Nein, ich bin nicht als hochqualifizierte Kraft auf die Welt gekommen, aber ich hatte ausreichendes Basiswissen und Fähigkeiten in der Krankenbeobachtung von Kindern um relativ schnell selbstständig und vor allem eigenverantwortlich zu arbeiten.
Ich arbeite schon Jahre nicht mehr in der Pflege, aber habe durchaus schon erlebt, dass die examinierten Kinderkrankenpflegerinnen kaum mehr praktische Fähigkeiten haben, weil sie nicht mehr ausreichend Praxiseinsätze auf Kinderstationen haben, sie müssen ja ihre Einsätze in Psychiatrie, im ambulanten Bereich, usw., usw. machen. Das führt dann dazu, dass sie verantwortlich Tätigkeiten durchführen sollten, die sie teils noch nie durchgeführt haben. Dann fange ich in der Einarbeitung an, jemand das Legen einer Sonde (Tagesgeschäft auf Früh- und Säuglingsstationen), absaugen des NRR zu erklären.
Wenn jetzt noch eine generalistische Ausbildung kommt, dann hat die Pädiatrie nun wirklich die A-Karte gezogen, weil in der Ausbildung kaum noch das erforderliche Basiswissen vermittelt wird und man sich wahrscheinlich an der grössten Klientelgruppe, den alten Menschen, orientieren wird.
Was die nonverbale Kommunikation angeht, gebe ich dir uneingeschränkt recht. Es war bereits vor 30 Jahren (während meiner Ausbildung) so, dass die Kinderkrankenschwestern auf den Erwachsenen-Stationen sehr beliebt waren, weil sie eben was Krankenbeobachtung und nonverbale Kommunikation angeht besser waren. Ich will hier keinen Kleinkrieg zwischen den verschiedenen Berufsgruppen, aber in der Erwachsenenpflege verlässt man sich allzu oft auf die Aussagen der Leute auch wenn es z.T. nonverbale Signale gibt, die dem komplett entgegen stehen. Ich habe mittlerweile auch reichlich Erfahrung mit der Kommunikation mit alten Menschen. Ich konnte hier seitenlang aus der privaten, wie auch beruflichen Erfahrung berichten, was die Gegensätzlichkeit zwischen den nonverbalen und verbalen Aussagen angeht.
In der Kinderkrankenpflege musst du beobachten um was zu erfahren. Man ist darauf angewiesen, weil kleine Kinder nicht ausdrücken was ihnen fehlt. Es reicht nicht, dass in der Ausbildung zu thematisieren und dafür zu sensibilisieren, sondern man muss es erfahren und üben.
Natürlich gibt es Patienten auch in den anderen Bereichen die eine entsprechende Fähigkeit voraussetzt, nur die Kommunikationsfähigkeit ergibt sich nicht automatisch aus den theoretischen Kenntnissen.
Gruss
Ludmilla