Meine anfängliche Erfahrung in der Pandemie war tatsächlich, dass nicht nur das private Umfeld verunsichert war, ob ich nun "gefährlich" sein könnte, sondern auch ich selbst diese Frage nicht sicher beantworten konnte.
Mittlerweile arbeite ich viele Monate nahezu ausschließlich mit Covid19-PatientInnen, werde wöchentlich getestet wie alle meine KollegInnen und es gab nur sehr seltene Positiv-Bescheide die man zudem fast immer zu konkreten Ansteckungsereignissen zuordnen konnte.
Jetzt: Ich fühle mich in der Covid19-Versorgung sicher, das liegt sicher auch daran, dass mein Arbeitgeber sehr gut mit dieser Thematik umgeht. Mein Risiko für eine Ansteckung dürfte weit unter der einer Lehrkraft an einer Schule oder einer Erziehenden in Kitas liegen, auch Menschen mit viel Kundenkontakten in der "normalen" Welt dürften einem höheren Risiko ausgesetzt sein als ich, der ich auf der Covid-ITS stets gut geschützt den PatientInnen begegne.
Das hat auch mein privates Umfeld längst begriffen, von daher ist die anfängliche Stigmatisierung nicht mehr gegeben.
Wie es beim Einkaufen zu solchen Stigmatisierungen kommen kann, das erschließt sich mir auch nicht. Ich stelle mich beim Einkaufen grundsätzlich nicht lautstark als Covid19-Intensivpflegekraft vor...