News Reimann lobt Programm zur Stressprävention

Redaktion

Redaktionsteam
Teammitglied
Registriert
26.03.2015
Beiträge
4.417
Ort
Frankfurt/Hannover
Damit Azubis und Berufsanfänger in der Pflege ihrem Beruf nicht schon nach wenigen Jahren wieder den Rücken kehren, wurde in Niedersachsen speziell für diese Zielgruppe ein Stresspräventionsprogramm aufgelegt. Titel des Programms: "Gut, gelassen und gesund pflegen" (3GP).

Weiterlesen...
 
Wir haben sowas mal gemacht, aber im ganz normalen täglichen Wahnsinn hilft es wenig, wenn mir jemand für Stresssituationen eine "Mikrosiesta" empfiehlt. Mal kurz wegtreten während der Bär steppt...
Mehr Personal oder eine gute Organisation wären, glaube ich, effektiver...
Ausserdem machte die "Dozentin" während dieser "Fortbildung" Fotos von unseren Brainstorming-Tafeln und war peinlich berührt, als ich sie darauf ansprach. Von dem Moment an machte ich zu. Wenn nicht im Raum bleibt, was da besprochen wird!
 
Hört sich gar nicht schlecht an und ist auch glaube ich durchaus sinnvoll, wenn die Schüler bereits "von der Pike an" lernen, mit Stress umzugehen.
Allerdings ersetzen diese Stresspräventionsprogramme generell nicht
Mehr Personal oder eine gute Organisation
 
  • Like
Reaktionen: Schwester B.
@Martin H. Genau das war bei uns der Sinn der Übung: Eine aufwendige Reorganisation oder mehr Personal durch "Stressbewältigung" unsererseits zu vermeiden.
ich liebe meine Arbeit und meine Drei-Tage-Woche. Aber unsere Organisation ist katastrophal und wird nur duch den riesigen Pluspunkt unserer gesetzlichen Personaluntergrenze machbar (die dem Unternehmen wahrscheinlich Magendrücken macht, weil sie da nicht dran vorbeikommen!).
 
  • Like
Reaktionen: Martin H.
Schrieb ich, glaube ich, in meinem Einstiegsposting bezüglich Angeboten zur Stressprävention in Krankenhäusern.
Wenn kein Personal da ist und sich das Arbeitsfeld dermaßen verdichtet hat, und wenn das Personal davon läuft weil sie es nicht mehr aushalten können, dann zäumt man das Pferd halt von der anderen Seite auf!
Nach dem Motto: mach das Personal härter, dann brauchst du dich nicht um die Arbeitsbedingungen zu kümmern. Ich war von Anfang an recht zynisch was diese Angebote betraf.
 
Sind ausserdem mal wieder von "Psychologinnen" erstellt, die vom Pflegealltag keine Ahnung haben. - Zeitmanagement? Wenn man dauernd aus dem Frei gerufen wird? Überstunden schiebt? Du selbst nicht der/diejenige bist, die die Zeit in Deinem Unternehmen managt, sondern jemand aus der Chefetage mit dem Taschenrechner, dem die Aktionäre im Nacken sitzen?
Die "Mikrosiesten" sind bis heute ein Running Joke bei uns.
 
Sind ausserdem mal wieder von "Psychologinnen" erstellt, die vom Pflegealltag keine Ahnung haben. - Zeitmanagement? Wenn man dauernd aus dem Frei gerufen wird? Überstunden schiebt?
Oh, ich habe durchaus von Psychologen eine hohe Meinung.
Und Du weißt ja, daß niemand einspringen muß.
Die Psychologen sind vermutlich die Ersten, die Dir sagen werden, daß Du Dich besser abgrenzen mußt und lernen "NEIN" zu sagen, wenn man Dich zum Einspringen nötigen will (davon bin ich überzeugt).
Du selbst nicht der/diejenige bist, die die Zeit in Deinem Unternehmen managt, sondern jemand aus der Chefetage mit dem Taschenrechner, dem die Aktionäre im Nacken sitzen?
DAS seh ich allerdings als ein Hauptproblem der Profession Pflege an:
Die immer noch viel zu starke Fremdbestimmung durch andere (überwiegend Pflegefremde). Da kann man selber noch so gut planen und organisieren, da blökt der Chefarzt dazwischen (ich rede nicht von Notfällen!) und macht damit die beste Planung zunichte... :angryfire: Dagegen sagen kann man auch nix, sonst fällt einem auch noch die eigene Leitung in den Rücken (alles so erlebt).
Und hinterher wird noch siebengescheit dahergequakt, wir (=Pflegekräfte) könnten nicht organisieren... :roll:
Nee, in dem Punkt geb ich Dir 100% recht.
Da muß man aber als Lösung ganz woanders ansetzen, auf einer sehr viel höheren Ebene: Nämlich berufspolitisch.
Hier müssen endlich verbindliche Festlegungen getroffen werden, damit Pflege Planungssicherheit und einen breiteren Handlungsspielraum hat.
Und sowas geht - außer über Gesetze - nur über Kammern.
 
  • Like
Reaktionen: Resigniert
Ich fühle mich der Fremdbestimmung gegenüber meistens absolut machtlos! Da helfen auch keine Bedenken und kein Nein-Sagen! Beispiel:

Am Wochenende sind wir zu zweit. Auf einer anderen Station fällt jemand akut aus. Das Ausfallmanagement beguckt sich die Belegungen und die Pflegeminuten. Und schwupps, ein Anruf und der Kollege ist abgezogen.
Dann stehst du alleine dort. Einwand: Hey, so geht das aber nicht! Wie soll ich das schaffen? Gib mir meinen Kollegen zurück!
Antwort: Ja ne, die haben unten viel mehr zu tun, aber wenn was ist, kannst du auf Station x anrufen, dann kommt jemand zum helfen.

Und wenn dann nicht WIRKLICH etwas ist, keine OP, kein Notfall, sondern einfach nur das übliche Gerödel, dann holt man sich keine Hilfe. Weil du es ja noch nicht einmal begründen kannst. Man sagt ja nicht:
Ich brauche Hilfe weil die Patienten so viel schellen, weil ich 8 BZs bestimmen muss, die Angehörigen nerven, zwei geplante Aufnahmen abends vor der Kanzel stehen, du die Visite ausarbeiten musst, die i.v. Sachen für den nächsten Tag rauszuschreiben hast usw usw.
Das sind ganz geschickte Psycho-Spielchen, die die oberen mit einem treiben.
 
Bei uns sieht es etwas anders aus. Wir sind seit sechs Jahren privatisiert und seitdem wird gespart, was das Zeug hält (nur am Pflegepersonal dürfen sie zum Glück nicht, sonst sitzt ihnen die Arbeitsaufsicht im Nacken). Gespart wird allerdings zum Beispiel am Service- und Raumpflegepersonal, und wir dürfen die Arbeit vermehrt miterledigen (was uns von unserer eigentlichen Arbeit dann abgeht). Noch wienern wir nicht die Böden, aber schon Betten machen/reinigen Krankenschwestern in Frankreich eigentlich nicht, wir allerdings schon!

Aber wir haben eine Pflegedienstleitung, die von Dialyse keine Ahnung hat, obwohl wir eine Fachklinik sind, und daher von Zeit zu Zeit mit irgendwelchen glorreichen Ideen kommt, die so nicht handhabbar sind, und sich dann wundert, wenn wir sagen: geht nicht.
Unsere beiden Abteilungsleitungen sind Nieten im Organisieren, was zu unnötigem Chaos führt.

Einen Chefarzt im herkömmlichen Sinn haben wir nicht, das sind hier freie Ärzte, die das Zentrum vertraglich versorgen, dort quasi eine "Praxis" haben und also ganz konkret kein Gehalt kriegen, sondern wie niedergelassene Ärzte nach ihrer Arbeit bezahlt werden (gerne mal Konsultationen, wenn wir sie am Bett bräuchten), und die sich daher auch gegenseitig annerven, weil einander gleichberechtigt.

Gestern wieder erlebt: rufe in einer "heissen" Situation an und kriege eine (bzw. in diesem Fall keine) Anordnung. Zehn Minuten später steht der betreffende Medizinmann in der Tür und blafft mich an, warum ich nicht...Zum Glück hatte ich Zeugen, dass er nichts getan hat...Spâter raunzt mich sein Kollege im Spätdienst an, warum ich denn nicht...ich weise trocken darauf hin, dass ich zum Telefon gegriffen hatte und im Übrigen alles dokumentiert sei. Woraufhin er sich grummelnd in die Akte vertieft...

Ich hätte gerne 'ne Mikrosiesta eingelegt, was aber aus organisatorischen Gründen nicht drin war.

Es lebe die Theorie der Stressbewältigung! Die praktische sieht so aus, dass ich einen dieser Medizinmänner schon mal nach allen Regeln der Kunst mitten im Saal angeschrien habe. Er gab klein bei. Da fühlte ich mich besser.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator: