News DBVA hält generalistische Ausbildung für "völlig falschen Weg"

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Ja natürlich denkt der DBVA so, da es ja um ihren Beruf geht. Aber nicht mehr und nicht weniger. Die Generalistik ermöglicht vielmehr ein Stufensystem, als vorher und zu dem auch für die Altenpflege höhere Anerkennung. Sie werden wesentlich weniger vernachlässigt in Bezug auf die Akademisierung und ambulant vor stationär. Bedeutet durchaus den Beigeschmack " Altenkrankenpflege", aber mit der Generalistik auch wieder langfristig betrachtet eher weniger. Wer sich gerne in der Altenpflege spezialisieren will, der darf dies doch nach der dreijährigen generalistischen Ausbildung tun, was durchaus eine Anhebung der Qualifikation bedeutet und zu dem vielen Menschen eine besondere Möglichkeit bietet.

Nachtrag: Gerade mein Prof. der Altenpfleger ist, befürwortet die Generalistik. Also ich verstehe die negative Einstellung des DBVA nicht ganz.
 
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Schade, dass sich der DBVA keine Gedanken darüber macht, woher der Fachkräftemangel wirklich kommt und was man dagegen unternehmen könnte.
Irgendwie schon zynisch die Aussage der Vorsitzenden.
 
Schade, dass sich der DBVA keine Gedanken darüber macht, woher der Fachkräftemangel wirklich kommt und was man dagegen unternehmen könnte.
Irgendwie schon zynisch die Aussage der Vorsitzenden.

"Ich steh jetzt aufm Schlauch", was hat die nicht generalistische Ausbildung mit dem Fachkräftemangel zu tun?

Ich habe mit dem DBVA nichts zu tun und bin Kinderkrankenschwester. Ich halte nicht viel von einer generalistischen Ausbildung, weil ich glaube, wenn zur Kinderkrankenpflege nur der Weg über eine generalistische Ausbildung führt, dann werden viele die Ausbildung nicht beginnen. Ich kenne Dutzende aus der Kinderkrankenpflege, die diesen Weg nicht gegangen wären, einschliesslich mir. Meines Erachtens wird es dann noch weniger Bewerber geben und nicht zu mehr Fachkräften führen.

Gruss Ludmilla
 
Was ich nicht so recht versteh - wenn es nur noch die generalistische Ausbildung gibt - was wird dann aus all den kleinen Altenpflegeschulen? Mal in die eine dann in die andere Schule zu gehen - wird's wohl nicht werden. Wie das ablaufen soll, darüber hab ich bislang überhaupt nix gelesen. Vielleicht mache ich mir auch die falschen Gedanken.

Hier vor Ort gibt es 1 kleine Schule für Altenpflege und Altenpflegehilfe; eine größere bildet Altenpflege, (Altenpflegehilfe nicht) Kinderpfleger & Erzieher aus und dann halt noch unsere - die so viel anbietet, inzwischen.

Seit paar Jahren... auch die generalistische, APH und AP kamen dazu, somit sind die spezialisierten Lehrkräfte schon da. Die kleine Schule wird's dann wohl schwer haben, die größere etwas weniger. Generalisten werden dann nur noch bei uns ausgebildet, weil die Voraussetzungen gegeben sind, was dann meinen Brötchengeber sehr freuen würde?

Im Moment haben die Altenpflegeschulen noch hohen Zulauf da auch das staatliche Förderprogramm, Upgrade vom Helfer zur 3-jährigen Altenpflegefachkraft mit voller Kostenübernahme durchs Arbeitsamt noch läuft und greift, aber dann geht's ihnen an den Kragen.

Der Protest - wohl doch auch weil da so einiges ins wanken gerät, find den aber irgendwie nicht so laut...
 
Es gibt ja wie immer und überall eine gewisse Übergangsfrist. Das dies natürlich mit Mehraufwand verbunden sein kann, stellt niemand ausser Frage. Die Generalistik fördert die Spezifizierung bzw. das Stufensystem und zwar zu einem späteren Zeitpunkt. Es ist daher sinnvoll, da 3 Jahre eher zu kurz erscheinen, um spezifiisches Wissen anzueignen.

Da die Inhalte der drei Ausbildungen sich sowieso ähneln, liegt es durchaus nahe, die Generalistik zu fördern. Das dies im ersten Moment seltsam erscheint bzw. ungewohnt ist, ja durchaus. Allerdings die Anhebung der Qualifikation ist damit u.a. möglich, durch weitere Spezifizierungen und der Chance auf ein Stufensystem siehe Niederlande, Schweiz o.ä. Das dort dann ggfs. auch ECTS vergeben werden könnten, darf man nicht ausser Acht lassen. Also langfristig betrachtet eine gute Chance auf die Anhebung der Qualifikation und damit mehr Anerkennung und Wertschätzung.

Durchaus verstehe ich das Ansinnen, dass die Kinderkrankenpflege und Altenpflege bestehen bleibt. Bei der Kinderkrankenpflege ist es aber schon seit bestimmt 10 Jahren eher rückläufig und vor allem betreffend der Ausbildungsstätten, die im Angebot sind. Bei der Altenpflege sehe ich das etwas schwieriger an. Um die Krankenpflege mache ich mir weniger Sorge, denn diese können eher mit der Generalistik klar kommen. Bei der Altenpflege könnte es zu Attraktivitätsverlust weiterhin führen und zur Altenkrankenpflege, welches auch nicht ausser Acht zu lassen ist. Aber insgesamt muss man sagen, dass die Generalistik mehr Möglichkeiten bieten kann.
 
Ich denke, es wird allerhöchste Zeit, genauere Angaben zu den Inhalten der Generalistischen Ausbildung zu machen. Nur so lassen sich die Ressentiments aus Alten- und Kinderkrankenpflege beseitigen. Wir hatten uns in unzähligen kleinen Diskussionen ja schon geeinigt, dass es mehr gemeinsames gibt als man meint. Und das, was als Alleinstellungsmerkmal angesehen wird, eher als eine Bereicherung für alle Pflegerichtungen anzusehen ist.

Was in meinen Augen in jedem Falle passieren muss... die Vermittlung von praktischen Fertigkeiten muss weg von der Dressur. Nur so macht es Sinn. Es braucht die Schaffung von Fachwissen, dass der Pflegefachkraft ermöglicht, individuelle Wege beschreiten zu können.


Elisabeth
 
Ich denke, dass die generalistische Ausbildung den Fachkräftemangel noch verstärken wird. Insbesondere in der Altenpflege, da der Hauptschulabschluß dann nicht mehr als Zugangsvoraussetzung reicht. Dann muss Minimum Realschule oder Hauptschule + abgeschlossene Berufsausbildung vorhanden sein. Wie halt jetzt in der Krankenpflege.
 
Für die Altenpflege gelten schon jetzt dieselben Voraussetzungen wie in der Krankenpflege - nämlich entweder Realschulabschluss oder Hauptschulabschluss und abgeschlossene mindestens 2-jährige Berufsausbildung oder ein Examen als Altenpflegehelfer/Krankenpflegehelfer.

Ben
 
Warum stellt die Altenpflege eigentlich immer ihr Licht unter den Scheffel?

Elisabeth
 
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Für die Altenpflege gelten schon jetzt dieselben Voraussetzungen wie in der Krankenpflege - nämlich entweder Realschulabschluss oder Hauptschulabschluss und abgeschlossene mindestens 2-jährige Berufsausbildung oder ein Examen als Altenpflegehelfer/Krankenpflegehelfer.

Ben
Wenn dem so wäre, hätte ich 2013 nicht mein Examen in der Altenpflege machen können! Ich hatte Hauptschulabschluß (9 Jahre) und habe die Ausbildung gemacht.

Edit: Unterschied ist, dass man mit Hauptschule die Altenpflegehelfer-Ausbildung beginnen kann und nahtlos in die "große" wechseln kann wenn die Noten stimmen. Habe mich doof ausgedrückt. ;) Aber es läuft auf's gleiche hinaus: generalisierte Ausbildung würde bedeuten, dass diese Möglichkeit nicht mehr besteht.
 
Warum sollte man das ändern? Bei allen drei Ausbildungen ist es aktuell identisch. Kann es sein, dass sie Altenpflege versucht, mit unlauteren Mitteln zu kämpfen indem sie Falschinfos an die Mitarbeiter ausgibt? Die CDU hat sich festgelegt, dass es nur eine Zustimmung gibt, wenn die aktuellen Zugangsbedingungen erhalten bleiben.

Es geht um die Schaffung eines durchlässigen Systems. Du kannst dich also wie heute auch von unten nach oben "durcharbeiten". Du kannst aber auch bei entsprechenden Voraussetzungen sofort in höhere Stufen einsteigen.

Eines wird sich hoffentlich ändern- der Schwerpunkt auf das Erlernen von Handgriffen muss massiv reduziert werden. Wenn wir als Profis wahrgenommen werden wollen, dann braucht es ein breites Basiswissen das nicht nur auf das Abarbeiten von Checkliste und laienorientierten Standards ausgerichtet ist.

Elisabeth
 
Es gibt ja wie immer und überall eine gewisse Übergangsfrist. Das dies natürlich mit Mehraufwand verbunden sein kann, stellt niemand ausser Frage. Die Generalistik fördert die Spezifizierung bzw. das Stufensystem und zwar zu einem späteren Zeitpunkt.

Wieso die Generalistik die Spezifizierung fördern soll müsstest du mir erklären. Meines Erachtens sind nicht soviele bereit, sich nach der Ausbildung weiterzubilden, wenn man auch mit der generalistischen Ausbildung überall arbeiten kann.

Da die Inhalte der drei Ausbildungen sich sowieso ähneln, liegt es durchaus nahe, die Generalistik zu fördern. Das dies im ersten Moment seltsam erscheint bzw. ungewohnt ist, ja durchaus.

Seltsam und ungewohnt sind irgendwie niedliche Wörter in diesem Zusammenhang und trifft es meiner Meinung nach nicht ganz. "Gewöhnt euch erst mal dran, dann wird alles gut?" Die Inhalte ähneln sich zwar und genau diese kann man auch gemeinsam unterrichten, war übrigens vor mehr als 30 Jahren bereits in meiner Ausbildung so. Ich finde jedoch, dass der praktische Anteil der Ausbildung schon den Fokus auf die entsprechende Fachrichtung haben sollte.


Durchaus verstehe ich das Ansinnen, dass die Kinderkrankenpflege und Altenpflege bestehen bleibt. Bei der Kinderkrankenpflege ist es aber schon seit bestimmt 10 Jahren eher rückläufig und vor allem betreffend der Ausbildungsstätten, die im Angebot sind. Bei der Altenpflege sehe ich das etwas schwieriger an. Um die Krankenpflege mache ich mir weniger Sorge, denn diese können eher mit der Generalistik klar kommen. Bei der Altenpflege könnte es zu Attraktivitätsverlust weiterhin führen und zur Altenkrankenpflege, welches auch nicht ausser Acht zu lassen ist. Aber insgesamt muss man sagen, dass die Generalistik mehr Möglichkeiten bieten kann.

Um die Krankenpflege mache ich mir auch keine Sorgen, bei der generalistischen Ausbildung, die haben ja am wenigsten zu verlieren. Die Kinderkrankenpflege ist deshalb rückläufig, weil bereits seit Jahren von der generalistischen Ausbildung gesprochen wird und die kleinen Schulen schon aufgegeben haben. Spürbar ist bereits, dass es weniger Nachwuchs bei den Gesundheits- und Kinderkrankenpflegern gibt. Ist das gut? Ich glaube nicht...
 
Es tut mir leid, aber abgesehen von den Basics ähneln sich die Alten- und Krankenpflege nicht so wirklich. In der Krankenpflege wird vieles wesentlich vertiefender behandelt als in der Altenpflege. Die Altenpflege habe ich auf einer "Pobacke abgesessen"... hätte ich im ersten Jahr in der Krankenpflegeausbildung so wenig getan wie in der Altenpflege, würde ich - jetzt im Mittelkurs - glatt auf Note 6 stehen! Es ist aber auch klar, dass Dinge wie z.B Krankheitslehre in der Altenpflege anders behandelt werden in der Ausbildung... der Fokus ist ja auch ein ganz anderer. Dafür lernt man in der Krankenpflege Biografiearbeit, etc. nur sehr sporadisch.

Und es ist nunmal Fakt, dass viele in der Altenpflege die Ausbildung machen, die in der Krankenpflege nicht genommen wurden oder (manchmal sogar mehr als einmal) schlichtweg die Theorie nicht gepackt haben und deswegen die Probezeit nicht bestanden haben. Mein halber Kurs in der Altenpflege war vorher in der Krankenpflege... und doof waren die wirklich nicht. Aber es war einfach too much.

Es ist nicht negativ gemeint, aber die Altenpflegeausbildung ist nunmal einfacher zu packen.

@Elisabeth, in der Krankenpflege kannst du dich nicht so hocharbeiten wie in der Altenpflege! Wenn du die Krankenpflegehilfe gemacht hast, musst du dennoch im Anschluss noch die 3 Jahre Krankenpflege lernen... egal wie gut die Noten sind. Das ist auch so, weil Krankenpflegehilfe und Gesundheits- und Krankenpflege nicht zusammen unterrichtet werden so wie es in der Altenpflege der Fall ist.
 
@WildeSchwester: Wann hast Du die Ausbildung zur Altenpflege denn gemacht? Ist Dir bekannt, dass es zwischen den 2- und 3-jährigen Ausbildungen Unterschiede gibt - oder hast Du vielleicht auch nur die Ausbildung zur Altenpflegehelferin gemacht? Ich habe selbst die Altenpflegeausbildung und kenne von unseren Azubis und meiner Freundin (GuK-Schülerin) die Inhalte der Krankenpflege, ferner bin ich als Mentor tätig. Der Stoff unterscheidet sich theoretisch und praktisch eben geradezu kaum und viele Bereiche der Sozialwissenschaften und Biografiearbeit fehlen in der Krankenpflege fast vollständig.

In diesem Thread geht es nicht um die Diskussion zwischen den Ausbildungen, aber den Mist, den Du schreibst, kann ich so nicht stehen lassen. Für Dich war die Krankenpflege natürlich viel leichter, wenn Du zuvor eine Ausbildung in der Altenpflege/Altenpflegehilfe absolviert hast - da mag einem alles plötzlich einfacher erscheinen, klar wenn man schon alles kennt. Übrigens machen bei uns - in Süddeutschland - viele bewusst die Altenpflege-Ausbildung. Es gibt hier bereits generalisierte Ausbildungen, bei denen sich die Schüler im 3. Jahr entscheiden, ob sie die Altenpflege oder Krankenpflege bevorzugen. Und Du wirst es nicht glauben, aber es gibt nicht wenige, die sich letztlich für die Altenpflege entscheiden.

Fakten lassen sich nachweisen, das sollte man auch können, wenn man etwas als "Fakt" bezeichnet. Und nein - Altenpflege und Altenpflegehilfe werden eben nicht zusammen unterrichtet. Aber bei Dir in Kiel scheint ja offensichtlich alles anders zu sein, wenn man Dir glauben mag. ;)

Ben
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finde es doch immer wieder amüsant, dass als Krone der Pflege die medizinischen Kenntnisse gesehen werden. Das Pflegefachwissen mutiert immer mehr zum notwendigen Übel.

Vielleicht ist es die Folge einer scheinbar immer noch verfehlten Ausbildung. Es werden Pflegeplanungen zu Krankheiten gemacht, nicht zu Symptomen. Beispiel: Die Symptome eines Sekretverhaltes sind immer gleich. Die pflegerischen Möglichkeiten nahezu identisch. Wobei- mir fällt im Moment gar kein Unterschied ein. Ein Dauerkatheter wird immer in derselben Art und Weise gelegt- sowohl anatomisch gesehen als auch unter hygienischen Gesichtspunkten.

Mir hat bisher keiner Beispiele bringen können, wo es wirklich gravierende Unterschiede in den Grundlagen gab. Hochspezialisierte Pflegekonzepte werden schon heute erst nach der Ausbildung richtig gelernt. Nicht selten, werden in der Grundausbildung diese Konzepte sogar falsch vermittelt.

Btw.- Ich verstehe nicht, wie man vergessen kann, dass die eigene Ausbildung eben nicht besonders hilfreich war, als man nach der Ausbildung in ein fremdes Fachgebiet einsteigen musste. Und da meine ich jetzt nicht den Wechsel von Kinderkrankenschwester auf Krankenschwester oder Krankenschwester auf Altenpflegerin.

Und zur Dressur in der Praxis. Praktische Kompetenz erwirbt man nicht, indem man die Leute dazu anhält, zu kopieren. Diesem Irrtum scheinen ganze Generationen zu erliegen. Die Grenzen der Dressur erlebt der Youngster in der Regel, wenn er auf einmal etwas machen soll, was er in der Ausbildung nicht geübt hat. Nicht wenige streichen dann die Segel und glauben, ihre Ausbildung war unzureichend. Stimmt- aber nicht, weil sie den Handgriff nicht gelernt haben sondern weil sie nicht in der Lage sind, einen eigenen Weg zu finden.

Elisabeth
 
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@Ben, ich habe 2013 mein Altenpflegeexamen gemacht, und befinde mich aktuell in der Gesundheits- und Krankenpflege-Ausbildung. Im übrigen ist die Altenpflegehilfe-Ausbildung keine 2 Jahre mehr, sondern nur noch 1,5 Jahre.

By the Way, es ist okay wenn Du anderer Meinung bist... aber es ist unter aller Kanone zu behaupten ich würde lügen! Erkundige dich mal bitte bei der Altenpflegeschule des DRK in Kiel, Klaus-Groth-Platz. Dort habe ich meine Ausbildung gemacht und da werden Altenpflegehelfer und Altenpfleger gemeinsam unterrichtet. Und du wirst es kaum glauben, die 87b Kräfte sind in der gleichen Klasse! Also, erstmal informieren bevor Du hier rumtönst.

Ich habe keine Ahnung wie Du darauf kommst ich wäre der Meinung (oder hätte gesagt) es würde sich niemand für die Altenpflege entscheiden!? Die Problematik die ich sehe, ist die dass bei der generalisierten die Quote derer die es nicht packen steigen wird, weil die beiden Ausbildungen sich eben nicht so sehr ähneln wie Du anscheinen denkst.

In der Altenpflege lernt man z.B nicht sämtliche Arten von Infusionen, deren Laufzeiten, welche Trägerlösungen man wofür nutzen kann/darf/soll, wie man die einzelnen zentralen und peripheren Zugänge versorgt, wie man welche Wunden zu versorgen hat, Dauerkatheter legen, venöse Blutentnahmen und, und, und... der Schwerpunkt liegt nunmal auf ALTEN Menschen.

Wenn die generalisierte Ausbildung kommt, befürchte ich dass die Altenpflege dabei in den Hintergrund geraten wird und das eben mehr aus der Krankenpflege übernommen wird... und da der Schwerpunkt nunmal medizinischer ist, ist es halt mit mehr Stoff verbunden... in der Krankheitslehre eben nicht nur Erkrankungen des ZNS die gehäuft im Alter vorkommen etc. pp. Sondern häufige Erkrankungen des ZNS aller Altersgruppen. Und das sind dann z.B. nicht 5 sondern 15 die man lernen muss.

Du solltest dir vielleicht nochmal das Curriculum für Altenpflege anschauen und dann für Krankenpflege... und dann sag nochmal die Ausbildungen wären sich so ähnlich. Es gibt Gemeinsamkeiten. Da habe ich auch nie anderes behauptet. Aber mehr auch nicht.

P.S: In Sozialwissenschaften ist es manchmal hilfreich, dass ich die Altenpflege vorher gemacht habe. Aber das war es auch schon.
 
Ich finde es doch immer wieder amüsant, dass als Krone der Pflege die medizinischen Kenntnisse gesehen werden. Das Pflegefachwissen mutiert immer mehr zum notwendigen Übel.
Pflegefachwissen angewandt OHNE fundierte medizinische Kenntnisse = gefährliche Pflege!
Es ist unabdingbar zu wissen was eine Pflegehandlung bei einer Erkrankung für Folgen haben kann.
 
Im übrigen ist die Altenpflegehilfe-Ausbildung keine 2 Jahre mehr, sondern nur noch 1,5 Jahre.

Die Ausbildungszeit der Altenpflege-Ausbildung betrug nicht schon immer 3 Jahre. Auf Grund Deiner Ausbildungsbeschreibung ging ich davon aus, dass Du die Ausbildung vor der Reform absolviert hast. Bei Altenpflegehilfe beträgt die Dauer weiterhin regulär 1 Jahr (Beispiel Bayern, s. Landesrecht!). Die Ausbildungen wurden mit der Reform inhaltlich einander angeglichen. http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSF...ty=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf
http://berufenet.arbeitsagentur.de/...ge&_pgnt_pn=0&_pgnt_id=resultShort&status=A06

aber es ist unter aller Kanone zu behaupten ich würde lügen!
Wo behaupte ich das denn? "Mist schreiben" muss nicht vorsätzlich geschehen. Aber Behauptungen als Fakt zu bezeichnen ohne substantielle Grundlage ist eben nicht besonders vorteilhaft und sollte richtig gestellt werden. Wenn Du sagst, lediglich Hauptschule als Zugang genügt und es wird ohnehin nur ein Teil von dem unterrichtet was die Krankenpflege macht, es gehen sowieso nur Leute in die Altenpflege, welche in der Krankenpflege nicht genommen wurden und auch die Qualität sei deutlich niedriger und damit die Prüfungen leichter, so sind das nunmal falsche Behauptungen.

In der Altenpflege lernt man z.B nicht sämtliche Arten von Infusionen, deren Laufzeiten, welche Trägerlösungen man wofür nutzen kann/darf/soll, wie man die einzelnen zentralen und peripheren Zugänge versorgt, wie man welche Wunden zu versorgen hat, Dauerkatheter legen, venöse Blutentnahmen und, und, und...
In Bayern - mit Ausnahme von Blutabnahmen - selbstverständlich schon. Sogar schon vor 7 Jahren. Siehe Lernfeld 1.5 Kuratorium Deutsche Altershilfe & Altenpflegegesetz (AltPflG). http://www.kda.de/tl_files/kda/Jubilaeum1962 - 2012/PDFs/bundeseinheitliche_altenpflegeausbildung_materialien.pdf & http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/altpflg/gesamt.pdf

der Schwerpunkt liegt nunmal auf ALTEN Menschen.
Das stimmt. Dennoch unterscheiden sich die Inhalte kaum noch, trotz Schwerpunkten. Die Ausbildung ist auch nicht "leichter", wie von dir suggeriert, sondern lediglich ein anderer Schwerpunkt ist gesetzt. Die Zugangsvoraussetzungen sind identisch (s. §6).

und da der Schwerpunkt nunmal medizinischer ist, ist es halt mit mehr Stoff verbunden...
Warum sollte es im Bereich der Medizin quantitativ mehr "Stoff" geben, als bei sozialwissenschaftlichen Bereichen? Medizin (Theorie) ist auch heute schon ein ganz wesentlicher Teil der Altenpflege-Ausbildungen.

Wenn die generalisierte Ausbildung kommt, befürchte ich dass die Altenpflege dabei in den Hintergrund geraten wird und das eben mehr aus der Krankenpflege übernommen wird...
Existiert bereits. An unserer Krankenpflegeschule seit mehreren Jahren - erfolgreich. Deine Sorgen halte ich für unberechtigt.

Ben
 
Zuletzt bearbeitet:
Bisher gibt es ja lediglich erste "Versuche" die Generalistik umzusetzen. Deswegen hier mal ein mögliches Konzept zur Umsetzung:

https://www.isb.bayern.de/download/15213/konzept_gen._pflegeausb._homepage_2012_04_02.pdf

Ich durfte wenige Stunden an zwei Schulen unterrichten, welche die generalistische Ausbildung anbieten mit dem Schwerpunkt Alten- oder Gesundheits- und Krankenpflege. Bis auf wenige Differenzierungsstunden werden die Schüler zusammen unterrichtet. Die Verteilung des Schwerpunktes Altenpflege oder Gesundheits- und Krankenpflege war ausgewogen bei 50:50.

Es ist also keineswegs so, dass nur die vermeintlich "bessere" Gesundheits- und Krankenpflege gewählt werden würde von den Bewerbern. Die Einsatzorte können zum Teil selbst gewählt werden. Viele Altenpfleger wählten die Intensiv, da auch in den Heimen immer mehr Heimbeatmungsplätze angeboten werden.

Ich persönlich wünsche mir, dass wir langfristig hier ankommen:
http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/downloads/Sonderdruck_Pflege_neu_denken.pdf
 
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