News Deutscher Pflegerat - Studie zeigt auf: weniger Pflegepersonal als angenommen

Hallo

Die Gruppendynamik in der Pflege kannst du als einzelner nur überwinden, indem du die Gruppe verlässt- da gebe ich dir wohl recht. Diese Tatsache kann aber auch kein noch so gutes Buch (mir ist es einfach zu teuer) überwinden helfen. Und selbst die beste Leitung dürfte hieran scheitern. Elisabeth
Schade, Du versäumst etwas (meiner Meinung nach). Na dann kannst Du natürlich Deine Meinung nicht ändern und Du wirst weiter auf Deine Sichtweise hängen bleiben.

Fakt ist, ändere ich mein Verhalten (damit sind wir bei:
....Und nur wir selber- jeder Einzelne- kann es ändern... wenn er denn will … zu oft den eigenen Standpunkt sofort verlassen ....
und das hat Auswirkungen auf eine Gruppe.

kann andere net ändern
... aber beeinflussen, sie nachdenklich machen... So können sie ihre Sichtweise/ihre Meinung ändern, also auch ihr Verhalten.

Die bisherigen Vorgehensweise in der Pflege haben uns dahin gebracht wo wir jetzt sind und uns ist allen klar soooo geht es nicht weiter. Warum nicht mal anfangen umzudenken? Warum nicht mal neue Strategien ausprobieren?

Schlimmer geht immer, aber es KANN ja auch mal besser werden, nur wir müssen jeder EINZELNE und in seiner Gruppe endlich mal damit anfangen. Wir müssen uns unseren BERUFSproblemen stellen und jeder für sich entscheiden was ER leisten kann.

LG
Claudia B.
 
Weil es so schön passt:

Ärzte Zeitung, 27.01.2012

"Politiker nutzen den Idealismus der Heilberufe aus"
Darin sind sie sich einig: Die Pflegereform bleibt hinter den Erwartungen zurück. BÄK-Vorstand Dr. Max Kaplan und der Präsident des Deutschen Pflegerates Andreas Westerfellhaus kritisieren im Interview, dass die Politik den Idealismus der Heilberufe ausnutzt.

...
Ärzte Zeitung: Geraten wir in eine Priorisierungsdebatte auch in der Pflege?

Kaplan: Absolut. Wir haben so langsam das Gefühl, man baut auf den Idealismus der Berufsgruppen, und nutzt ihn aus, so lange es nur eben geht. Das wird negativ zurückschlagen auf die Versorgung unserer Pflegebedürftigen.

Westerfellhaus: Zeit für Selbstkritik. Aus dem falsch verstandenen Berufsethos heraus haben wir natürlich immer mehr geleistet. Und damit das Signal gesendet: Es geht ja noch.
...
'Politiker nutzen den Idealismus der Heilberufe aus'

Man darf gespannt sein, wann jeder einzelne der 1,2 Mill. Pflegekräfte eine Änderung seiner Einstellung angeht und alle 1,2 Mill. sich net mehr ausbeuten lassen. Aber vielleicht können es auch gar net alle... . Stichwort: Helfersyndrom.

Elisabeth
 
Aber vielleicht können es auch gar net alle... . Stichwort: Helfersyndrom.
Das ist auch zu viel verlangt, es wird so bleiben wie es ist, SIE gehen nach 7-8 Jahren nach der Ausbildung aus den Beruf.

Die Hoffnung stirbt zuletzt und ich habe hier im Forum schon einige "neue" zukünftige oder frisch examinierte Kräfte gelesen, die mich nicht meiner Hoffnung berauben. Die älteren Kräfte machen mir mehr Sorgen, sie sind oft so eingefahren und bremsen einige Leute aus.

Beispiele:
  • Warum können wir uns nicht für familienfreundliche Arbeitszeiten einsetzen? Nein, es wird sich an die alten starren Frühdienstzeiten (ab 6.00h) oder Spätdienst (bis 22.00h/23.00h) fest gebissen. Teilzeitkräfte werden ohne dass sie es wollen einfach vermehrt an Wochenenden (vorzugsweise im Spätdienst) oder an Feiertagen eingetragen.
  • Warum lassen wir uns ungefragt Rufbereitschaftsdienste auf das Auge drücken und schreiben auch noch "freiwillig" unsere Handynummer hinter unseren Namen auf die Rufbereitschaftsliste? Rufbereitschaftsdienste KÖNNEN per Gesetz von einem Betrieb eingeführt werden, aber der Rest nicht, also muss jeder für sich entscheiden: das muss ich leisten, das mache ich und dann ist das Soll erfüllt, wenn er mehr machen will ok aber dafür muss ein anderer nicht gleich viel leisten.
  • Warum machen wir Überstunden/Mehrarbeit?
  • Warum werden immer die gleichen Leute gefragt bei Krankheitsfällen einzuspringen?
  • Warum lassen wir es zu das unsere Arbeit nicht als professionell angesehen wird?
  • Warum können PDL`s nicht auf Augenhöhe mit dem ärztlichen Direktor und der Geschäftsführung arbeiten?
usw...

Wer nicht hören will muss fühlen, in unserem Beruf sind leider wir es (mit den Patienten) vermehrt und tragen die Konsequenzen.

Warum ertragen wir das? Werden wir nicht bewusst so mit Arbeit zugepackt, damit wir überhaupt nichts anderes mehr können als abarbeiten um dann auszuruhen (UNS pflegen) nach der Arbeit, um wieder für die Tretmühle Arbeit dasein zu können?

Warum bekommen Geschäftsführer erhöhtes Gehalt wenn sie an Personalkosten sparen? Warum bekommen Chefärzte mehr Geld für Privatpatienten, aber die Pflege nicht?

usw...

Streiks haben nix gebracht, dieser drisselige Pflegenotstand ist seit Jahrzehnten bekannt und IMMER hausgemacht.

Mir reicht es ich, fange bei mir an, Schritt für Schritt (Schnecken kommen auch zum Ziel).

LG
Claudia B.
 
... Die älteren Kräfte machen mir mehr Sorgen, sie sind oft so eingefahren und bremsen einige Leute aus. ...
Das kann ich so net bestätigen. Ich habe auch die Jungen als unflexibel erlebt.
- Warum können PDL`s nicht auf Augenhöhe mit dem ärztlichen Direktor und der Geschäftsführung arbeiten?
Was erwartest du hier konkret? Ich glaube, du überschätzt bei weitem die Möglichkeiten in den Chefetagen.
...Warum bekommen Geschäftsführer erhöhtes Gehalt wenn sie an Personalkosten sparen?...
Nicht nur in der freien Wirtschaft wird das Gehalt entsprechend der Verantwortung gezahlt.

Welchen Streik in der Pflege hast du erlebt, dass du sagen kannst, dies hätte nix gebracht?

Elisabeth
 
Das kann ich so net bestätigen. Ich habe auch die Jungen als unflexibel erlebt.
Ich will auch nicht verallgemeinern, klar gibt es auch junge Kräfte, die festgefahren sind.
Was erwartest du hier konkret? ich glaube, du überschätzt bei weitem die Möglichkeiten in den Chefetagen.
Einhaltung von Verträgen, schriftlich fixierte Dinge, wie zum Beispiel Arbeitsstundenanzahl, Umsetzung der schriftlichen Sonderfestlegungen wie zum Beispiel: abzuleisten im Frühdienst, ect.

Ich denke, sie entziehen sich bewusst gewissen Dingen. Sie versprechen alles, aber sie achten nicht darauf WIE es umgesetzt wird. Sie halten uns klein, weil sie die Macht haben Führungskräfte einzustellen, die zugucken müssen wie sie klar kommen. Sie wälzen die Verantwortung ab und wir nehmen es hin. Ich überschätze sie nicht, eher UNTERschätze ich sie. Denn sie wissen sehr wohl, sehr genau, warum sie wie, was, wo tun und werden von den dazu gehörigen jeweiligen "fachlich" gut ausgebildeten Leuten (Rechtsanwälte, Politiker, Krankenkassen, Pharmaindustrie, usw.) unterstützt.

Nicht nur in der freien Wirtschaft wird das Gehalt entsprechend der Verantwortung gezahlt.
Für hauseigenen selbstproduzierten Pflegenotstand viel zu gut. Na es dauert nicht mehr lange und sie können noch mehr sparen (s. u.).
Welchen Streik in der Pflege hast du erlebt, dass du sagen kannst, dies hätte nix gebracht.
In meinen jugendlichen Irrglauben bin ich sogar bei dem ein oder anderen Streik mitgelatscht. Ich habe mit 30 Jahren damit aufgehört (heute bin ich 49 Jahre) und sicher NIX, stimmt nicht soooo ganz, wir haben kurzfristig etwas erreicht, etwas mehr Geld, "leicht" veränderte Arbeitsgesetze (die aber sehr zum Vorteil der Arbeitgeber "flexibel", legitim verändert werden können (Ruhezeiten, Festnagelung auf Dienste, Einführung von Bereitschaftsdiensten...).

Nicht umsonst verlieren Gewerkschaften Mitglieder, nicht umsonst steigen die psychosomatischen Krankheiten wie zum Beispiel: Chronische Langweile: Kostenfaktor Bore-out | Karriere | ZEIT ONLINE

Nicht umsonst werden ROBOTER gebaut um in der Pflege eingesetzt zu werden (spart man(n)/frau bestimmt noch einige Stellen ein): Pflegenotstand: Toyota baut*Pflegeroboter*für Japans Rentner - manager-magazin.de - Politik

LG
Claudia B.

PS: Hoffentlich ist Robi etwas temperiert, so ein eiskaltes Händchen ist nicht so nett. ;)
 
@Claudia B.: sei mir net bös- aber ich mag deinem Haß (Feindseligkeit kann man es net mehr nennen) auf die Führungsetage net weiter folgen. Du verortest dort alles Übel der Welt- nichtachtend, dass auch diese Leute ihre Vorgaben haben. Man kann nur ausgeben, was man einnimmt- es sei denn man möchte über kurz oder lang in Insolvenz gehen.

Du lebst nun mal in einer Gesellschaft, die sich zwar als sozial bezeichnet aber sich mehr dem Geld verpflichtet fühlt. Und du hast das Problem, dass du in einem Non-Profit-Beruf arbeitest. Damit kannst du leben- oder auch nicht. Dein Problem - net meins.

Elisabeth
 
Naja, sollten wir nicht ein bisschen sortieren?

Ich denke mal, da gibt es mehrere Ebenen, auf denen es schief läuft. Da sind einmal diese sonderbaren Pflegekräfte in Deutschland, die teilweise überhaupt nicht wissen, in welchem Staat sie so leben, welche Rechte und welche Pflichten sie haben. In einer Demokratie reicht es eben nicht, zur Wahl zu gehen und Politik als die Serviceagentur für eigene Belange zu halten. Ich weiß nicht, ob ihrs wißt, so rein giechisch:

Der Bürger, der sich nicht aktiv am politischen Geschehen beteiligt, ist der Idiotes, daraus leitet sich unser allbekanntes Wort Idiot ab. Und in der Tat glaube ich, dass sich viele Pflegekräfte in Bezug auf das öffentliche Leben (polis) wie Idioten benehmen. Ich hoffe nicht, dass sie es sind.

Den Menschen wird heute immer suggeriert, dass sie alleine es schaffen können. Alle anderen nicht, aber sie schaffen das schon! Nennt man dann Individualisierung. Halte ich für die perfideste Lüge unserer Zeit. Das endet meist in der Sackgasse von seltsamen Modekrankheiten, eine gute Möglichkeit, sich dem Ganzen zu entziehen, gesellschaftlich anerkannt. Klasse für unsere Psychologen. Ansonsten halt Sackgasse. Wie schon Norbert Elias damals sagte, sind wir eine Gesellschaft der Individuen. Alleine ist der Mensch nicht gut überlebensfähig.

Die Gewerkschaften verlieren nicht Mitglieder, weil sie wirkungslos sind, sie sind wirkungslos, weil sie Mitglieder verlieren. Und sie verlieren Mitglieder aus dem ganz einfachen Grund, weil sie ursprünglich aus der Arbeiterklasse ihre Mitglieder bezogen und diese Arbeiterklasse immer mehr schrumpft.

Die Machtstrukturen, die ihr so schön analysiert habt, gibt es nicht nur in der Pflege. Die gibt es überall. Und die meisten Arbeitnehmer ****en zur Zeit. Wenn das alles so stimmt, mit Behauptung, der Einzelne beeinflusst die Gruppe - Warum ist denn das alles so statisch? Müsste doch schon längst zusammengebrochen sein, das Ganze…
 
...sei mir net bös- aber ich mag deinem Haß (Feindseligkeit kann man es net mehr nennen) auf die Führungsetage net weiter folgen. Du ....
Haß ist eine Unterstellung, davon distanziere ich mich und ich bin Dir net bös, weil mir der Schuh nicht passt.

Du lebst nun mal in einer Gesellschaft, die sich zwar als sozial bezeichnet aber sich mehr dem Geld verpflichtet fühlt. Und du hast das Problem, dass du in einem Non-Profit-Beruf arbeitest. Damit kannst du leben- oder auch nicht. Dein Problem - net meins.
Wäre ich auf "nur" Profit aus hätte ich schon lange den Beruf gewechselt.

Den Menschen wird heute immer suggeriert, dass sie alleine es schaffen können. Alle anderen nicht, aber sie schaffen das schon! Nennt man dann Individualisierung. Halte ich für die perfideste Lüge unserer Zeit. Das endet meist in der Sackgasse von seltsamen Modekrankheiten, eine gute Möglichkeit, sich dem Ganzen zu entziehen, gesellschaftlich anerkannt. Klasse für unsere Psychologen. Ansonsten halt Sackgasse.
Du kannst es nennen wie Du willst, es ist wie es ist und es kommt uns teuer zu stehen. Keine Steuereinnahmen, Krankenkassen und die Arbeitgeber zahlen drauf usw...
Wenn das alles so stimmt, mit Behauptung, der Einzelne beeinflusst die Gruppe -
Machbar ist es, bewiesen auch, sogar Deutsch-geschichtlich, leider in einer negativen Art möglich. Es könnte aber auch mal in positiver Art laufen, indem wir Pflegepersonal mal "unsere" Berufsprobleme anpacken.

Warum ist denn das alles so statisch?
Das Fundament ist noch nicht zusammen gebrochen, aber das Gebäude wackelt schon. ;)

Müsste doch schon längst zusammengebrochen sein, das Ganze…
Nö, pfusch am Bau geht lange gut.

Ich sehe eine Pflegepersonalproblem-Verschiebung, aber keine Pflegepersonalproblem-Lösung.

Beispiel: Ärztinnen/Ärzte wandern aus Deutschland aus, Pflegepersonal zieht nach, was machen wir? Wir haben selbstproduzierten Pflegepersonalmangel und holen uns Kräfte die gewillt sind zu uns zu kommen.

Beispiel: 24 Std. Betreuungskräfte aus Polen, Rumänien, Tschechien usw., sie verdienen in deutscher Währung ein Minimum, aber in ihrem Land können sie zwei Monate davon leben. Wir Deutsche sind schlicht zu teuer. Ich bin froh (für die Patienten zuhause), dass wir diese Kräfte bekommen können, nur ist das "keine" Dauerlösung, sondern eine Verschiebung.

Das geht solange gut, wie es gut geht.

LG
Claudia B.
 
Hallo bisauf,

du sprichtst mir aus der Seele ich stimme deinem gesamten Beitrag eindeutig zu. :up:

Besonders gefallen hat mir:

Demokratie reicht es eben nicht, zur Wahl zu gehen und Politik als die Serviceagentur für eigene Belange zu halten...
Der Bürger, der sich nicht aktiv am politischen Geschehen beteiligt, ist der Idiotes,
... Die Gewerkschaften verlieren nicht Mitglieder, weil sie wirkungslos sind, sie sind wirkungslos, weil sie Mitglieder verlieren.
 
Liebe Claudia,

nein, das ist hier nicht die Frage. Das ist nur wieder drum rum reden und die eigene Inaktivität schön zu Reden - nicht auf dich bezogen, da ich dich ja nicht kenne.

Klar ist, Einigkeit macht stark. Mehr Köpfe in einer Organisation haben mehr Einfluss als wenige. Eine große Organisation hat mehr Einfluss, als ein kleinere.
 
Seufz - Recht haste, aber es geht doch nicht vorwärts. Ich sehe mit den Gewerkschaften überwiegend Rückschläge, die eigenen Reihen schaffen es noch nicht mal in einer kleinen Gruppe und leider so manche Einzelpersonen resignieren.

Selbst die nahe Anlaufstelle wie Personalräte werden immer mehr geknebelt.

Wie Elisabeth schrieb, ich kann nicht andere Menschen ändern, wenn sie nicht wollen.
Also bleibt mir nur das was ich tuen kann.

Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann und ich weiß, warum es ist wie es ist und ich zum Teil daran beteiligt bin. Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und ich mache aufmerksam, ändere mein Verhalten...

Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden, was geht, geht, was nicht geht, geht eben nicht und ich weiß, wer dafür verantwortlich ist. Manche Dinge WOLLEN nicht geändert werden.

LG
Claudia B.
 
Ich bin der Meinung, dass viele Pflegekräfte die Macht von Gruppen und Gruppenprozessen unterschätzen. In der Regel ist es so, dass Menschen in Gruppen und Organisationen eintreten um sie zu verändern. Anschließend werden, wenn sie in der Gruppe, sind selber verändert. Da ist ein bisschen mehr Bescheidenheit angebracht. Viele Gruppenprozesse geschehen unbewusst und ganz automatisch. Und ziemlich selten so, wie es in den populärwissenschaftlichen Ratgebern steht. Deshalb geschehen doch so viele Schweinereien auf der Welt. Man kann problemlos friedfertige Menschen zu skrupellos tötenden Menschen machen und das in kurzer Zeit. Es gibt dazu eine Menge Fachliteratur.
Da sehe ich gerade eine besondere Gefahr.

Die Situation in der Pflege in Deutschland ist ja mittlerweile so, dass eine menschenwürdige Behandlung von Patienten nicht in jedem Fall gewährleistet ist. Den Kollegen, die unter solchen Bedingungen arbeiten, muss dies aber nicht notwendigerweise bewusst sein. Vor allen Dingen nicht, wenn die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen schleichend vor sich geht. Es kann dann also sein, dass die menschenunwürdige Versorgung in bestimmten Bereichen die Normalität wird. Und dann wird es ganz bitter.
 
@bisauf- eines der größten Probleme scheint mir, dass man glaubt, es reicht aus eine Gesundheits- und Krankenpflege-Ausbildung zu machen um dann zu verstehen, wie das Gesundheitswesen funktioniert. Es wird net viel über die eigenen Schuhspitzen hinausgeschaut. Man versteht die eigene Gesellschaftsform nicht. Man versteht net, wie Demokratie und Staat funktionieren. Man hängt einer Sozialromantik an, die jeglicher Beschreibung spottet. Den Beruf hat man aus Berufung gewählt. Man glaubt ein Monopol auf Empathiefähigkeit zu haben. Helfersyndrom gibt es net und wenn, dann haben es stets die anderen. Und die anderen sind auch immer Schuld an der eigenen Situation. Verbände und Gewerkschaften werden als unfähig empfunden die eigene Situation zu verstehen. Jegliche Bemühungen um eine Professionalisierung des Berufes werden als Bedrohung für die eigene Position wahrgenommen. Das einzigste Interesse was Pflegekräfte haben ist mehr Geld und mehr Personal. Wobei sie den Bedarf in der Regel net begründen können. Und auf diesem Fundament glaubt man die Welt verändern zu können. Das kann net funktionieren.

Elisabeth

PS: Jeder mag sich aus der Aufzählung die Jacke nehmen die ihm passt. Wenn keine passt- umso besser. Dann besteht vielleicht noch Hoffnung für die deutsche Pflege.
 
bin durch mit der Abendlektüre, der eingangs erwähnten Studie
...und sie bewegen sich doch...


"Eine 2009 durchgeführte Befragung von ca. 10.000 Pflegekräften aus Krankenhäusern ergab denn auch, dass ein Viertel der Befragten vorhatte, die eigene Arbeitszeit wegen Arbeitsüberforderung zu reduzieren (DIP 2010). Geht man davon aus, dass es sich dabei um Beschäftigte handelte, die noch keine Teilzeitbeschäftigung ausübten, so würde sich die Teilzeitquote in Krankenhäusern von gegenwärtig ca. 50 % auf über 75 % erhöhen, wenn alle diese Absicht umsetzen sollten.....

....Wenn die gestiegene Teilzeitquote aus eine zunehmenden Umwandlung von Vollzeitstellen in Teilzeitarbeitsplätze und gestiegener Arbeitsüberlastung resultiert, so sind andere Maßnahmen erforderlich als Kampagnen zur Imageverbesserung, familienfreundliche Arbeitszeiten oder Anwerbung ausländischer Pflegekräfte. Insbesondere die Forderung nach der Einrichtung von mehr Teilzeitstellen als Maßnahme zur Schaffung familienfreundlicher Arbeitsbedingungen erscheint vor diesem Hintergrund verfehlt.....

....Angesichts der gegenwärtigen Situation in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen erscheint es zweifelhaft, dass diese 100.000 Pflegefachkräfte tatsächlich eine Vollzeitstelle finden würden. Dies vor Augen, drängt sich der Eindruck auf, dass es in der Pflege gegenwärtig keinen Fachkräftemangel gibt, sondern vielmehr einen Mangel an adäquaten Vollzeitarbeitsplätzen und vor allem an Arbeitsbedingungen, die eine langfristige Vollzeitbeschäftigung ohne Beeinträchtigung der Gesundheit ermöglichen....

....Insgesamt hat es in den letzten Jahren einen Beschäftigungszuwachs in Pflegeberufen insgesamt gegeben, dieser ist aber weit überwiegend nur durch die Ausweitung von Teilzeitbeschäftigung erreicht worden...

.....Insofern muss davon ausgegangen werden, dass die gegenwärtige Personalbesetzung im Pflegedienst der Krankenhäuser nicht dem Pflege- und Personalbedarf entspricht...."
 
Nur mal so, interessehalber: wer genau ist "man"?
Gruppen und Organisationen.
Im militaerischen Bereich ist es beispielsweise wichtig, Soldaten zum Toeten zu erziehen. Einen guten Ueberblick darueber gibt es in dem netten Buch: On killing von Dave Grossman. Leider auf englisch.

Sekten und Terroroganisationen zeigen uns doch regelmaessig wie das geht. Usw. Die meisten Mord- und Gewalttaten werden nicht von pathologischen "Monstern" begangen, sondern von ganz normalen Menschen, die sich dass eigentlich nicht von sich haben vorstellen können.