News Deutscher Pflegerat - Studie zeigt auf: weniger Pflegepersonal als angenommen

@bisauf:
Im militaerischen Bereich ist es besipielsweise wichtig, Soldaten zum Toeten zu erziehen
Da redest du wie der blinde von der Farbe.
Das ist doch völliger Unsinn.
Wie macht man denn sowas?
Ich war auch einige Zeit dabei, habe einige Ausbildungen hinter mir, davon war nie was dabei. :-?

Sekten und Terroroganisationen zeigen uns doch regelmaessig wie das geht.
Ja, das gewisse Menschen für bestimmte Propaganda und Gedankengut anfälliger sind als Andere ist ja nun nicht wirklich was Neues.

Aber das sind doch nicht - man - oder vielleicht sogar - die Meisten - o.ä.
 
Ein Krieg mit Soldaten, die nicht töten, wäre ein Traum. Natürlich werden Soldaten an Waffen ausgebildet und üben in praktischen Situationen. Und es gibt Militärpsychologen, die untersuchen wie das effektiv gestaltet werden soll. Es sind wirklich die meisten, die anfällig sind, schlimme Dinge zu tun in bestimmten Situationen. Dazu vielleicht das Stanford Prison Experiment von Zimardo.

Ich möchte aber eher auf die Probleme mit Institutionen und den Menschen darin hinweisen. Wenn die Arbeitsabläufe dysfunktional werden und eine Verantwortungsdiffusion in Organisationen besteht, werden an sich vernünftige und gute Institutionen auf einmal ungut. Und Menschen tun Dinge, die sie sonst nicht tun würden.

Dazu habe ich zwei konkrete Beispiele, die in Deutschland stattfinden. War vor einiger Zeit zu Besuch bei Freunden und Familie. Meine Mutter erzählt:

Der Nachbar ist alt und wird ins Krankenhaus eingeliefert. Er steht nicht mehr gut auf den Beinen. Leider ist da niemand, der ihm auf die Toilette helfen kann. Er muss also in die Flasche pinkeln. Die Hand ist aber auch unsicher. Seine Flasche füllt sich im Laufe des Tages bis zum Rand. Er klingelt dreimal, niemand kommt. Irgendwann am Abend entgleitet ihm die Flasche und der Urin entleert sich über Bett und den Fußboden. Am nächsten Tag zur Besuchszeit ist immer noch niemand dagewesen, der das Bettzeug gewechselt hat oder den Boden gewischt. Der Toilettenstuhl mit randvoll gefülltem Schieber, der seit vielen Stunden in der Ecke steht, wird von den Angehörigen entsorgt.

Die alte Frau von Nebenan wird in das Krankenhaus eingeliefert. Zur Besuchszeit wird sie, bizarr seitlich aus dem Bett gedreht und auf dem Mülleimer gestützt leblos aufgefunden. Man ruft eine Schwester. Die schaut kurz ins Zimmer, verschwindet wieder. Nach langer Zeit kommt ein Arzt und sagt von der Tür aus: „Ist wohl tot!“ und verschwindet wieder. Nach einer Stunde in der niemand gekommen ist, die Leiche abzudecken oder sie auch nur in das Bett zurück zu legen, ruft man die Polizei und erstellt Anzeige. DAS hat zu großer Empörung beim Pflegeteam geführt.

Was ist denn da los bei Euch?
 
Was ist denn da los bei Euch?

Ohne dir und deinen Angehörigen in irgendeiner Weise nahetreten zu wollen, ich glaube beide Beispiele nicht.

Und was ist denn bei uns wirklich los? Sicher sehr viel verbesserbares, denn sonst würden wir hier nicht so leidenschaftlich diskutieren. Aber wir sind weder Monster, noch ist unser Gesundheitswesen so schäbig.
 
Das ist die Argumentation, die stets kommt. Das stimmt nicht, das sind nicht wir!

In dem Klinikum, in dem ich zuletzt in Deutschland gearbeitet habe, waren von einer Schwester so um die 20-30 Patienten im Nachtdienst zu betreuen. Wie viel Minuten sind das pro Patient, wenn man das administrative so abzieht? Fünf?

Die Personalsituation in Deutschland hat konkrete Auswirkungen auf die Patienten. Die blenden nur viele aus. Und die es nicht tun, kündigen oder werden krank. Und für (nicht) nachfolgenden Generationen von Pflegekräften wird die Katastrophe zur Normalsituation. Der Personalmangel betrifft nicht nur die einzelne Pflegekraft, sondern die ganze Gesellschaft. Ich schaue mir ganz aufmerksam diese beinahe täglichen Hilferufe von Kollegen auf dieser Seite an, die einfach nicht mehr können und wollen. Und ich glaube, Euch fehlt so ein bisschen der Blick von außen.
 
Und ich glaube, Euch fehlt so ein bisschen der Blick von außen.

So wie der Blick von innen oft trübe und unscharf ist, ist der Blick von außen, zurück im Zorn geworfen, oft gnadenlos einseitig und rechthaberisch. Und ehe jetzt ein Aufschrei kommt, damit du dir die Jacke nicht anziehen mußt, habe ich "oft" geschrieben.

Falls du es nicht gemerkt hast, mit deiner Argumentation (Was ist denn da bei euch los?) wirfst du alle in diesen einen "Beispiel"topf. Und dagegen verwahre ich mich energisch!
 
Dann ist ja alles in Ordnung in Deutschland. Die Patienten sind gluecklich und das Personal entspannt und stets ethisch voll auf der Spur.

Ich werde natuerlich gleich meine Angehoerigen anrufen und die zur Rede stellen. Mich so anzuluegen!
 
Nach all deinen klugen Beiträgen hier im Forum und das meine ich nicht ironisch, hätte ich dir eine differenziertere Betrachtungsweise oder vielleicht auch nur Ausdrucksweise zugetraut. Zwischen "...jemand hängt tot und steif eine Stunde halbschräg vor seinen Angehörigen von der Bettkante" und "...ethisch stets voll auf der Spur sein" liegt wie immer irgendwo die Wahrheit.

Und ehe ich mich endgültig aus dieser Diskussion verabschiede, möchte ich begründen, warum mich das geschriebene so an****t:

So eine Darstellung wurde früher unter Agitprop = Agitation und Propaganda subsummiert, statt ressourcenorientiert Probleme aufzuzeigen, spaltet es die geneigten Leser in die Fraktion "Na, das hab ich aber schon immer gewußt" und "Die wollen uns aber wie immer nur schlechtmachen".

Das haben wir beide jetzt wohl schon bewiesen.

Nichts für Ungut.

Marty
 
Ne wirklich, ich finde es gut, dass ich so deutlich darauf hingewisen wurde, dass meine Verwandschaft mir Unsinn erzaehlt. So kann ich ja ganz beruhigt sein.
Allen geht es gut.
 
Der Nachbar ist alt und wird ins Krankenhaus eingeliefert. Er steht nicht mehr gut auf den Beinen. Leider ist da niemand, der ihm auf die Toilette helfen kann. Er muss also in die Flasche pinkeln. Die Hand ist aber auch unsicher. Seine Flasche füllt sich im Laufe des Tages bis zum Rand. Er klingelt dreimal, niemand kommt. Irgendwann am Abend entgleitet ihm die Flasche und der Urin entleert sich über Bett und den Fußboden. Am nächsten Tag zur Besuchszeit ist immer noch niemand dagewesen, der das Bettzeug gewechselt hat oder den Boden gewischt. Der Toilettenstuhl mit randvoll gefülltem Schieber, der seit vielen Stunden in der Ecke steht, wird von den Angehörigen entsorgt.

Die alte Frau von Nebenan wird in das Krankenhaus eingeliefert. Zur Besuchszeit wird sie, bizarr seitlich aus dem Bett gedreht und auf dem Mülleimer gestützt leblos aufgefunden. Man ruft eine Schwester. Die schaut kurz ins Zimmer, verschwindet wieder. Nach langer Zeit kommt ein Arzt und sagt von der Tür aus: „Ist wohl tot!“ und verschwindet wieder. Nach einer Stunde in der niemand gekommen ist, die Leiche abzudecken oder sie auch nur in das Bett zurück zu legen, ruft man die Polizei und erstellt Anzeige. DAS hat zu großer Empörung beim Pflegeteam geführt.

Was ist denn da los bei Euch?

Ich wette mit Dir: Deine Mutter war nicht die Besucherin. Sie hat die Geschichte von jemandem gehört, der sie wieder von jemand anderem gehört hat. Stille Post - die Geschichte ist am Ende anders als zu Beginn. Kennst Du doch.

Zur Erklärung: Eine Patientin, die nach einem Sturz tot neben dem Bett liegt, darf ich nicht zurück ins Bett legen. Ich muss sie unberührt liegen lassen, bis die Polizei da war - das gilt nämlich als ungeklärter Todesfall. Die Polizei muss ermitteln und wurde höchstwahrscheinlich vom Personal selbst gerufen. In der Version Deiner Mutter haben dies jedoch die Angehörigen gemacht.

Wie soll denn die Anzeige gegen das Pflegeteam lauten? Fassen am Tatort nichts an? Verhalten sich den Vorschriften entsprechend? Oder wertest Du einen Sturz gleich als fahrlässige Tötung?
 
Was ich wirklich ziemlich interessant finde, ist dieser Reflex, den ich mal Groupthink nennen möchte. Sobald etwas ist, was nicht sein darf, wird es sofort wegdiskutiert. Und wenn es dann wegdiskutiert ist, ist es nicht geschehen. Und da sind sich die Pflegekräfte ausnahmsweise sofort einig. Also gut, ich habe mich geirrt. Alles ist in Ordnung.

Zurück zum Ausgangsthema:
Man hat doch festgestellt, dass es noch viel weniger Pflegekräfte gibt, als bisher angenommen. Da sind wir uns doch einig, oder? Aber was für Auswirkungen hat das denn so auf Euer Alltagsleben? Auf die tägliche Arbeit? Ich komme aus dem Paradies, und kann dazu nichts sagen. Es muss doch irgendwelche Auswirkungen haben, oder? Denn ansonsten ist ja alles in Ordnung und diese Beschwerden hier sind nichts als Luxusprobleme, oder sehe ich das falsch?

 
Aber was für Auswirkungen hat das denn so auf Euer Alltagsleben? Auf die tägliche Arbeit?

Na, dann schaun wir´s doch mal an. Auf meiner Station gibt es 12 Betten, davon 9 Maximal-und 3 Überwachungsbetten. Wir haben eine 1:2 oder eine 1:3 Betreuung. Zur Zeit wieder eine Station im Umbruch, alte Erfahrene gehen und junge Unerfahrene fangen an. Das ist wieder eine Herausforderung, alle Routinen zu etablieren und eine fachliche Grundausstattung. Das macht unsere eh unruhige Station noch ein bißchen instabiler. Kriegen wir aber wieder hin, so wie immer. Wenn mehr Leute fehlen, werden Betten gesperrt. Das ist recht unkompliziert und bedarf keiner großen Diskussion. Manchmal ist unser Arbeitsaufwand so hoch, da würde auch eine 1:1 Betreuung nix nutzen und manchmal ist er so niedrig, da sitzen wir uns den Hintern platt. Intensiv halt.

Mein Alltagsleben ist davon unbeeinflusst, abgesehen davon, dass das hohe Tempo und die psychische und physische Belastung etwas merkbarer ist als früher. Das ist bei mir eine Frage des Alters. deshalb habe ich auf 80% reduziert und nehme die finanzielle Einbuße in Kauf.

Ich gehe immer noch gern arbeiten, habe auch mein Paradies gefunden. Manchmal muß ich einen Mangel verwalten, dann passe ich meine Ziele und Routinen an und bekomme Verständnis von den Patienten. Ich habe mich von allen Perfektionsgedanken verabschiedet und vermisse sie nicht.

Auch wenn es sich manchmal so liest, es gibt nicht nur Verdränger, Auswanderer und Leute kurz vorm Burn out, sondern sehr viele engagierte und gut gelaunte Pflegekräfte, die die Fahne unsres Berufsstandes hoch halten.

Und die grüße ich hier mal alle,
Marty
 
Auch wenn es sich manchmal so liest, es gibt nicht nur Verdränger, Auswanderer und Leute kurz vorm Burn out, sondern sehr viele engagierte und gut gelaunte Pflegekräfte, die die Fahne unsres Berufsstandes hoch halten.

Das ist ja schön zu hören. Nicht immer das Negative!
 
Bekannte Auswirkungen zeigt z.B. das Pflegethermometer 2009. http://www.dip.de/fileadmin/data/pdf/material/dip_Pflege-Thermometer_2009.pdf
Ein aktuelleres soll dieses Jahr herauskommen.

Das Gesundheitswesen hat den höchsten Anteil psychischer Erkrankungen unter den Erwerbstätigen. Deutsche Pflegekräfte decken mit ihren Überstunden allein in den Krankenhäuser 15.000 (!) Vollzeitstellen mit ab. Über die Hälfte kann sich nicht vorstellen, bis zur Rente zu arbeiten.

Reicht Dir das? Sonst gibt's hier auch noch ein paar wissenschaftliche Arbeiten, die sich mit dem Thema beschäftigen (Suchwörter z.B. Personalknappheit, -abbau o.ä.): http://www.dip.de/datenbank-wise/informationen-zu-wise/
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,
habe heute im Radio was über den Pflegenotstand gehört was mich richtig erschüttert hat. Da es ab 2020 ca. 50.000 Pflegekräfte zu wenig sind gibt es Überlegungen mehr Pflegekräfte aus dem Ausland zu holen (das geht ja noch), die Teilzeitkräfte zu reduzieren und dafür die Vollzeitkräfte 1 Stunde länger pro Tag arbeiten zu lassen. Ich konnte nicht glauben was ich da hörte.

Leider kam es zur nächsten vollen Stunde nicht mehr. Hat das noch jemand mitbekommen oder bin ich einem Hörfehler erlegen?

Alesig
 
Pflegewert - Pflegewert - Wertschtzung und Produzentenstolz in der Altenpflege

Das ist die dazugehörige Pressemitteilung (recht aktuell):

Pressemitteilung
Köln, Aachen, 04. Oktober 2012


Abschlussbericht zum Projekt „PflegeWert“ veröffentlicht
Wertschätzung in der Pflege – erkennen – fördern – erleben

Das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip) hat gemeinsam mit dem Aachener Forschungs- und Beratungs-Institut „Mensch-Arbeit-Technik“ (MA&T) den Abschlussbericht des Projektes „PflegeWert“ vorgelegt. Mit der Stiftung Evangelisches Alten- und Pflegeheim (EvA) Gemünd und der Caritas-Betriebsführungs- und Trägergesellschaft mbH (CBT) in Köln haben zwei Partner aus der pflegerischen Praxis der stationären Langzeitpflege in diesem Verbundprojekt mitgewirkt. Drei Jahre lang wurden Mechanismen einer systematischen Wertschätzung der Pflegearbeit in den Einrichtungen untersucht, neue Maßnahmen entwickelt, erprobt und zusammengestellt. Ziel des Projektes war, Möglichkeiten einer wertschätzungsorientierten Arbeit in den Einrichtungen aufzuzeigen und insbesondere auch kleineren Organisationen hilfreiche Materialien an die Hand zu geben. Die Ergebnisse liegen nun gebündelt in Form eines praxisorientierten Abschlussberichtes vor. Das Projekt wurde mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und aus dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union realisiert.

„Die pflegerische Arbeit ist von großer gesamtgesellschaftlicher Bedeutung. Das ist eigentlich unstrittig. Leider aber erfahren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht immer die Würdigung und Unterstützung vor Ort, die sie dafür verdienen“, so Dr. Paul Fuchs-Frohnhofen von MA&T, der Koordinator des Projektes war. „Wir haben ermittelt, was Pflegende in ihrer Arbeit als besonders wertschätzend empfinden und darauf aufbauend bestehende gute Ansätze erfasst, neue Konzepte entwickelt und mit großem Erfolg erprobt“, berichtet Prof. Michael Isfort vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. „Dabei haben wir auch neue Erkenntnisse gewonnen. So war uns zu Beginn nicht klar, wie wichtig den beruflich Pflegenden z.B. die aktive Öffentlichkeitsarbeit der Einrichtung ist“, so Isfort weiter.

Die gemeinsame Entwicklung, Anpassung, Erprobung und Veränderung der Module von Forschung auf der einen und Praxis auf der anderen Seite sind Kennzeichen des angewandten Forschungsprojektes und ermöglichen eine praxistaugliche Übertragbarkeit auch in andere Einrichtungen. Der Abschlussbericht ist nun als Buch zum Projekt beim Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) erschienen und kann dort direkt bestellt oder aber über den Buchhandel unter der ISBN: 978-3-940054-28-9 zum Preis von 29,90 Euro bezogen werden.

Das gemeinnützige Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip) ist ein Institut an der Katholischen Hochschule NRW (KatHO NRW) in Köln und betreibt einen weiteren Standort an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) bei Koblenz.

Kontakt: Elke Grabenhorst, Tel: 0221/ 46861-30; dip@dip.de

bzw. hier:

http://www.dip.de/fileadmin/data/pdf/pressemitteilungen/PM-dip-PflegeWert-121004.pdf
 
Ich bin der Meinung, dass man dem kommenden Fachkräftemangel sehr wohl entgegen steuern kann. Die Krankenkassen haben einen Überschuss von ca.30 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das heisst, es ist theoretisch genügend finanzieller Spielraum vorhanden sowohl die finanzielle Attraktivität zu steigern, als auch die Akademisierung der Pflege und der damit verbundenen "Aufwertung" unseres Berufs weiter voran zu treiben. Denn wenn wir mal ehrlich sind die Zustände müssten nicht so sein wie sind wenn die Kohle einfach anständig verteilt werden würde.

Ich bin mir sicher, dass sich das Gehaltsniveau und sonstige Strukturen in der Pflege sich stetig verbessern wird bzw. werden. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass unsere Politik es niemals begreifen wird.

Also ich bin zuversichtlich und sehe "das Glas eher halb voll als halb leer".
 
Spinnen die? Durchschnittliche Wochenarbeitszeit von Pflegekräften 31,5 Stunden die Woche zur Zeit. Woher hat der Hr. Brossardt denn seine Informationen?

Teilzeit-Kräfte reduzieren plus Arbeitsstundenerhöhung von 1 Stunde pro Woche = mehr Vollzeitkräfte? = 40 Arbeitsstunden statt 39 Arbeitsstunden?

http://www.dip.de/fileadmin/data/pdf/material/dip_Pflege-Thermometer_2009.pdf

Ich frage mich, warum schafft die (Pflege-)wissenschaft Wissen, wenn es keine Konsequenzen hat. Pflegenotstand, wie wäre es mal wenn wir aus dem "Stand" in Bewegung kommen und das nötigste tun um Not zu lindern?
 
Warum soll die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von Pflegekräften IM HEIM falsch sein,
der Teilzeit-Anteil dort ist nun mal sehr hoch, das ist ja nicht neu.

Der Titel dieses Threads ist, Deutscher PR - Studie zeigt auf... guck mal ab Seite 52, jetzt mal nur 3-jährige, dort findest die Tabellen, zugeordnet nach Einsatzbereich:

Ambulante Pflege: TZ-Anteil 2009 66,4%
Pflegeheime: TZ-Anteil 2009 51,3%
Klinik: TZ-Anteil 2009 46%

Krankenpflegehilfe/ Altenpflegehilfe im Pflegeheim, Teilzeit-Anteil 2009: 67,9%.

Woher rührt der feste Wille vieler Pflegekräfte Teilzeit auf Dauer zu arbeiten - auch darauf hat die Studie des DPR Antworten, schon länger. Studie ist von 2009, jetzt ist 2012. Zwingen kann man keinen, Vollzeit zu arbeiten, somit ist es an der Politik und den Arbeitgebern Anreize zu schaffen. Im Moment halte ich das aber für - nicht wirklich gewünscht, sonst würd sich da schon mehr tun.

Womit man allmählich anfängt sich deutlich mehr Gedanken zu machen - wie man ältere Mitarbeiter länger im Job hält, DAS wird auch höchste Zeit. Hoher Teilzeit-Anteil hat halt auch seine Nebenwirkungen. Gerne hätte man JETZT mehr Vollkräfte, mal geschwind - auch bei mir im Krankenhaus.

Ebenfalls abträglich ist - teilweise schon für den täglichen Betrieb - der zunehmende Widerstand von Teilzeit-Kräften (so erlebe ich das jedenfalls), jederzeit und immer den Lückenfüller zu machen.