Dankbare Beratungs-, Anleitungsthemen für das praktische Examen

Baumst

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13.06.2016
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Hallo ihr lieben,
am Dienstag bin ich fällig. Meine Prüfung steht an.
Bei uns läuft es so, dass wir am Vortag mit den Schwestern auf Station Vorschläge bzgl. der Patientengruppe einbringen dürfen.
Hat zur Folge, dass ich mit etwas Glück nun schon meinen a1 und a3 Patienten gefunden habe.

Mein Problem bei diesen beiden ist, dass die a3-Patientin sehr dement ist, diese also leider ungeeignet für jegliche Beratung ist.
Mein a1-Patient ist bei uns wegen einen p1-bp im rechten Bein, bei bekannter PAVK und Arteriosklerose. Zudem ist er starker Raucher. Nun würde sich natürlich eine Beratung zum Rauchen und den Zusammenhang mit dem cardiovaskulären Risiko anbieten, gerade weil unsere Lehrer Raucher ohnehin nahezu verteufeln. Ich persönlich finde allerdings die Beratung starker Raucher als sehr undankbar und wenig befriedigend, da diese meist nicht beraten werden wollen und Ergebnisse meist ausbleiben. Die wissen ja eigentlich schon ziemlich genau was sie da ihrem Körper antun.
Eine andere Idee war es zum Thromboserisiko zu beraten anhand der Virchow-trias und das Rauchen dort mit unter zu bringen. Ebenso wie den frischen Bypass. Aber, ob das so perfekt patientenorientiert wäre, weiß ich nicht, da er sich viel mobilisiert, ausreichend trinkt und keine Vorgeschichte à la Herzinfarkt, Apoplex, Embolie usw... hat und der Eingriff zwar auf der einen Seite das Risiko wegen der Gefäßwandschädigung erhöht, es aber auf der anderen Seite auch verringert, da der Blutfluss ja verbessert wurde.

Langer Rede kurzer Sinn. Meine Beratung wird wohl an dem mir noch unbekannten Patienten hängen bleiben und deshalb wollte ich allgemein Ideen sammeln nach was für einem Typ Patient ich Ausschau halten muss.
Zumal mein a1 Patient Dienstag entlassen wird und ich nicht weiß, ob ich ihn dann halten darf. Wobei ein gutes Entlassmanagement ja eigentlich auch Teil der Prüfung sein kann.

Als Orientierung welche Art Patienten zur Verfügung stehen. Ich bin auf einer zusammen gefassten Station mit gefäßchirurgischer und viszeralchirurgischer Seite. Am liebsten hätte ich einen Patienten aus der Gefäßchirurgie, damit ich nicht so lange Laufwege habe und auch nicht verschiedene Visiten.
 
Solltest du tatsächlich das Glück haben, deinen Patienten recht frühzeitig kennenzulernen, würde sich auch anbieten, den Patienten nach Beratungsbedarf zu fragen.
Musst ja ohnehin die Einwilligung einholen, könntest erklären was du vorhast, vielleicht auch schon Vorschläge machen ...

Mit Gefäßchirurgie kenne ich mich leider nicht sehr gut aus, bei einem viszeralchirurgischen Patienten könnte ich mir beispielsweise ein präoperatives Beratungsgespräch zur postoperativen Mobilisation vorstellen ...

Allgemein finde ich wichtig, nichts aufzuzwingen, es patientengerecht zu gestalten und keine zu exotischen Themen aufzutun, die für den Patienten zu weit weg sind.

Wünsche dir viel Erfolg :-)
 
Gefäße sind eine wahre Fundgrube für Beratungen (selbst ohne das Qualmen).

- pAVK Gr. 2 und mehr : Schmerzmanagement, Fußinspektionen (-Gangrän/-Infektion)
~~~ Das gleiche Beratungsmaterial wie beim diabetischem Fußsyndrom 8-). ~~~

- "Blutverdünner" : Marcumar/Phenpro (Wichtigkeit der Quickkontrolle, Ernährung-Vitamin K), Xarelto (einmal vergessen = Wirkung im ...), ASS (Magenbeschwerden), Verhalten bei Blutungen (Stuhlbeobachtung) oder Verletzungen .......................:besserwisser:

- Demenz : Baue eine ordentliche "Pflegeüberleitung". - Das ist ein Riesenproblem! -
Von der Klinik werden die Patienten (oft) - de facto - bei der Familie, der ambulanten Pflege oder dem Heim "abgekippt".:x
Merke : Die Beratung muss sich nicht zwangsläufig an den Patienten direkt wenden.
~~~ Schon mal überlegt, die Angehörigen/Pflegepersonen der a3-Patientin zur Beratung (Warum nicht in der Prüfung?) einzuladen? ~~~:gruebel:

Kreativität ist m.W. nicht pathologisch:engel:.
Gutes Gelingen, Frieda :wavey:
 
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Vielen Dank schonmal für die Antworten.

Wenn meine Patienten morgen akzeptiert werden, dann kenne ich nun alle drei.

Mein Kopf denkt sich immer mehr Szenarien aus, die schief gehen könnten. Hätte nie gedacht, dass ich in der Hinsicht so kreativ sein kann.

Die Idee mit der präoperativen Beratung finde ich super, nur leider gibt es aktuell keinen passenden Patienten. Es kommen erst morgen wieder geplante Aufnahmen für bevorstehende Op's und wann genau steht noch nicht fest. Ich hingegen muss mich bis spätestens 10 festlegen.

Die Beratung bezüglich der Gerinnungshemmer finde ich auch eine gute Idee und auf die wäre ich wohl peinlicherweise eher nicht selbst gekommen.
Da mein Patient vorher auf Cumarine eingestellt war, diese pausiert waren und nun wieder damit eingestiegen worden ist, denke ich dass es angebracht sein könnte nochmal darauf einzugehen. Werde morgen in der Vorbereitung mal den Bedarf diesbezüglich ermitteln.

Schmerzmanagement bietet sich leider nicht an mit meinen Pat.

Super Thema ist auch die Fußpflege. Mein A2 Patient leider nämlich nicht nur an einer PAVK sondern auch am DFS.

Habe also ein Paar Optionen, die ich meinen Patienten morgen vorschlagen kann. :)

Wegen der Pflegeüberleitung, (wenn wir das gleiche darunter verstehen). Wie haben bei uns einen elektronischen Pflegestatus, der regelmäßig aktualisiert werden soll. Gesetzt dem Fall, dass er ordentlich geführt wird, gibt es eine Funktion um die Informationen automatisch in eine Überleitung einzufügen, die man aber ggf. nochmal manuell aktualisieren kann.

Die Angehörigen zu beraten geht leider nicht. Der Sohn kann immer nur nachmittags. Allerdings hätte ich da eventuell auch Angst gehabt, dass der Sohn nicht kommt und mein Plan nicht mehr aufgeht.

Dafür möchte ich mich aber bei der Dementen Dame mit den Prophylaxen austoben. Sie bietet nahezu alle Risiken, die man sich vorstellen kann.

Ich hoffe ich habe alles beantwortet :) strukturiert denken wird immer schwerer. Bin echt froh wenns vorbei ist.
 
@ Verständnisfrage:
"Wird die Pflegeüberleitung bei Euch - verlässlich - an den ambulanten Pflegedienst, die pflegenden Angehörigen oder das Heim übermittelt ?"

Das sollte aber nicht Dein aktuelles Problem sein. --- Eher ein Tipp für Deine FB zur StL oder QmB.

Praxistipp : Mache Dich nicht verrückt und sehe zu, dass Du ausgeschlafen in die Prüfung gehst. "Mit dichte Klüsen (Augen) vergeigst Du das Ding garantiert."
 
Ja ich versuche heute schon alles soweit zu planen, dass ich mich morgen nicht mehr bekloppt machen muss :verwirrt: . Wäre nur ärgerlich wenn die Pat. dann evtl. doch noch abgelehnt werden.

Pflegeüberleitung wird bei uns im Gesamtpaket vom hauseigenen "Sozialdienst" gemacht. Also klären ob alle Hilfsmittel vorhanden sind, reha-Anträge usw.
Das Papier "Pflegeüberleitung" wiederum wird von uns ausgefüllt und entweder den Angehörigen gegeben oder dem Ktw-/Taxifahrer zusammen mit dem brief mitgegeben oder mit in die Tasche gepackt. Allerdings so, dass es gefunden wird mit der Versichertenkarte.
 
Ach ja ...
Mit einem DFS hat Dein Patient sogar einen Anspruch auf podologische Behandlung.
(="Fußpflege de luxe") Die wird sogar von der Krankenkasse bezahlt. Er soll sich einfach eine Verordnung vom Hausarzt holen.
 
Vielen Dank nochmal für eure Antworten :)

Die Prüfung lief gefühlt ganz gut. Ich konnte alles machen, was ich geplant hatte und hatte sogar genug Spiel um noch wichtige Dinge ein zu schieben.

Wie es ausgegangen ist, werde ich erst am 10. August erfahren.
Die Beratung war zwar nicht erfolgreich aber das lag eher an der Aufnahmebereitschaft meines Pat. Ich denke also nicht, dass mir das negativ ausgelegt wurde.