Na ja, erstmal ist ja ja von theoretischem Interesse, ob solche Skalen vergleichbar sind...
Zur Vergleichbarkeit.
In einer Klinik sollte man sich auf bestimmte Skalen-Typen einigen, um die Verwirrung gering zu halten. So macht es Sinn, daß alle eingeführten Skalen
z.B. von 0 bis 10 gehen, und 0 = kein Schmerz den Anfang bildet.
Dann ergibt sich auch eine Vergleichbarkeit in der Hinsicht, daß Verfahrensanweisungen oder euere Stufenschemata sich an den Zahlenwerten orientieren, z.B. bei NRS/VAS/VRS/BESD/SAS/KUSS etc. 5 gibt´s diese oder jene Bedarfsmedikation (vgl. Expertenstandard).
Soll heißen, Pat. A gibt mit NRS 5 an und Pat. B mit VAS 5 an - beide erhalten nach einem Stufenschema für Bedarfsmedikationen die gleiche Stufe.
Wichtig bei der ganzen Sache ist nun, welche Skala man denn für welchen Patienten auswählt. Das ist aus der Fülle gar nicht so einfach. Viele kommen mit der NRS nicht klar... mal abgesehen von dementen, komatösen oder geistig behinderten; von Säuglingen ganz zu sprechen.
Hat man eine Skala ausgewählt, sollte bei diesem Patienten dann auch immer die gleiche Skala angewendet werden und nicht zwischen verschiedenen INstrumenten hin und her gesprungen...
Bei uns sieht die Praxis oft so aus, dass die Pflegekraft den Patienten einfach nur fragt, wie gross seine Schmerzen auf einer Skala von ein bis zehn sind. Es wird meiner Erfahrung nach keine Skala in die Hand gegeben.
Die NRS ist auch die einfachste, da man keine Hilfsmittel braucht.
Schmerz ist wie schon erwähnt sehr individuell. Bei einer Zielvereinbarung mit dem Patienten würde ich immer erfragen (und als Ziel dokumentieren) - mit welcher Schmerzhöhe der Patient akut - und langfristig - zufrieden wäre. Nicht jeder Patient wünscht eine Schmerzhöhe unter 3. Andere mit 2 möchten trotzdem ein Schmerzmittel.
So sehe ich in dem Einschätzungsverfahren den Vorteil, daß sich das Augenmerk der Pflegenden auf die Schmerzsituation richtet und daß ein Verlauf sichtbar wird.
Gute Nacht