Anwesenheitsbonus

Kann sich nicht mal über die Ungerechtigkeiten in diesem Land Luft machen, ohne gleich angegriffen zu werden?
LG blauwolf
 
Wie heißt es so schön?

In dieser Welt
gibt es nichts Sichereres
als den Tod und die Steuern.

Benjamin Franklin

 
Ich bin ja platt, dass es einen solchen Bonus überhaupt gibt! Ich finde den moralisch äußerst fragwürdig, auch wenn er als Belohnung für die "mehrarbeitenden" Kollegen gedacht sein soll.
Es bedeutet einfach einen total abwertenden Umgang mit Krankheit und beinhaltet die Unterstellung, dass die meissten MA unehrlich sind.
Das glaube ich einfach nicht. Eher ist es doch so, dass man grundsätzlich ein schlechtes Gewissen hat, wenn man sich etwa mit Husten und Schnupfen nicht mehr leistungsfähig genug fühlt, um eben noch die 2 Tage bis zum Wochenende durchzuziehen. Oder ach, schon wieder Rückenschmerzen, die müssen eben mit Tablettchen unterdrückt werden.
Bis die Leute ganz und gar aus den Latschen kippen.

Ich kenne einen Bonus für besondere Leistungen, z.B. Mentoren-Tätigkeit.
Das erscheint mir einleuchtender.
 
Kann sich nicht mal über die Ungerechtigkeiten in diesem Land Luft machen, ohne gleich angegriffen zu werden?
LG blauwolf

Natürlich kann man das, wie du siehst.
Ich sehe das nicht als Angriff gegen dich selbst, sondern wahrscheinlich wollten manche deine Optik etwas geraderücken, indem sie dir aufzeigen,dass es schlimmere Dinge gibt.

Was genau wolltest du denn hören?
Liebe Grüße
 
hab ich noch nie davon gehört, find ich, na ja, etwas ...gewöhnungsbedürftig. In einem derart belastenden Beruf wie unserem (Krankheiten, Überstunden, Streß) eine absolute Frechheit.
Wir bekommen Weihnachtsgeld mit Urlaubsgeld als einmalige Zahlung. Geplant sind Zulagen für Leistung (unsere Arbeit soll bewertet werden und die Top-Kräfte sollen mehr Geld bekommen). Kann mir zwar nicht vorstellen wie das gehen soll, und das ist wahrscheinlich genauso ungerecht wie die Tatsache, das kranke Mitarbeiterr schlechter entlohnt werden als die Gesunden Kollegen. Bezahlung für Gesundheit ist glaub ich genauso übel wie Bezahlung nach Leistung(bekomm ich dann mehr Geld für pampern im Akkord oder werden mir die Windeln dann auch vom Gehalt abgezogen?? Wenn ihr mich fragt alles nur noch eine Schikane mehr auf dem Weg zur angestrebten Professionalität wie in vielen anderen Berufen schon Gang und Gebe nur das da wahrscheinlich die Bezahlung stimmt. Das zusätzliche Aufgaben entlohnt werden leuchtet mir zwar ein, ist aber den restlichen hart arbeitenden Kollegen gegenüber auch ungerecht, weil genau diese mehr arbeiten damit andere sich weiterbilden können um dann villeicht einen besseren Ausgangspunkt für mehr Geld zu haben.
 
Ach, und wie würdest du das werten, wenn ich dir sage, dass ich meine Palliativ care Ausbildung selbst bezahlt habe, dafür Urlaub und freie Tage genommen habe, da mir kein Bildungsurlaub bewilligt worden ist?
LG blauwolf
 
da hast du auch wieder recht, ich weiß nicht,ob es überhaupt eine Möglichkeit gibt im uns fair zu bezahlen. Ich weiß nur das wir immer wieder Abstriche machen mußten ( z..B, einen Feiertag ohne Freizeitausgleich arbeiten zu dürfen, denn das gab echt Kohle) Tatsache ist das uns immer wieder bei irgendwelchen Tarifverhandlungen Zuckerchen gegeben werden, wir sagen dann schön Dankeschön ,wie es sich halt für einen helfenden Beruf gehört. So richtig gewehrt haben wir uns nie, deshalb werden auch wir in den nächsten Jahren wohl der freien Wirtschaft angeglichen werden, mit deren Nachteilen, aber die Vorteile, wie z.B. die Bezahlung werden wir nie zu sehen bekommen. Ich hab noch einen Arbeitgeber, der recht großzügig mit den Fortbildungen ist, meinen Lleitungskurs nächstes Jahr muß ich aber zur hälte selber aufbringen(Arbeitszeit oder Kosten). Im großen und ganzen hast du wirklich recht damit gefrustet zu sein.
 
Ach, und wie würdest du das werten, wenn ich dir sage, dass ich meine Palliativ care Ausbildung selbst bezahlt habe, dafür Urlaub und freie Tage genommen habe, da mir kein Bildungsurlaub bewilligt worden ist?
LG blauwolf

Da kann ich den Frust verstehen, war den wenigstens im Anschluss eine Gehaltserhöhung drin?

Und wenn nicht, hast du schonmal geschaut ob du woanders zu den selben Bedingungen mit dieser Zusatzausbildung mehr verdienen könntest? Schließlich kann dein AG ja jetzt auch mit dir werben, das würde ich mir vergüten lassen, wenn ich schon die Zusatzausbildung selber bezahlen musste.

lg Cassy
 
So frage ich mich, wozu beugt man eigentlich vor, um nicht krank zu werden, wenn sich dann alle an meiner Gesundheit bereichern!
Wie ist das euch geregelt?

LG blauwolf

Die Frage meinst Du aber nicht ernst, oder? Also , ich beuge vor, um möglichst gesund zu bleiben, weil dies meinem Wohlbefinden und meiner Leistungsfähigkeit zuträglich ist, und nicht , um Profit zu machen. Mein Vorschlag :Verzichte auf die Prämie und genieße das Kranksein in vollen Zügen. :flowerpower:
 
Mit einer Auflage, dass ab dem ersten Krankheitstag eine AU vorgelegt werden muss.
 
Achso, das kann ein Arbeitgeber verlangen?

Übrigens finde ich diesen Anwesenheitsbonus auch nicht gut. Das bringt nur unruhe!

LG
 
Ja, das kann er verlangen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob er es nur für einzelne "schwarze Schafe" verlangen kann (bzw. wie er das dann rechtlich korrekt begründen muss), oder ob "gleiches Recht für alle" gelten muss.
 
Hallo Claudia,

das kann er auch für einzelne MA anordnen, im begründeten Fall.

Liebe Grüsse
Narde
 
ich denk über einige Dinge einfach nicht mehr nach-mir blutet auch das Herz-wenn ich bei Stkl5 meine Abzüge sehe...
sieh es positiv&sei froh,dass Du gesund bist und es diesen (merkwürdigen!!)Zuschlag überhaubt gibt.
Ich habe einen Schwager&eine Schwägerin,die sich mit Depressionen-Angstzuständen und Panikatacken von eine Reha und Therapie zu nächsten hangeln,um irgendwie durchzukommen...
Mönsch-da geh ich lieber jeden Tag arbeiten und freue mich bester Gesundheit.
Meine Pat halten mir auch jeden Dienst vor Augen,dass einen jederzeit so eine
shit Krankheit wie Krebs voll aus der Bahn werfen kann.
 
Ja, das kann er verlangen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob er es nur für einzelne "schwarze Schafe" verlangen kann (bzw. wie er das dann rechtlich korrekt begründen muss), oder ob "gleiches Recht für alle" gelten muss.

Unser Chef hat genau das im Rahmen einer Dienstanweisung für sämtliche Mitarbeiter formuliert: jeder MA hat direkt am ersten Krankheitstag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorzulegen. Damit wollte er wohl den 1-3 Tage Kranken einen Riegel vorschieben und somit die Krankmeldungen insgesamt reduzieren. Folge: Die kranken Kollegen fehlen jetzt nicht mehr 1-3 Tage sondern im Durchschnitt 5 - 7. :aetsch:
Interessant wäre es zu wissen, inwiefern eine solche Dienstanweisung auch im Arbeitsvertrag formuliert werden muss. Denn im den steht, dass erst am 3.ten Tag eine AU erforderlich wird.
 
Interessant wäre es zu wissen, inwiefern eine solche Dienstanweisung auch im Arbeitsvertrag formuliert werden muss. Denn im den steht, dass erst am 3.ten Tag eine AU erforderlich wird.

Soweit ich weis, ist das ein Einschnitt in den Arbeitsvertrag (weil dort explizit geregelt), welcher nur dann gültig ist, wenn der Mitarbeiter sein Einverständnis dazu gibt. Sollte das nirgends erwähnt sein, kann dies der AG per Dienstanweisung anfordern (mus er dann aber auch bei jedem neuen MA).
 
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