News Pflegekräfte bestreiken Charité

Da ich KollegInnen in der Charité habe, glaube ich es unbesehen.

Wir haben die Gehälter verglichen und ich hab immer gedacht, die verwechseln teilweise brutto mit netto, dem war aber nicht so.

Also, alle Daumen für euch, mögen sich möglichst viele MA beteiligen:nurse:
 
Und ich füge an, dass die Charite bundesweit net die einzigste Universitätsklinik und zu 100% auch net das einzigste Krankenhaus in öffentlicher Hand mit so einer Tarifentwicklung ist. Das Zauberwort heißt überall gleich: Haustarifvertrag.

Elisabeth
 
Das habe ich auch nicht behauptet - aber hier geht es ja gerade um die Charité.
 
Wollen wir mal hoffen, dass die Kollegen als Vorreiter aktiv werden und andere nachziehen werden.

Elisabeth
 
Wenn man der BZ glauben darf, dann ist der Streik recht erfolgreich:
ersten Tag des gewaltigsten Streiks in der 300-jährigen Charité-Geschichte legten Montag 2000 nicht ärztliche Mitarbeiter an allen drei Standorten (Wedding, Mitte, Steglitz) ihre Arbeit nieder. Eine Besetzung, wie sonst nur an Wochenenden. Elf Intensivstationen, 16 weitere Stationen, eine Poliklinik und eine Tagesklinik mussten teilweise oder vollständig geschlossen werden! „Wir haben 90 Prozent aller Operationen absagen müssen“, so Prof. Ulrich Frei, ärztlicher Direktor der Charité. „Lediglich 30 Notfall-Eingriffe wurden durchgeführt.“
Charité-Streik: Charité: Pfleger weg, Betten leer - B.Z. Berlin - Charite, Streik, Krankenhaus, Patienten, Ärzte, Pfleger, Gewerkschaft
 
Klinik - Pflegepersonal weitet Streik an der Charité aus - Berlin Aktuell - Berliner Morgenpost - Berlin

Da die Berliner Morgenpost sehr ähnliche Zahlen angibt, scheinen die Angaben der BZ zu stimmen, sofern natürlich nicht beide die gleiche Quelle haben:D
Ist sogar ein Video mit dabei^^
Die Moderatorin sagt: "Vermutlich wird man sich auf einen Kompromiss einigen"...
Wenn's tatsächlich einen Kompromiss geben sollte, dann verdienen die PflegerInnen an der Charité zwar schon mehr als vorher, aber immer noch weniger als ihre KollegInnen an den anderen Berliner Einrichtungen-.-

Auch auf der Seite der Charité kann man heraushören, dass sie der Forderung von den 300€ sehr wahrscheinlich nicht nachkommen kann und will.
http://www.charite.de/charite/press...etail/charite_kann_notfallversorgung_sichern/
 
Morgen zusammen,
meines Wissens ist die Charite' 100 Prozent staatlich,gehört dem Land Berlin und wenn der Berliner Finanzsenator noch Sarrazin hieße,würde ver.di sich die Zähne ausbeißen :aetsch:.
Streiks der Pflegekräfte in Berlin gabs schon öfter,zuletzt bei Vivantes,die sind ja auch "staatlich" und gehören der Stadt Berlin. Die Kollegen hatten vor 4 oder 5 Jahren Erfolg,da lief in den Vivantes-Häusern absolut nix und alle Notfälle Berlins wurden ins UKB gekarrt !
OP's wurden verschoben,Routineuntersuchungen,wie Sono,Gastro,Colo usw. liefen nirgendwo und die Leasingunternehmen in Berlin haben sich ne goldene Nase verdient :mryellow:.

Ach so,in meinem AV der ****-Kliniken AG ist übrigens ein Passus enthalten,daß ich als Stationsleitung nicht streiken sollte,sonst erfolgten Einkommenseinbußen,Urlaubstagestreichung und innerbetriebliche Disziplinarmaßnahmen :knabber::weissnix:.
 
E streiken ja Pflegekäfte gemeinsam mit der überwiegend ausgegliederten (outsourcing) CFM (Charite Facility Management), die die nicht-medizinischen Bereiche umfasst (Technik, Transport, Reinigung usw). Die Kollegen in der CFM streiken dafür, überhaupt erst mal einen für alle gültigen Tarifvertrag zu bekommen, dort sind die Zustände teilw. unfassbar.
Nun ist die Taktik der Klinik wohl erst mal, diese beiden Gruppen auseinander zu bringen. Für die Pflege gab es unter der Hand schon ein gutes Angebot, falls man sich abgekoppelt von der CFM einigen könnte. Aber so wird das nichts mit ver.di.

Mal sehen was der Verlauf dieser Woche noch so alles bringen wird.
Bei der sehr hohen (und noch steigenden) Streikbereitschaft, wird sich der Vorstand bald was einfallen lassen müssen...

Gruß spflegerle
 
Intensivstation der Charité im NotbetriebDonnerstag, 5. Mai 2011 11:26
...
Einen solchen Streik, sagt Oberarzt Jörres, habe er noch nicht erlebt. Nur noch die Hälfte seiner Schwestern und Pfleger sind im Einsatz. Inzwischen stockt es auch beim Transport und bei der Postzustellung. Jörres steht etwas verlassen in einem Raum mit vielen Monitoren. Herzkurven von Patienten blinken darauf. Jörres blickt auf die flimmernden Bilder, er sieht besorgt aus. Hinter ihm erregt sich eine leitende Schwester, die an diesem Tag nicht streikt. „Wo sind die Arbeitsverweigerer?“, ruft sie in den Hörer, es klingt genervt.
...
Tarifstreit - Intensivstation der Charité im Notbetrieb - Berlin - Berliner Morgenpost - Berlin

Elisabeth
 
Wie ich aus Charitékreisen vernommen habe ist die Beteiligung wohl deutlich höher als erwartet.

Ich ziehe meinen Hut vor den Kollegen der Charité, die sich auch nicht unterkriegen und spalten lassen.
 
Streik ist jetzt pausiert (für die Pflegekräfte), die Verhandlungen wurden wieder aufgenommen. Das CFM wurde nun tatsächlich ausgeklammert, da sind die Charite-Juristen offensichtlich pfiffiger als ver.di, für die CFM wurde bislang noch kein Angebot vorgelegt, also geht deren Streik weiter (nur wie?).

Die 97%ige Annäherung an den TVÖD (kommunale...) wird sich bis Ende 2014 strecken.
Den Streikverlauf kann man als Erfolg werten, waren doch zeitweise 1500 Betten in der Charite leer. Mit dem vorgelegten Angebot kann man allerdings nicht wirklich in Jubel ausbrechen, aber es war wohl nicht mehr zu erwarten...

Gruß spflegerle
 
Ich ergänze noch Infos, die woanders vll nicht zu finden sind:

- Mehrere Stationen sind komplett geschlossen, leere Flure, Licht aus, abgeschlossen.
- Wo in Ambulanzen sonst 8 Mitarbeiter am Vormittag arbeiteten bildeten sich vor 2 Mitarbeitern lange Schlangen.
- Die Rettungsstellen sind quasi geschlossen, nur Notfälle (Polytrauma, etc ...) wurden aufgenommen, wobei sich die Zahl für die Woche im zweistelligem Bereich befinden dürfte (Normalerweise hat eine Notaufnahme der Charité in der Woche je nach Standort pro TAG 80-250 Patienten zu behandeln und es gibt 6 Notaufnahmen...)
- OP Bereiche waren erst komplett bestreikt, die Zahl der dringlichen OP's häufte sich, so dass immer mehr Säle hochgefahren wurden, um Patienten adäquat zu versorgen.
- Einige Intensivstationen haben MEHRERE Beatmungsbetten sperren lassen.
- Die peripheren Normalstationen sahen zu, Patienten zu entlassen, Betten zu sperren, als Beispiel für 35 Betten im Frühdienst zu 5. waren es jetzt bei 26 Betten 3 Schwestern.
Zeitweise, wie gesagt waren bis zu 1500 von 3280 Betten leer.
- Mikrobiologie und Labore sind nur wie zur Nacht setzt und arbeitet dennoch ohne Pausen, Anforderungen also nur wenn absolut nötig einzuschicken.
- Am Montag waren alle Auszubildenden der Klinik, die sich derzeit in der Praxis befinden ebenfalls beim Streik dabei (Streiken augenscheinlich auf eigene Gefahr, da durch das Krankenpflegegesetz keine Regelung zum Umgang der Fehltage in solch einem Fall geschildert ist und jeder nur begrenzte Tage zur Verfügung hat)
- Die Ärzte dürften zu den einzigen Mitarbeitern der Klinik gehören, die nicht streikten.
- Es Streikten neben dem Pflegepersonal der Staionen, der Funktionsbereiche (OP, Sterilisation, EKG, Gastro, die übrigens fast alle komplett geschlossen waren...), der Verwaltung, die Forschung, die Lehre der Studenten viel teilweise aus, es kam keine Post auf die Stationen, die Tochtergesellschaft CFM und somit blieben kaputte Glühbrinen kaputt, Wasserhähne nur notdürftig repariert, etc...
- Es wurde Zeitweise mit Anzeigen und Namenslisten für die, die zum Streik gehen gedroht...

Heute tagt der Aufsichtsrat.

Der Streik ist für die kommende Woche unterbrochen und sollten die Forderungen nach dem letzten Angebot nicht erfüllt werden, sieht sich das Personal im Stande in der darauffolgenden Woche weiter zu streiken. Sollten die Forderungen erfüllt und die Schrittweise Angleichung bis 2014 erreicht werden, so kann ich mir vorstellen, dass es, als bald die Klinik wieder schwarze Zahlen schreibt, wieder zu einem erneuten Streik kommen wird um diesmal mehr Gehalt zu bekommen.
Dieses mal kämpfen wir NUR um eine Angleichung (!)

Einen solch großen Zusammenhalt der einzelnen Bereiche habe ich noch nicht erlebt, absolut Gigantisch! Vielen Dank
 
:daumen::daumen::daumen::daumen:

Ich bin begeistert -Klasse:cheerlead::cheerlead:Schön, dass meine Befürchtungen nicht wahr wurden.