News Verdi-Experte spricht von "heiterem Berufebasteln"

Ich denke auch, dass wir beim Thema sind!

Und nein Elisabeth, es geht mir nicht um Gefühle. Die Fakten. die aus meiner Sicht gegen die generalistische Ausbildung sprechen habe ich z.T. oben genannt. Mir erschliesst sich nicht, warum wir unbedingt eine einheitliche Ausbildung brauchen? Meines Erachtens gibt es neben den Dingen die gleich sind, jedoch auch erhebliche Unterschiede und nicht nur bezogen auf den postpartalen Umstellungsprozess. Zumindest im Bereich der Neonatologie bis zum Säuglings-Kleinkindalter.

Meines Erachtens hat die Gleichmacherei wenig Sinn, obwohl..., für die Arbeitgeber ist es praktisch, jeder ist überall einsetzbar, wenn wir glauben, dass das Meiste in der Pflege fachübergreifend einfach anwendbar ist.
 
Wo finden sich außerhalb der postnatalen Phase gravierende Unterschiede in Anatomie/Physiologie und Pathologie/-physiologie? In dem Moment, wo das Foramen ovale und der Ductus botallii geschlossen sind, fällt mir nix ein. Was meinst du also konkret?

Das Handling kann man erlernen. Gerade im Bereich Neonatologie muss das auch eine ausgebildete Kinderkrankenschwester wenn sie keinen Kontakt mit den Winzlingen in der Ausbildung hatte.

Elisabeth
 
Jeder Pflegeberuf war schon immer in jedem pflegerischen Bereich einsetzbar, rechtlich wie praktisch. Du hörst beim Examen ja nicht mit dem Lernen auf. Etliche arbeiten auch in den ursprünglich "fachfremden" Bereichen. Vor allem Kinderkrankenpfleger bei den Erwachsenen ist doch was völlig Normales; es gibt kaum eine Erwachsenenstation ohne sie.

Fakt ist: Wir sind eines der wenigen Länder, die aus der Kinderkrankenpflege, und das weltweit einzige Land, das aus der Altenpflege einen separaten Beruf gemacht hat. Die pflegerische Versorgung ist dadurch jedoch - im Vergleich mit anderen Industrienationen - nicht einen Tick besser; eher im Gegenteil.
 
Fakt ist: Wir sind eines der wenigen Länder, die aus der Kinderkrankenpflege, und das weltweit einzige Land, das aus der Altenpflege einen separaten Beruf gemacht hat. Die pflegerische Versorgung ist dadurch jedoch - im Vergleich mit anderen Industrienationen - nicht einen Tick besser; eher im Gegenteil.

Woran machst du das fest, dass die Versorgung hier trotz separater Berufe eher schlechter ist?


@Elisabeth Dinse
Es gibt gravierende Unterschiede in diversen Krankheitsbildern, die wenn möglich im Kindesalter behandelt/operiert werden und dann im Erwachsenenalter ohne Belang sind, bzw. dann keine wesentlichen Auswirkungen mehr haben. Ich nenne hier nur Herzfehler als Beispiel. Kinder mit Mukoviscidose werden auch heute noch im Erwachsenenalter von ihren spezialisierten Kinderärzten und in den Kliniken auf den pädiatrischen Stationen betreut, warum wohl? Ich kann gar nicht zählen, wieviele schwerstbehinderte junge Erwachsene (in unterschiedlichen Kliniken) ich auf pädiatrischen Stationen gepflegt habe, die des Alters wegen auf Erwachsenenstationen gehört hätten..., warum wohl? Weil alles gleich ist? Nö, das ist mir zu einfach!

Aber ich mache mir keine Illusionen, die generalistische Ausbildung wird kommen, ich muss es nur nicht gut finden!
 
Mucoviszidose... wenn wir von der Pflege ausgehen... welche Maßnahme, die nur bei Mucos zur Anwendung kommt, lernt die Kinderkrankenpflegerin in der Grundausbildung.
Herzfehler... welche Pflegemaßnahmen werden da in der KiKra-Ausbildung vermittelt die sich nicht auch in der Erwachsenenpflege finden?

Zur Krankenbeobachtung bei der Klientel fällt mir immer mein Einstieg auf der kardiologischen ein. Erfahrene Pflegekraft macht Dienstübergabe und weist mich auf das Mund-Nasen-Dreieck hin. Häh? Ich hatte nach 2 Jahren Nephrologie wohl Ahnung von Sedimenten und Proteinurie. Aber ein Mund-Nasen-Dreieck- nie gehört. Nach 6 Monaten war es auch für mich sichtbar.

Warum werden schwerstbehinderte Menschen im Moment noch in der Pädiatrie behandelt? Wie soll die Versorgung gelingen, wenn Kinder auf der Erwachsenenstation betreut werden müssen, weil sich für das Krankenhaus eine Kinderstation nicht mehr rentiert? Schon heute gibt es bekanntlich diese Problem bezüglich der Versorgung von Neugeborenen auf einer Wochenstation.

Wir sollten mehr auf das Gemeinsame schauen und nicht krampfhaft versuchen, das Trennende zu finden. Es gibt da nur sehr, sehr, sehr wenig, was die Ausbildungsrichtungen voneinander trennt. Wenn wir denn auf dem Niveau der jetzigen Ausbildung bleiben.

Elisabeth
 
Mucoviszidose... wenn wir von der Pflege ausgehen... welche Maßnahme, die nur bei Mucos zur Anwendung kommt, lernt die KiKra in der Grundausbildung......

Warum werden schwerstbehinderte Menschen im Moment noch in der Pädiatrie behandelt? Wie soll die Versorgung gelingen, wenn Kinder auf der Erwachsenenstation betreut werden müssen, weil sich für das Krankenhaus eine Kinderstation nicht mehr rentiert? Schon heute gibt es bekanntlich diese Problem bezüglich der Versorgung von Neugeborenen auf einer Wochenstation.


Elisabeth

Fragen über Fragen..., warum werden diese Patienten dann teilweise in den Erwachsenenbereichen abgelehnt, bzw. nicht fachgerecht versorgt? Bestimmt nicht weil sich dort alle so gut auskennen! Aber die Fragen sollten die Pflegenden beantworten, die sich damit schwer tun, ich kann da nur mutmaßen.
 
Ich mache IBCLC-Ausbildung und musste mir die Säuglingsernährung in Eigenarbeit aneignen. Ich hinke aber weder Hebammen noch Kinderkrankenschwestern hinterher. Und ich habe eine Integrative Ausbildung genossen. Wo eben die Transferleistungen groß geschrieben waren. Und ja die gesamte Lebensspanne thematisiert wurde. Ich finde Basiswissen in 3,5 Jahren und 2 Jahre berufsbegleitende Spezialisation bieten viel mehr Möglichkeiten.
 
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Fragen über Fragen...., warum werden diese Patienten dann teilweise in den Erwachsenenbereichen abgelehnt, bzw. nicht fachgerecht versorgt? Bestimmt nicht weil sich dort alle
Weil die Lebenserwartung bis vor 10 Jahren noch 23 Jahre war. Heute werden die Menschen transplantiert und leben länger. Jedoch die Mediziner haben ihre Spezialisation und im Erwachsenenbereich hat sich niemand auf CF-Kranke vorbereitet.
 
Es geht aber darum das Wissen so zu ermitteln, dass es beliebig transferierbar und erweiterbar wird.
 
Fragen über Fragen..., warum werden diese Patienten dann teilweise in den Erwachsenenbereichen abgelehnt, bzw. nicht fachgerecht versorgt? Bestimmt nicht weil sich dort alle so gut auskennen! Aber die Fragen sollten die Pflegenden beantworten, die sich damit schwer tun, ich kann da nur mutmaßen.
Vielleicht weil die Pflegekräfte statt einer generalistischen Ausbildung nur eine Schmalspurausbildung haben? Es wäre schon viel gewonnen, wenn man Pflegeplanungen schreiben würde statt medizinische Maßnahmepläne. Da würde u.U. auffallen, dass sich Symptome nebst Ursachen gleichen und dieselben Pflegemaßnahmen zur Anwendung kommen- egal wie alt der Patient ist.

Vielleicht sehe ich es ein wenig anders mit den Generalisten in der Pflege. Ich hab viele Bereiche gesehen, in vielen Bereichen gearbeitet oder zumindest reingeschnuppert. Das hat mir ein sehr breites Fachwissen beschert... und die Erkenntnis, dass man alles lernen kann, wenn man denn will. Ich gebe zu - alles wollte ich auch nicht. *fg* Hab dann eben gewechselt.

Elisabeth