News Mehr Pflegekräfte durch Einigung im Tarifstreit

Redaktion

Redaktionsteam
Teammitglied
Registriert
26.03.2015
Beiträge
4.417
Ort
Frankfurt/Hannover
An den Unikliniken Düsseldorf und Essen sollen insgesamt 360 zusätzliche Vollzeitstellen geschaffen werden. Das ist ein Punkt der Einigung in dem langwierigen Tarifkonflikt, die nach viertägigen Schlichtungsverhandlungen zwischen Klinikleitungen und der Gewerkschaft Verdi erzielt wurde. Die zusätzli

Weiterlesen...
 
BlaBlaBla...

Das wird genauso laufen wie an der Charité: natürlich werden die Stellen tatsächlich irgendwann besetzt, nur wird nirgendwo stehen, welche Qualifikation diese Personen haben werden, es werden Servicekräfte, Pflegehelfer und Pflegefachpersonen zusammengezählt, und selbst wenn es die Kliniken tatsächlich schaffen sollten ausschließlich Fachkräfte einzustellen, so wird nirgendwo in der Tarifeinigung ein Konsequenzenmanagement formuliert sein, das eine garantierte Mindestbesetzung und entsprechend verpflichtendes Handeln der Klinikleitung/Abteilung bei Unterschreitung festlegt.
Am Ende wird im Rahmen der Neueinstellungen die Leasingquote gesenkt und an der tatsächlichen Besetzung in den Bereichen wird sich wenig bis überhaupt nichts ändern.
Dann haben sich die Pflegekräfte mal wieder verarschen lassen und stehen am Ende genauso blöd da wie vor dem Streik, aber die Klinikleitung kann sich nach Außen mit einem "wegweisenden" Tarifabschluß brüsten und hat doch nur Geld eingespart durch weniger Leasingkosten...

spflegerle (glaubt nicht mehr an den Weihnachtsmann...)
 
es bestätigt meine Erwartung, leider.
 
Na das ist doch genau das, was ich prophezeit hatte.
Kreative Umdeutungen von ausgehandelten Tarifeinigungen..., dafür muss es wohl irgendwo Managementseminare geben, die sicherlich großen Zulauf haben. :wut:

"Konsequenzenmanagement" bringt nur dann Entlastung, wenn es auch umgesetzt wird. Aber die Charité hat es ja bereits jahrelang vorgemacht wie man sich als Klinikleitung aus jeder noch so schön klingenden Tarifeinigung herauswinden kann. Warum sollte sich also irgendein anderes Klinikmanagement dazu herablassen sich an irgendwelche Einigungen zu halten, wenn es auch anders geht.

nicht verwundert
spflegerle

PS: der "Gefällt mir"-Button ist manchmal unpassend. Denn an Bachstelzes Beitrag gefällt mir durchaus die Informationsmitteilung, nicht jedoch der Inhalt ...dieser stimmt eher traurig.
 
  • Like
Reaktionen: Martin H.
Schade vor allem, dass der Beitrag nur im Lokalfernsehen des WDR gezeigt wurde und leider anscheinend nicht wichtig genug für die "richtigen" Nachrichten ist.
 
  • Like
Reaktionen: Martin H.
Das Thema Pflegekräftemangel wird immer mit dem Argument verknüpft, man habe ja nun viele Reformen angestossen, es bräuchte eben einfach Zeit, bis die notwendigen Pflegekräfte auch ausgebildet und eingestellt werden könnten, dann würde schon alles besser werden...

Dass das Konsequenzenmanagement genau diesen Umstand aufgreift und mit seinen zahlreichen Regelungen für eine sofortige Entlastung sorgen soll, das wird konsequent (!) unterschlagen. Ist schon erstaunlich, dass überhaupt mal - wenn auch nur lokal - darüber berichtet wird.

Bundesgesundheitsminister Spahn könnte dieses Thema aufgreifen und mehr politischen Druck auf die verantwortlichen Managementebenen in den Kliniken ausüben, aber dazu ist er eben zu sehr der Wirtschaft verpflichtet, als dass er dieser gegenüber Stärke zeigen könnte. Ausserdem ist er gerade ja in seinen überflüssigen Karriereplänen gefangen, wohlwissend, dass er keine Chance hat auf den CDU-Vorsitz. Er sollte sich lieber auf das besinnen, wofür er gerade aufgestellt ist: das Gesundheitssystem dieses Landes im Rahmen seiner Aufgaben als Bundesgesundheitsminister reformieren und dem Pflegenotstand ein Ende setzen.
Aber da ist wohl meinerseits zu viel Wunschdenken im Spiel...

Gruß spflegerle
 
Kreative Umdeutungen von ausgehandelten Tarifeinigungen
Ich finde das ungeheuerlich und es ist ein glatter Vertragsbruch! :eek1:
Eigentlich müßten die Beschäftigten als Konsequenz darauf sofort wieder in Streik treten.
"Konsequenzenmanagement" bringt nur dann Entlastung, wenn es auch umgesetzt wird.
Ja genau.
Es muß eben zu SOFORTIGEN Konsequenzen kommen, und die einzige, die es da eben gibt, ist die Bettensperrung! Punkt!
Es reicht nicht aus, zu sagen, ach Gottchen, da sind wir ja aufm richtigen Weg und das entwickelt sich ja jetzt in die richtige Richtung... denen ist immer noch nicht klar, unter was für (gesundheitsschädigenden!!) Bedingungen die Pflegekräfte arbeiten!

Ganz hart formuliert:
Es müßten wohl wirklich mal einige Pat. zu Tode kommen oder schwere Gesundheitsschäden erleiden, und dies belegbar aufgrund von Personalmangel. Passiert ja genaugenommen jetzt schon, aber das wird ja entweder komplett negiert oder unter den Tisch geschoben und halt irgendwelche anderen Ursachen vorgeschoben.
Einige werden jetzt wahrscheinlich wieder rumgreinen... aber es wird uns ja immer noch vorgehalten, wie egal wir im Grunde genommen sind ("Assistenberufe", "Hilfskräfte")... da wird mit gefakten Zahlen und Taschenspielertricks immer noch so getan, als ob Anzahl und Qualifikation von Pflegekräften NULL Auswirkungen aufs Outcome des Pat. hätten :schraube: (obwohl X Studien eindeutig das Gegenteil belegen!)... da entblöden sich die Krankenkassen nicht, die Situation mit gefälschten Zahlen zu beschönigen, um "zu belegen", daß wir doch in Deutschland angeblich überdurchschnittlich viele Pflegekräfte pro Pat. hätten (im Europavergleich), obwohl X Statistiken das genaue Gegenteil belegen!! :angryfire:
So lange man nur mit solchen Nebelkerzen um sich wirft, entsteht bei uns Pflegenden nicht grade der Eindruck, es würde ernsthaft an echten Lösungen des Problems gearbeitet! :angry:
 
Es müßten wohl wirklich mal einige Pat. zu Tode kommen oder schwere Gesundheitsschäden erleiden, und dies belegbar aufgrund von Personalmangel. Passiert ja genaugenommen jetzt schon, aber das wird ja entweder komplett negiert oder unter den Tisch geschoben und halt irgendwelche anderen Ursachen vorgeschoben.
:angry:

Solange die Pflege alle Pflegeplanungspunkte abzeichnet, auch die nicht erledigten - dies geht nämlich schneller bei Abhaken, es muss nicht jeder Posten einzeln kontrolliert werden - gibt es ja genug Personal.
Das bekommen alle die dies tun, gar nicht mit wie sie sich selbst ins Bein schießen :fidee: :wut:
 
  • Like
Reaktionen: Martin H.
Und auch eine neue Meta-Analyse bestätigt den Zusammenhang zwischen Personal und Mortalitätsrate und anderen Komplikationen (Open Access)

SAGE Journals: Your gateway to world-class journal research
Danke! :up:
Ja, die besagte Studie, die angeblich keinen Zusammenhang zwischen Pflegepersonal und Outcome (Mortalität etc.) "belegt", ist die RWI-Studie.
Solange die Pflege alle Pflegeplanungspunkte abzeichnet, auch die nicht erledigten - dies geht nämlich schneller bei Abhaken, es muss nicht jeder Posten einzeln kontrolliert werden - gibt es ja genug Personal.
Das bekommen alle die dies tun, gar nicht mit wie sie sich selbst ins Bein schießen :fidee: :wut:
Ganz genau:!: