News Vorsicht Studie oder wissenschaftliche Standards & Fakten - statt Fake-Berichterstattung

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Neben allen gesundheitlichen und gesundheitspolitischen Herausforderungen durch Sars-CoV-2 und Covid-19 ist die aktuelle Pandemie auch eine Herausforderung an die Wissenschaft und den Umgang mit ihren Ergebnissen in den Medien und in der handlungssuchenden und -begründenden öffentlichen Kommunikation. Dabei erzeugt der von der extrem dynamischen Pandemieentwicklung erzeugte Druck zur Abwendung weiterer Gefahren schnellstmöglich über möglichst große Transparenz und realistische wie evidente Lösungsmöglichkeiten zu verfügen einen einmaligen Druck auf Forscher*innen wie mediale Akteur*innen. Die ...

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Ich bin froh, dass ich in einer universitären Klinik arbeite, und wir schnell wissenschaftliche Erkenntnisse umsetzen können, und vor allem auch maßgeblich an neuen Forschungsergebnissen aktiv teilnehmen. Meine tägliche Arbeit wird davon direkt beeinflusst. Das geht von Fragen der Behandlung (Intubation versus non-invasive Beatmung) über so konkrete Fragestellungen wie zB Antikoagulation (Heparin versus Argatroban versus...) bis hin zu eher pflegerischen Versorgungsmaßnahmen (Bauchlage versus ECMO versus Kombi aus beidem...). Ich fühle mich jederzeit up-to-date und kann aktuellste wissenschaftliche Erkenntnisse in der alltäglichen Arbeit integrieren.
Wir bewegen uns ja in dieser aktuellen Krise jenseits von gesicherten Erkenntnissen und müssen neue Forschungsergebnisse sichten und in unsere Arbeit einbauen.Nichts was wir tun geschieht ohne kritische Reflektion, und wir alle sind bereit, jederzeit unser Konzept anzupassen und auf den neuesten Stand der Dinge zu bringen. Das macht diese Krise sowohl anspruchsvoll, als auch lehrreich. Am Ende werden wir um einige Erkenntnisse schlauer sein und für die nächste Krise umso besser gewappnet sein.
Dieser wissenschaftliche Ansatz wird ja oft genug sehr kritisiert wegen seiner Sprunghaftigkeit (Erkenntniss A wird plötzlich durch Erkenntnis B getauscht...), aber wir kommen nicht darum zu forschen und die Forschungsergebnisse in den Alltag umszusetzen. Alles andere ist Kaffeesatzleserei...
Dass die Übersetzung von wissenschaftlicher Forschung in politische Handlungsanweisungen schwierig ist, ist zum einen nichts Neues, zum anderen aber eben ein Umstand, den wir als Gesellschaft nun aushalten müssen. Das gilt für die Wissenschaft, die mglw. den originären virusbedingten Effekt auf die Gesundheit einseitig fokussiert, als auch für die Politik, die diese Erkenntnisse in eine gesellschaftlich/witschaftlich akzeptable Formel übertragen muss. Güterabwägungen sind schon immer Teil der politischen Entscheidung gewesen und sind es aktuell umso mehr, als dass hier nicht nur finanzielle Folgen, sondern vor allem auch gesundheitliche Folgen abgewägt werden müssen...
Als universitäre Forschungseinichtung trägt mein Arbeitgeber seinen Teil zur Lösung des Problems bei. Als Mitarbeiter bringe ich mich aktiv in diese Prozesse mit ein, als Mensch kann ich in meinem privaten Umfeld für Verständnis und Aufklärung sorgen.
Die Presse muss ihre Rolle als Übermittler von Erkenntniss und Fakten wahrnehmen und Fake-Infos konsequent aussortieren, um die Allgemeinheit vor Falschinformation zu bewahren. Ein zugegebenermaßen schwieriges Unterfangen, da Erkenntnis im wissenschaftlichen Sinn immer nur so lange gilt, wie die Falsifikation es zulässt. Aber genau diese Akzeptanz des Fehlerhaften ist es doch, die die Wissenschaft von der Pseudowissenschaft unterscheidet. Wissenschaft lässt sich stets von ihrer Fehlerhaftigkeit leiten und wandeln, Pseudowissenschaft hat stets den Alleinerkenntnissanspruch ohne jede Widerrede. Das müssen Medienvertreter den Menschen stets vor Augen halten.
 
Wissenschaft lässt sich stets von ihrer Fehlerhaftigkeit leiten und wandeln, Pseudowissenschaft hat stets den Alleinerkenntnissanspruch ohne jede Widerrede.

"Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben" André Gide