News Streit über Generalistik droht zu eskalieren

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Der CDU-Pflegepolitiker Erwin Rüddel sieht die Chancen für eine umfassende Reform der Pflegeausbildung hin zu einem generalistischen Berufsbild schwinden. Der DBfK weist die Kritik zurück. Auch das...

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Ich frag mich schon die ganze Zeit wer da einflüstert, dass das nichts werden kann.

Im Verdacht: Diejenigen die Einfluss haben. So war das ja auch schon zu lesen. Wer profitiert von der Generalistik - das sind doch die Kliniken, sie haben dann einen enorm höheren Zulauf an Azubis.

Auch wenn die Einsatzbereiche noch viel mehr variieren können und werden... Wer verliert gewaltig (da die Azubis ÜBERALL eingesetzt werden) - vor allem die Pflegeeinrichtungen?

Die Masse an Azubis - sie ist dann dort nicht mehr existent, was bedeutet das für die Betreiber der Einrichtungen? Falls ich hier eine irrige Verschwörungstheorie habe - lasse ich mich gerne davon überzeugen, dass dem nicht so ist. Als Anhaltspunkt, dies so zu sehen, u.a. dass da
Pflegeeinrichtungen als Lernort: Altenpflege

"....Von den nach der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für den Beruf der Altenpflegerin und des Altenpflegers vorgesehenen mindestens 2.500 Stunden der praktischen Ausbildung entfallen mindestens 2.000 Stunden auf die Ausbildung in stationären und ambulanten Einrichtungen. Durch diesen hohen Praxisanteil sollen die Auszubildenden optimal auf ihren späteren Berufseinsatz vorbereitet werden. Es macht aber auch den hohen Stellenwert, den die Pflegeeinrichtungen in diesem Ausbildungsabschnitt einnehmen, deutlich.....

.....Pflegeeinrichtungen übernehmen somit eine Schlüsselrolle bei der praktischen Ausbildung. Indem sie sich als moderner Ausbildungsbetrieb aufstellen und Verantwortung für einen qualifizierten Nachwuchs übernehmen, stärken sie diese Position...."


Ich weiß nicht, ob das aktuell noch so zutrifft, wird schon jemand wissen. Auf der Suche danach, bin ich nicht weitergekommen: In der Ausbildung zur Altenpflegefachkraft - ist das letzte halbe Jahr eigentlich noch das Anerkennungspraktikum? Falls weiter Ja - das fällt dann auch weg.
 
Kommt darauf an, wie die Schwerpunkte curricular letztendlich gesetzt werden - mehr Richtung Altenpflege oder mehr zur Krankenpflege. Die Pflegeeinrichtungen/ Krankenhäuser spielen mit Sicherheit weiterhin eine Schlüsselrolle in der praktischen Ausbildung. Abzuwarten ist wohl eher die Gewichtung zwischen Pflegeeinrichtung, ambulanter Dienst und Krankenhaus.

Man darf nicht vergessen, dass von den Krankenhäusern dann auch Schüler in die stationären Pflegeeinrichtungen kommen würden. Die Masse der Azubis könnte sich meiner Meinung dann, optimistisch gesehen, gleichmäßig verteilen und somit gegenseitig ausgleichen. Allerdings würde das auch bedeuten, das die Azubis im stationären Pflegebereich nicht mehr bis zu einem Jahr auf Station bleiben würden, wie bisher teilweise. Stattdessen die Einsatzzeit viel kürzer bleiben wird.

Man muss aber vorsichtig sein, wenn man dies als Argument für eine mögliche schlechtere praktische Ausbildungsqualität nutzen möchte - Die Qualität der praktischen Ausbildung hängt ja nicht unbedingt von der Einsatzdauer ab. Bisher wurden die Azubis mehrheitlich eher als Arbeitskräfte wahrgenommen, weniger als Azubis. Für die Einrichtungen toll, aber für die Ausbildungsqualität?

Ein Anerkennungspraktikum gibt es in der Altenpflege seit mindestens 2003 (oder gar früher?) nicht mehr.
 
Nun wollen wir mal keine Horrorszenarien basteln. Die Altenpflege- und Kinderkrankenpflege-Schulen wird es weiter geben müssen. Es ist nahezu unmöglich, auf diese zu verzichten. Es geht lediglich um die Änderung der Curricula. Und da wird es spannend. Ist ein Ausbilder/Pflegepädagoge in der Lage und willens, diesen Paradigmenwechsel mitzutragen? Auch die Einsätze von Azubis in den entsprechenden Einrichtungen dürften sich nicht reduzieren wenn Alle alle Bereiche durchlaufen müssen. Es gibt ja in dem Sinne keinen Schwerpunkt mehr.

Elisabeth
 
Ich habe kein Interesse daran Horrorszenarien zu basteln, jedoch wird (können wir ja schon hier an den Titeln zum Thema erkennen), der Ton schärfer in den letzten Tagen. Die Anzahl der Beiträge zum Thema steigt.

Mein Ansatz - WER mit WELCHEN Gründen Horrorszenarien verbreitet, das ist nicht irrelevant. Das scheinen die Interessenvertreter zu sein, denen schwant, was da auf sie zukommt: Ein ordentlicher Umbruch. Jetzt da es konkret zu werden scheint, steigt die Furcht, der Ton wird lauter. Um was geht es tatsächlich? Um die Sache oder doch um Mehrkosten und die, so vermute ich jedenfalls, nötigen (überfälligen?) Umstrukturierungen in nicht geringem Ausmaß?

Ein Kaufmann könnte jetzt konkret vorlegen, was das für die Einrichtungen bedeutet, bin ich aber nicht. Wer als Unternehmer knallhart kalkulieren muss, was sich ja schon auch am heiß umkämpften Thema Fachkraftquote in der Langzeitpflege wiederspiegelt, wird wohl eher nicht freudig auf Veränderungen warten. Eher blockieren und bremsen, wo es nur geht um den status quo zu halten.

Hier gibt es von den Kinderkrankenpflegern ja Bedenken, jedoch in der Öffentlichkeit - keine. Außer ich hab das was verpasst. Dieser Paradigmenwechsel - die Schulen richten sich darauf ein, der Prozess ist im werden, am wachsen. Mir mangelt es an der Vorstellung, im Moment - aber das ist o.k.

Mir geht es erst mal eben nicht um eine mögliche schlechtere praktische Ausbildung, auch wenn ich doch sehe, dass die Einsätze durch ihre Kürze deutlichst weniger Tiefgang haben werden. Was sehr stark den Bereich Altenpflege betrifft. 1 Jahr - ist lang. 6-8 Wochen sind sehr kurz. Das ist aber ein Nebenschauplatz. Wird in anderen Threads bereits hinlänglich thematisiert.

Thematisiert auch schon mal, dass aktuell noch ein massives staatliches Förderprogramm läuft, welches Altenpflegeschulen ordentlich Zulauf beschert. Die gerne veröffentlichten positiven Zahlen, ich nehme an, dass das enorm abnimmt, nach Ablauf der Förderung. Dann ist wieder Normalzustand. Kann man sich nicht mehr darauf berufen.

Klar, dass ich nichts mehr zum Thema Anerkennungspraktikum finde - wenn es das schon so lang nicht mehr gibt. :wut:

Besten Dank.
 
...Ein ordentlicher Umbruch. Jetzt da es konkret zu werden scheint, steigt die Furcht, der Ton wird lauter. Um was geht es tatsächlich? Um die Sache oder doch um Mehrkosten und die, so vermute ich jedenfalls, nötigen (überfälligen?) Umstrukturierungen in nicht geringem Ausmaß? Ein Kaufmann könnte jetzt konkret vorlegen, was das für die Einrichtungen bedeutet, bin ich aber nicht.

Interessant finde ich es momentan nur für die Altenpflegeschulen in freier Trägerschaft. Die wären gezwungen mit den größeren Krankenpflegeschulen zu kooperieren. Was das für die Azubis bedeutet - Mal heute hier an eine frühere Krankenpflegeschule, morgen an eine frühere Altenpflegeschule, und dazwischen Einsätze in den verschiedenen Bereichen? Die Kooperation der verschiedenen Lernorte ist eine spannende Frage.
Die Ausbildungsqualität der Theorieinhalte wird wohl dagegen kaum leiden, da die Pflegepädagogen bereits geschult sind sich in neue Themenfelder einzuarbeiten und diese zu vermitteln. Tatsächlich wurden Pflegepädagogen schon immer darauf geschult generalistisch arbeiten zu können, die Differenzierung ergab sich alleine nur aus der vorherigen pflegerischen Grundausbildung.

Ich habe ein wenig die Befürchtung, das kleinere Altenpflegeschulen untergehen könnten, aber ich mag mich hoffentlich irren.

Mir geht es erst mal eben nicht um eine mögliche schlechtere praktische Ausbildung, auch wenn ich doch sehe, dass die Einsätze durch ihre Kürze deutlichst weniger Tiefgang haben werden. Was sehr stark den Bereich Altenpflege betrifft. 1 Jahr - ist lang. 6-8 Wochen sind sehr kurz.

Wie gesagt, die Länge der Einsätze bestimmt nicht unbedingt die Qualität der Ausbildung. Tatsächlich müssen Häuser der Altenpflege nur 25h pro Halbjahr an Praxisanleitung pro Schüler sicherstellen. Verschwindend klein im Vergleich zu den übrigen Arbeitsstunden, die die Azubis leisten müssen. Unter Bedingungen, die schulisches Arbeiten eigentlich teilweise gänzlich unmöglich machen. Mehrheitlich werden Azubis nur als Arbeitskräfte angesehen, nicht unbedingt als Lernende. Die Generalistische Ausbildung könnte somit sogar eher eine Chance werden, die praktische Ausbildungsqualität zu verbessern.

Thematisiert auch schon mal, dass aktuell noch ein massives staatliches Förderprogramm läuft, welches Altenpflegeschulen ordentlich Zulauf beschert. Die gerne veröffentlichten positiven Zahlen, ich nehme an, dass das enorm abnimmt, nach Ablauf der Förderung. Dann ist wieder Normalzustand. Kann man sich nicht mehr darauf berufen.

Leider scheint tatsächlich etwas dran zu sein, dass die generalistische Ausbildung die Zahl der Pflegenden in der Altenpflege erstmal senken könnte.

Ist doch eigentlich traurig, das es Förderprogramme braucht, um einen Bereich der Pflege interessant zu machen? Anstatt über die Generalistische Ausbildung zu meckern, sollte man sich lieber Gedanken machen warum denn die Altenpflege immer noch so ein negatives Image hat? E.R.; Schwester Stefanie und Schwarzwaldklinik können das höhere Image der Krankenpflege alleine doch nicht erklären...
 
@HHS
Vielen Dank für die Einblicke, was die Zukunft bezüglich der Kooperation mit den Lernorten anbelangt - ja, macht man sich so seine Gedanken wie das sinnvoll umgesetzt werden kann.

"Meine" Schule, an der ich gelernt habe, bietet seit einigen Jahren auch die Altenpflege und Altenpflegehilfe-Ausbildung an, die generalistische im 4. Jahr. Die Kooperationspartner für die praktischen Einsätze - sie gibt es längst. Die zentralen Strukturen - sie sind von Vorteil. Sollte die Altenpflege-Ausbildung als solche künftig wegfallen - wär das vermutlich kein größeres Problem.

Es gibt aber noch 2 andere, deutlich kleinere Schulen, eine bietet die Altenpflege und die Altenpflegehilfe an, die andere bildet auch Kinderpfleger und Erzieher aus. Da sieht es schon anders aus.

OT:
Woran liegt es Deiner Meinung nach, dass die Azubis immer noch nicht die Lernmöglichkeiten erhalten, die ihnen zustehen? Die eigentlich jetzt schon längst nötigen (überfälligen?) Veränderungen nicht konsequenter angegangen werden?
 
Ist doch eigentlich traurig, das es Förderprogramme braucht, um einen Bereich der Pflege interessant zu machen? Anstatt über die Generalistische Ausbildung zu meckern, sollte man sich lieber Gedanken machen warum denn die Altenpflege immer noch so ein negatives Image hat? E.R.; Schwester Stefanie und Schwarzwaldklinik können das höhere Image der Krankenpflege alleine doch nicht erklären...

Woran es liegt, dass die Altenpflege ein negatives Image hat?

Naja, unter anderem am Gehalt. Ich wohne ländlich und wer kann, geht in eine Klinik. Die Heime (bei uns) zahlen deutlich schlechter. Vielleicht würde die eine oder andere Krankenschwester auf weitere Fahrtwege verzichten, wenn das Gehalt in den Heimen angepasst werden würde.
 
Wieso wird sich die Zahl der potentiellen Altenpfleger reduzieren? Der Markt dürfte sich nicht verändern. Und schon heute arbeiten die Leute ja nicht immer in ihrem Spezialisierungsbereich.

Ich kann keine Probleme erkennen... außer dem Paradigmenwechsel. Der dürfte allen schwer fallen, die bisher unterrichtet haben. Und es dürfte auch für viele examinierte Kollegen erst mal befremdlich sein. Aber warum soll man diese Hürde nicht nehmen können?

Elisabeth