News Tarifvertrag : Mehr Pflegepersonal für Klinikum Brandenburg

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80 Pflegekräfte will das Klinikum Brandenburg bis zum Jahr 2021 zusätzlich einstellen. Das sieht das Eckpunktepapier für einen Tarifvertrag vor, auf das sich die Klinikleitung mit der Gewerkschaft ver.di verständigt hat. Die Zahl der Pflegekräfte soll damit auf 321 Vollzeitstellen steigen.

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Reaktionen: Martin H.
Das hört sich doch nicht schlecht an, freut mich für die Kollegen.
 
Wenn das dann die Besetzung sein soll, mit der die ausgehandelten Besetzungszahlen erreicht werden sollen, muss also die aktuelle Belegschaft um ca 33% aufgestockt werden. Dann sollte man annehmen, dass bis zum Erreichen dieser Personalzahlen auch ca 1/3 aller Betten zunächst gesperrt bleiben.
Die Erfahrung aus anderen Häusern, die ähnliche Tarifvereinbarungen beschlossen haben, zeigt allerdings, dass sich an der Besetzung nichts ändern wird. Mit mehr Personal wird auch die Zahl der Behandlungsfälle hochgefahren, so dass das Ganze Augenwischerei und Nullsummenspiel bleibt.
Würde mich wundern, wenn es in Brandenburg anders laufen sollte...
 
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Reaktionen: Bachstelze
Oder wie in Essen wo der Arbeitgeber vakante Stellen besetzt hat und jetzt meint, er hätte seinen Teil erledigt.
 
Mit mehr Personal wird auch die Zahl der Behandlungsfälle hochgefahren, so dass das Ganze Augenwischerei und Nullsummenspiel bleibt.
Ein anderer News-Beitrag hier auf dem Forum verlinkt zu einem Ärztezeitung-Bericht, der das sehr schön mit Zahlen untermauert:

Beispiel Krankenhaus: Deren Bruttowertschöpfung stieg im vergangenen Jahr zwar noch um 3,9 Prozent, aber die Zahl der Arbeitsplätze blieb mit rund 1,2 Millionen in etwa konstant.
Dass Kliniken seit Jahren rationalisieren und dabei auch am Personal sparen, zeigen die sehr unterschiedlichen Wachstumsraten von durchschnittlicher jährlicher Bruttowertschöpfung mit 4,3 Prozent und nur 1,8 Prozent jährlicher Zunahme der Erwerbstätigen.
Es ist zu vermuten, dass die Differenz von 2,5 Prozent nicht nur Produktivitätsfortschritte sind, sondern auch durch belastende Arbeitsverdichtung erreicht wurden.
Und noch schlimmer sieht es in der ambulanten Pflege aus:
Die Bruttowertschöpfung der ambulanten Pflege wuchs jahresdurchschnittlich um 8,2 Prozent auf zuletzt 18,5 Milliarden Euro, in der (teil-)stationären Pflege lag das Wachstum bei 4,6 Prozent, erreicht wird eine Wertschöpfung von 24 Milliarden Euro.

Die Zahl der Erwerbstätigen in der ambulanten Pflege stieg in den vergangenen zehn Jahren durchschnittlich aber nur um 3,7 Prozent auf 1,1 Millionen, in der stationären Pflege um 2,9 Prozent auf 700.000 Beschäftigte.
Hier zeigt sich ein ähnliches Muster wie im Krankenhaus: Der hohe Anstieg der Wertschöpfung, der weit über dem Beschäftigungszuwachs liegt, kann in diesem arbeitsintensiven Sektor nicht mit Produktivitätszuwächsen erklärt werden.
Vielmehr deuten die Diskrepanzen auf eine wachsende und gefährliche Arbeitsverdichtung hin, die inzwischen auch massiv in den Morbiditätsdaten der Beschäftigten vor allem in der Alterspflege niedergeschlagen haben.

Wir werden also sehr wahrscheinlich in den nächsten Jahren von einem wunderbaren Wachstum im Klinikum Brandenburg erfahren, das von Seiten unserer Politik hochgelobt werden wird. Der Personalzuwachs wird aber kaum den Zuwachs an Behandlungsfällen und die damit einhergehende Arbeitsverdichtung kompensieren.
Die Pflege steht am Ende wieder im Regen...
 
Die Erfahrung aus anderen Häusern, die ähnliche Tarifvereinbarungen beschlossen haben, zeigt allerdings, dass sich an der Besetzung nichts ändern wird. Mit mehr Personal wird auch die Zahl der Behandlungsfälle hochgefahren, so dass das Ganze Augenwischerei und Nullsummenspiel bleibt.
Das wäre natürlich Sch...e und nicht Sinn der Sache! :down:
 
Naja, wenn ernsthaft daran gedacht würde das Pflegepersonal zu entlasten, dann müsste man zum jetzigen Zeitpunkt Null, wo also ein Mehrbedarf an Pflegekräften festgestellt wurde, auch entsprechend die Zahl der Behandlungsfälle herunterfahren. Dies geschieht allerdings nirgends.
Es wird erwartet, dass man die aktuell schlechte Besetzung akzeptiert, irgendwelche Regelungen im Sinne eines Konsequenzenmanagements werden einfach nur konsequent ignoriert, und wenn dann mehr Personal da sein sollte, dann kommt es zu einer weiteren Arbeitsverdichtung, so dass von Entlastung nichts zu spüren ist...

Das ist die traurige Wahrheit hinter solchen angeblichen Tarifvereinbarungen.

Wer eine andere Erfahrung gemacht hat, möge sich bitte äußern. Positivberichte wären auch mal schön.

Gruß spflegerle