News Händehygiene: Fortbildungen zu wenig praxisnah

Bei uns im Haus gibt es 2x im Jahr eine Schulung für Händehygiene, eine im Frühling und eine im Herbst. Wer Pech hat, der hat bereits seinen Urlaub geplant und kann weder an keiner Teilnehmen. Auch bei der Dienstplangestaltung wird auf die FB keine Rücksicht genommen. Soweit so schlecht. Teilnehmen tun eigentlich immer die Gleichen. Alle die ein Telefon mit sich herumtragen müssen lassen sich nach einer angemessenen Zeit anrufen und verlassen hektisch den Raum,wobei sie natürlich vorher genervt die Augen rollen und einmal entschuldigend rundherum schauen.Der klägliche Rest der bleiben darf/muss, sinkt entweder in einen kurzen erholsamen Schlummer, schaut auf sein Handy oder unterhält sich angeregt mit dem Nachbarn. Ein paar engagierte Teilnehmer ,auch immer die Gleichen, beantworten in den Raum gestellte Fragen oder stellen welche. Nach der FB geht jeder seiner Wege und desinfiziert genauso gut,schlecht oder falsch wie er/sie es schon immer gemacht hat. Fachlicher Wert der FB gleich null, Unterhaltungswert für den aufmerksamen Beobachter sehr hoch. Wer die Ohren offen hält wird "belohnt" mit Gerüchten aus dem Arbeits- und Berufsleben der lieben Kollegen. Auf Station angekommen läuft mir diese eine Kollegin über den Weg, die grade von der FB kam, sie wedelt stark mit ihren Händen damit das Desinfektionsmittel schneller trocknet. Mein Fazit, die ganze FB hilft nur so viel ,wie die Mitarbeiter in der Pflege bereit sind sie in der Praxis umzusetzen. In den meisten Fällen wäre dies auch möglich aber.....
 
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Bei uns im Haus gibt es 2x im Jahr eine Schulung für Händehygiene, eine im Frühling und eine im Herbst. Wer Pech hat, der hat bereits seinen Urlaub geplant und kann weder an keiner Teilnehmen. Auch bei der Dienstplangestaltung wird auf die FB keine Rücksicht genommen.
Erinnert mich ein kleines bißchen an meine Klinikzeit, aber nur ein bißchen...
Die (Pflicht)Fortbildungen gab es glaub ich bei uns damals einmal im Quartal, und bei der Dienstplanung wurde ursprünglich schon Rücksicht auf FB genommen; aber wenn es hart auf hart kam (und das war in der Klinik ja Normalzustand :ccol1: ), dann wurden die Leute kurzfristig wieder aus den Fortbildungen rausgenommen, da man sie ja zum arbeiten brauchte... :mrgreen: Das ist dann schon "putzig", wenn einerseits seitens des AG was von Pflicht getönt wird und es so hingestellt wird, daß es ja "Pflicht" der MA sei, an diesen FB teilzunehmen, aber andererseits die MA ohne jeden Skrupel aus der "Pflicht"-FB rausgenommen wurden.
OT: Erinnert mich auch ein Stückchen an meine Mentorentätigkeit auf Station. Da wurde auch immer (vor allem von Leitungen) rumgelabert, wie wichtig es doch sei, den Schülern eine vernünftige Praxisanleitung angedeihen zu lassen und wie sehr dies doch am Engagement der PA bzw. Mentoren hänge bla bla bla (also wenn ein Schüler auf einer Station so gut wie nix lernte, dann war es lt. diesen Leuten der "Drecks-Anleiter" :x , der schuld war. Außer es war der "dumme" Schüler, der schuld war). Aber dann wurden noch nicht mal primitivste Grundvoraussetzungen erfüllt, z. B. vielleicht evtl. ggf. auch die Anleiter mit ihren Schülern zusammen in Schichten einzuteilen. :roll: Und wenn eine Anleitung/Erklärung mit dem Schüler 3 Minuten zu lang dauerte, wurde sofort rumgeblökt, gern auch von einigen lieben Kollegen...
Ich merk schon wieder, wie mein RR auf 180 steigt... :angryfire: Gut, daß ich aus dem Drecksladen raus bin.
 
Wir machen unsere Fortbildungen sowieso nur noch theoretisch via e- learning...das ist ein Witz, denn die Antworten zirkulieren unter den Kollegen und keiner guckt sich mehr die Infos an.
Jetzt sind bei uns alle hysterisch weil in ein paar Tagen ein Audit von den Deutschland-Oberbossen des Unternehmens ansteht, ganz grosses Kino, und danach schert sich sowieso keiner mehr um all das und alle rödeln weiter wie gehabt.
 
@DieFranzösin
Ich halte E-Learning schon für sinnvoll, aber nicht so, und nicht als ausschließliche Lernmethode.
Und jetzt? Müssen alle pauken wie blöd fürs Audit oder wie?
 
@Martin H. ja, es ist vollkommen bescheuert. Es gibt da so ein Internet-Chefsache- wie machen wir alles perfekt- Pflegeprotokoll (mit so sinnvollen Unterpunkten wie oft z.B zwischen den einzelnen Arbeitschritten wische ich den Bildschrirm den Maschine ab - echt jetzt!) Das ist 60 Seiten oder so lang und deckt wirklich jede Mikrobe auf der Kittelschürze ab, und das müssen jetzt alle auswendig lernen und werden dann abgefragt von den Chefs.
Dabei bin ich in der Klinik die einzige, die Deutsch kann und ergo direkt mit denen reden. die Franzosen sprechen kein Englisch und die Deutschen kein Französisch. Ich hab noch nicht entschieden ob das eine Satire oder ein Albtraum ist.

Entfernt mit Hygiene hat vieleicht noch zu tun, dass ich dem Patienten jetzt untersagen muss, sich zu erbrechen, bis ich die neuerdings vorschriftsmässige Plastikschürze zum Schutz gegen derlei Ungemach angelegt habe...

Das ist jetzt aber wirklich Off-Topic...
 
Meine innere Uhr tickt auch immer etwas schneller, wenn ich bis 30 zähle, ungeachtet irgendwelcher Zeitumstellungen :-)

Hallo FriedrichHD,
wenn ich eines habe, dann ist es Zeit (in der Beatmungspflege auf unserer WG, habe ich nur 3 Patienetn in 7 Stunden zu betreuen und zu versorgen. Das heißt ganz konkret, ich kann mir pro Patient 1 Stunde für die Grundpflege Zeit nehmen).

Gruß,
pepita - sheep
 
Bei uns stand gestern wieder die (laang ersehnte....) routinemäßige Hygienefortbildung an und ich habe das Gefühl, dass dieses Mal bei einigen das Bewusstsein für mehr als zwei Tage geschärft wurde.

Unser Hygienebeauftragter (+55 Jahre :-) ) zeigte sich mal experimentierfreundig und hat etwas mitgebracht, das wohl ganz neu ist.
Am Anfang standen wir jeweils mit 4 bis 6 Personen um einen Tisch und haben uns die Hände mit der Flüssigkeit ganz normal desinfiziert. Zu Beginn war die Flüssigkeit kaum zu sehen und keiner wusste so genau, was die Übung bringen soll. Ich musste auch schmunzeln und der Hygienebeauftragte war etwas ratlos und wollte schon die UV-Box holen.
Nach einer halben Minute war die Flüssigkeit langsam getrocknet und die ersten haben freudig festgestellt, dass sich ihre Hände pink einfärben.

Lustigerweise (wohl eher bedauerlicherweise) waren die Hände bei fast der Hälfte nur schwach pink gefärbt, bei anderen (auch bei mir) dafür aber umso knalliger. Mit den Farbfächern konnten wir gegenseitig schauen, wie die Hände im Optimalfall eingefärbt sein sollten. Die Erkenntnis war, dass die meisten schlichtweg zu wenig Desinfektionsmittel genommen haben. Wahrscheinlich machen sie es seit Jahren oder Jahrzehnten falsch, aber das ist eine andere Geschichte :oops: Die haben die Übung dann wiederholt und hatten dank der höheren Dosiermenge ebenso pinke Hände.
Nach der Auswertung sollten wir die Hände nur noch entfärben und fertig waren wir. Das hat bei allen Teilnehmern insgesamt vielleicht 15 Minuten gedauert. Sonst sind alle froh, wenn die Schulung vorbei ist. Gestern war es ganz anders.
Hat irgendwer sonst noch Erfahrungen mit den pinken Händen gemacht oder hat etwas Negatives festgestellt? Glaub es heißt "heyfair"
 
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Reaktionen: Martin H.