News Verkürzte Assistenzausbildung löst nicht das Personalproblem in der Pflege

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Das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung lanciert heute zusammen mit dem Kultusministerium und der Bundesagentur für Arbeit eine Kampagne. Unter dem Motto „Meine Zukunft Pflege“ wird um wechselwillige Berufsabsolvent/innen aus anderen Bereichen geworben, die ab August 2021 in einem Jahr statt wie bisher in zwei Jahren zur Pflegeassistentin bzw. zum Pflegeassistenten qualifiziert werden sollen.

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Skeptisch ist der DBfK auch im Hinblick auf das weitere Ziel der Öffentlichkeitskampagne: der eher negativen Sichtweise auf das Berufsbild Altenpflege entgegenzuwirken, die häufig als weniger qualifiziert oder attraktiv im Vergleich zur Krankenhauspflege angesehen wird. „Genau dieses Bild befördert aber doch die Kampagne“, meint Burkhardt Zieger. „Sie suggeriert, dass man das nötige Wissen locker in einem Jahr erwerben kann - ganz nach dem Motto ‚Pflege kann eben doch jede/r‘, dazu braucht es nur ein bisschen Schulung.“


Ja klar, ist doch auch so... :wut:
 
Die Idee geht natürlich komplett am Kern des Problems vorbei. Auf der anderen Seite dauert die KPH-Ausbildung in vielen anderen Bundesländern auch nur ein Jahr. Eine dahingehende Reform der Ausbildung sähe ich persönlich jetzt weniger problematisch.

Die KPH- bzw. Pflegeassistentenausbildung kann ja auch als Sprungbrett für die Ausbildung zur Pflegefachfrau/-mann genutzt werden. Da ist ein Jahr Zeitersparnis vielleicht nicht ganz verkehrt.
 
Ja, Du hast insofern recht, daß die KPH- und die APH-Ausbildung in Bayern z. B. nur ein Jahr dauern.
Das wäre an sich kein Problem, wenn das dann wirklich den meisten nur als Sprungbrett dienen würde, um sich als Pflegefachfrau/-mann ausbilden zu lassen.

Leider habe ich gerade in den letzten Jahren eher den Eindruck, daß man hier verzweifelt irgendwelche HiWis im Schnellverfahren ausbilden will, um vermeintliche "Lücken" zu stopfen (was völliger Blödsinn ist, da - wie geschildert - die realen Lücken bei 3-jährig ausgebildeten Fachkräften und eben nicht bei Pflegehelfern bestehen) und man dann auch noch nach Kräften die Fachkraftquote drücken/verwässern/unterlaufen will. :down:
 
Dem Ganzen liegt ein von Heinz Rothgang neu entwickeltes Personalbemessungsverfahren zugrunde, dass vom Gesundheitsministerium in Auftrag gegeben wurde und 2020 vorgestellt wurde.
Es bezieht sich auf die Situation in Pflegeeinrichtungen. Die Pflege orientiert sich hier an den Pflegegraden und entsprechend ist H.R. anhand von Untersuchungen zu dem Schluss gekommen, dass die Pflegeheime mehr Assistenzkräfte bräuchten.- Und der Vorteil: Sie durchlaufen eine kürzere Ausbildung.

Gut, dass eine zweijährige Ausbildung jetzt verkürzt wird, auf ein Jahr- wenn ich es jetzt richtig verstehe, nur für bestimmte Berufsgruppen? Das heißt für Interessierte, die bereits eine Ausbildung in einer anderen Branche absolviert haben? An sich ändert das auch nicht viel. Es gibt unzählige Möglichkeiten als Assistenzkraft/Helferin in der Pflege sich ausbilden zu lassen. Finanziell gibt es schon einen Unterschied, wenn die Berechtigung zur Behandlungspflege gegeben ist,

Es liegt diesem neuen Personalbemessungsverfahren die Idee zugrunde, dass die Pflegehilfskräfte eingesetzt werden für die Bewohner mit einem niedrigeren Pflegegrad. An sich vernünftig.
Ich möchte nur mal sehen, wie auf dem Wohnbereich, der sich über (mehrere) längere Flure zieht, die Pflegekräfte kreuz und quer springen.