Eure Zukunft auf Intensivstation?

indy J

Poweruser
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03.03.2007
Beiträge
508
Ort
Heiligenroth
Beruf
Krankenpfleger, Student
Akt. Einsatzbereich
Intensivstation
Funktion
stellv. Abteilungsleitung Intensiv/Anästhesie/Aufwachraum
Hallo

Diese Frage richtet sich an alle Kollegen, die auf Intensiv arbeiten oder auch mal da gearbeitet haben. Und zwar ist es ja so, dass die Arbeitsbelastung in der Pflege nicht gerade sinkt, auch auf einer ITS nicht. Ewig macht das gesundheitlich ja kein Mensch mit und daher interessiert mich, wie ihr eure Zukunft in Sachen ITS seht?
Wie lange arbeitet ihr schon dort?
Wie lange habt ihr noch vor dort zu arbeiten?
Habt ihr schon Alternativen für später?
Was wären die Gründe, die euch irgendwann von der ITS runter kriegen oder schon runter gebracht haben?

Ich selbst arbeite seit 1 Jahr auf einer Intensivstation, bin auch erst so lange examiniert. Momentan macht mir die Arbeit noch sehr viel Spaß und mich nimmt der Stress weder körperlich noch seelisch mit.
Was mich irgendwann dazu bringt die ITS zu verlassen ist der Schichtdienst. Das möchte ich nicht mein gesamtes Berufsleben machen. Daher beginne ich ein Fernstudium, um aus der Pflege am Bett rauszukommen, aber weiterhin im Gesundheitssektor bleiben zu können.

Ich bin auf eure Antworten gespannt.
 
Hi indy,

interessante Frage! Die hab ich mir auch schon öfter gestellt.

Ich hab mein Examen 08 gemacht, 4 Monate IMC / Stroke Unit, und seit Februar 09 auf ITS.

Momentan kann ich mir auch noch nichts anderes vorstellen, die Arbeit macht mir Riesenspaß. Ich hoffe, dass ich an der nächsten FWB teilnehmen kann.
Aber ich versteh, was Du meinst. Ich hab einige Kollegen, die kurz vor der Rente stehen, und immer noch alle drei Schichten "beackern" müssen, des Geldes wegen eben.

Ich kann mir eigentlich gar nicht vorstellen, dass ich das in 20 oder 25 Jahren auch noch machen möchte, geschweige denn bis 67! Wie wird das sein? Werde ich bis dahin schon mit Rollator auf der Arbeit erscheinen?
Wer in diesem Alter kann die Belastungen auf einer ITS gut verkraften??

Andererseits sehe ich Normalstation auch nicht als Alternative. In der ambulanten Pflege müsste ich große Gehaltseinbußen in Kauf nehmen, und der Stress ist da auch nicht weniger.
Vielleicht Anästhesie? Dort hat es mir auch gefallen, und der Stress ist zwar da, aber ein anderer. (zumindest an unserem Haus).

Und vielleicht bringt ja die Zukunft einige neue Spezialisierungen mit sich, die auch eine Alternative sein könnten. ( Ich spiele da z.B. auf Familiengesundheitspflege an. Das hat allerdings in meiner Gegend bis jetzt noch keinen Einzug gehalten, gibt es glaube ich erst mal hauptsächlich in Großstädten.)
 
Hallo!

habe 14 Jahre auf Intensiv in einem Krankenhaus der Zentralversorgung gearbeitet. Die Zeit war sehr wertvoll und ich habe viel gelernt und viele Entwicklungen miterlebt.
Nach 10 Jahren wußte ich, dass ich diesen Job nicht bis zur Rente machen möchte. Der Blutdruck und mein Gewicht sind gestiegen, Nachtwachenumstellungen wurden beschwerlicher. Es gab viele Erfolgssituationen, die über manche Tiefschläge hinweggeholfen haben.
Habe mich dann für eine Weiterbildung zum Sozialfachwirt an der IHK entschieden - über zwei Jahre berufsbegleitend jedes zweite Wochenende. Die anderen Wochenenden natürlich Dienst auf Station. Diese Weiterbildung hat mir persönlich wieder viel Freude am Beruf zurück gegeben und bot mir die Möglichkeit mich ausserhalb der Intensivstation beruflich weiter zu entwickeln. Mein Verdienst ist gestiegen, aus der Schichtarbeit bin ich raus und Wochenenden habe ich meistens frei. Arbeite freiwillig ca. 50 bis 60h in der Woche mit viel Spass!


Gruß KGK
 
Hiho!

Ich würde mich gerne irgendwie im Bereich der ICU in naher Zukunft professionalisieren. Möchte gerne mein eigenes Steckenpferd entwickeln ;) Weiß nur noch nicht genau wie. Hatte bereits über die Sparte des "Atmungstherapeut" nachgedacht, aber alles noch nicht spruchreif.

In ferner Zukunft, denke ich, werde ich studieren gehen und auch aus dem Schichtdienst flüchten. Inwiefern weiß ich allerdings noch nicht. Aber der regelmäßige Rhythmus mit einem freien Wochenende lockt.

Viele sehe die Fachweiterbildung als Ultimum, wobei ich das anders empfinde. Denke, dass man auch so eine gute Arbeit leisten kann und nicht unbedingt in die FWB gehen muss.

MfG
Tool
 
Hallo

Mittlerweile gibt es ja Intensivstudiengänge. Die Steinbeis-Hochschule in Berlin bietet sie u. a. an. Vom Niveau her deutlich über der Fachweiterbildung. Nur die Frage, ob man damit unbedingt vom Schichtdienst wegkommt. Denn wozu studiert man Intensivpflege, wenn man nicht mehr am Bett arbeiten will? Klar, es gibt noch andere Möglichkeiten, aber am meisten bringt einem so ein Studium nun mal, wenn man direkt mit den Patienten arbeiten kann.

Eine ehemalige Kollegin von mir hat die Fachweiterbildung gemacht sich danach auf Beatmung spezialisiert. Mittlerweile arbeitet sie bei einem Medizinproduktehersteller und betreut Krankenhäuser, Pflegedienste, etc in Sachen Beatmungsgeräte.
 
Hallo.

Hab 1998 direkt nach Examen auf der ITS angefangen. Nach zwei Jahren dann FWB...und das war der Anfang vom Ende. Die Tatsache, dass danach NIX anders war als vorher, ich genau dasselbe für nahezu dasselbe Geld bei unveränderter "Kompetenz" machen musste, hat mir die Freude am Job genommen. Es gab einfach keine karriereartige Entwicklungsmöglichkeit mehr, welche ich interessant fand.
Dann mal zwei Jahre reduziert, das war ganz nett, aber auch nicht zielführend. Nach insgesamt gut 10 Jahren war dann auch klar, dass ich es körperlich (und ich bin einigermaßen fit) sicher nicht bis 60 machen werde. Dazu immer mehr Widerwillen zu WE + Schichtdienst...
Dazu kommt, dass ich nie Pflegekraft aus "Berufung" war. Schien damals irgendwie ne gute Idee.

Naja - Gott sei dank irgendwann mal ein Abi gemacht gehabt. Nun bin ich Student und fühl mich damit wohl :)

DS
 
Hi,
arbeite seit 19 Jahren auf Intensiv mit einer Heimbeatmungspause von sieben Jahren. Wie schon anderweitig geschrieben, die überwiegende Zeit bei einer Zeitarbeitsfirma, so daß ich immer schön Abwechslung und neue Herausforderungen hatte.
Nach der Heimbeatmungszeit ( die ich aus Nebenher- Studium Gründen machen mußte), bin ich direkt wieder in Festanstellung auf die Intensiv geflüchtet, bin im Moment wieder sehr gern da.
Aber als Fastrentner dort dann das Gnadenbrot zu essen?
Körperlich merke ich schon, das es härter wird. Zum Glück, da ich viel Nachtdienst mache, ist das kein Problem, viele ältere Kollegen können fast nicht mehr schlafen, das geht mir nicht so. Umstellen, auch kein Problem.
Aber wo´s bei mir richtig neihaut, ist der Frühdienst. Davor kann ich nicht mehr schlafen und wenn es dann aufs Dienstende zugeht, möchte ich mich dann mit geschlosenen Augen einfach in eine finstere Ecke stellen und nur nachdenken.:anmachen:
Was die seelischen Belastungen angeht, die haben mich, glaub ich, auch zu meinem Psychologiestudium geführt, das zu einem großen Teil eine Selbstreflexion war. So bin ich mit mir und vielen Umständen wieder im Reinen.
Zukunftsperspektive? Noch mal anstrengen und die Therapieausbildung bei immer mehr reduzierter Arbeitszeit im Krankenhaus. Traum? Eigene Praxis.
Aber zur Zeit kann ich nur sagen, woanders als auf Intensiv will ich nicht sein, jetzt noch nicht.
Btw, gleich gehts in den Sd.
Gruß, Marty
 
Hallo,
ich arbeite fast 14 auf einer ITS und es macht mir immer noch sehr viel Spaß. Trotzdem fange auch ich so langsam an zu überlegen wie lange ich dort noch arbeiten kann, man wird ja nicht jünger. Aber solange es mir noch Spaß macht und ich es noch körperlich schaffe, werde ich bleiben.
 
Hallo,

arbeite seit 2008 auf Intensivstation. Da ich schon sehr bald einen Platz für die FWB bekommen hätte können, habe ich mich verstärkt damit auseinandergesetzt, wo ich mich in Zukunft sehe.
Nein, ich kann mir nicht vorstellen bis 67 auf Intensiv rumzuhüpfen und hab mich daher für ein Studium entschieden in einem Bereich, der mir, zumindestens jetzt noch, sehr zusagt.

Ich habe auch schon über die Studiengänge gehört, die speziell für die Intensivstation geschaffen worden sind. Jedoch steckt mir diese Entwicklung noch zu sehr in den Kinderschuhen.

Gruß Mary
 
Und was studierst du nu?
 
Lehramt für berufliche Schulen - Gesundheit- und Pflegewissenschaft.
 
Ich arbeite seit 1987 auf verschiedenen ITS, kurze Babypause von 6 Monaten (mehr gabs damals noch nicht und der Kleine ist mittlerweile 190cm groß und wiegt 91kg...)
Direkt nach der Geburt des Kindes habe ich mich entschlossen nur noch reduziert (Anfangs 50 jetzt seit Jahren 75%) zu arbeiten und ich bin der Überzeugung, dies ist mittlerweile der Grund warum ich immer noch dabei bin.
Ich liebe meinen Beruf und meine Station sehr aber das Arbeiten hat sich krass verändert. In diesem Jahr stand ich kurz davor, mich in eine Funktionsabteilung zu bewerben, nicht wegen des massiven Arbeitsanfalls, eher wegen der individuell sehr schlechten Stimmung auf meiner Station. Nach langen intensiven abwägen bin ich zu dem Entschluss gekommen, neu zu evaluieren, wenn ich Anfang 50 bin und erst einmal abzuwarten.
Der Nachteil des reduzierten Arbeitens: Obwohl ich seit 20 Jahren auf der selben Station bin, wurde mir trotz fünfmaligen Anlaufs die FWB immer auf grund der reduzierten AZ abgelehnt.
Ich arbeite sehr gern am Bett und habe ich nichts gegen Schichtarbeit. Wie mir scheint, im Gegensatz zu den meisten anderen hier im Forum.
Die Nachtschichten fallen mittlerweile etwas schwerer und in Zukunft werde ich meine 5 Nächte evtl splitten, trotzdem ist es nichts, was mich belastet.
D.
 
Hmm eine wirklich gute Frage! Eigentlich hab ich noch nie wirklich darüber nachgedacht... über 15 jahre auf its einer uni mega anstrengend aber auch mega interessant, wie vermutlich sonst nirgends anderst. Wirkliche Alternativen gibts wohl keine, Abstriche müsste ich immer machen, entweder im Arbeitsbereich oder Bezahlung. Aber bis 67 gehts wohl auch nicht, hab schon einen Bandscheibenorfall... Mir fällt aber irgendwie echt keine Alternative ein! Macht einfach zuviel Spass....:lol1:
Vielleicht hat jemand ne idee?
Gruss Inti38
 
Moin Moin,

nach über 20 Jahren ITS war es Zeit für etwas Neues.
Die mittlere Führungsebene hat auch etwas für sich, bietet aber andere:boxen: als die Pflege auf Station und oft rennt man mit :wut: aber aufgeben war noch nie mein Ding, aber bis 67?? Keine Chance.

LG aus OWL
Bernd
 

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