News Mangel an Pflegekräften: Bundesagentur setzt auf Pfleger von den Philippinen

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Fast 20.000 sozialversicherungspflichtige Stellen sind derzeit unbesetzt - allein in der Altenpflege. Helfen soll auch Fachkräfte aus dem Ausland. Die Suche konzentriert sich vor allem auf eine Region in Südostasien.

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Und täglich grüßt das Murmeltier….

Mal überlegen - in den 70ern Philippinen, danach Korea? Dann etwa 20 Jahre später Kräfte aus dem damaligen Ostblock. Jetzt wieder Asien. 2030 dann wäre der Osten wieder dran…
 
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Gerade angesichts des Pflegenotstands sind mir ausländische Kolleginnen und Kollegen ebenso willkommen wie Einheimische. Ich bin Dozentin in einem Projekt zur Vorbereitung auf die Kenntnisprüfung und werde demnächst wohl auch philippinische Kolleginnen unterrichten.

Die Philippinen sind meines Wissens eines der wenigen Länder, die über den Eigenbedarf Pflegepersonal ausbilden. Wenn also ohnehin ein Teil das Land verlassen muss, warum sollen wir ihnen nicht Möglichkeiten in Deutschland eröffnen? Allein mit den eigenen Landsleuten werden wir den Bedarf unmöglich decken können.
 
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Ja, warum auch die Arbeit attraktiver machen um Nachwuchs zu finden oder Wiedereinsteiger oder weniger Aussteiger zu produzieren.

Alle paar Jahre (oder Jahrzehnte) fahren sie den Karren vor die Wand. Ich bin lange genug im Geschäft um bei solchen Meldungen ein deja vu zu bekommen.

Wenn sie dann genug Leute haben, wollen sie wieder ausschliesslich Abiturienten. Die kommen auch, aber bleiben nicht lange, denn die Bedingungen werden nicht verbessert. Dann läuft es wieder auf einen Notstand hinaus und dann werden erst wieder die Anforderungen heruntergeschraubt und dann geht man einkaufen.

Egal - ein / zwei Runden noch, dann bin ich raus. Dabei fällt mir ein, ich muss noch Lotto spielen. Dann klappte es vielleicht eher. :cheerlead:
 
Grundsätzlich habe ich nichts dagegen, ausländische Pflegekräfte zu rekrutieren. Allerdings begegnen mir tagtäglich Leute, die zwar die deutsche Sprache sprechen, aber die man aufgrund des Akzents sehr schlecht versteht und eine Kommunikation deshalb extrem schwer ist. Wenn dann bei den zu Pflegenden noch Schwerhörigkeit und Demenz dazu kommt, wird es sehr problematisch.
Das wird sich meines Erachtens auch auf die Pflegequalität auswirken.
Und wie Bachstelze habe ich ein Deja vu! Wie man Menschen für Pflege begeistern kann wird kaum beachtet. Im heutigen Anforderungsprofil wird Abitur gefordert, was grundsätzlich auch gut ist. Aber die Frage ist wo die ganzen Abiturienten herkomen sollen, die eine Pflegeausbildung machen um hinterher bei schlechten Arbeitsbedingungen für wenig Geld zu arbeiten.
 
Die Geschichte wiederholt sich in einem ungefähr 20jährigem Turnus.
Da müssen Leute her, die in ihrer Heimat so arm sind, das sie unsere Bedingungen als Paradies empfinden.
 
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hmmm bei uns gab es noch jede menge spanier, kroaten und aktuell wird versucht personal aus nordafrika anzuwerben (kein witz!!).. auf den normalstationen fehlt es an jeder ecke an personal. ich habe nichts gegen diese leute, die sind alle nett und machen auch nen guten job... nicht falsch verstehen.

aber: es ist der falsche weg, der richtige weg wäre unser berufsbild attraktiver zu gestalten, dann hätten wir auch keine nachwusprobleme, traurig dass dies unserer politik nicht gelingt. für mich ein versagen auf voller ebene.

auch ganz nett: wir hatten jetzt jede menge spanier auf der op-pflege seite (so ca. 10-15). bis auf 2 (!), sind alle nach einem jahr zurück ins heimatland und ziehen dort ein leben ohne berufliche perspektive vor.. ich denke das sagt schon alles.
 
Das Berufsbild attraktiver machen. Das hieße ja praktisch, die Pflegefachkräfte werden aus dem Teilchenbeschleuniger genommen, sie werden nicht mehr, bis an ihre Leistungsgrenze gebracht und haben mehr Zeit für den Patienten.

Ok.Spaß bei Seite.
Das System in dem wir arbeiten, hat sich nachhaltig, zum Nachteil für die Pflegefachkräfte und für die Patienten entwickelt. Ich meine, es hängt mit den Fall Pauschalen und der Pflegeversicherung zusammen. Die Krankenhäuser und andere Pflegeeinrichtungen, sind auf Rentabilität aus. Die Pflegeschlüssel vom Personal, sind nach meiner Ansicht, kleiner geworden.

(So ein bisschen kann ich die Spanier auch verstehen. Arbeit und Geld, vereinfachen das Leben, aber sie ersetzen nicht, die Zufriedenheit)
 
Wir werden zweigleisig fahren müssen. Ich bin sehr für verbesserte Arbeitsbedingungen und veränderte Pflegesysteme. Aber in ein paar Jahren ist die Hälfte der jetzigen Pflegekräfte über 50, und es gibt nicht genügend Nachwuchs im eigenen Land, dazu haben wir zuwenig Kinder in die Welt gesetzt. Wir benötigen auch die Kolleginnen und Kollegen aus dem Ausland, es wird nicht anders gehen. (Es sei denn, das Fraunhofer Institut hat einen gewaltigen Durchbruch in Sachen Pflegeroboter. ;-) )

Viele andere Industrieländer klagen übrigens auch über Nachwuchsprobleme und werben ausländische Pflegekräfte z.B. aus Deutschland an. Wir stehen mit diesem Problem nicht allein da, ergo ist es auch nicht ausschließlich auf die Versäumnisse unserer Politik zurückzuführen.
 
andere länder bieten zum teil auch deutlich bessere arbeitsbedingungen...
...und können ihren Bedarf dennoch nicht aus den eigenen Reihen abdecken.

Es liegt nicht ausschließlich an den Arbeitsbedingungen in der Pflege, sondern auch am demographischen Wandel. Mehr ältere und pflegebedürftige Menschen, weniger junge Leute.
 
@FLORA.BLEIBT: ja sicherlich, aber daran hat AUCH DIE Pflege ihren Anteil.
Bewußtsein, Akzeptanz, Wertschätzung, Anerkennung fliegen DER PFlege nicht einfach mal so zu.

sondern auch am demographischen Wandel.
noch sind die Babyboomer im Arbeitsleben.
und es gibt nicht genügend Nachwuchs im eigenen Land,
ja das mag schon sein, aber es gibt genügend ausgebildete GuKs, die man reaktivieren müsste und könnte - ja wenn denn die Arbeitsbedingungen entsprechend wären.

Wie andere auch schon geschrieben haben turnusmäßige Wiederholung
zuerst die Vietnamesen, Philippinen, Inder, Exjugoslawen, Ungarn ebenso wie Russen und Ukrainer nicht zu vergessen genausowenig wie die Polen. Der Hype um die Griechen und Spanier. Hab ich noch wen Vergessen?
Und was hats gebracht? - Nischt.
Deshalb sollten wir nicht ins Ausland schielen, sondern überlegen, wie man die Pflege in der BRD für die Zukunft aufstellen kann - und als iTüpfelchen, mit evtl. ausl. MA ergänzen.
Wenn ich mir das jahrelange Gezerre um das neue Berufsbildungsgesetz ansehe - habe ich wenig Hoffnung, dass die Politik die Zeichen der Zeit erkannt hat.

Ich meine, es hängt mit den Fall Pauschalen und der Pflegeversicherung zusammen.
Meine ich nicht. Denn die Verweildauer im Beruf lag in den letzten 30Jahren stabil bei 3-5Jahren, ohne Fallpauschalen etc.
Das muss also schon andere Gründe haben.
Zugegeben, die benannten Gründe könnten das Ganze noch etwas beschleunigt haben, kann ich aber nicht als Ursache identifizieren.
 
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das nicht, aber es herrscht ein anderes bewusstsein den PKs gegenüber, dieses vermisse ich hier allzu oft.
Da stimme ich zu. Aber der Pflegenotstand hat nicht nur eine einzige Ursache und sollte deshalb auch nicht einseitig angegangen werden. Die Anwerbung von Pflegekräften aus dem Ausland ist nur ein Teil der Lösung, meinetwegen gern auch ein I-Tüpfelchen, aber wenn ich eine kompetente Kollegin bekommen kann, ist mir ihre Herkunft egal.
Meine ich nicht. Denn die Verweildauer im Beruf lag in den letzten 30Jahren stabil bei 3-5Jahren, ohne Fallpauschalen etc.
Das muss also schon andere Gründe haben.
Die drei bis fünf Jahre sind ein Gerücht, das durch Studien schon mehrfach widerlegt wurde (sonderlich lang ist die Verweildauer dennoch nicht). Dagegen wurde durch die Einführung der DRGs die Verweildauer der Patienten im Krankenhaus drastisch verkürzt, was mit zur Steigerung der Arbeitsbelastung beigetragen hat.
 
Zuletzt bearbeitet:
Aus meinem Kurs, der etwa zur Hälfte aus Abiturienten bestand, waren nach 10 Jahren noch ganze fünf im gelernten Beruf. Davon eine mit Abi. Eine von den Fünfen arbeitete sehr zufrieden in der Schweiz. Eine arbeitete Vollzeit, die restlichen vier aufgrund mangelnder Vereinbarkeit von Kind und Beruf in Teilzeit.
Die Abiturienten haben, bis auf die eine Kollegin (in der Schweiz) alle noch studiert. Wir haben mal ein Klassentreffen gehabt, und weil irgendwer mit irgendwem noch Kontakt hatte, haben wir tatsächlich alle Werdegänge überblicken können. Selbst unsere Lehrerin hat später geschmissen.

Ich weiß nicht mehr genau, wieviele wir waren - 25 oder so.

Meine Nichte ist jetzt zwei Jahre im Beruf und sagt jetzt schon, sie macht das nicht für ewig.
 
Wenn ich mir das jahrelange Gezerre um das neue Berufsbildungsgesetz ansehe - habe ich wenig Hoffnung, dass die Politik die Zeichen der Zeit erkannt hat.
Da muss ich Dir leider Recht geben. :-(
 
Ja Bachstelze, das kann ich nur bestätigen von unseren Klassentreffen.
32

Examen nach 25 Jahren noch 4 in der Klinik, davon 2 Teilzeit Dauernachtwache.

Die drei bis fünf Jahre sind ein Gerücht, das durch Studien schon mehrfach widerlegt wurde
wo finde ich diese denn?
Und sollten es in der einen oder anderen Studie in einem Zeitraum auch mal 6 oder7 Jahre gewesen sein. Da mag es vielleicht den einen oder anderen untersuchten Zeitraum gegeben haben, der auch mal 1 oder 2 Jahre mehr ausgibt. Das macht den Kohl auch nicht fett.

Dagegen wurde durch die Einführung der DRGs die Verweildauer der Patienten im Krankenhaus drastisch verkürzt, was mit zur Steigerung der Arbeitsbelastung beigetragen hat.
Dabei Widerspreche ich dir ja nicht und dass dies die Situation noch zusätzlich verschärft haben kann, stelle ich nicht in Abrede. Dass es vielfache Ursachen hat da stimme ich dir zu. Ich denke nur, dass DRGs, einen kleinen, aber nicht Hauptanteil an der Berufsflucht haben, da dies bereits vor den DRGs gegeben hat. Streiten wir jetzt nicht um 1 oder 2Jahre. Auch 7Jahre Berufsverweildauer wäre ein volkswirtschaftliches Desaster.

aber wenn ich eine kompetente Kollegin bekommen kann, ist mir ihre Herkunft egal.
Das sehe ich nicht so Problemlos wie du. Denn diese PFK fehlt im Zweifel in ihrem eigenen Land für die Versorgung.
Findet nicht gerade (hoffentlich) ein Umdenken statt, dass wir auf Kosten anderer Länder oder Kontinente (Bsp. Afrika) unseren Wohlstand und jetzt auch noch gesundheitliche Versorgung nicht mehr gewährleisten wollen?
Warum? - Weil wir es nicht schaffen entsprechende Anreizstrukturen zu schaffen für unsere Einwohner, sondern uns bedienen an Menschen aus Ländern denen es schlechter geht - Nein, das ist mir wirklich nicht egal!
 
Es kann schlicht und ergreifend nicht sein, dass eines der reichsten Länder der Welt, welches auch nicht müde ist zu erwähnen, dass es eines (wenn nicht sogar DAS) Beste(en) Gesundheitssysteme der Welt besitzt, auf die Frage nach der Sicherstellung der Pflegerischen Versorgung und somit auch der Stabilität und Funktion dieses Gesundheitssystems, als einzige Antwort die rekrutierung von Ausländischen Pflegekräften zu bieten hat.
 
@renje / beitrag 17

das sehe ich absolut genauso. auf unserer letzten betriebsversammlung wurde diese problematik in bezug auf die nordafrikaner, welche im rahmen einer neuen offensive angeworben werden sollen, von einem kollegen angesprochen, wir schwächen durch diese aktion das gesundheitssystem dieser ländern.. - ändern tut sich dadurch an der lukrativität und attraktivität unserer berufes in unserem land gleich null. nicht zu vergessen, diese menschen sind bereit für ganz andere bedingungen zu arbeiten, wie wir es tun würden. das ist m.e. alles andere als eine verbesserung. für mich ist das eher eine moderne sklaverei... ach ja und ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie schnell dieses thema erledigt war und zum nächsten tagespunkt übergegangen wurde. hat mich gewundert, dass wir nicht des saales verwiesen wurden.
besonders erfreut war man an der kritik der offensive nicht wirklich.

ergänzend zum thema spanier:
die hatten bei uns alle einen hochschulabschluß in pflege und waren top qualifiziert, gute deutschkenntnisse, allesamt echt gute und tolle kollegen. eingestellt hat man sie mit praktikantenverträge, gearbeitet wurde natütlich im vollschichtsystem mit allen schichten un der entsprechenden verantwortung.

ich denke so etwas ist beispielhaft und das gibts an vielen anderen kliniken auch, für mich menschenverachtend und das allerletzte.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
ergänzend zum thema spanier:
die hatten bei uns alle einen hochschulabschluß in pflege und waren top qualifiziert, gute deutschkenntnisse, allesamt echt gute und tolle kollegen. eingestellt hat man sie mit praktikantenverträge, gearbeitet wurde natütlich im vollschichtsystem mit allen schichten un der entsprechenden verantwortung.

ich denke so etwas ist beispielhaft und das gibts an vielen anderen kliniken auch
Kannte ich so nicht und muss Dir zustimmen: So darf es nicht ablaufen! Ausländische Kollegen gern (hab selbst ein paar Team), aber dann zu den gleichen Konditionen wie jede andere Pflegekraft auch. Anerkennung der Ausbildung vorausgesetzt, natürlich, aber die bekommen Spanier als EU-Mitglieder ja definitiv.