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Virtuelle Krankenschwester statt Pflegefachkraft

Im hektischen Alltag heutiger Krankenhäuser hat die Pflege keinen leichten Stand: Patienten fühlen sich immer wieder abgefertigt, das Pflegepersonal ist mitunter überarbeitet und angespannt. Forscher der Northeastern University in Chicago haben deshalb eine virtuelle Krankenschwester entwickelt, die dem entgegenwirken soll, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

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[Quelle: www.heise.de]
 
Na endlich! Die Lösung des Pflegepersonalmangels ... Die virtuelle Pflegekraft redet mit den Patienten und wir versorgen sie im Akkord...
Schöne neue Welt!
 
Doch bereits nach der ersten Studie gaben Patienten an, dass sie Elizabeth menschlichem Krankenhauspersonal vorziehen.

In gar nicht so weiter Zuklunft wird es vollautomatische Pflegebatterien geben. Und wir Pflegekräfte werden unseren Beitrag dazu leisten, weil man ja nicht so negativ eingestellt sein darf, nicht immer so dagegen. Immer diese Nein-Sager. Wenn es uns doch entlastet, dann erst mal ausprobieren. Die süsse kleine Robbe zum kuscheln. Der freundliche Getränkeroboter.

Wie sich die Beziehung zwischen Mensch und Maschine gezielt aufbauen und steuern lässt, ist allerdings eine offen Forschungsfrage.
Das nennt man dann wohl Wertewandel und Fortschritt. Also aufbauen und steuern. Her mir den Maschinen.
 
Genau, thorstein.
Vor allem das Wort "Pflegebatterien" gefällt mir sehr! Nachdem Legebatterien ja jetzt verpönt sind...
ich stelle mir gerade die lebende Fachkraft bildlich vor: mit Rollschuhen an den Füßen, alles Nötige für die Patientenversorgung am Leibe und Fresubin mit Strohhalm in der Brusttasche, damit sie keine Pause machen muß. Ach so- der Blasenkatheter mit Beinbeutel fehlt noch- damit ist die Toilettenpause auch überflüssig geworden. Um dann nicht zu erlahmen, gibt es quasi als Bonbon 1x Ritalin, dann paßt es doch.
Wenn das der Fortschritt ist, will ich nicht mehr dabeisein.

Ach so, habe noch vergessen, daß in diesem Szenario die Sprachbarriere dann überhaupt keine Rolle mehr spielt.
 
Es ist soweit. Die Maschinen fangen an zu denken und übernehmen Kontrolle über den Menschen. Mehr noch: Sie lernen an Ihren Patienten.

Für mich einfach nur ein Horror.
 
Es erschreckt mich in welch grotesker Form Zuwendung und Fürsorge Niederschlag finden können. :eek1:
 
Langsam wird es wirklich absurd:
Die Menschen werden krank, weil in ihrem Leben und/ oder ihrem Körper etwas nicht mehr stimmt. Viele sind alleine und fühlen sich unzureichend. Der Mensch ist nun mal ein soziales Wesen, eigentlich ein Herdentier. Mit dem derzeitigen Trend zur Vereinzelung leben wir wider unserer Natur. Viele Menschen brauchen als Krankheitsgewinn die Zuwendung anderer, manchmal die einzige in ihrem Leben durch eine Krankenschwester...
Und dann sowas!
Menschen sollen im Krankheitsbereich, aus welchem Grund auch immer, durch Maschinen ersetzt werden. Das ist völlig krank, denn gerade da brauchen sie andere Menschen, die sich um sie kümmern und ihnen zuhören. Und der vielleicht auch mal in der Lage ist, sie in den Arm zu nehmen... Das kann keine Maschine!
Abartig das alles...
 
Doch bereits nach der ersten Studie gaben Patienten an, dass sie Elizabeth menschlichem Krankenhauspersonal vorziehen. Mehr noch: Wer von dem Programm betreut wurde, ging nach der Entlassung eher zu Folgeuntersuchungen und wusste besser über seine Krankheit Bescheid als „normal“ behandelte Patienten.


Willkommen in der Welt der guten Nachrichten. Wenn dies bei Patienten gut ankommen sollte, dann sollte der Flächenübergreifenden Anwendung nichts mehr im Wege stehen. Der Kunde entscheidet schließlich was er haben möchte.
 
Dazu müßte man erst mal wissen, was das für menschliches Personal war. Aber Du bringst eine neue Denkweise in die Diskussion ein: eigentlich müßten doch dann die Krankenkassenbeiträge sinken, wenn deutlich weniger Personalkosten entstehén...
 
Dazu müßte man erst mal wissen, was das für menschliches Personal war. Aber Du bringst eine neue Denkweise in die Diskussion ein: eigentlich müßten doch dann die Krankenkassenbeiträge sinken, wenn deutlich weniger Personalkosten entstehén...

Das geht nicht, schließlich werden Überschüsse für Lohnerhöhungen der Vorstände benötigt.
 
Ganz ehrlich? Ich finde das einen guten Forschungsansatz.

Schließlich geht es hier nicht darum die Pflegekraft zu ersetzen; ich kann mir vorstellen, dass „Elizabeth“ Aufgaben übernehmen wird, die sonst entweder zu kurz kommen, oder aber trivial sind.

Ob ich den Patienten nun frage was er essen möchte oder ob „Elizabeth“ das macht ist mir relativ egal. Ebenso kann „Elizabeth“ gerne auch Auskünfte erteilen, welche Medikamente der Patient bekommt, Ernährungstipps geben, oder dem Patienten auch mitteilen, wann welche Untersuchungen mit ihm geplant sind, wie man das Telefon einrichtet usw. usf.
Wenn sie darüber hinaus auch noch den Patienten bespaßen kann - super Sache!

[...] Das ist völlig krank, denn gerade da brauchen sie andere Menschen, die sich um sie kümmern und ihnen zuhören. Und der vielleicht auch mal in der Lage ist, sie in den Arm zu nehmen... Das kann keine Maschine!

Und welche Krankenschwester kann das heute noch?


Edit:
Sensoren sollen dem System außerdem mitteilen, ob [...] ein Arzt den Raum betritt.

DAS müssen ja tolle Sensoren sein ;)
 
Es wächst eine Generation nach, die solche Angebote als nette Spielerei verstehen dürften- analog zum heutigen Fernsehprogramm. Warum dann dieses Programm net auch nutzen für eine Informationsvermittlung.

Ich kann im Text net erkennen, dass das Programm den Menschen ersetzen soll, wenn es um echte Probleme geht.

Aber hier sehe ich ein Problem: wer erkennt, dass die "Maschine" bei A sinnbringend ist, bei B aber kontraindiziert. Pflege kann heutzutage (noch) net unterscheiden, welche Arbeit welche Kompetenz braucht und was man an wen delegieren kann. Da muss also dran gearbeitet werden und net am Verteufeln von sinnvollen Arbeitsentlastungen, welcher Art auch- ob virtuell oder real.

Elisabeth
 
Ich glaube, hier geht es um's Prinzip. Gegen eine sinnvolle Arbeitsentlastung hat niemand etwas. Es ist nur die Frage, wie weit diese gehen soll. Und vor allem: ob Elizabeth uns bei der Routine entlasten oder aber in bestimmten Arbeitsbereichen ersetzen soll! Das ist die Frage aller Fragen!
Ich hege da sehr wohl einige Befürchtungen!
PS: unsere Leute können die Patienten sehr wohl gelegentlich noch umarmen und tun das auch... da hört das Professionelle auf und fängt das Mitmenschliche an...
Und: die Sensoren, die anzeigen, wann ein Arzt den Raum betritt, haben die meisten von uns!!!
 
Wahrscheinlich kann man in Zukunft einige Sparten einsparen... Nur: ist das in jedem Bereich wirklich erstrebenswert???? Muß man denn wirklich alles machen, was möglich ist- egal, um welchen Preis?
Bei manchen Krankheiten braucht man ja auch heute schon keinen Arzt mehr, da reicht ein ausgebildeter Hund, der bestimmte Diagnosen mit Sicherheit erschnüffeln kann! Das werden die Ärzte gar nicht gerne hören...
 
Ich denke mal, der Kunde wird bestimmen, was er haben will und was net. Und ich befürchte, dass diese Wünsche auch von den finanziellen Möglichkeiten der Kunden bestimmt werden.

Ob das immer schlecht sein wird? Ich glaube nicht.

Elisabeth
 
Sorry, aber Patienten sind keine Kunden, auch wenn manche sie gerne so bezeichnen...Jedenfalls dann nicht, wenn sie schwer krank sind; gar nicht verstehen, welche Therapiemöglichkeiten es gäbe und oftmals gar keine Wahl haben!!!!
 
Ist immer schwer, sich einzugestehen, dass man eine Dienstleistung anbietet.

Elisabeth