehr lieb. Wenn die Führungsetage bereit wäre,gute Einarbeitung, flexiblere Arbeitszeiten beim Stammpersonal anzubieten,das freiwillige Einspringen mit einer vernünftigen Prämie zu honorieren,Zusatzqualifikationen entsprechend besser zu bezahlen,Servicekräfte sinnvoll einzusetzen,Wertschätzenden und Respektvollen Umgang pflegen usw.usw.Ja dann würde es auch mit dem Stammpersonal besser klappen. Die Leute würden bleiben, und wahrscheinlich neues Personal anziehen. Ach ja , nicht zu vergessen, die Schüler nicht schon in der Ausbildung verheizen.
 
Nein, das schmälert den Gewinn.
 
Mein Haus hat da schon, vergleichsweise radikal, durchgegriffen. Keine Zeitarbeit mehr außer auf Intensiv, Anästhesie und OP. Ansonsten wurden nun einige Betten gesperrt. Man hat sich da wohl mit anderen Klinikverbunden zusammengetan, denn diese gehen den selben Weg
 
Liebe Kollegen,

ich finde es immer wieder erfreulich wie über Zeitarbeiter gedacht wird und dabei immer wieder auf die Arbeitgeber gezeigt wird das diese Schuld seien.
Ich sehe es genauso das Arbeitgeber mehr auf ihr Personal eingehen sollten mit verschiedensten Angeboten wie ja auch von euch schon beschrieben. Am Geld liegt es meiner Meinung nach nicht immer (ja manche Private zahlen Hungerlöhne, man sollte sich halt vorher informieren).
Die Krux mit der Zeitarbeit sehe ich aber anders.
Zeitarbeitsfirmen können immer mehr zahlen als die Einrichtungen. Zahlt eine Einrichtung 100% (Höhe nicht relevant) kann die Zeitarbeit 120% oder mehr bezahlen weil sie 160% oder mehr von der Einrichtung verlangt. Zahlt eine Einrichtung von heut auf morgen 140% verlangt die Zeitarbeitsfirma 200% usw... Dies ist ein Hamsterrad ohne Ende.
Fragt doch einfach mal eure Kollegen von der Zeitarbeit warum sie sich nicht lieber fest anstellen lassen?
Ich habe dies getan.
Die Antworten in kurzer Form:
Mehr Geld.
Mehr Frei.
Frei wann ich will.
Fehler haben kaum Konsequenzen.
Kein Arbeitgeber kann mir an den Karren ****en da sie auf mich angewiesen sind.

Natürlich müssen wir uns jetzt nicht über das Gesundheitssystem unterhalten wie dies Zustande kam auch nicht über Privatisierung und Gewinne machen mit der Gesundheit. Wir sind alle bestens informiert. Eine sinnvolle Veränderung kann es nur geben wenn damit kein Gewinn mehr gemacht werden kann.
Das einzige was jeder Einzelne wirklich tun könnte ist nicht mehr für Private Anbieter oder für Gewinn orientierte Konzerne/Hedgefonds zu arbeiten. Nur leider ist dies schwierig in der aktuellen Lage.
 
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Zeitarbeitsfirmen können immer mehr zahlen als die Einrichtungen. Zahlt eine Einrichtung 100% (Höhe nicht relevant) kann die Zeitarbeit 120% oder mehr bezahlen weil sie 160% oder mehr von der Einrichtung verlangt. Zahlt eine Einrichtung von heut auf morgen 140% verlangt die Zeitarbeitsfirma 200% usw... Dies ist ein Hamsterrad ohne Ende.
Würden die Einrichtungen vernünftige Löhne zahlen und mehr auf ihre Leute schauen, dann müßten sie das Geld nicht den „raffgierigen“ Zeitarbeitsfirmen in den Rachen schmeißen, denn dann bräuchten sie die gar nicht.
Fragt doch einfach mal eure Kollegen von der Zeitarbeit warum sie sich nicht lieber fest anstellen lassen?
Ich habe dies getan.
Die Antworten in kurzer Form:
Mehr Geld.
Mehr Frei.
Frei wann ich will.
Fehler haben kaum Konsequenzen.
Kein Arbeitgeber kann mir an den Karren ****en da sie auf mich angewiesen sind.
Also ich hab in meiner Klinikzeit mich mal mit einem unterhalten:
Eindeutig das Geld.
Das mit den Fehlern halte ich schon für eine ganz schöne Unterstellung...
Das einzige was jeder Einzelne wirklich tun könnte ist nicht mehr für Private Anbieter oder für Gewinn orientierte Konzerne/Hedgefonds zu arbeiten. Nur leider ist dies schwierig in der aktuellen Lage.
Hmm...
Also ich arbeite auch für eine private Firma. Und verdiene nicht schlecht.
In der ambulanten Intensivpflege gibt es übrigens fast nur private AG.
 
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Ich habe mich mit einem Kollegen unterhalten, der bei einer Zeitarbeitsfirma arbeitet.
Dieser berichtete mir, dass er um die 3800 brutto Grundgehalt bei einem 130h Monat hat, keinerlei erfahrung auf der ITS, als Altenpfleger mit der Weiterbildung in der außerklinischen Beatmung...

Ich hingegen schufte für 2500 Grundgehalt, 100% und somit 170h im Monat, seit vier Jahren auf der ITS mit Weiterbildung zur Pain-Nurse und MPG-Beauftragter. Examiniert seit 2013.
Mein Arbeitgeber würde mich nach der Fachweiterbildung auf max P9, Stufe 2 eingruppieren sprich ca 3200€.


...Da braucht man sich nicht zu wundern, weshalb Leute zu leiharbeitfirmen abwandern.
 
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Und wie beschrieben ist das nicht das Problem des Arbeitgebers. Selbst wenn er dir 3800 zahlen würde. Dann erhöht die Zeitarbeitsfirma ihre Gehälter auf 4400....usw. Der Arbeitgeber kann nicht gewinnen weil es zu wenig Personal gibt und dann müssen die Arbeitgeber die höheren Kosten der Zeitarbeitsfirmen zahlen. Es liegt einzig und allein am System und an Kollegen denen die Vorteile der Zeitarbeitsfirmen überwiegen, auf dem Rücken der Festangestellten.

Würde keiner bei den Zeitarbeitsfirmen arbeiten wäre etwas mehr Geld für alle da, als relativ viel für Einzelne. Ob dann natürlich auch dieses in das Personal investiert werden würde steht auf einem anderen Blatt.
 
Ich hingegen schufte für 2500 Grundgehalt, 100% und somit 170h im Monat, seit vier Jahren auf der ITS mit Weiterbildung zur Pain-Nurse und MPG-Beauftragter. Examiniert seit 2013.
Mein Arbeitgeber würde mich nach der Fachweiterbildung auf max P9, Stufe 2 eingruppieren sprich ca 3200€

Das Gehalt ist ne Frechheit. Ich hoffe, dass du ihm nach der FWB den Rücken kehrst.

Aber ja, auch ich habe schonmal mit den Gedanken gespielt in die Zeitarbeit zu gehen. Das Angebot lag bei 3800 Brutto + Audi A3.
Also, schlecht war das nicht und habe auch etwas überlegt.
 
Und wie beschrieben ist das nicht das Problem des Arbeitgebers.
Das ist selbstverständlich das Problem des AG.
Natürlich sind das nicht die Einzigen, die die derzeitige Lage verursacht haben; aber sie trugen (und tragen immer noch!) daran entscheidenden Anteil.
Und die Tatsache, daß hier plötzlich an Leiharbeiter bzw. deren Firmen immense Summen (verglichen zum "normalen" Gehalt eines Festangestellten) gezahlt werden können, beweist doch eindeutig, daß das Geld ganz offensichtlich "im System" ist.
Aber das Geld ist nicht das einzige Problem bzw. die einzige Motivation, in der Zeitarbeit zu arbeiten. Auch eine vernünftig planbare Freizeit ist ein gewichtiges Argument. Auch hier dürfen sich etliche AG gern mal an die eigene Nase fassen, wenn es um Ursachen geht.
Der Arbeitgeber kann nicht gewinnen weil es zu wenig Personal gibt
Auch daran sind zu einem gut Teil die Arbeitgeber mitschuld.
Es liegt einzig und allein am System
Nein.
und an Kollegen denen die Vorteile der Zeitarbeitsfirmen überwiegen, auf dem Rücken der Festangestellten.
Ich finde es absolut daneben, jetzt den in der Zeitarbeit tätigen Kollegen den schwarzen Peter zuzuschieben. :mad:


Was ich momentan mit Sorge beobachte, daß man nun seitens der Politik zwanghaft versucht, einige der eher exotischen Nischen in der Pflegelandschaft (das ist neben der Zeitarbeit auch aktuell meine Branche, die ambulante Intensivpflege) regelrecht zu vernichten. Das waren Nischen, in denen Pflegekräfte in der z. Z. allgemein vorherrschenden Hölle noch akzeptable Arbeitsbedingungen zu ihren Gunsten vorfanden. Und die AG stehen applaudierend daneben, weil man so offenbar hofft, wieder Pflegekräfte in die regulären (klassischen) Betätigungsfelder zurückzuzwingen.
Ich glaube aber, daß der Schuß eher nach hinten losgehen wird und diese Pflegekräfte dann der Pflege eher endgültig den Rücken kehren werden.
Im übrigen beweisen alle diese Vorgänge einmal mehr, daß in unserem Gesundheitssystem keinerlei freier wirtschaftlicher Wettbewerb herrscht, sondern alles nur "Pseudo" ist. Denn wäre es anders, dann müßten beim seit Jahren herrschenden Pflegenotstand längst die Löhne durch die Decke gehen und Pflegekräfte hofiert werden wie die Fürsten. Davon kann aber noch nicht mal im Ansatz die Rede sein, wenn man sich mal anschaut, wie wir immer noch behandelt werden und daß PflegeFACHkräfte immer noch mit 13 oder 14 € Stundenlohn abgespeist werden! :schraube:
 
wenn man sich mal anschaut, wie wir immer noch behandelt werden und daß PflegeFACHkräfte immer noch mit 13 oder 14 € Stundenlohn abgespeist werden!
Hä hä es müsste doch eher heißen:
die PFKs sich behandeln LASSEN!
und
sich abspeisen LASSEN!
 
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Kann da renje nur zustimmen. Pflege läßt sich so behandeln. Ich war lange Jahre im Betriebsrat, und habe versucht meine KollegenInnen zu ihrem Recht zu verhelfen. Es hat nicht sollen sein. Dienstpläne wurden ohne Absprache mit den Leuten geändert, es wurde sich beim BR beschwert,BR sucht das Gespräch mit den Verantwortlichen, diese geloben Besserung.
Aber die Mitarbeiter die erst ewig lang beim BR rumgezetert haben, machen dann trotzdem die Dienste die sie eigentlich nicht machen wollen. Wir hatten mal eine Einspringprämie, die wurde gestrichen, einige Mitarbeiter haben ihre Konsequenzen daraus gezogen und springen nicht mehr ein. Die Masse springt eifrig weiter ein, und schimpft auf den Arbeitgeber,weil es kein Geld mehr gibt.
Wir haben eine Betriebsvereinbarung, die Mehrarbeit,Urlaub,Überstunden,Frei nach Nachtienst,maximale Arbeitstage am Stückt etc. regelt. Fast niemand von der Belegschaft macht sich die Mühe die zu lesen.
Wird der Dienstplan vom BR ,wegen Verstößen gegen das Arbeitszeitgesetz und/oder die BV, nicht genehmigt, gibt es Leitungen die schreiben dann den Dienstplan so um, dass er dem BR "gefällt", und lassen aber den Ursprungsplan auf den Abteilungen hängen, nach dem die Mitarbeiter dann arbeiten müssen.
Es ist zwar kaum zu glauben, aber niemand von dieser Abteilung ist gekommen und hat das dem BR mitgeteilt. Dann gibt es Leitungen, die von den Mitarbeitern verlangen, sich an freien Tagen zur Verfügung zu halten für evtl. einspringen,unentgeltlich,nur für ein Danke. Und die Mitarbeiter machen das mit.
Da werden kaum Gefährdungsanzeigen geschrieben, weil der PDL kundgetan hat, er wolle so etwas nicht auf seinem Schreibtisch sehen. Die paar Kollegen die ihre Rechte kennen, und diese auch einfordern, werden von der breiten Masse angezickt,weil wenn die breite Masse leiden muss , dann sollen das alle anderen auch.
Solange die Einstellung der Pflegenden sich nicht ändert, was das Einfordern ihrer Rechte, wie Arbeitszeitgesetz,Betriebsvereinbarungen und Tarifrecht angeht, solange wird sich auch an dem Zustand nichts ändern in dem sich Pflege momentan befindet.
 
Hä hä es müsste doch eher heißen:
die PFKs sich behandeln LASSEN!
und
sich abspeisen LASSEN!
Nein, das sehe ich nur zum Teil so; ich sprach vom Gehalt, alesig (der ich absolut zustimme) von ganz anderen Dingen.
Beim Gehalt läßt sich nur sehr eingeschränkt was machen, es hilft Dir nix, wenn alle anderen AG in der Region genauso besch...en zahlen. Und viele sind eben regional gebunden.
Das ist eben genau der Punkt, es handelt sich um keinen freien Wettbewerb.
 
Also sind wir nun beim berühmten:" Es kommt drauf an!" ?

Sind wir uns da also auch einig. Toll