News Fachpersonenmangel in Sachsen und Thüringen besonders drastisch

Schwester B.

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Ja genau, das Lohnniveau sollte im Osten und Westen gleich sein. Dann ziehe ich nach Thüringen - da lebt es sich nämlich entschieden günstiger.
Irgendwie fällt diese Tatsache immer hinten runter.
 

Jillian

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Dann ziehe ich nach Thüringen - da lebt es sich nämlich entschieden günstiger.
So wie du das sagst, klingt das so, als sei das ganze Thüringer Ländle von Eisenach bis Altenburg ein Paradies, wo das Verhältnis aus Lohn und Kosten besonders günstig ist, und zwar flächendeckend. ;)
Das hab ich ganz anders erlebt. Das Lohnniveau schwankt genauso wie die Lebenshaltungskosten. Ich bin nicht dort weggezogen, weil man dort so günstig lebt - im Gegenteil.
 
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Martin H.

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Dann ziehe ich nach Thüringen - da lebt es sich nämlich entschieden günstiger.
Irgendwie fällt diese Tatsache immer hinten runter.
... weil es keine Tatsache ist.
Zwar sind Mieten oder auch Kosten für Häuser insbesondere auf dem Land dort deutlich günstiger, aber schon in den Städten schaut´s wieder ganz anders aus.
Und was die restlichen Kosten betrifft (Lebensmittel, Benzin, Strom etc., halt die Dinge des täglichen Lebens), die sind dort genauso teuer wie im Westen.
Von daher ist ein niedrigeres Lohnniveau im Osten heutzutage nicht mehr nachvollziehbar.
 

Schwester B.

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In dem Bericht wird vom ländlichen Raum gesprochen, und genau auf diesen beziehe ich mich. Und allein durch die sehr viel günstigeren Mieten sinken die Lebenshaltungskosten enorm. Die Gastronomie-Preise sind auch sehr viel günstiger.
 

Schwester B.

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Zwar sind Mieten oder auch Kosten für Häuser insbesondere auf dem Land dort deutlich günstiger, aber schon in den Städten schaut´s wieder ganz anders aus.
Und genau an der Stelle muss man differenzieren. Auch im Westen, wo übrigens die teuersten Städte der Republik liegen, kann man sein Leben mit unseren Gehältern nicht finanzieren. Niemand gibt mir das Geld um in Frankfurt/M , Stuttgart, München, Düsseldorf usw. leben zu können. Das Gehalt wird halt nicht nach Stadt/Land steigen oder fallen. Also nimmt man den Durchschnitt, und der ist halt in Thüringen niedriger.
In allen Fällen muss man eben gucken, in welcher Region man finanziell gut klar kommt.
Man kann ein Stadtleben im Osten nicht in die Waagschale werfen und es im Westen ausklammern.


Und was die restlichen Kosten betrifft (Lebensmittel, Benzin, Strom etc., halt die Dinge des täglichen Lebens), die sind dort genauso teuer wie im Westen.
Die Lebenshaltungskosten bestehen aber aus noch vielen anderen Dingen, wie Freizeitgestaltung, das Halten eines Hundes, oder z.B. Kreditkosten. Wenn die Lebenshaltungskosten niedriger sind, kriegst du günstigere Kredite weil die persönliche Belastung sinkt.


Ich bin der Meinung, man sollte verfügbares Geld in eine allgemeine Lohnsteigerung stecken. Damit wird zwar kein Leben in den teuren Städten, hier wie dort, möglich sein, aber es wäre vielleicht der allgemeinen Zufriedenheit zuträglich.
 

Martin H.

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Und genau an der Stelle muss man differenzieren. Auch im Westen, wo übrigens die teuersten Städte der Republik liegen, kann man sein Leben mit unseren Gehältern nicht finanzieren. (...)
Man kann ein Stadtleben im Osten nicht in die Waagschale werfen und es im Westen ausklammern.
Genau das sage ich doch: Auch im Westen profitiert man von geringeren Lebenshaltungskosten auf dem Land gegenüber der Stadt; ich selbst wohne auf dem Dorf, mein Haus könnte ich mir in der Stadt niemals leisten. Trotzdem profitiere ich hier von dem allgemein höheren Lohnniveau im Westen.
Im übrigen sind auch die ostdeutschen Städte teure Pflaster und auch dort gibt es Wohnraummangel.

Die Lebenshaltungskosten bestehen aber aus noch vielen anderen Dingen, wie Freizeitgestaltung, das Halten eines Hundes, oder z.B. Kreditkosten. Wenn die Lebenshaltungskosten niedriger sind, kriegst du günstigere Kredite weil die persönliche Belastung sinkt.
Hm, wenn ich mal die Hundesteuern vergleiche, dann kann man finde ich nicht sagen, die wären im Osten generell niedriger:
Auch die von Dir weiter oben genannten Gastronomiepreise sind nach meiner Erfahrung im Osten nicht generell niedriger als im Westen. Das schwankt regional sehr stark.
 

Schwester B.

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Also könnte man doch sagen, dass wir uns einig sind, dass es hier wie da, regional stark schwankt, und dass man sich sein finanzierbares Plätzchen, hier wie da, suchen muss.
Und dass im Durchschnitt die Lebenshaltungskosten im Westen höher sind, ist Fakt.
Deswegen überzeugt mich deine Argumentation jetzt nicht.
 
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Martin H.

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Jetzt führst du aber einen Vergleich aller Gehälter an. Führt das nicht ein bisschen weit? Es ging doch jetzt um Pflegeberufe. Und wenn ich das richtig in Erinnerung habe, sind es hier diese 10-15% Unterschied, die sich in den Lebenshaltungskosten wiederfinden.
 

Bachstelze

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Das Lohnniveau ist im Osten generell noch niedriger und das sollte eben nicht so sein. Da kann man auch nicht mit Lebenshaltungskosten argumentieren. Die sind auch im Westen durchaus unterschiedlich. Und in den Ballungsräumen sind sie überall sehr hoch und dort ist auch der Fachkräftemangel besonders hoch.
Da niemand neu zuzieht, wenn man sich keine Wohnung leisten kann, wenn man denn eine freie Mietwohnung findet.

Zu sagen, es wäre ok, wenn man dort noch weniger verdient, weil man ja weniger Miete zahlt, ist ein merkwürdiger Gedanke. Im Umkehrschluss müsste es ja dann in Ballungsräumen enorme Gehaltszuschläge geben.
 
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Zu sagen, es wäre ok, wenn man dort noch weniger verdient, weil man ja weniger Miete zahlt, ist ein merkwürdiger Gedanke.
Sehe ich anders. Wenn man in Monaco viel mehr Geld verdient als in Göttingen, gilt ebenfalls das Argument der teuren Lebenshaltung. Warum nicht hier?


Im Umkehrschluss müsste es ja dann in Ballungsräumen enorme Gehaltszuschläge geben.
Eben, das deutete ich bereits an. Aber da halt kein Unterschied gemacht wird zwischen Stadt und Land, bezieht man sich auf Durchschnittswerte.
 

Martin H.

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Jetzt führst du aber einen Vergleich aller Gehälter an. Führt das nicht ein bisschen weit? Es ging doch jetzt um Pflegeberufe. Und wenn ich das richtig in Erinnerung habe, sind es hier diese 10-15% Unterschied, die sich in den Lebenshaltungskosten wiederfinden.
"Der zweite große Unterschied besteht zwischen den Bundesländern. Oder noch genauer: zwischen Ost und West. Fachkräfte in den "neuen Ländern" (Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen) wurden Ende 2017 um 23,3 Prozent schlechter bezahlt als ihre KollegInnen im Westen. Die Unterschiede waren regional mitunter gewaltig. Ging in Sachsen-Anhalt eine Fachkaft in der Altenpflege mit durchschnittlich 2.136 Euro brutto nach Hause, so hatte eine solche in Baden-Württemberg im Schnitt 3.036 Euro in der Tasche."

Quelle:

Der springende Punkt ist, daß die starken Gehaltsunterschiede nicht gerechtfertigt sind.
 
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Was die Einkommensstatistik verfälscht, ist die weitreichende untertarifliche Bezahlung der Altenpfleger im Osten! Das muss der 1. Schritt sein: die Altenpflege muss bundesweit (!) erst einmal in die Tarife gebracht werden. Der Osten ist hier noch schlechter dran als der Westen. Aber auch hier werden viele PKs noch untertariflich bezahlt.
Dann kommt eine Gleichstellung aufgrund des Stuttgarter Modells dran. Das kostet alles Milliarden und bisher weiß kein Mensch wie das bezahlt werden soll.
Erst danach kann man über eine Angleichung von Ost und West ernsthaft nachdenken.
Auch in dieser Diskussion fehlt die korrekte Reihenfolge.
Bei der Unterbringung in den Tarifen ist in der Politik auch zunächst nur von den PKs im Osten die Rede.
Danach käme der Westen dran...dann die Vereinheitlichung der Fächer, dann eine Ost - West- Angleichung...
Das wird alles noch Jahrzehnte dauern.
Das Wichtigste ist doch erst einmal, dass ausgebildete Fachkräfte in der Pflege vom Hilfsarbeiter-Lohn wegkommen.
 

-Claudia-

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Der TVÖD bezahlt bereits seit 2009 in Ost und West die gleichen Gehälter.
 
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Na, sieh an. Wusste ich jetzt gar nicht. Dann hat man diesen Punkt ja mit dem Überführen in die Tarife eh erledigt.
 

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Für alle, die sich schonmal den ganzen mit Löhnen und Landkreisen außeinandersetzen wollten Kreise
 

Jillian

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Der TVÖD bezahlt bereits seit 2009 in Ost und West die gleichen Gehälter.
Nur zahlt kaum ein KH in Thüringen nach TVÖD. Ich musste lange suchen, bis ich eins fand. Die meisten zahlen nach Haustarif oder anderen, niedrigeren Tarifen. Am härtesten habe ich es bei den Bewerbungen zur Ausbildung gemerkt: Das Startgehalt im 1. Lj schwankte zwischen knapp 900,- und 450€. Das kann man sich jetzt auf die Gehälter einer examinierten Fachkraft hochrechnen. TVÖD ist den meisten Häusern schlicht zu teuer.
 
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