Einläufe, Klistiere bei Paralytischem Ileus?

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Innere Medizin" wurde erstellt von InetNinja, 21.01.2018.

  1. InetNinja

    InetNinja Poweruser

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    Hallo.

    Ich lerne gerade mal wieder.

    Der Paralytische Ileus wird ja hauptsächlich mit Perestaltikanregung therapiert.
    Dazu wurde uns eben auch die Klistiere und der Hub-Schwenk-Einlauf genannt.
    In meinem Büchern kann ich dieses Verfahren allerdings nicht finden. Auch in der Rubrik Einläufe, Klistiere gibt es keinen Hinweis auf den Paralytischen Ileus.

    Nun frag ich mich ist das evtl. obsolet?

    Unsere Lehrerin hat auch den Hub- Schweink- Einlauf beim Paralytischen sehr hervorgehoben.
    Nun Frag ich mich ob das nicht evtl. sogar eher kontraindiziert ist wegen der möglichen Exsikkose und der Hypovolämischen Schockgefahr, das der Hub-Schwenk dann noch zu viel für den Kreislauf werden könnte.

    Meine Gedanken:
    - der Einlauf belastet den Kreislauf noch zusätzlich
    - Das Lumen vergrößert sich per Osmose da der im Darm gesammelte Stuhl aufquillt und es kommt zur Distension und einer noch schlechteren Blutversorgung der Darmwand.
    - Die eingelaufene Flüssigkeit kann vom Darm resorbiert werden und gleicht den Flüssigkeitsverlust wieder aus.

    Vielen Dank für eure Antworten
     
    #1 InetNinja, 21.01.2018
    Zuletzt bearbeitet: 21.01.2018
  2. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    unter: Ausscheidung anregen
    "Beim paralytischen Ileus Darmstimulation:
    • Einlauf mit körperwarmer isotoner Kochsalzlösung -> bei Temp. unter Körpertemp. können krampfartige Bauchschmerzen auftreten
    • Darmrohr legen -> Vorsicht: Perforationsgefahr"
    Klinikleitfaden, Innere Medizin, 11.Auflage, 2010, Kapitel 7, S. 321
    unter: Therapie (ohne Zuordnung der Art des Ileus)
    "(...) mehrere Schwenkeinläufe, Peristaltika (siehe unten, medikamentöse Behandlung).."

    Die letzten Jahren, max. 4,5 x Hebe-Senk-Einlauf (auch wenn das dingens anders heißt) durchgeführt
    hab keine anderen Infos
    Maßnahme problemlos, ohne Kreislaufprobs - vermutlich weil eh ordentlich Flüssigkeit peripher-/ zentralvenös gegeben wurde und jeder Patient sowieso NICHT mobilisiert wurde, falls Stuhldrang, dann geht es ausschließlich auf die Bettschüssel
    gelernt habe ich schon, dass jeder Einlauf problematisch enden kann, was den Kreislauf anbelangt - erlebt hab ich das noch nie bei der Durchführung eines HS-Einlaufes (auch nicht beim normalen Einlauf mit gebrauchsfertigen PC's)

    medikamentöse intravenöse Behandlung ggfs. ergänzend:
    Neostigmin (als Tbl. wär das Pyridostigmin, heißt z.B. Mestinon, vielleicht schonmal gehabt, bei Myasthenia Gravis (seltene neurologische Erkrankung)?
    + MCP, bzw. Metoclopramid (kennst vermutlich in Tbl.form, in Tropfenform gibt es sie seit ein paar Jahren nicht mehr, weil die in D zu hoch dosiert waren, hohes Risiko potentieller neurologischer Nebenwirkungen in der Langzeitanwendung, strenge Indikationsstellung, nur kurzfristige Anwendung erlaubt)

    Hilft das?
    Lernen - immer gut :cleanglasses:
     
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  3. Elfriede

    Elfriede Poweruser

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    @amezaliwa
    Steht im Klinikleitfaden IntPfl. Aufl. 6 aus 2017 ganz ähnlich.

    "Was den Kreislauf anbelangt" hab´ ich auch andere Erlebnisse gehabt :
    Für einen Patienten mit einem ausgeprägten Cor-pulmonale oder einer dekompensierten Herzinsuff. genügt oft schon die Ankündigung + Lagerung zur Maßnahme um einen Kollaps zu provozieren. Gerade bei der Lagerung habe ich immer ein Auge darauf, ob mein Deliquent blaß oder blau wird :-?.

    @InetNinja
    Kontraindiziert bei mechanischem Ileus. D.h. vor den Einlauf haben die Götter die Diagnose gestellt.

    Auch und gerade für den außerklinischen Bereich: Macht bloß keinen Einlauf oder dgl. ohne ärztliche Anordnung!
    Wenn der Patient bettelt ... egal. Wenn Ihr nicht zumindest den Mikroclist (oder was auch immer) auf dem Med-Plan als Bedarfsmed. habt, passiert da gar nix. --- Wenn Ihr feststellt, dass ein Patient sich selber Einläufe o.ä. gönnt, vermerkt das im Pflegebericht und/oder der Arztinfo :motzen: .

    L.G. Frieda
     
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  4. InetNinja

    InetNinja Poweruser

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    Hey danke euch.

    Mich wundert es das in meinen Büchern das so nicht direkt als Therapie genannt wird. In meinem hier vorliegenden Intensiv Buch schreiben sie auch nur hoher Einlauf und gehen nicht näher darauf ein.

    Das der Hebe-Senk Einlauf die Perestaltik anregt (Wie jeder Einlauf) war mir bekannt und demnach das als Therapie zu nutzen logisch. Es hat mich nur gewundert das es nicht speziell genannt wird. Daher dachte ich das es wohlmöglich Obsolet seien könnte.

    Aber gut... für die Prüfung werden die von euch genannten Infos sicher vorerst reichen.

    Darmrohr-> Achtung Perforation-> löst selber schon einen Reiz aus, mechanischer Reiz
    1500-2000ml Kochsalzlösung
    Körperwarm -> termischer Reiz <35Grad Krampfgefahr- Koliken.
    4-5 mal heben
    höchste Pat.Beobachtung/ Vitalzeichen
    Ziel: Perestaltik anregen, Darmgase ablassen.
     
  5. Elfriede

    Elfriede Poweruser

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    Aber langsam mit die junge Pferde !

    Die 1,5 bis 2 Liter tust Du zwar in Deinen Irrigator, aber Du verabfolgst sie nie vollständig.
    Wenn Du ~ 100 - max. 250 ml hin-und-herlaufen lässt, reicht das durchaus.
    Bei 2 Litern bekommt auch ein Kreislaufgesunder ... feuchte Augen. :eek1:
     
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