In die OP-Pflege als Pflegefachfrau

pflegelou

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Hallo,
Ich mache aktuell noch meine Ausbildung zur Pflegefachfrau (generalistische Pflegeausbildung) und bin im 2. Lehrjahr.
Ich bin mir aber jetzt schon absolut sicher, dass ich nach meiner Ausbildung im OP arbeiten möchte, da mir dieser Bereich einfach so gut gefällt und ich einen tollen Einsatz im OP hatte.

Nun ist jedoch die Frage, ob es als frisch examinierte Pflegefachfrau überhaupt möglich ist, direkt im OP anzufangen und wie realistisch es ist, ein Stelle zu bekommen? In der Ausbildung lernen wir leider recht wenig, was für den OP relevant ist und durch die Generalistik geht die Ausbildung inhaltlich noch weiter davon weg, als die ehemalige Guk Ausbildung. Und die Fachweiterbildung ist ja auch immer weiter rückläufig und erfordert zudem 2 Jahre Berufserfahrung.
Oder sollte ich meine Ausbildung abbrechen und noch mal neu starten mit der OTA Ausbildung (bin wie gesagt im 2. LJ)

Ich hoffe ihr könnt mir etwas weiter helfen, bin wirklich ratlos.

LG
 

renje

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D.h. du kommst im Sept./Okt. ins 3 Lehrjahr?
Knapp 1 Jahr vor Abschluss abbrechen - niemals.
Auf jedenfall fertig machen. Du hast in einem kurzen Einsatz als Schüler in den OP hineinschnuppern können. In einem anderen Haus, in einem anderen Team, als Examinierte kann und wird das Ganze schon wieder evtl. ganz anderst aussehen.

Im OP eine Stelle zu bekommen ist sicherlich möglich, je nach Bedarf. In Ballungsräumen mit vielen und großen Kliniken sicher einfacher als auf dem flachen Land mit wenig oder nur einem KH. Das ist als OTA auch nicht soooooooo viel anderst.

Denke daran als Pflegefachfrau hast du ein viel breiter gefächertes Spektrum, wie als OTA. Als OTA OP und Ende.

Wer weiß schon ob dir der OP soooo gut gefällt, wenn du ein paar Jahre da gearbeitet hast?
Als Pflegefachfrau steht dir der gesamte med.pflegerische Bereich offen, wenn du keinen Bock mehr hast.

Die OTA-Ausbildung dranhängen kannst du immer noch, wenn du denn möchtest.
 

th-giese

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Warum solltest du nicht direkt im OP starten können. Leider ist es so, dass die Lehrkräfte in den Schulen meist nicht wirklich Ahnung von Funktionsdiensten haben, daher vermitteln die sehr wenig. Ich habe auch direkt im OP angefangen mach meinem Examen. Der akute Personalmangel, der zur Zeit überall vorherrscht spielt die da sicher auch in die Karten. Kann natürlich auch sein, dass du etwas Flexibilität beim Arbeitsort mitbringen musst. In Ballungsgebieten dürfte das kein Thema sein. Eher im ländlichen.
Das mit den 2 Jahren Berufserfahrung ist auch ein Märchen und wenn es so was gäbe ist das Länderregelung. Im Saarland gibt es diese Zeitvorgabe jedenfalls nicht. Trotzdem ist es natürlich ratsam, dass erst ein wenig Erfahrung zu sammeln. Wenn du die Fachweiterbildung antrittst, solltest du schon wissen wo das gefährliche Ende einer Schere ist :-)
Zudem kann es auch sein, dass ein kleinerer OP auch nicht mehrere Leute parallel in die Fachausbildung senden. Schulblöcke und Rotationen in unterschiedliche Fachgebiete schwächen ein Team ja auch temporär
Auf gar keinen Fall solltest Du Deine Ausbildung abbrechen. Als GUK hast du auch mehr Möglichkeiten dich ggf. mal zu verändern. Sowas macht sich auch nicht gut im Lebenslauf.
 
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Martin H.

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Ich würde auch die Ausbildung ganz normal beenden und mich dann einfach für den OP bewerben.

Übrigens glaube ich nicht, daß die Lehrkräfte in den Schulen „meist nicht wirklich Ahnung von Funktionsdiensten haben“, sondern daß OP halt einer von vielen Randbereichen der Pflege ist - daher kann ihm zeitlich einfach nicht ewig viel Zeit eingeräumt werden.

Daß sich nach dem Examen erst spezialisiert wird, ist international schon lange gang und gäbe und hierzulande längst überfällig.
 

pflegelou

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Danke schön mal für eure Einschätzung. Ich bin übrigens erste seit kurzem im 2. Lehrjahr, habe das erste gerade erst im April abgeschlossen.
Also Ihr meint dass es kein Problem sein sollte, als Berufsanfänger, der quasi wieder bei Null anfängt, eine Stelle im OP zu bekommen? Ich hab halt einfach die Sorge dass das nicht klappen könnte, weil mich unter den Voraussetzungen keine klinik einstellen will. Kann die aktuelle Personalsituation in den OPs kaum einschätzen, vielleicht mache ich mir da auch viel zu viele unnötige Sorgen. Komme leider aus dem ländlichen Raum, es gibt nur wenige kleine Häuser hier in der Nähe, die nächste große Klinik ist leider relativ weit weg.
 

sea

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Ich kann es natürlich noch nicht praktisch einschätzen- aber ich habe genug Stellenanzeigen für den OP gesehen wo ausdrücklich stand, dass sie auch gerne Berufsanfänger*innen nehmen. Ich glaube nicht dass du da Schwierigkeiten haben wirst.
 

pflegelou

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Ich schaue auch öfters mal (nur aus Interesse) in die Stellenanzeigen der umliegenden Krankenhäuser rein. Stellen im OP sind oft ausgeschrieben, aber meistens steht dort, dass sie einen OTA oder Krankenpfleger MIT OP-Erfahrung suchen. Das verunsichert mich, denn ernsthafte OP Erfahrung habe ich nach meiner Ausbildung natürlich keine.
 

sea

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Ja, das verstehe ich. Im Zweifel würde ich sagen: Probieren geht über studieren. Ich wage zu behaupten, wenn du fertig bist mit der Ausbildung wird sich der Personalmangel eher noch weiter zugespitzt haben.
 

matras

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Die Stellenangebote für OP-Personal wird nie direkt in den Stellenanzeigen abgebildet. Will bedeuten, es gibt mehr offene Stellen als das notwendige Personal. So hatte ich noch nie in über 30 Jahren OP-Tätiigkeit Probleme eine von mir gewünschte Stelle im OP zu bekommen.
Die Vorhergehende Ausbildung in der Pflege hat mir auf Grund der Ausbildungstiefe den Einstieg im OP eher erleichtert.....
 
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th-giese

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Ich schaue auch öfters mal (nur aus Interesse) in die Stellenanzeigen der umliegenden Krankenhäuser rein. Stellen im OP sind oft ausgeschrieben, aber meistens steht dort, dass sie einen OTA oder Krankenpfleger MIT OP-Erfahrung suchen. Das verunsichert mich, denn ernsthafte OP Erfahrung habe ich nach meiner Ausbildung natürlich keine.
Suchen kann man vieles man muss auf "Finden" lass dich da nicht irritieren. Geht deinen Weg!
 

sea

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Die Stellenangebote für OP-Personal wird nie direkt in den Stellenanzeigen abgebildet. Will bedeuten, es gibt mehr offene Stellen als das notwendige Personal
Gilt das deiner Erfahrung nach nur für OP/OTA oder auch für die Anästhesie? Das hieße es würde sich generell lohnen, sich initiativ zu bewerben- selbst wenn nicht ausgeschrieben?
 

pflegelou

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Ich kann mir halt irgendwie schwer vorstellen, dass es sich ein Arbeitstgeber leisten kann, eine Vollzeitkraft mit vollem Gehalt einzustellen, die quasi bei Null wieder anfängt und komplett eingearbeitet werden muss. Dazu braucht man ja auch wieder entsprechendes Personal‍..? Oder wie wird das aktuell in der Praxis gehandhabt?
 

matras

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Gilt das deiner Erfahrung nach nur für OP/OTA oder auch für die Anästhesie? Das hieße es würde sich generell lohnen, sich initiativ zu bewerben- selbst wenn nicht ausgeschrieben?
Kann nur für OP-Dienst sprechen, keine Anästhesie-Erfahrungen.
 

matras

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Ich kann mir halt irgendwie schwer vorstellen, dass es sich ein Arbeitstgeber leisten kann, eine Vollzeitkraft mit vollem Gehalt einzustellen, die quasi bei Null wieder anfängt und komplett eingearbeitet werden muss. Dazu braucht man ja auch wieder entsprechendes Personal‍..? Oder wie wird das aktuell in der Praxis gehandhabt?
Die AG sind gezwungen dazu, sonst haben sie irgendwann gar kein OP-Personal mehr.
 
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sea

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Es wäre eben auch die rein logische Frage nach einer Alternative... wie soll man denn OP Erfahrung sammeln wenn nicht im OP? Das heißt, jede Kraft fängt irgendwann dort bei Null an, dafür spielt der OP in der Ausbildung eine zu geringe Rolle (OTA jetzt mal ausgenommen- aber wie ich das mitbekomme, werden die nicht überall ausschließlich flächendeckend eingesetzt... wo sollen die alle herkommen?).
 
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-Claudia-

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Die AG sind gezwungen dazu, sonst haben sie irgendwann gar kein OP-Personal mehr.
Abgesehen davon: Jeder fängt nach der Ausbildung komplett bei Null an. Und bei einem Fachbereichswechsel ist man auch nicht weit davon entfernt. Neue Mitarbeiter:innen brauchen grundsätzlich eine Einarbeitung, und ein vernünftiger Arbeitgeber ist sich dessen auch bewusst und investiert in sie.
 
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th-giese

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Ich kann mir halt irgendwie schwer vorstellen, dass es sich ein Arbeitstgeber leisten kann, eine Vollzeitkraft mit vollem Gehalt einzustellen, die quasi bei Null wieder anfängt und komplett eingearbeitet werden muss. Dazu braucht man ja auch wieder entsprechendes Personal‍..? Oder wie wird das aktuell in der Praxis gehandhabt?
Und woher glaubst Du sollen alle diese so dringend gesuchten Fachkräfte herkommen. Auf Bäumen wachsen die nicht. Natürlich suchen die Leute mit Erfahrung und am besten noch ganz jung dafür aber mit 20 Jahren Berufserfahrung, aber finden muss man die auch.
Außerdem gibt's ja (hoffentlich) auch Einarbeitungskonzepte....
 

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