News Deutscher Pflegerat - Studie zeigt auf: weniger Pflegepersonal als angenommen

Studie ist von 2009, jetzt ist 2012.
Ja doch ja, ich habe "nur" diese Studie auf die schnelle gefunden, ist aber auch wurscht, weil "alles" sei Jahre(n)-zehnten bekannt. Der Pflege"not"stand ist über Jahrzehnte "be"stand, bekannt.

Zwingen kann man keinen, Vollzeit zu arbeiten, somit ist es an der Politik und den Arbeitgebern Anreize zu schaffen.
Im Moment halte ich das aber für - nicht wirklich gewünscht, sonst würd sich da schon mehr tun.
Genau so ist es, sie scheuen die Kosten, weil bis jetzt geht es ja auch so.

Womit man allmählich anfängt sich deutlich mehr Gedanken zu machen - wie man ältere Mitarbeiter länger im Job hält, DAS wird auch höchste Zeit.
Richtig, bei uns ist es im Moment so, dass wir "Alten" (ab 45 Jahre) das Gefühl haben mehr Ballast zu sein, weil jeder der "frei"willig geht an dem werden Abfindungskosten gespart, pro Kopf mindestens 400,-Euro Gehalt monatlich gespart und dafür "willigeres" (keine festen Verträge), "billigeres" (niedrigere Gehaltsstufe und "flexibleres" (weil diese Zusätze: erklärt sich bereit Mehrarbeit-/Überstunden und Bereitschaftsdienste zu leisten) Personal eingestellt werden.

Hoher Teilzeit-Anteil hat halt auch seine Nebenwirkungen. Gerne hätte man JETZT mehr Vollkräfte, mal geschwind - auch bei mir im Krankenhaus.

Ebenfalls abträglich ist - teilweise schon für den täglichen Betrieb - der zunehmende Widerstand von Teilzeit-Kräften (so erlebe ich das jedenfalls), jederzeit und immer den Lückenfüller zu machen.
Verständlich oder? Warum soll ich Mehrarbeiten leisten, wenn ich einen Vertrag (aus bestimmten Gründen) über XY-Arbeitsstunden abschließe, wenn der Arbeitgeber eine 24 Stundenkraft (jederzeit einsetzbar) sucht ohne dafür die Leistungen dementsprechend bezahlen zu wollen?

Fakt, es "muss" sich etwas bewegen. Es ist ein "Um"denken gefragt (von Seiten des Arbeitgebers und der Arbeitnehmer) und "an"gesagt.
 
Das mit der Wissenschaft ist immer so ne Sache... Auswirkungen hat es in der Regel nur versteckt oder eben gar keine. Es ist immer eine Frage, wie weit man sich bis ins Detail damit beschäftigt oder beschäftigen muss.

Im deutschen Gesundheitswesen geht es nur um die Kohle, aber nicht um die Gesundheitsprävention und vorallem gehört das SGB dringend überarbeitet. Schaut Euch mal den SGB V an! Dies ist nur ein Beispiel. Eigentlich gehört das SGB komplett überarbeitet. Es geht immer nur um viel Kohle... das ist das Einzige, was ernsthaft zählt. Aber wirklich ernsthaft auskennen tun sich die Leute, die mit dem SGB ständig arbeiten müssen nicht ernsthaft.

Glücklicherweise gibt es ja Gesundheitsökonomen, die ggfs. mit uns Pflegenden etwas verbessern können. ;) Naja, immerhin haben wir jede Woche zusammen Vorlesung/ Seminar. Hochspannend und hochinteressante Kombination. :-)
 
Im deutschen Gesundheitswesen geht es nur um die Kohle, aber nicht um die Gesundheitsprävention und vorallem gehört das SGB dringend überarbeitet. Schaut Euch mal den SGB V an! Dies ist nur ein Beispiel. Eigentlich gehört das SGB komplett überarbeitet. Es geht immer nur um viel Kohle... das ist das Einzige, was ernsthaft zählt. Aber wirklich ernsthaft auskennen tun sich die Leute, die mit dem SGB ständig arbeiten müssen nicht ernsthaft.
Ich denke um Kohle geht es in jeder Branche. Speziell im Gesundheitswesen sind einige sehr veraltete Gesetze, weil das Gesundheitswesen immer schon ein heißes Eisen war und ist. Nur gibt es Fakten die nicht zu leugnen sind.

Familie (Kinder- und "Alten"betreuung) und Beruf ist immer schwerer unter einen Hut zu bringen, weil die Arbeitswelt viel mehr Ansprüche (schneller, flexibler, komplexer) an uns stellt.

Ich (50 Jahre alt) erlebe in meiner Generation und in meinem Umfeld genau diese Probleme. Die meisten sind wegen der Kinder in die Teilzeit gegangen, jetzt ist die Zeit wo die Kinder flügge werden und die Stunden "könnten" aufgestockt werden. Für den Arbeitgeber rechnet sich dies aber nicht, er kann bei "Mehr"arbeitsstunden Geld sparen (und genau damit hat er schon im voraus gerechnet) im Gegensatz zu "Über"stunden. Fällt Personal weg wird es nicht ersetzt = gleiche Arbeit auf weniger Personal verteilt.

Das ist eine sehr kurzsichtige Sichtweise, entspricht aber genau den 6 Monaten Spielraum um gesetzliche Vorgaben (Missstände abstellen zu müssen). In der Politik werden die Minister gewechselt, jeder kocht seinen Sicht"zeit"brei, lässt ihn aber von anderen auslöffeln.

Die Krankenkassen schlagen Alarm, die psychischen Erkrankungen nehmen zu, das kostet: Krankengeld, keine Sozialkostenbeiträge, keine Rentenbeiträge...

Psychische Erkrankungen (neben weniger statistisch bekannten körperlichen Erkrankungen) sorgen dafür, dass die Altersgruppe 30-60 Jahre, eventuell eine "Um"schulung bezahlt bekommt und die älteren Menschen in Harz 4, 1 Euro-Jober usw.

Die vorhandene Arbeitswelt und die Familiensituationen sind zu überdenken. Beides gehört zusammen und muss "lebbar" gemacht werden.

Frauen und Männer entscheiden sich später für Kinder und wenn sie (ab 50 Jahre) älter werden (so auch "ihre" Eltern) kommt die Seniorenpflege auch noch auf die Familien zu.
Das ist eine "drei"fach Belastung und hat Einfluss auf die Arbeitswelt. Wobei die Arbeitswelt sich gerne aus der Verantwortung zieht, die Familien für ihre Situation verantwortlich macht und wenig Kompromisse zum Beispiel bei der Arbeitszeitgestaltung macht.

Hi, vielleicht gibt es bald statt Betriebskindergarten, einen Betriebs"senioren"garten. ;)
 
... Im deutschen Gesundheitswesen geht es nur um die Kohle, aber nicht um die Gesundheitsprävention und vorallem gehört das SGB dringend überarbeitet. Schaut Euch mal den SGB V an! Dies ist nur ein Beispiel. Eigentlich gehört das SGB komplett überarbeitet. Es geht immer nur um viel Kohle... das ist das Einzige, was ernsthaft zählt. Aber wirklich ernsthaft auskennen tun sich die Leute, die mit dem SGB ständig arbeiten müssen nicht ernsthaft. ...
Spätestens wenn du die Seite gewechselt hast und das Ganze aus Sicht der Patienten betrachten darfst- ohne Hausbonus versteht sich- dann sieht das schon ganz anders aus.

Um Geld geht es- keine Frage. Aber weder die Pflege noch der Patient profitieren. Schönstes Beispiel: die ersparten Gelder werden lieber an Kassenmitglieder ausgezahlt statt sie in die Versorgung zu stecken. Aber mit Kranken und Pflegekräften lässt sich halt keine Wahl gewinnen- vor allem net, wenn man beim letzten Mal schon zu viel versprochen hat. Wie hat Pispers es so schön auf den Punkt gebracht: ein Großteil einer bestimmten Wählergruppe hat zu spät mitbekommen, dass er gar kein Hotel besitzt.

Elisabeth

Elisabeth