Traumastress / Posttraumatisches Stresssyndrom

Op-Bär

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Hallo liebe Kollegen
Im Rahmen meiner Fachweiterbildung möchte ich eine Facharbeit schreiben über Traumastress.
Dafür brauche ich Fallbeispiele und genau um diese möchte ich euch bitten.
Gab es in eurem Berufsleben Patienten die euch verfolgt haben? Was meine ich damit: Gab es Situationen, die ihr mit nach Hause genommen habt, die euch nachts nicht schlafen ließen? Vielleicht kennt ihr sogar jemanden, der nach solch einer Erfahrung den Beruf ganz verlassen hat? Gerne schreibt ihr mit eure Erfahrungen per PN oder unter diesen Beitrag (bitte die Patienten anonymisieren!) Eure Namen werde ich natürlich auch nicht verwenden.
Also:
Welches Erlebnis lässt euch keine Ruhe/ bzw ließ
Wie seid ihr damit umgegangen?
Wie habt ihr es verarbeitet?
Welche Strategien habt ihr um solche Dinge nicht mit nach Hause zu nehmen?
Gibt es bei euch Teamgespräche über solche traumatischen Erfahrungen?
Oder habt ihr gar keine Ahnung was ich da überhaupt von euch will ... auch das wäre wichtig.
Ich danke euch schon mal
euer OP-Teddy
 
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Hallo,

ich mach mal den Anfang.

Halbes Jahr examiniert, 2. Tag in der Kardio-Anästhesie eines Hauses der Maximalversorgung.
Notfall: Pat. mit rupturiertem BAA. Vorgesetzte nahm mich mit in den Saal.
Ich wusste noch nicht, dass die Überlebenschance bei diesem Krankheitsbild bei 50:50 lag.
Es kam, wie es kommen musste, der Patient blieb auf dem Tisch.
Ich :cry: Meine Vorgesetzte hat mich daraufhin beiseite genommen, sich lange mit mir unterhalten. Über die medizinische Situation des Patienten, aber auch über mein Befinden. Mir ist ein Satz ganz besonders im Gedächtnis geblieben: "Es ist gut, dass Du weinen kannst. Wenn Du das nicht könntest, wärst Du hier falsch!"

Man muss in unserem Beruf machmal einfach Tränen zulassen können. Da darf auch niemand was sagen, der das für sich anders sieht. Das habe ich auch immer wieder an Schüler / junge Kollegen so weitergegeben.
Teamgespräche sind meiner Meinung nach sehr wichtig. Oft ergeben sie sich "einfach so" zwischen den einzelnen Mitarbeitern / zwischen verschiedenen Berufsgruppen. Wer nicht daran teilhaben möchte, wird nicht gezwungen. Als festen Punkt nach schwierigen / belastenden Situationen gibt es sie bei uns allerdings nicht.

Gruß
Die Anästhesieschwester
 
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pepita-sheep

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1988, als ungelernte Pflegekraft, in einer Gerontopsychiatrie gearbeitet. Der Patient ist so alt (21 Jahre) gewesen, wie ich. Zustand nach Autounfall - Polytrauma und Schädelhirnverletzung - Wachkoma - das ist mir sehr nahe gegangen
(innerlich habe ich den Patienten mit nach Hause genommen).

1992 (ich war 25 Jahre alt)- Anerkennungsjahr - Der Patient ist jenseits der 80 Jahre gewesen - Gesundheitszustand: AVK - Diabetes - Kachexie - Dekubitis am gesamten Körper - Finalphase
und eine über 80 jährige Patientin - Blasenkrebs - in der Finalphase.

(Beide Patienten, innerlich mit nach Hause genommen. Von Seiten der erfahrenen Pflegefachkräfte, habe ich viel Unterstützung bekommen - Gespräche geführt - positives Feedback bekommen, wie ich die Patienten begleitet habe und mit den trauernden Angehörigen umgegangen bin)

Ich durfte beide Patienten, bis zu ihrem letzten Atemzug begleiten. Das hat mir geholfen, den Tod eines Patienten, nicht mehr, als ein persönliches Versagen anzusehen. Sondern sie in Würde gehen zu lassen.

Es ging aber noch einige Zeit ins Land, bis ich gelernt habe, nach Dienstschluss, die Patienten gedanklich, auf der Arbeit zu lassen.
 
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malu68

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Ich (21) im dritten Ausbildungsjahr (also vor 27 Jahren) Nachtdienst auf Intensiv: Achtzehnjähirger nach Suizid mit Zyankali praefinal... Die Eltern nicht anwesend, wurden aber telefonisch informiert über das zu erwartende Ende... sie kamen nicht.... der Junge starb in unserer Anwesenheit, jedoch ohne Familie...
die Frage nach dem "warum" beschäftigt mich heute immer noch..... natürlich nicht mehr täglich, aber hin und wieder, wenn ich von Suizid bei Jugendlichen höre

Vor 17 Jahren auf der Wochenstation: Totgeburt in der 27.SSW. Die ohnmächtige Verzweiflung der Mutter, die Betroffenheit aller die im Dienst waren...
Das habe ich, als ich etliche Stunden nach regulärem Dienstende nach Hause fuhr, mit genommen. Meine Tochter war zu diesem Zeitpunkt 11 Monate alt, die habe ich erstmal fest in den Arm genommen und ihr den Schlafanzug vorgeheult....
 
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Elfriede

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Ach Herrjeh ...

Moin Op-Teddy !
Da hast Du Dir aber einiges vorgenommen.
Ich (zum Bleistift) arbeite in einem ambulanten Kleinstbetrieb mit gerade einmal 5 1/2 Pflegekräften. Es gibt keinen benannten Betriebsarzt o.ä.. Wenn mir ein Patient "den Löffel zurückgibt", oder ich in eine andere belastende Situation gerate, wird von mir erwartet, dass ich aufgrund meiner Fachlichkeit das Problem selber regele.
Die Überprüfung der Arbeitsbedingungen sooooollte ja eigentlich Sache des GAA oder der BGW sein. Beide finden (GAA & BGW) - de facto - nicht statt. (Punkt)
Arbeitsmedizinische Untersuchungen : Wären ja schick - und Schichtarbeiter hätten einen Anspruch darauf - (Ist da nicht sogar der AG nachweispflichtig?) - schön wär´s.

Gutes Gelingen
Frieda
 

matras

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Hallo,

........ Meine Vorgesetzte hat mich daraufhin beiseite genommen, sich lange mit mir unterhalten. Über die medizinische Situation des Patienten, aber auch über mein Befinden. Mir ist ein Satz ganz besonders im Gedächtnis geblieben: "Es ist gut, dass Du weinen kannst. Wenn Du das nicht könntest, wärst Du hier falsch!"

Man muss in unserem Beruf machmal einfach Tränen zulassen können............

Gruß
Die Anästhesieschwester
Das find ich bemerkenswert und schlichtweg "vorbildlich"! Selbst habe ich so eine Situation in über 20 Jahren OP leider nie erlebt. Mit den schwierigsten Ereignissen wurden "wir" überwiegend allein gelassen und dabei waren solche Situationen wie Explantationen, Polytraumen junger Menschen oder auch OPs die plötzlich einen traumatischeren Verlauf nahmen als geplant. Eigentlich wundere ich mich schon länger, dass Kliniken Ihren Mitarbeitern keine psychologische Hilfe für die Bewältigung solcher Ereignisse anbieten. Auch, dass solche belastenden und traumatischen Situationen noch nicht Gegenstand von Studien oder sonstigen Erhebungen wurden?
Eigentlich doch mehr als Erstaunlich?!?
 
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-Claudia-

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Das find ich bemerkenswert und schlichtweg "vorbildlich"! Selbst habe ich so eine Situation in über 20 Jahren OP leider nie erlebt. Mit den schwierigsten Ereignissen wurden "wir" überwiegend allein gelassen und dabei waren solche Situationen wie Explantationen, Polytraumen junger Menschen oder auch OPs die plötzlich einen traumatischeren Verlauf nahmen als geplant. Eigentlich wundere ich mich schon länger, dass Kliniken Ihren Mitarbeitern keine psychologische Hilfe für die Bewältigung solcher Ereignisse anbieten.
Es gibt durchaus Kliniken, die dergleichen anbieten. Supervision, psychologische Beratungsstellen für Mitarbeiter, Notfallseelsorge u.ä. Aber eben leider nicht überall.
 
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Bachstelze

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Das find ich bemerkenswert und schlichtweg "vorbildlich"! Selbst habe ich so eine Situation in über 20 Jahren OP leider nie erlebt. Mit den schwierigsten Ereignissen wurden "wir" überwiegend allein gelassen und dabei waren solche Situationen wie Explantationen, Polytraumen junger Menschen oder auch OPs die plötzlich einen traumatischeren Verlauf nahmen als geplant. Eigentlich wundere ich mich schon länger, dass Kliniken Ihren Mitarbeitern keine psychologische Hilfe für die Bewältigung solcher Ereignisse anbieten. Auch, dass solche belastenden und traumatischen Situationen noch nicht Gegenstand von Studien oder sonstigen Erhebungen wurden?
Eigentlich doch mehr als Erstaunlich?!?
Nee, ist nicht erstaunlich. Ist doch teuer - Telefonseelsorge kostet gar nichts.
Wer es nicht schafft, ist eben nicht belastbar. Das wurde mir so schon kommuniziert.
Als ich mal gefragt habe, ob es so was gebe.
 

malu68

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Nee, ist nicht erstaunlich. Ist doch teuer - Telefonseelsorge kostet gar nichts.
Wer es nicht schafft, ist eben nicht belastbar. Das wurde mir so schon kommuniziert.
Als ich mal gefragt habe, ob es so was gebe.
Liebe Bachstelze,
Manchmal glaube ich, wir hatten denselben Arbeitgeber...
 
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tacoshy

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Hallo OP-Bär,

meinen traumatischsten Einsatz hatte ich nicht im Krankenhaus sondern auf der Straße. Damals war ich nur RS und als Transportführer auf einem KTW in meinem ersten pädiatrischen Fall. War leider ein richtig schlechter Albtraum.

Eine Mutter hatte in der Leitstelle angerufen und angeben, dass ihr Kind 6J M, eine leichte Verletzung am Bein hat und sie sich kein Taxi zum Transport in das KH leisten können. Sie haben gefragt ob der Rettungsdienst das Kind nicht in das Krankenhaus bringen kann. Also hat sich die Leitstelle dazu entschieden ein KTW (meinen) zu mobilisieren. Ich bin dann mit meinem Kollegen los und habe der Leitstelle mitgeteilt das wir auf dem Weg sind. Die Leitstelle hat mir dann die obigen Angaben gemacht und mich gefragt ob ich den NA (ländliches Gebiet mit nur einem NA) sicherheitshalber mitnehmen möchte. Mit dem Wissen, dass wir nur einen NA in der Gegend haben, und es ja nur leichte Beinverletzung und dementsprechend ein einfacher Krankentransport ist, habe ich auf den NA verzichtet. Wir sind dementsprechend natürlich auch ohne Sonderrechte angefahren und nach ca. 20min beim Patienten eingetroffen. Am Einsatzort angekommen erwartete uns eine weinende und aufgewühlte Mutter die sagte, dass sie Angst hatte das wir nicht mehr kommen. Ich habe dann versucht die Mutter zu beruhigen und gefragt was den los ist. Darauf antwortete mir die Mutter: Es gab einen Unfall bei der Gartenarbeit wobei mein Mann unseren Sohn mit der Kettensäge am Bein erwischt hat und es blutet ganz stark uns seit 5 Minuten ist unser Sohn bewusstlos. In dem Moment dachte ich mir schon: Sch...
Ich dann direkt zu meinen Kollegen: RTW und NEF nachfordern, packte den Rucksack und rannte hinter der Frau in den Garten (obwohl wir ja nicht rennen sollen). Vorgefunden habe ich dann das Kind in einer Blutlache während der Ehemann auf die Wunde drückte. Daraufhin habe ich den Mann gebeten kurz die Hand von der Wunde zu nehmen um anzugucken wie schlimm die Wunde ist. Als er die Hand von der Wunde nahm sah ich das die Fibula durchtrennt war und es pulsartig spritzte. Also sofort mein Hand auf die Wunde gedrückt, Kind über die Schulter gelegt und zum KTW gerannt während der Vater den Rucksack hinterher schleppte. Mein Kollege hatte noch die Leitstelle am Funk und informierte mich das ein RTW gleich ausrückt und in ca. 10min da ist aber der NA schon woanders ist und nicht zu Verfügung steht. Der nächste NA kann mit dem Hubschrauber in Köln mobilisiert werden und frühestens in 15min eintreffen. Daraufhin die Frage ob sie den Heli mobilisieren sollen. Ich entschied mich daraufhin auf den Heli zu verzichten und nicht auf den RTW zu warten sondern ein sofortigen "Scoop and Run" (einpacken und sofort nächstes KH anfahren) zu machen. Die Leistelle sagte darauf, dass der RTW aus der anderen Richtung zum nächsten KH kommt uns dann nicht unterwegs treffen kann, dass wir also dann auf uns allein gestellt sind. Ich habe (richtig) geschätzt das wir in 10min am KH sein können und auf den RTW zu warten ein unnötiger Zeitverlust darstellt. Sind dann also mit Sondersignalen losgefahren Richtung nächstes KH. Während des Gesprächs mit der Leitstelle hatte ich schon die Blutdruckmanschette für Kinder um den betroffenen Oberschenkel gelegt und gestaut (160mmHg bei Volumenmangelschock also schon viel) in der Hoffnung sämtliche Arterien abzudrücken und somit den Blutverlust am Unterschenkel zu stoppen. Das hat leider nicht ausreichend funktioniert und ich war gezwungen einen Druckverband zu machen der Aufgrund der Tiefe der Wunde nicht einfach und vor allem nicht ausreichend war. Also hat der Vater weiter versucht auf die Wunde zu drücken. Ich habe mich dann dazu entschlossen Volumenersatz in Form der einzigen 500ml Ri Lösung zu geben. Ich hatte zwar noch eine HAES im Rucksack, durfte die aber rechtlich nicht anhängen. Ich habe dann auch die Erwachsenen Blutdruckmanschette um die Infusion gelegt um daraus eine Druckinfusion zu machen. Ich habe eine Sekunde überlegt ob ich auf die regeln pfeife und trotzdem die halbe HAES (2:1 Verhältnis) anhänge, mein Vernunft hat mich davon aber abgehalten. Ich habe dann den Puls nochmal mit der Hand gefühlt der wie zu erwarten flach bzw. kaum spürbar war aber zu meinem erschrecken normal und nicht tachykard war. Ich habe dann die Zeit genutzt um das Kind an den Monitor vom Defi zu hängen bevor ich angefangen habe die Sauerstofftherapie zu starten. In der ganzen Zeit sind ca. 6min vergangen und wir hatten schon die Hälfte des Weges geschafft. Ich wollte dann anfangen den Druckverband zu wechseln da er schon wieder komplett durchgeblutet war. In dem Moment meldete sich der Monitor und ich sah wie der Puls abrauschte und in einer schnellen Asystolie endete. Aufgrund dessen das ich nur noch 2min. bis zum KH war und ich nicht wusste ob der RTW noch versuchte mit uns aufzuschließen und wenn wie lange es dauerte habe ich mich dann auch gegen ein Stopp und Reanimation zu zweit entschieden und habe dementsprechend nur während der Fahrt gedrückt und meinen Kollegen der Leitstelle mitteilen lassen das wir reanimieren. Als wir Im KH ankamen stand schon die komplette Schockraumbesatzung mit Notfallausrüstung vor der Tür. Ich drückte noch weiter während mein Kollege mit einem Arzt nach hinten ins Fahrzeug kam. Der Arzt guckte einmal auf die Schweinerei die wir im Fahrzeug hinterlassen hatten und sagte dann sofort: Reanimation einstellen.

Ich bin dann später als die Familie ins KH reingebracht wurde im Fahrzeug heulend zusammen gebrochen. Eine Schwester hat mich dann in den Arm genommen und sich dann einfach nur still neben mir gesetzt. Ne halbe Stunde später bin ich dann ins Krankenhaus mit der Schwester gegangen und habe dann meinen Kollegen am Boden sitzend vorgefunden während Ärzte mit ihm redeten. Unser Wachleiter war mittlerweile auch eingetroffen und er und ein Arzt und ein von der Feuerwehr eingetroffener Psychologe/Seelsorger finge dann mit uns beiden an zu reden und den Fall zu besprechen. Ende vom Lied war, dass mein Kollege und ich für 2 Wochen vom Dienst freigestellt wurden. Und trotz das alle gesagt haben, dass ich alles richtig gemacht habe, wurde ich das Gefühl nicht los das ich es verka... habe und grobe Fehler gemacht habe in der Behandlung und vor allem das ich nicht den NA mitgenommen habe und auch nicht mit Sonderrechten angefahren bin. Das ganze bin ich dann erst viel später losgeworden. Ein wichtiger Spruch von dem Arzt habe ich behalten: "Du kannst und musst alles geben, der Rest liegt dann aber nicht mehr in deiner Hand?"

Ich werde den Fall wohl mein Leben lang nicht los. Aber seit dem Tag lebe ich während der Arbeit nach dem Motto: Gebe alles und das beste und für den Rest bin ich nicht verantwortlich. Ich habe dann manchmal schlechte Tage aber ich schaffe es dann trotzdem alles zu geben auch wenn es kein vitaler Notfall ist. Seitdem habe ich mit unschönen Erlebnissen keine Probleme mehr. Auch wenn es ein Drama war, ich bin an der ganzen Sache gewachsen.
 

Op-Bär

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Danke euch. Am Anfang habe ich nicht gedacht, dass es so viele betrifft. Fragt man mal unter der Hand haben zwei Drittel der Schwestern schon mal ein solches Erlebnis gehabt, das nicht einfach an ihnen vorbei ging....die Hälfte davon muss sich immer wieder mit dieser Erfahrung auseinandersetzen.
 

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Poweruser
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Es ist wohl OT, aber:
Wir (unsere Station) bekommen eine Superversion. Einfach weil unsere Arbeit im neuen Fachbereich insgesamt psychisch viel belastender geworden ist. Auch ohne besondere Ereignisse.
Wir fühlen uns Wertgeschätzt und schon dies tut uns gut.
 

pepita-sheep

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Hallo OP - Teddy / OP - Bär,

wie hast Du solche Situationen erlebt? Wie bist Du damit umgegangen?

Es grüßt Dich

pepita - sheep
 

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