Schaukeldienst & "Work-Life-Balance" – Mythos oder Burnout-Garant?

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Pflege
Hallo zusammen,

ich muss mir mal kurz den Frust (oder die Müdigkeit?) von der Seele schreiben. Wir kennen das alle: Im Vorstellungsgespräch heißt es noch vollmundig „Flexible Arbeitszeiten durch Schichtdienst – super, um Termine unter der Woche zu erledigen!“.

Die Realität?

Ich sitze nach dem dritten Nachtdienst am Küchentisch, starre mein Müsli an und weiß nicht mal mehr, welcher Wochentag ist. Während meine Freunde Fotos vom Grillabend schicken, liege ich mit Alufolie am Fenster (bestes Blackout-Tool!) im Bett und hoffe, dass der Nachbar heute nicht beschließt, den Rasen zu mähen.

Der "Schaukel-Wahnsinn":
Was mich am meisten fertig macht, ist dieser ständige Wechsel. Von Spät auf Früh (der Klassiker: "Kurzer Wechsel"), dann ein freier Tag (der eigentlich nur aus Schlafen besteht) und ab in die Nächte. Mein Körper weiß gar nicht mehr, ob er Cortisol oder Melatonin ausschütten soll – wahrscheinlich produziert er zur Sicherheit einfach nur noch pures Koffein.

Work-Life-Balance?
Eher Work-Life-Jonglage.
* Sozialleben: Man ist die Person, die bei jeder WhatsApp-Einladung erst mal den Dienstplan-Screenshot suchen muss.
* Gesundheit: Mein Magen denkt sich beim Mitternachts-Snack auf Station auch nur: „Dein Ernst?!“
* Partnerschaft: „Schatz, wir sehen uns dann nächste Woche für 20 Minuten im Flur, okay?“

Wie geht ihr damit um?
Habt ihr Strategien gefunden, wie man diesen Rhythmus überlebt, ohne nach fünf Jahren völlig auszubrennen?
Oder ist die einzige Lösung am Ende doch der Fluchtversuch in die Zeitarbeit oder die Funktionspflege?

Ich freue mich auf eure (hoffentlich ausgeschlafenen) Antworten! ☕
 
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Wie geht ihr damit um?
Habt ihr Strategien gefunden, wie man diesen Rhythmus überlebt, ohne nach fünf Jahren völlig auszubrennen?
Oder ist die einzige Lösung am Ende doch der Fluchtversuch in die Zeitarbeit oder die Funktionspflege?
Ich war auch lange genug dabei (Klinik) und kann nur sagen, daß es irgendwann einfach nicht mehr geht.
Außer Zeitarbeit und Funktionspflege könnte ich Dir noch aus eigener Erfahrung die ambulante Intensivpflege empfehlen.
Bei mir war das so, daß ich vertraglich vereinbart keinen Nachtdienst mehr machen musste.
Und ausreichend Zeit hast Du in der 1:1 Versorgung auch.
 
Verständliche und häufige Situation im sozialen Bereich, ich gehe mal direkt zu (meiner) Lösung:

Bei mir war es so, dass ich mir erst einmal klar wurde, wie lange ist mein natürlicher Schlaf und bin ich genetisch ehr Früh oder Spättyp.

Dann habe ich es bei meinem Chef angesprochen (die erste Chefin war einfach charakterlich schlecht, da habe ich gewechselt). Er ging ein Stück weit darauf ein, ggf. hätte ich noch mehr darauf beharren sollen, er schien lösungsorientiert und ich ein teamfähiger Mitarbeiter der für damals rund 400 Euro + Miniarbeitswohnung eine günstige Arbeitskraft war. Meine beiden vorherigen FSJ-Vorgänger wurden beide gekündigt, der eine hatte nicht die Reife, die andere nicht die Gesundheit. So schloss ich mein FSJ ab, sogar mit 6 zusätzlichen Monaten unter der Arbeitsklausel: Praktikant, dann war ich zu alt und bekam den Dank für meinen Einsatz. War aber auch schon hart, insbesondere die Frühschichten für mich als Spättyp. Nie wirklich davon erholt.

Wenn der Chef seine Versprechen nicht hält, hat er einen schwachen Charakter. Selbst einen starken Charakter zu haben half mir, auch wenn, so die "schlechten Menschen" von mir gingen und die "guten Menschen" zu mir gingen. Auch gilt: "flexibel etc." ist ein ... nunja "flexibles Wort" ;) Gehört Sprache nicht zur sozialen Ausbildung, was einer sagt und der andere versteht sind oft unterschiedliche Dinge... Ab wann ist kalt, ab wann ist warm? Frag mal eine deutsche Frau und einen Mann aus Sibieren. Hat jeder eine andere Meinung zu der Celsius Temperatur.

Würde ich nochmal Schicht arbeiten würde ich von Anfang an in den Arbeitsvertrag klar und konkret schreiben lassen: Ich mach nur Spät. Krankenvertretung, nur 2 Tage im Monat, nur spät. Gesamtstunden = X, mit maximaler Urlaubsstundenvertretung von Y. Gehalt wäre ich genügsam, ich bin sparsam. Passts es dem Arbeitgeber nicht... naja gesunde / gesund gebliebene Leute im sozialen Bereich sind gefragt. Bleib einer davon. Fachkräftemangel durch wenig junge Menschen kommt in der Zukunft nur noch mehr. Wenn die Arbeitgeber WIRKLICH händeringend suchen, dann werden die flexibel genug bei der Einstellung im Vorstellungsgespräch die Bewerber *konkret* fragen ob Sie genetischer Früh- oder Spättyp sind, damit Sie bei der Schicht fit sind und fit bleiben. Manchmal reicht schon Kommunikation. Dann ist für Arbeitgeber auch alles planbarer wenn jeder Arbeitnehmer konkret ist. Ich arbeite selbst nicht mehr im sozialen Bereich.

Tipp: Triff deine Entscheidung nach einer ausgeschlafenen Nacht. Funktioniert Hirn besser, alles Gute :)
 
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Verständliche und häufige Situation im sozialen Bereich, ich gehe mal direkt zu (meiner) Lösung:

Bei mir war es so, dass ich mir erst einmal klar wurde, wie lange ist mein natürlicher Schlaf und bin ich genetisch ehr Früh oder Spättyp.

Dann habe ich es bei meinem Chef angesprochen (die erste Chefin war einfach charakterlich schlecht, da habe ich gewechselt). Er ging ein Stück weit darauf ein, ggf. hätte ich noch mehr darauf beharren sollen, er schien lösungsorientiert und ich ein teamfähiger Mitarbeiter der für damals rund 400 Euro + Miniarbeitswohnung eine günstige Arbeitskraft war. Meine beiden vorherigen FSJ-Vorgänger wurden beide gekündigt, der eine hatte nicht die Reife, die andere nicht die Gesundheit. So schloss ich mein FSJ ab, sogar mit 6 zusätzlichen Monaten unter der Arbeitsklausel: Praktikant, dann war ich zu alt und bekam den Dank für meinen Einsatz. War aber auch schon hart, insbesondere die Frühschichten für mich als Spättyp. Nie wirklich davon erholt.

Wenn der Chef seine Versprechen nicht hält, hat er einen schwachen Charakter. Selbst einen starken Charakter zu haben half mir, auch wenn, so die "schlechten Menschen" von mir gingen und die "guten Menschen" zu mir gingen. Auch gilt: "flexibel etc." ist ein ... nunja "flexibles Wort" ;) Gehört Sprache nicht zur sozialen Ausbildung, was einer sagt und der andere versteht sind oft unterschiedliche Dinge... Ab wann ist kalt, ab wann ist warm? Frag mal eine deutsche Frau und einen Mann aus Sibieren. Hat jeder eine andere Meinung zu der Celsius Temperatur.

Würde ich nochmal Schicht arbeiten würde ich von Anfang an in den Arbeitsvertrag klar und konkret schreiben lassen: Ich mach nur Spät. Krankenvertretung, nur 2 Tage im Monat, nur spät. Gesamtstunden = X, mit maximaler Urlaubsstundenvertretung von Y. Gehalt wäre ich genügsam, ich bin sparsam. Passts es dem Arbeitgeber nicht... naja gesunde / gesund gebliebene Leute im sozialen Bereich sind gefragt. Bleib einer davon. Fachkräftemangel durch wenig junge Menschen kommt in der Zukunft nur noch mehr. Wenn die Arbeitgeber WIRKLICH händeringend suchen, dann werden die flexibel genug bei der Einstellung im Vorstellungsgespräch die Bewerber *konkret* fragen ob Sie genetischer Früh- oder Spättyp sind, damit Sie bei der Schicht fit sind und fit bleiben. Manchmal reicht schon Kommunikation. Dann ist für Arbeitgeber auch alles planbarer wenn jeder Arbeitnehmer konkret ist. Ich arbeite selbst nicht mehr im sozialen Bereich.

Tipp: Triff deine Entscheidung nach einer ausgeschlafenen Nacht. Funktioniert Hirn besser, alles Gute :)
Genauso, habe ich es meiner Tochter nach Ende ihrer Ausbildung auch geraten, sie ging dann erstmal nur in den Spätdienst und mittlerweile seit 2 Jahren fest im ND, da sie lieber ohne den täglichen Tagwahnsinn arbeitet und zzgl leider mich schon eine Weile mit pflegt (wurde leider mit 35 pflegebedürftig und jetzt mit Mitte 40 habe ich bereits den Pflegegrad 4), daher kam ihr der ND sogar noch besser zum Tragen, da sie definitiv keine Lerche ist, eher die Nachteule. Somit kann sie mir entspannt morgens noch helfen und geht dann noch gemütlich eine Runde Gassi mit unserem Hund, somit kann sie dann entspannt schlafen, bis ca 18.00/18.30 um dann erneute sich mit mir zu beschäftigen und noch eine entspannte Runde mit den Hund geht, bevor sie zur Arbeit fährt. Für sie bzw uns sogar, dass beste Konzept. Wobei sie gerade zur Zeit überlegt ihren AG zu wechseln, da in den letzten Monaten unter den Kollegen ein reinster Zickenkrieg herrscht und das ist nicht ihr Ding und sie davon zu viel mit nach Hause nimmt. Sie hat bereits ein sehr gutes Angebot bekommen, auch wieder im ND und sie wissen auch das sie pflegender Angehörige ist und sie finden das sogar mehr wie toll, dass sie dies macht. Aber es stimmt definitiv, man muss wissen für welchen Dienst man am besten geeignet ist um nicht täglich dumm aus der Wäsche zu schauen - habe ich damals auch so gemacht und ich war auch eher die Nachteule, bis ich aus gesundheitlichen Gründen leider nicht mehr in der Pflege tätig sein konnte und zu einer Krankenversicherung gewechselt bin - da war aber eher die Lerche angesagt, dafür war ich früh daheim und die letzten 5 Jahre davon war ich 4 Tage im HO und ein Tag im Büro. Dennoch kamen vielen ÜS zusammen, die ich dann im Sommer genommen habe, da wir komm und Gehzeiten hatten wie wir möchten (jedoch musste das Arbeitsteitkonto bis 30.06 des folgenden Jahres nicht unter - 20 std und nicht mehr wie 180 Std plus sein + die 180 std waren schneller da wie man hingeschaut hatte, aber man konnte sie sich zur Not auch ausbezahlen lassen, aber mit den Abzügen hatte das kein Mehrwert und mir war Freizeit lieber, daher habe ich im Sommer teils nur 4 std gearbeitet von 6.00 bis 10.00 oder mal bis 12.00)….

Der beste Tipp von dir ist vor allem, alles direkt in den Arbeitsvertrag zu verankern, somit kann dir keiner was ans Knie nageln und du bist rechtlich abgesichert. Hoffe es lesen viele deinen Beitrag hier, der ist sehr sehr gut und wichtig.
 
Der beste Tipp von dir ist vor allem, alles direkt in den Arbeitsvertrag zu verankern, somit kann dir keiner was ans Knie nageln und du bist rechtlich abgesichert. Hoffe es lesen viele deinen Beitrag hier, der ist sehr sehr gut und wichtig.
Ich danke dir. Ist Balsam, dass wenn ich so bin wie ich bin, ich Leute abschrecke (den Martin H. hab ich blockiert, der hat mir immer Worte rumgedreht, war unfreundlich und rechthaberisch für den nehme ich mir keine Zeit mehr.) Dafür bin ich hilfreich für andere mit meiner Meinung :)

Abgesehen von konkret in den Arbeitsvertrag schreiben, halte ich allgemein nachfragen und Worte konkretisieren für sinnvoll. Viele Wissen dass Worte unkonkret sind und sind bereit Missverständnisse auszuräumen. "Du sagst also das X?" "Nein, was ich meinte war Y" Andere meinen die Autorität über die Worte anderer zu haben (übergriffig) und sich wegen dem in den Mund gelegten (egal ob Fragen oder Aussagen) dann zur Dramaqueen/Opfer zu machen und ihre Stinkigkeit zu "rechtfertigen". Tragisch dass so Leute dann in "ihrer Welt" leben. Mir selbst war in jungen Jahren gar nicht bewusst, das was andere sagen und was ich höre 2 Dinge sind und aktives Zuhören / Austauschen besser ist als gleich los zu diskutieren wie es leider in der Schule üblich ist. War sehr rechthaberisch früher in dem ich einfach nur den realschul-Unterrichtsinhalt nachplapperte, statt mir mal selbständig die Studien selbständig, auch ohne Ausbildung oder Abschluss anzuschauen die ja auch mit Antithesen sehr komplex sind im medizinischen Bereich. Mir Half hier ein Kommunikationsseminar, das mir die Augen öffnete. Wer immer eine 1 von Lehrern erhält lebt in einer Blase, dass er immer Recht hat, so als ob Lehrer und Unterichtsinhalt immer "richtig" seien.

Das Thema Schlaf und andere Faktoren für mentale Gesundheit sprach ich ja auch in einem Thread von mir an. Ich glaube Junge Menschen werden unter anderem auch Krank weil die Schule seit 100 Jahren den natürlichen Schlaf aus Urzeiten stört. Den Thread kann ich auch nur empfehlen. Ich bin keine 18 mehr. 1/4 Jahrhundert später ist man halt doch nicht mehr der selbe Mensch.
 
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Na, ob die Bauern früher ihrem eigenen Schlafrhythmus folgen konnten? Oder nicht doch eher früh raus mussten, wenn die Tiere versorgt werden wollten, und spät ins Bett, um die Ernte noch reinzubringen, ehe das Wetter umschlug?
 
Na, ob die Bauern früher ihrem eigenen Schlafrhythmus folgen konnten? Oder nicht doch eher früh raus mussten, wenn die Tiere versorgt werden wollten, und spät ins Bett, um die Ernte noch reinzubringen, ehe das Wetter umschlug?
Ich war kein früherer Bauer, du bezweifelst es also, ich geb dir in sofern Recht dass es sicherlich welche gab. Siehe auch am Schluss dieses Posts zum Thema "muss". Ich sehe es halt so, die Natur hat Früh- und Spätgenetiker gemacht was sich durchgesetzt hat, einer macht die Bauernfrühschicht einer die Spätschicht (Wache vor wilden Tieren). Also meines Wissens nach sind Naturvölker vor Schlafstörungen wie in Deutschland jedenfalls relativ save.

Wie du oben siehst bin ich jemand der gerne mit Recherchen den Dingen auf den Grund geht.

Den Wecker gibt es seit der Industrialisierung, seit:
1860...
Okay korrigiere mich von 100 auf genaugenommen ehr 145 Jahren.

Regulation von Schlaf durch Wärme- und Helligkeit, statt Wecker.

Was ich sagte ist ja das unausgelichener Schlaf auf die Psyche geht
Zitat:
" Palmer. „Sie liefert eindeutige Beweise dafür, dass längere Wachphasen, verkürzte Schlafdauer und nächtliches Aufwachen das emotionale Funktionieren des Menschen negativ beeinflussen.“ So berichteten die Testpersonen nach dem Schlafentzug von weniger positiven Emotionen wie Freude, Glück und Zufriedenheit. Zudem zeigten sie mehr Angstsymptome, darunter sowohl psychische Angstgefühle als auch körperliche Symptome wie Herzrasen."

Ich belege meine Meinungen halt gerne, so Fallen mir auch Unwissenheitslücken und Fehler VON MIR auf.

Welcher Meinung du bist, ist deine Sache.

Meine ist Schlaf ist extrem wichtig und genetisch Codiert + Altersabhängig (Baby, Puperät vs. Alter) + Krankheitsabhängig (Studien kann sich hier ja auch jeder selbst suchen, ist nur meine Meinung, basierend auf meinem Gedächtnis von Recherchen).

Und müssen... naja ist Super dass wir Notzärzte, Polizei etc. haben, denen gehört dann aber auch Geld + Freizeit damit die rumkommen. "Der Mensch bekommt halt leider nicht was er verdient, sondern dass was er verhandelt" Ich bekomme meinen Schlaf jetzt :)

Editiert: Hinzugefügt und Rechtschreibfehler korrigiert: Ich danke dir für deine Tätigkeit in der Chirurgie, einen Leistenbruch den ich hatte konnte ich nicht selbst fixen. Ich wünsche dir, dass du dich auch für dich selbst einsetzt und bekommst was du brauchst.
 
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Zwischen den Naturvölkern und der Industrialisierung lagen Jahrhunderte sesshafter Menschheit, die großteils von Landwirtschaft lebte. Auch damals werden schon viele Menschen entgegen ihrem eigenen Schlafrhythmus gelebt haben. Du musst dazu nicht mal ins Arbeitsleben. Krieg mal Kinder und guck, ob Du dann noch Deinen Tagesablauf nach Deinem Gutdünken gestalten kannst!

Schichtdienst geht auf den Körper. Das ist längst bekannt. Rund-um-die-Uhr-Versorgung ist in der Pflege aber unvermeidlich. Wenn es möglich ist, kann man auf die Dienstplanwünsche der Angestellten eingehen, aber der Arbeitgeber hat auch den Patient:innen oder Bewohner:innen gegenüber eine Fürsorgepflicht.

Okay korrigiere mich von 100 auf genaugenommen ehr 145 Jahren
165 Jahre. Es mag uns nicht so vorkommen, aber die Jahrtausendwende war vor einem Vierteljahrhundert.
 
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Zwischen den Naturvölkern und der Industrialisierung lagen Jahrhunderte sesshafter Menschheit, die großteils von Landwirtschaft lebte. Auch damals werden schon viele Menschen entgegen ihrem eigenen Schlafrhythmus gelebt haben. Du musst dazu nicht mal ins Arbeitsleben. Krieg mal Kinder und guck, ob Du dann noch Deinen Tagesablauf nach Deinem Gutdünken gestalten kannst!

Schichtdienst geht auf den Körper. Das ist längst bekannt. Rund-um-die-Uhr-Versorgung ist in der Pflege aber unvermeidlich. Wenn es möglich ist, kann man auf die Dienstplanwünsche der Angestellten eingehen, aber der Arbeitgeber hat auch den Patient:innen oder Bewohner:innen gegenüber eine Fürsorgepflicht.


165 Jahre. Es mag uns nicht so vorkommen, aber die Jahrtausendwende war vor einem Vierteljahrhundert.
Stimmt.

Klingt als wünscht du Verständnis/Empathie? Dass es mit Kindern und Pflege unvermeidlich ist Schlafmangel zu haben?

Also ich kann dir nur Wünschen dass du bei Rund-um-die-Uhr-Versorgung auch deine Pausen bekommst, sei es vom Arbeitgeber auf der Arbeit oder durch Unterstützung von deinem Mann oder Verwanden damit die sich auch mal um die Babys kümmern etc. und du mehr Schlaf bekommst.

Mehr als Mitgefühl und gute Wünsche kann ich dir hier nicht geben. Ist dein Leben, nur du kannst darüber entscheiden. Ich entschied mich gegen Kinder, weil ich dafür nicht die Mittel habe und Sie nicht versorgen könnte wie ich es mir wünschen würde. Ob du mich da für meinen Schlaf beneidest, bringt dir nix. Genauso wenig wie wenn ich dich beneiden würde dass du eine Familie hast.

Ich freu mich halt wenn es Lösungen gibt, wie in Plochingen. Die Lehrer fragten was können wir tun? Schule wurde von 8 auf 9.30 Gleitzeit verlegt, es war möglich, genauso wie in der USA ein Bundesland von 7.30 auch wieder auf 9 Uhr wie Anfang 1900er umstellte.

Wenn dir mein Post nichts bringt dann ist es halt so. Dann spar ich mir meine und deine Zeit. Ist ja wie wir beide festgestellt haben wertvoll so eine Zeit.
 
Beschreibe mir doch mal, wie Du ein Krankenhaus in Gleitzeit organisieren würdest. Und dabei gewährleisten kannst, dass die notwendigen Untersuchungen und Operationen laufen, Patienten aufgenommen, behandelt, regelmäßig mit Nahrung versorgt und hoffentlich auch wieder entlassen werden.
 
Beschreibe mir doch mal, wie Du ein Krankenhaus in Gleitzeit organisieren würdest. Und dabei gewährleisten kannst, dass die notwendigen Untersuchungen und Operationen laufen, Patienten aufgenommen, behandelt, regelmäßig mit Nahrung versorgt und hoffentlich auch wieder entlassen werden.
Nicht zuständig dafür oder für dein Leben. bye.
 
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Hui, da warst jetzt aber viel zu unfreundlich und rechthaberisch, Claudia. :wink:
 
Bestimmt.

Die Gleitzeit-Schule in Plochingen war übrigens ein Sechs-Wochen-Modellprojekt, bei dem die Schüler:innen einer einzigen Klasse an zwei Tagen pro Woche entweder 7.50h oder 9.40h kommen durften. Ein Experiment, das möglicherweise in Zukunft noch einmal mit wissenschaftlicher Begleitung wiederholt werden könnte.


Nicht uninteressant, aber auch noch kein Beleg dafür, dass das langfristig klappen kann. Und schon gar nicht eins-zu-eins auf Krankenhaus oder Pflegeheim übertragbar.
 
Ich war auch lange genug dabei (Klinik) und kann nur sagen, daß es irgendwann einfach nicht mehr geht.
Außer Zeitarbeit und Funktionspflege könnte ich Dir noch aus eigener Erfahrung die ambulante Intensivpflege empfehlen.
Bei mir war das so, daß ich vertraglich vereinbart keinen Nachtdienst mehr machen musste.
Und ausreichend Zeit hast Du in der 1:1 Versorgung auch.
1:1 Pflege kommt für mich nicht in Frage. 12 Stunden Dienste das ist ja noch schlimmer wie im schichtdienst. Heimbeatmung oder so wo ich dann selbstgespräch mit mir führen kann. Schlussendlich dann noch selbst als Patient in die Psychiatrie muss wegen Burnout uns Selbstgespräche.

"Hörst du auch diese Stimmen?
Welvhe Stimmen?
"Jetzt höre ich sie auch nicht mehr."
 
1:1 Pflege kommt für mich nicht in Frage. 12 Stunden Dienste das ist ja noch schlimmer wie im schichtdienst.
Nicht unbedingt. Und Du hast dadurch natürlich deutlich mehr frei (logisch: Drei 12 h-Schichten sind ja schon 36 h, also fast Vollzeit).
Heimbeatmung oder so wo ich dann selbstgespräch mit mir führen kann.
Auch nicht unbedingt. Ja, es gibt diese Stellen, wo man seine Zeit neben einem Wachkomapat. absitzt. Schrecklich! Ist auch nichts für mich.
Ich war aber schon bei relativ „rüstigen“ Pat., mit denen man viel unternehmen konnte. Es sind übrigens auch nicht alle beatmet, viele haben nur eine Trachealkanüle.

Neben 1:1 Versorgungen gibt’s noch WGs… manchen liegt das eher.
 
Na liebe Claudia - da wirst du aber jetzt geblockt werden - falls es in deiner Position den überhaupt möglich ist
Bahnhof
:-)
 
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