News Bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen in der Pflege sind besser als jede Imagekampagne

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(Braunschweig) In Südostniedersachsen will das regionale Netzwerk zur Fachkräftesicherung in der Pflege, das unter anderem aus Kommunen und Verbänden besteht, mit Hilfe einer Imagekampagne Pflegefachpersonen nach Südostniedersachsen locken. Die Kampagne mit dem Titel „Ich pflege gern“ soll die gewachsene Professionalität der Pflegeberufe und Berufseinstiegs- und Karrierewege in der Pflegebranche darstellen. Neben Werbefilmen und Plakaten soll es Diskussionsveranstaltungen und Weiterbildungsangebote geben, mit denen die hohe berufliche Motivation und das ausgeprägte Berufsethos der Beschäftigten weiter gestärkt werden soll.

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Der große Bedarf an Pflegefachpersonen bewirkt bisher leider keine Verbesserung der Bezahlung für die Berufsgruppe - eher im Gegenteil – in Niedersachsen werden Pflegefachpersonen im Nordwesten sogar besonders schlecht bezahlt, wie eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) aus dem Januar 2018 gezeigt hat. Niedersachsen ist Schlusslicht im Nordwesten. Hier verdienen Pflegefachpersonen in der Altenpflege beispielsweise 382 Euro weniger brutto pro Monat als ihre Kolleginnen und Kollegen in Hamburg, in der Krankenpflege sind es 228 Euro brutto weniger als in Bremen.
 
Ist doch seltsam: da wird der Gesundheitssektor dem freien Markt zum Frass vorgeworfen, und wenn sich dann mal Regulationsmechanismen des freien Marktes zeigen (--> mehr Geld um qualifizierte Fachkräfte zu rekrutieren...), dann ist das auch nicht richtig?

Wenn man das weiterspinnen wollte, dann müssten die Träger der Einrichtungen endlich so richtig bluten, wenn sie noch irgendwie qualifiziertes Personal einstellen wollen.

Wir verkaufen uns immer noch viel zu billig...

My two Cents
spflegerle
 
Ist doch gar nicht gesagt, worauf die 5% kommen.

Mehr Geld für Fachweitergebildete gibt's anderswo auch - tariflich!
 
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Wenn laut Artikel 220 Mitarbeiter insgesamt 750.000 bekommen, wären das 284 pro Monat mehr, wenn das 5% sind wären das 5681 Grundlohn, was selbst mit Arbeitgeberanteil etwa viel wäre.

Katholiches Krankenhaus zahlt eigentlich immer AVR Caritas.
 
ich denke hier wird ÜT gezahlt, darum geht es ja..
sonst würden die anderen häuser nich motzen sondern nur müde lächeln. find's gut!!

wird die zukunft sein.. selber schuld lange genug hat man es verpennt die Rahmenbedingungen anzupassen.
 
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Ist doch seltsam: da wird der Gesundheitssektor dem freien Markt zum Frass vorgeworfen, und wenn sich dann mal Regulationsmechanismen des freien Marktes zeigen (--> mehr Geld um qualifizierte Fachkräfte zu rekrutieren...), dann ist das auch nicht richtig?
Das paßt ihnen halt nicht... :mrgreen:
Trotzdem finde ich sowas auf jeden Fall eine sinnvollere Maßnahme, als die vielerorts insbesondere in der Altenpflege angebotenen "Antrittsprämien" oder "Kopfgelder" (weiß nicht genau, wie sie nun exakt heißen), die einige Arbeitgeber auszahlen, wenn eine Pflegefachkraft ihre neue Stelle dort erstmalig antritt. DAS halte ich für ein gefährliches Signal. Da ist es besser, was an den Gehältern zu machen, denn das ist eine dauerhafte Maßnahme.
 
Ich Frage mich immer wieder bei solchen Formulierungen wie
angemessene oder
höhere oder
leistungsgerechte Bezahlung
was ist das?
Von welcher Basis aus denn?
Wieviel wäre das denn?
Gibt es denn eine Umfrage an die Ausgestiegenen bei wieviel mehr Geld diese in den Job zurückkehren würden bei diesen Arbeitsbedingungen?
Wieviel Geld würden die Ausgestiegenen und Aussteigenden in dem Beruf halten und wie lange?

Deshalb bin ich nach wie vor der Meinung, die Bezahlung ist nicht das PRIMÄRE, sondern die Arbeitsbedingungen und so lange diese sich nicht ändern, werden auch 200 oder 300€ mehr am Personalmangel nichts ändern.
 
Deshalb bin ich nach wie vor der Meinung, die Bezahlung ist nicht das PRIMÄRE, sondern die Arbeitsbedingungen und so lange diese sich nicht ändern, werden auch 200 oder 300€ mehr am Personalmangel nichts ändern.
Nicht das schon wieder, es gibt Jobs die sind erheblich härter als Krankenpflege und zwar so hart das man sie nur bis 50 Jahren machen kann da herrscht trotzdem (bei den gut bezahlten) kein Fachkräftemangel z.B. Industrie -klettere-taucher, Offshorearbeiter (Gehälter 4000-10.000 im Monat)
Teilweise Polizisten Berufssoldaten etc.
 
Das Hauptproblem wird doch sein: solange sich an den Arbeitsbedingungen nichts ändert, wird eine nur moderate Gehaltssteigerung im Bereich plus 200-400 Euro brutto/Monat nicht zu einem Ansturm der Ausgestiegenen führen, und auch nur wenige am Aussteigen hindern, sondern vor allem die Gebliebenen zur Arbeitszeitreduktion motivieren. Dann hat man eben gleich viel Gehalt wie zuvor, nur jetzt mit deutlich mehr Entspannungsphasen zu den gleich bleibend schlechten Arbeitsbedingungen.
hyperion87 gebe ich recht: wirklich motivierend wird mehr Gehalt erst, wenn wir damit in ganz andere Gehaltshöhen aufsteigen. Das ist aber unter der momentanen Finanzierungsstruktur im Gesundheitsbereich nicht vorstellbar. Es herrscht hier eben KEIN freier Markt, sondern im Gegenteil: gedeckelte Einnahmen bei steigender Qualitätserwartung...

Die "Umfrage unter Ausgestiegenen" wäre doch mal ein interessantes Projekt für Gesundheitsmanagement-Studierende.

Gruß spflegerle
 
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@hyperion87
Wie soll ich dass jetzt Verstehen?
Es gibt härtere Berufe - habt euch nicht so?

Hilft der Begegnung des Pflegepersonalmangels überhaupt nix.

Hier muss eruiert werden, warum soooo viele GuKs so kurz nach der Ausbildung aussteigen, denn Ausbildungsplätze gibts genug, etwa 170.000 (Bundesamt für Statistik).

Jedenfalls-
Bei Umfragen z.B in Fachzeitschriften, auch im Internat hier und da zu finden stehen immer die Arbeitsbedingungen und nicht die Bezahlung an erster Stelle.
Regelmäßige Mitarbeiterbefragungen bei uns im Hause bestätigen dies ebenfalls.

Persönliche Erfahrung - Kollegen die aus dem Beruf aussteigen bestätigen mir das auch, obwohl manch einer weniger verdient, das es die Arbeitsbedingungen sind.

Die Konzentration und Analyse auf die Probleme in der Pflege können das Problem lösen und nicht die Nabelschau und Verweise auf andere Berufe.
 
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@hyperion87
Wie soll ich dass jetzt Verstehen?
Es gibt härtere Berufe - habt euch nicht so?
Ich habe hyperion87 anders verstanden (und hoffe, ich habe damit recht), nämlich so: erst drastisch höhere Gehälter führen zur Akzeptanz entsprechend harter Arbeitsbedingungen.
Dazu gehört sicher auch, dass dann nicht nur das Gehalt drastisch höher ist, sondern parallel dazu auch das Ansehen in der Gesellschaft passend ist.

Meine Vorstellung sieht allerdings anders aus: ich will nicht exorbitant mehr Geld, ich will lediglich eine angemessene Anerkennung unserer Leistung in der Gesellschaft, die sich vor allem darin ausdrückt, dass wir nicht nur angemessen bezahlt werden (also mehr als jetzt, vor allem auch in den Bereichen Altenpflege/Hauskrankenpflege), sondern vor allem auch die Zeit haben, um uns angemessen um unsere Klienten/Patienten zu kümmern, wie es die theoretische Ausbildung zu vermitteln versucht und unser Standesethos (falls es irgendsoetwas ausformuliert geben sollte) uns aufträgt...
(und jede Person, die in diesem Bereich arbeitet weiß, wie die Personalsituation in ihrem Bereich aussehen müsste, um genau so arbeiten zu können: fragt uns einfach!).

Gruß spflegerle
 
Die Konzentration und Analyse auf die Probleme in der Pflege können das Problem lösen und nicht die Nabelschau und Verweise auf andere Berufe.
Ganz genau.
Abgesehen davon sind Polizist oder Berufssoldat keineswegs "noch härtere Berufe" als Pflege, so daß man nicht länger als bis 50 arbeiten könnte. Polizisten haben nur das Glück, verbeamtet zu sein...
Nee, nee, Pflege ist schon so ziemlich einer der härtesten Jobs der Welt, jedenfalls in Klinik und Pflegeheim. Ich kenn genügend Leute außerhalb der Pflege, die sich sonstwas einbilden - die würden nach ein, zwei Wochen auf einer normalen Akutstation in der Klinik weinend zusammenbrechen. :p
 
Mein Ehegatte = verbeamtet als Polizist hat bis 60 J. gearbeitet und wurde des häufigerem mit traumatischen Ereignissen konfrontiert, die ich so in unserem Beruf, trotz der langjährigen Zugehörigkeit, nicht erlebte
 
Nee, nee, Pflege ist schon so ziemlich einer der härtesten Jobs der Welt, jedenfalls in Klinik und Pflegeheim. Ich kenn genügend Leute außerhalb der Pflege, die sich sonstwas einbilden - die würden nach ein, zwei Wochen auf einer normalen Akutstation in der Klinik weinend zusammenbrechen

Es stimmt zwar, dass es ein harter Job ist. Das Problem ist aber auch, dass er es nicht sein müsste. Es würde einiges ändern, wenn alleine die Kommunikation zwischen den Berufsgruppen stimmen würde, es klare Regeln bzgl. Entlassungen und Aufnahmen (bzgl Elektive) geben würde und ja, auch ein-zwei PK mehr auf Station wären.

Gestern war wirklich ein Paradebeispiel auf Station: Es waren 3 Elektive Patienten, welche auf ihr Zimmer warteten, die Briefe waren noch nicht fertig. Der Flur (aka. größtes Zimmer der Station) beherbergte schon 2 Patienten von der Notaufnahme bzw. Aufnahmestation. Es kam noch eine Patientin welche erstmal kein Deutsch konnte (zu Besuch in Deutschland) v.a. Pneumonie (wir sind eine kardiologische Station), B.b Sauerstoff + Inhalation fest. Diese sollten wir auf dem Flur "parken". Ich fragte am Telefon nochmal nach, ob es wirklich so ist, dass wir eine Patientin mit Sauerstoff, auch wenn es nur bei Bedarf ist, auf dem Flur legen sollen. Es war wohl alles mit dem OA abgesprochen. Es stellte sich heraus, dass keiner mal die O2 Sättigung gemessen hatte (87%) und der OA von nichts wusste und man mich sowie den OA angelogen hat.
Zwischenzeitlich kam noch ein Patient von dem keiner was wusste auf unsere Station. Es stellte sich aber heraus, dass er wo anders hin sollte (also erstmal kein Thema). Dann kam eine Patientin aus dem Heim, welche Präfinal war und sie zu uns kommt, da sie bei uns schonmal war. Wir haben sie nämlich vor 3 Wochen mit Palliativ Versorgung (also alles abgesetzt, bis auf Morphin) ins Heim geschickt, damit sie dort in Ruhe in der Nähe ihrer Angehörigen sterben kann. Natürlich verweist man diese dann wieder ins Krankenhaus, damit sie dort sterben kann. Also auch gegen jede Absprache gehandelt.

Genau dies geschah innerhalb von 1,5 Stunden. Also 3 Elektive + 3 Flur Patienten+ 1 Pat. der auf einen andere Station sollte + die Aufnahme der Präfinalen. Also insgesamt 7 Patienten auf dem Flur, davon 4 in einem Bett. In dieser Zeit stürzte auch Flur Patientin 1 und es synkopierte eine Patientin. Dies mit 2 PK zu handeln war schon ne Aufgabe. In diesen 1.5 Stunden wollte ich eig. ein Bild machen, da dies mich an Szenen erinnerte, welche in Kriegsfilmen gezeigt werden um die Situationen im Krankenhaus wiederzuspiegeln. Natürlich in abgeschwächter Form, aber es sah schon sehr spannend aus.

Das sind alles Dinge, welche mit klaren Absprachen und einer guten Kommunikation verhindert bzw. reduziert werden können. Ich bin der festen Überzeugung, dass Tage wie diese einige Pflegekräfte den letzten Schub geben diesen Beruf entgültig zu verlassen. Und das bei wirklich so unnötigen Szenarien.
 
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Mein Ehegatte = verbeamtet als Polizist hat bis 60 J. gearbeitet und wurde des häufigerem mit traumatischen Ereignissen konfrontiert, die ich so in unserem Beruf, trotz der langjährigen Zugehörigkeit, nicht erlebte
Ich will keinesfalls Deinem Ehegatten zu nahe treten oder in irgendeiner Weise seinen Beruf schlecht machen... kenne ja selber ein paar Polizisten.
Aber was man, gerade in letzter Zeit so hört/liest, werden auch Pflegekräfte vermehrt angegriffen/angespuckt/beleidigt/geschlagen/leiden unter sexuellen Übergriffen:
Gewalt gegen Pflegekräfte » Fachpflegewissen.de
Infoletter - Gewalt richtet sich oft gegen Pflegekräfte - BGW-online
Diese Pflegekräfte erzählen, wie sie sexualisierte Gewalt in ihrem Arbeitsalltag erlebt haben
Und die Kollegen sind i. d. R. unbewaffnet...
 
Gewalt gehört doch im Rettungswesen ebenfalls zum traurigen Alltag. Diese Entwicklung in der Gesellschaft macht nicht vor Pflegeheimen oder Krankenhäusern halt.