News Pflegeberuf: Kein Grund zu bleiben: Treibt die Pandemie weltweit Pflegefachpersonen aus dem Beruf?

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In dieser Woche wurde bekannt, dass zwischen Anfang April und Ende Juli 2020 die Beschäftigungszahlen in den Pflegeberufen um rund 9.000 Beschäftigte zurückgegangen sind. Ähnliches ist auch international zu beobachten, wie der International Council of Nurses (ICN) heute veröffentlicht hat. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) warnt zum wiederholten Male vor einem Massenausstieg der Pflegefachpersonen.

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Interessant in diesem Zusammenhang finde ich die Diskussionen in der Wirtschaft zu Angebot und Nachfrage. Der Pflegepersonalmangel ist ja schon länger ein Thema. Da hätte doch das EInstiegsgehalt und die Arbeitsbedingungen deutlich nach oben steigen müssen.
 
Vielleicht hätte man bei Klatschen ein dankbares Lächeln aufsetzen sollen. Wenn man so mache Aussage von Kolleg*Innen liest, dann gehen sie ja deswegen zur Arbeit und nicht im Geld zu verdienen.
Habe ich gestern noch in unserem Blättchen gelesen, das sich Tageszeitung nennt. Interviewt wurde ein Intensivpfleger. Und ich hatte direkt wieder Puls.
 
Pflege ist Berufung, vergesst das nicht. Nächstenliebe, Klatschen und ein Danke von den Patienten machen alles wieder wett!
 
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Ist denn die Zahl von 9000 Pflegenden von über 1Mio Pflegenden wirklich so relevant, oder ist das nicht eher statistisches Rauschen? Liegt der Rückgang nicht eher darin begründet, dass Grenzübertritte aus dem östlichen Ausland weniger möglich waren im Lockdown?
Ich würde mich freuen, wenn das Thema Arbeitsbedingungen und Personalmangel mit weniger Opferhaltung sondern vielmehr mit Qualitätsansprüchen und Professionalisierung der Pflege diskutiert werden würde.
 
Interessant in diesem Zusammenhang finde ich die Diskussionen in der Wirtschaft zu Angebot und Nachfrage. Der Pflegepersonalmangel ist ja schon länger ein Thema. Da hätte doch das EInstiegsgehalt und die Arbeitsbedingungen deutlich nach oben steigen müssen.
Ganz recht.
Aber in der Pflege bzw. im Gesundheitswesen herrscht nur Pseudo-Marktwirtschaft.
 
Liegt der Rückgang nicht eher darin begründet, dass Grenzübertritte aus dem östlichen Ausland weniger möglich waren im Lockdown?
Wie soll denn das funktionieren? Berufspendler durften meines Wissens immer reisen. Und die 24-Stunden-Kräfte sind in den seltensten Fällen professionelle Pflegekräfte oder zumindest haben sie sich hier nicht um eine Anerkennung bemüht.
 
Pflege ist Berufung, vergesst das nicht. Nächstenliebe, Klatschen und ein Danke von den Patienten machen alles wieder wett!
Den Lavendel, vergeßt den Lavendel nicht.Seit knapp 30 Jahren wird auf den Pflegekräftemangel hingewiesen. Inzwischen ist über ein drittel unserer Mitarbeiter aus dem Ausland. Die Komunikation gestaltet sich äußerst schwierig, weil die wenigsten der deutschen Sprache so weit mächtig sind, dass sie eine Unterhaltung mit den Patienten führen , geschweige denn einer Übergabge folgen können. Es ist ein Wunder, dass bisher noch kein Patient ,Schaden erlitten hat.
Wenn nicht bald etwas getan wird, um qualifizierte ,Pflegekräfte, die idealerweise auch noch deutsch können, ans Bett geholt werden, dann sehe ich schwarz für die Patientenversorgung.
 
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Irgendwann ist es dann auch ein Teufelskreis.
Durch die knappe Personalbesetzung kippt die Stimmung, neue Bewerber merken bei Hospitationen sehr schnell, wie das Klima ist, noch dazu die Arbeitsverdichtung - und ergreifen die Flucht.

Zur Zeit geht es bei uns genau so abwärts. Das hat zwar nichts mit der Pandemie zu tun, aber durch Schwangerschaft und Ruhestand schieden Kollegen aus und neue kamen nicht hinzu.
Mittlerweile haben wir 4 unbesetzte Stellen (von knapp 11 Planstellen), eine wird im Sommer noch dazu kommen, und von neuen Bewerbern keine Spur. Zur Zeit retten uns 2 Zeitarbeitskollegen.
Eine einzige Bewerberin war vor kurzem da, hat sich das ganze angesehen, bemerkte die angespannte Arbeitsatmosphäre und meldete sich nicht mehr. Ist doch klar, wenn man vom Regen in die Traufe kommt, kann man´s auch lassen und da bleiben wo man ist.... da kennt man dann wenigstens seine Geister.

Ich sehe auch schwarz für die nahe Zukunft. Wenn im Sommer die Stelle noch frei wird, (und die wird definitiv frei wegen Ruhestand), gleichzeitig Urlaubszeit ist, dann weiss ich nicht, wie das mit dem Dienstplan funktionieren soll.
Gleichzeitig fange ich im Oktober meine FWB an....
Dabei sind wir ein kleines Team, eigentlich tolle Leute mit Charakter und starkem Engagement .. aber so nach und nach geht den Leuten die Luft aus... Frust und Entmutigung machen sich breit.
Diskussionen mit der PDL führen zu ... nichts.
Zu allem Überdruß werden unsere Dienstzeiten (im ganzen Haus) von 5,5 auf eine 5-Tage Woche umgestellt, so dass man pro Tag länger arbeitet, die freien Tage zusätzlich aber nicht bekommt, da ja eh schon Überstunden anfallen, um die unbesetzten Stellen zu kompensieren. Also fallen noch mehr geplante Überstunden an....
 
Inzwischen ist über ein drittel unserer Mitarbeiter aus dem Ausland. Die Komunikation gestaltet sich äußerst schwierig, weil die wenigsten der deutschen Sprache so weit mächtig sind, dass sie eine Unterhaltung mit den Patienten führen , geschweige denn einer Übergabge folgen können. Es ist ein Wunder, dass bisher noch kein Patient ,Schaden erlitten hat.

Wenn nicht bald etwas getan wird, um qualifizierte ,Pflegekräfte, die idealerweise auch noch deutsch können, ans Bett geholt werden, dann sehe ich schwarz für die Patientenversorgung.
Die Kolleg:innen aus dem Ausland sind qualifiziert. Großteils auf akademischem Niveau und mit Berufserfahrung. Ich halte ihre Rekrutierung beileibe nicht für die Lösung des Pflegenotstandes, aber ich halte es für vermessen, ihre Arbeit pauschal zu kritisieren.
(Und obgleich Deutsch ja offenbar Deine Muttersprache ist: Im obigen Zitat hast Du in drei Sätzen vier Tippfehler übersehen. Viel Spaß beim Suchen.)
 
Die Kolleg:innen aus dem Ausland sind qualifiziert. Großteils auf akademischem Niveau und mit Berufserfahrung. Ich halte ihre Rekrutierung beileibe nicht für die Lösung des Pflegenotstandes, aber ich halte es für vermessen, ihre Arbeit pauschal zu kritisieren.
Es ging @alesig mit Sicherheit um die mangelnden Sprachkenntnisse ausländischer Kollegen und nicht um deren fachliche Qualifikation.
(Und obgleich Deutsch ja offenbar Deine Muttersprache ist: Im obigen Zitat hast Du in drei Sätzen vier Tippfehler übersehen. Viel Spaß beim Suchen.)
Auch ich schätze eine korrekte Schreibweise und bei manchen (auch deutschsprachigen) Kommentatoren dreht´s mir echt den Magen rum.
Aber jeder haut mal Flüchtigkeitsfehler rein (die wirst Du auch bei mir finden); es ist jedoch völlig klar, was @alesig in ihrem Beitrag meinte.
Bei einigen Pflegeberichten ist jedoch überhaupt nicht mehr klar, was gemeint ist bzw. was genau die Aussage sein soll. Dies hat sich in den letzten Jahren m. M. n. gehäuft und betrifft auch deutsche Kollegen, aber augenfällig ist es eben besonders bei einigen ausländischen Kollegen.
Und wenn dann, wie hier im Forum schon gefordert, mündliche Übergaben als "überflüssig" und "Zeitverschwendung" abgeschafft werden sollen und sich zukünftig nur noch auf schriftliche Dokumentation verlassen werden soll, dann wird´s tatsächlich für manche Pat. kriminell lebensgefährlich. :down:
 
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(Und obgleich Deutsch ja offenbar Deine Muttersprache ist: Im obigen Zitat hast Du in drei Sätzen vier Tippfehler übersehen. Viel Spaß beim Suchen.)
Vielen Dank für den Hinweis,als Legastheniker freut man sich , wenn man auf Fehler hingewiesen wird.Mit den Jahrzehnten wird es zwar immer besser, und die Autokorrektur des PC ist auch hilfreich,aber eben nicht perfekt. Nächstes mal bitte genauer.
Die Kolleg:innen aus dem Ausland sind qualifiziert. Großteils auf akademischem Niveau und mit Berufserfahrung. Ich halte ihre Rekrutierung beileibe nicht für die Lösung des Pflegenotstandes, aber ich halte es für vermessen, ihre Arbeit pauschal zu kritisieren.
Wenn der Schuh passt,dann zieht man ihn sich halt an.
Martin H. hat sehr genau verstanden um was es mir ging. Nicht um die Qualifikation an sich, sondern um die mangelnden Deutschkenntnisse.
Bei uns wäre so manch einem Patienten der Aufenthalt bzw. die notfallmäßige Verlegung auf die IMC/ITS erspart geblieben,wenn die Sprachbarriere nicht gewesen wäre.
Das Lesen der Berichte in der Kurve,gestaltet sich z.T. sehr abenteuerlich.
Ich sehe hier die Arbeitgeber in der Pflicht, keine Mitarbeiter einzustellen , die sich nicht in Wort und Schrift verständigen können.
 
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Jede Pflegefachkraft aus dem Ausland, die hierzulande eine entsprechende Anerkennung erhalten möchte, muss Sprachkenntnisse auf B2-Niveau durch ein entsprechendes Testresultat belegen können. Das ist weit entfernt von Perfektion, aber durchaus ein Anfang.
Bei uns wäre so manch einem Patienten der Aufenthalt bzw. die notfallmäßige Verlegung auf die IMC/ITS erspart geblieben,wenn die Sprachbarriere nicht gewesen wäre.
Oh. Das habe ich persönlich noch nicht erlebt. Kann mich zumindest nicht daran erinnern, dass bei solchen Verlegungen - die gibt es natürlich! - auch nur der Verdacht geäußert wurde, die Nicht-Muttersprachler seien Schuld daran.
 
Die Erfahrungen von Alesig sind mir nicht unbekannt. Von den Zeitarbeitsfirmen bekommen wir ab und an Mitarbeiter gestellt, die wir partout nicht verstehen können. Weder im Gespräch vis-a-vis, geschweige denn am Telefon. Beides stellt ein massives Problem dar für unsere Arbeitsabläufe. Wenn das das Niveau ist, das B2 vorschreibt, ziehe ich für mich das Fazit, dass man das erforderte Niveau anheben muss.
Gilt im übrigen nicht nur für die Pflege. Wir haben drei Ärztinnen im Haus, die weder die Kollegen, noch die Patienten verstehen. Ich halte sowas für grob gefährlich!
 
Jede Pflegefachkraft aus dem Ausland, die hierzulande eine entsprechende Anerkennung erhalten möchte, muss Sprachkenntnisse auf B2-Niveau durch ein entsprechendes Testresultat belegen können. Das ist weit entfernt von Perfektion, aber durchaus ein Anfang.

O
Also zum einen gibt’s sogar immer noch Bundesländer, die sogar B1 als ausreichend erachten; zum anderen reicht B2 nicht aus:

Erfahrungen aus der Praxis zeigen aber auch, dass selbst das Sprachniveau B2 für eine fach- lich adäquate und sichere Patientenversorgung in Gesundheitseinrichtungen mit (hoch-)kom- plexen Versorgungssituationen nicht hinreichend ist. Gerade in der Pflege ist die Kommunikation mit pflegedürftigen Menschen und deren Ange- hörigen sowie mit allen, am Versorgungspro- zess beteiligten Professionen eine elementare fachliche Kompetenz, ohne die professionelle Pflege nicht darstellbar ist.
Der hohe Bedarf an Pflegefachpersonen gibt jedoch Anlass zur Sorge, dass es mehr um Quantität als um Qualität geht. Die Anforderun- gen an die Sprachkompetenz werden eher ab- gesenkt, um die Anwerbung und Berufsan- erkennung ausländischer Pflegefachpersonen schneller zu realisieren. Aufgrund der prekären Lage auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland ist die Rekrutierung ausländischer Pflegefachper- sonen zu einem attraktiven Geschäftsmodell für Vermittler geworden.
Die GQMG hingegen legt den Fokus auf die Qualität. Sie hält daher sogar das höhere Sprachniveau C 1 (GER) als Zugangsvorausset- zung zur Erlangung der Berufsanerkennung und zur Ausübung einer verantwortungsvollen beruflichen Tätigkeit in der Pflege für notwen- dig. Auch Kenntnisse in medizinischen und pflegerischen Fachtermini müssen vorausge- setzt und im Rahmen des Anerkennungsverfah- rens geprüft werden.“



Ähnliche Positionen vertritt auch der DBfK, der B2 als absolutes Mindestniveau fordert plus fachsprachliche Kompetenzen.
 
Jede Pflegefachkraft aus dem Ausland, die hierzulande eine entsprechende Anerkennung erhalten möchte, muss Sprachkenntnisse auf B2-Niveau durch ein entsprechendes Testresultat belegen können
Meine Englischkenntnise sind auf B2 Niveau, ich würde aber nicht im Traum daran denken damit in England arbeiten gehen zu wollen. Das reicht,meiner Meinung nach, absolut nicht um in der Pflege zu arbeiten.
Ein Anfang mag dieses B2 Niveau zwar sein, aber weit davon entfernt, alleine auf Patienten losgelassen zu werden. Problemäußerungen von Patienten werden nicht ausreichend verstanden,demzufolge kann auch nicht adäquat reagiert werden.
In Krisensituationen, in denen ärztliche Anordnungen ,mündlich getätgt werden mussten, kam es zu Verwechslungen, weil das Med. ähnlich klingt.
Wenn man vergißt dass bei uns der BZ in mgdl, gemessen wird und nicht in mmol, und dann dementsprechend reagiert,macht das dem Patienten keine Freude.
Ich schätze durchaus meine Kollegen aus dem Ausland, wenn ich sie verstehen kann und sie mich verstehen. Ich empfinde es unendlich anstrengend, die sprachlichen Defizite ständig zu kompensieren.
Ständig das Telefon in die Hand gedrückt zu bekommen, weil der am anderen Ende nicht verstanden wird,oder versteht.
Als erste Anlaufstelle der Ärzte mißbraucht zu werden, nur weil die Kollegin im anderen Bereich ihn nicht versteht.
Das kostet so viel Kraft und Nerven.
Vielleicht bin ich auch einfach zu alt, und schon zu lange dabei. Das macht das Nervenkostüm nicht gerade besser.
 
Okay, offensichtlich hast Du deutlich schlechtere Erfahrungen gemacht mit Nicht-Muttersprachlern gemacht als ich. Wir haben allerdings ein gutes Einarbeitungskonzept, gerade für die Kolleg:innen aus den Nicht-EU-Ländern, die hier Sprachkurse bekommen und bis zum Anerkennungsprüfung bei uns als Pflegehelfer tätig sind. Das ist anfangs schwierig, auch bei uns, aber die Kolleg:innen hängen sich wirklich rein und sind sehr engagiert dabei, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. Sie sind auch nicht allein auf weiter Flur und kommen zu uns, wenn sie die Patienten nicht verstehen.

Zu Beginn machen sie uns mehr Arbeit, das gebe ich zu. Später profitieren wir allerdings von ihnen wie von jedem anderen Mitarbeiter auch. Ich möchte sie nicht missen. Es wird noch auf längere Sicht ohnehin nicht ganz ohne Kräfte aus dem Ausland funktionieren, dafür kommen zu wenig Muttersprachler nach.

Die Verwechselung der BZ-Maßeinheit würde ich allerdings nicht unter sprachliche Defizite einordnen.