Caphosol - Eure Erfahrungen?

-Claudia-

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Was ist denn da drin? Und wie wirkt das? Für welche Indikation willst du es einsetzen?

Elisabeth
 
Caphosol EUROPE: product information <- inhaltsstoffe.


mir erschließt sich gerade nicht so ganz, wie diese inhaltsstoffe einen solchen preis auch nur im entferntesten rechtfertigen sollen.

den wirkmechanismus finde ich (ohne ihn so ganz, aber doch ansatzweise ergündet zu haben) eher total unspektakulär.


durch den anteil von kochsalz i.d. lösung muss der geschmack eigentlich salzig sein (wie genau der sinneseindruck bei den anderen drei salzen ist: keine ahnung ^^)
 
Mit dem Elend der Menschen lässt sich net Menge Geld machen. http://www.boerse.de/historische-kurse/JAZZ-PHARMACEUTICALS/US4721471070

Vielleicht liegt hier die Erklärung der Wirkung?
Man kann durch Mischen von Dinatriumhydrogenphosphat- mit Natriumdihydrogenphosphat-Lösung einen Puffer mit bestimmten pH-Wert zwischen 5 und 8 herstellen.
Dinatriumhydrogenphosphat
Zusatz von Salz ev. um die Wirkung zu steigern.

Preiswerte Alternative: http://www.krankenschwester.de/foru...krankungen/11167-cola-loest-belaege-mund.html

Elisabeth
 
Zur Prophylaxe und Therapie der oralen Mucositis ist Caphosol sehr sehr gut.
Bei uns bekommt das jeder der SZ transplantiert und/oder hochdosis Chemo bekommt, prophylaktisch und alle anderen zur Therapie bei schon bestehender Mucositis (weils eben nicht sehr billig ist). 5 mal täglich sollen sie spülen und es wirkt echt.
Ich meine die translantierten Patienten bekommen trotzdem eigentlich immer eine Mucositis aber wenn überhaupt bis Grad 2, selten schlimmer, wenn regelmäßig gespült wird (+ Ampho Moronal, Lippenpflege). Wir habens seit ca 3 Jahren und im vergleich zu vorher müssen die Pat. eher weniger leiden, vor allem weils echt nicht eklig schmeckt, eher neutral, wenn überhaupt ein bisschen salzig, aber das war noch nie ein Problem
 
wenn ihr noch zusätzlich amphotericin b verwendet, kann man doch gar keine klare aussage über die wirksamkeit von diesem caphosol machen. oder verstehe ich dich da falsch?
 
Bei uns bekommt das jeder der SZ transplantiert und/oder hochdosis Chemo bekommt, prophylaktisch und alle anderen zur Therapie bei schon bestehender Mucositis (weils eben nicht sehr billig ist). 5 mal täglich sollen sie spülen und es wirkt echt.
Ich meine die translantierten Patienten bekommen trotzdem eigentlich immer eine Mucositis aber wenn überhaupt bis Grad 2, selten schlimmer, wenn regelmäßig gespült wird (+ Ampho Moronal, Lippenpflege). Wir habens seit ca 3 Jahren und im vergleich zu vorher müssen die Pat. eher weniger leiden,

Gerade weil es nicht billig ist, interessiert mich, ob es besser wirkt als die herkömmlichen Produkte. Wenn ja, könnte ich den höheren Preis akzeptieren (ob der nun von den Inhaltsstoffen her gerechtfertigt ist oder nicht). Du findest also, es wirkt besser als (z.B.) Tantum verde?

Mundpflege mit kohlensäurehaltigen Getränken bei zytostatika-induzierter Mukositis? Elisabeth, das wäre sadistisch. :evil1: Salbeitee, von mir aus, der macht zumindest nicht mehr Schmerzen.
 
@Eisenbarth:
Als wir Caphosol noch nicht hatten, haben wir Ampho Moronal schon verwendet, aber auf den Schweregrad der Mucositis hatte Ampho keinen Effekt, so aus meiner Erfahrung. Möglich ist natürlich das es entweder die Kombination von Caphosol und Ampho ist, was den Schweregrad redziert oder auch nur Ampho.Müsste man mal Studien machen :D Aber Caphosol selbst ist gegen Pilze wohl nicht so wirksam.

Ich finde Caphosol ist, aufgrund des Preises nicht Mittel der ersten Wahl, aber Pat. die schon Grad 4 durchgemacht haben und Caphosol zur Therapie erhielten, wollen bei dem nächsten Zyklus Caphosol gleich zur Prophylaxe weils ihnen so gut geholfen hat. Also es kommt auch gut bei den Patienten an, aber die wissen halt auch nicht wie teuer das ist und zuhause würden sich das die wenigsten kaufen

@ Claudia: Jap, das finde ich. Also Unsere Hausstandard zur Mucositisprophylaxe ist Gurgellösung und Ampho Moronal. Caphosol gibts wie gesagt dann nur für hochdosis Chemo, SZ tranplantierten Pat. oder eben bei denen die schon eine Mucositis haben und die Gurgellösung nicht mehr nehmen können, weils zu scharf ist und schmerzt und in den Fällen ist es schon sehr gut.
Eine Patientin hatte ich bis jetzt der hat Caphosol nix gebracht, warum auch immer :/
 
Danke für die Aufklärung bezüglich der Indikation.

Wenn ich die Pathogenese der Mukositis anschaue... wo soll da eine übersättigte Elektrolytlösung wirksam sein?
http://www.mascc.org/assets/documents/MukositisGuidelinesMASCC2006(dtV).pdf
http://www.ebn.bz.it/download/LL_Mundpflege_-_Handbuch_-_06Okt2008D.pdf
In beiden Links lässt sich nix zu einer Überlegenheit von Mitteln wie Caphosol finden.

Von daher- es gibt bestimmt preiswertere Speichelersatzmittel. http://www.spitta.de/fileadmin/tt_n...ve Therapie_Mundtrockenheit_Spitta_Verlag.pdf

Btw.- der verlinkte Thread bezog sich auf die Xersotomie, die einer Mukositis vorausgeht.

Elisabeth
 
also in tantum verde ist benzydamin enthalten, also ein localanästhetikum. das dürfte effektiv linderung bringen. abgesehen davon enthält es hydroxybenzoesäuremethylester, also ein konservierungsmittel. wenn es (was trotz der ähnlichkeit [name & strukturell] nicht sein muss) ähnlich wirkt wie benzoesäure, ist es antimykotisch und antibakteriell.
wenn die mykositiden (öh, schreibt man das so??) eurer patienten gleichzeitig auch (primäre) candidosen sind, sollte tantum verde ähnlich wirken (quantitativ) wie amphotericin b.
sollte der orale ph-wert im basischen bereich ungünstig für pilze sein, würde das auch die wirkung von caphosol erklären (neben einem eventuellen osmotischen effekt, weil die multi-salz-lösung ja hyperton sein dürfte), also ein für mykosen ungünstiges munddings erzeugen sowie einen osmotischen feuchthalteeffekt.

ich persönlich würde, wenn ich ne chemo machen müsste und ne mukositis bekäme, nystatin lutschtabletten & kamillentee oder tantum verde und kamillentee haben wollen. :-)
und vielleicht eine prise eines opioids, wenn's denn deutlich weh tut im mund.



€dit:

hab gerade erst elisabeths posting gesehen & mir den oberen link angeschaut: der ist schonmal ganz cool. :)
 
@fea, mich würde die Zusammensetzung der Gurgel-Lösung interessieren.
@ Elisabeth, DANKE für das posten der Leitlinien, das ist sehr hilfreich (darüber würde ich meine Facharbeit schreiben,sollte ich jemals die Onko-Fachweiterbildung machen können)

Caphosol wird bei unseren Patienten mit Hochdosis Chemotherapie und autologer Stammzelltransplantation verwendet, ebenso in der KMT.
Es dient als Prophylaxe,soll ja anfeuchten,gleitfähig machen und reinigen. Einen Erfolg lässt sich glaube ich bei regelmässiger Anwendung erzielen, eine Mucositis aber nicht verhindern. Sehr disziplinierte Patienten, die es wirklich optimal und regelmässig verwenden, haben einen Effekt. Die nutzen aber auch den Salbei Tee, nehmen das Ampho regelmässig,achten auf die Ernährung und Hygiene. Bestenfalls haben sie Equizym mitgebracht.So will ich nicht behaupten, daß Caphosol DAS Medikament ist.
Viele brechen die Anwendung ab,ihr Zustand lässt das regelmassige 5x am Tag 1 Minute nicht zu. 2 Ampullen zu mischen ist nicht Jedermanns Ding.
Ich erinnere mich aber auch an Patienten, die schwören drauf.

:lol1: Caphosol hat sogar eine facebook Seite, verrückte Zeiten!!
 
Ich überlege, ob so banale Sachen wie Wasser mit etwas Salz nicht den gleichen Effekt haben. Warum muss es eine pharmazeutsich hergestellte überstättigte Elektrolytlösung sein?

Wenn ich eure Beispiel für den Einsatz so lese, dann wird Caphosol selten alleine benutzt. Es scheint aber einen Zusammenhang zu geben zwischen Compliance und dem Einsatz von einem teuren Mittel geben. Wie kann man das durchbrechen?

Elisabeth
 
weil kochsalz nicht denselben effekt hat, wie die anderen, als salze vorliegenden, inhaltsstoffe. offenbar geht es auch um ph-wert-veränderung.

problematisch bei der bewertung ist die nicht-alleinige anwendung eines mittels.
 
@fea, mich würde die Zusammensetzung der Gurgel-Lösung interessieren.

Diese hier verwenden wir
Alle Präparate A-Z - ratiopharm GmbH

Als Lokalanästhetikum haben wir noch Benzocain Lutschtabletten und/oder eine Benzocain Mundspüllösung (Pfefferminz Geschmack) hergestellt von unserer Apotheke, aber auch Morphin Gel. Alles zur Schmerzbehandlung, damit die Pat. essen können, schon ganz gut, aber wenn ich ehrlich bin, schmeckt das alles so eklig, ich wenn Pat. wäre, würde das meiste nicht nehmen. Deshalb fehlt denke ich auch oft die Compliance regelmäßig, mit was auch immer zu spülen :/

Es stimmt natürlich das Caphosol eigentlich nur in Kombination angewendet wird.
Ich kann nur von einem ALL Pat. sagen, der nach seiner ersten, heftigen Mucositis (ich glaube das war Grad 3) nur noch Caphosol, auch schon prophylaktisch bei den nächsten Zyklen haben wollte und es dann nur noch zu Grad 1 kam. Von dem weiß ich das er kein Ampho Moronal und sonst nix genommen hat, war halt noch jung und alles mit Geschmack hat er nicht benutzt
 
wird da eigentlich kein abstrich gemacht?


man muss doch wissen, ob primär ne mykose oder eine bakterielle dings vorliegen?



danach könnte man ja dann auch zielgerichteter entscheiden, ob lieber nystatin oder amphotericin oder z.b. dequaliniumchlorid oder chlorhexidin.
 
Bei Chemopatienten machst Du ja i.d.R. schon prophylaktisch Mundpflege, auch antimykotische.

Abstriche kenn ich in diesem Zusammenhang nur, wenn Du mit den "normalen" Antimykotika keinen Erfolg erzielst. Wobei es mir hier eigentlich um Caphosol geht, und das wirkt ja eh nicht antimykotisch.

Ich sehe das Problem mit der Kombination; andererseits kombinierst Du bei onkologischen Patienten so gut wie immer mehrere Pflegeprodukte, und wenn Du mit der Kombi "Caphosol plus Ampho moronal" bessere Erfolge erzielst als mit "XYZ plus Ampho", dann wird das Caphosol da schon seinen Anteil dran haben.

Die Mukosititis bei Chemo oder Bestrahlung ist sehr sehr unangenehm; wenn man wirklich Besserung erzielen kann, dann lasse ich mir notfalls auch Euro 8,- bis 10,- pro Tag für Mundpflegeprodukte gefallen. Aber nicht, wenn der Effekt nicht über den günstigerer Produkte hinaus reicht.
 
ich recherchiere gleich mal, bei welchem ph-wert sich eine candidose am besten entwickeln kann. hab ich noch nix gefunden, aber auch noch nicht viel gesucht.


und wenn Du mit der Kombi "Caphosol plus Ampho moronal" bessere Erfolge erzielst als mit "XYZ plus Ampho", dann wird das Caphosol da schon seinen Anteil dran haben.

das kann z.b. auch daran liegen, dass z.b. eine gurgellösung mit quartären ammoniumverbindungen (klick) mit so etwas wie dem hier interagiert. hier könnte es (das ist nur eine these!) zur kettenspaltung kommen oder die NH2-funktion des dequaliniumchlorids könnte die OH-funktion des amphotericins deprotonieren.
es könnte (thesethesethese!) also auch sein, dass das caphosol in einem solchen fall einfach deshalb günstiger in der kombination ist, weil es einfach "wirkungslos" ist (ziemlich frech formuliert - aber man sehe es mir nach, es ist ja sonntag :P ).
 
es könnte (thesethesethese!) also auch sein, dass das caphosol in einem solchen fall einfach deshalb günstiger in der kombination ist, weil es einfach "wirkungslos" ist (ziemlich frech formuliert - aber man sehe es mir nach, es ist ja sonntag

Gibt's da keine Studien, die eine gewisse Wirksamkeit belegen müssen, ehe ein Medikament in den Handel kommt?

Erinnert Ihr Euch noch an das Hautpflegeprodukt PC30V, das u.a. zur Stumpfpflege und Dekubitusprophylaxe eingesetzt wurde? Das war ja nicht in dem Sinne nicht unwirksam; nur wirkten andere Produkte genauso gut und die waren größtenteils billiger. Deshalb ist PC30V aus den meisten Pflegeschränken verschwunden. Im Handel ist es noch.
 
Gibt's da keine Studien, die eine gewisse Wirksamkeit belegen müssen, ehe ein Medikament in den Handel kommt?

Erinnert Ihr Euch noch an das Hautpflegeprodukt PC30V, das u.a. zur Stumpfpflege und Dekubitusprophylaxe eingesetzt wurde? Das war ja nicht in dem Sinne nicht unwirksam; nur wirkten andere Produkte genauso gut und die waren größtenteils billiger. Deshalb ist PC30V aus den meisten Pflegeschränken verschwunden. Im Handel ist es noch.

da hab ich mich missverständlich ausgedrückt. in diesem falle war unwirksam so gemeint, dass eine chemische interaktion in der beschriebenen weise nicht stattfinden könnte.
 

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