News Spahns Kehrtwende: Schleusen auf für mehr Geld

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Kosten zu senken, war jahrzehntelang das oberste Gebot in der Gesundheitspolitik. Spahn macht das anders: Seine initiierten Gesetze bescheren den Kassen Mehrausgaben und Mindereinnahmen von bis zu 5,6 Milliarden Euro.

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"Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die mehr als 40 Jahre dauernde Ära der Kostendämpfung endgültig beendet und die Schleusen für mehr Geld in der Gesundheits- und Pflegeversorgung geöffnet."

Auch wenn ich nicht alles gutheiße, was er gemacht/gesagt hat - aber das war genau richtig. :up:
Gesundheit bzw. Pflege kosten eben Geld, es muß der Gesellschaft klar sein, daß es das nicht für lau gibt.
 
Gesundheit bzw. Pflege kosten eben Geld, es muß der Gesellschaft klar sein, daß es das nicht für lau gibt.
Ja schon, die Frage ist wieviel???
Wenn vorher die Löcher nicht gestopft werden, in denen das Geld jetzt schon versickert, dann wird auch neues Geld nicht da ankommen wo es gebraucht wird.
Die Investoren im Inland, vor allem aber aus dem Ausland, sowie die Aktienges. wird es Freuen.
 
Wenn vorher die Löcher nicht gestopft werden, in denen das Geld jetzt schon versickert, dann wird auch neues Geld nicht da ankommen wo es gebraucht wird.
Die Investoren im Inland, vor allem aber aus dem Ausland, sowie die Aktienges. wird es Freuen.
:?:
Was konkret meinst Du?
Wenn das Geld explizit zweckgebunden von den Kassen an die Kliniken FÜR DIE PFLEGE ausbezahlt wird (und nicht, um anderweitige Finanzlöcher zu stopfen), dann kann da auch kein Investor oder Aktiengesellschaft was dran machen:

"Die Krankenkassen sollen künftig auch jede zusätzliche Pflegekraft in Krankenhäusern finanzieren. Bereits ab diesem Jahr sollen die Kassen zudem Tarifsteigerungen für Klinik-Pflegepersonal vollständig übernehmen.
Bisher teilten sich die Krankenkassen diese Kosten mit den Kliniken, die Mehrausgaben dann nicht selten mit Einsparungen bei der Pflege auszugleichen versuchten. Spahns Gesetzentwurf legt nun fest: „Die zusätzlichen Mittel sind zweckgebunden für Pflegestellen am Bett und zwar sowohl für zusätzliche Pflegestellen als auch für die Aufstockung vorhandener Teilzeitstellen zu verwenden.

Quelle:
https://www.handelsblatt.com/politi...ml?ticket=ST-1932758-Kee2PnrvfG4WtABSZGpB-ap1
 
Was konkret meinst Du?
Ein paar Stichpunkte -
Investoren und AG mit Renditen von 8% und drüber.
Weiter gehts u.a. mit Ärztehopping, Doppeluntersuchungen, Verschreibungspraxis (soviel Tabletten konnte meine Großmutter gar nicht Essen was ihr verschrieben wurde, oder sie hätten sie recht schnell ins Grab gebracht).
In unserem Dorf gibts 4 Apotheken bei 12.000Einwohner - Irre was die ALLE verdienen müssen für das Rüberschieben von Tablettenpackungen.
Fachärzte die dich immer wieder zum nächsten Facharzt schicken - gibts übrigens nur in Deutschland, ins KH überweisen und dafür unter der Hand Prämien kassieren und wenn sie erwischt werden, das nicht mal geandet wird.

Dass in bestimmten Gebieten der Bundesrepublik dreimal soviel Bandscheibenops oder Knieprothesen gemacht wie wo anderst oder, dass mehr an Kreislauferkrankungen in der BRD versterben als in Frankreich, obwohl dort 2-3mal weniger Herzkatheteruntersuchungen gemacht werden.
Dann drängt sich doch die Frage auf, ob hier der Patient und seine Gesundheit im Vordergrund steht oder das Geldverdienen?
Zumindest sollte man darüber Nachdenken und mal ins Ausland schauen wie es die machen mit weniger Geld im Gesundheitswesen.
Deutschland gibt nach Frankreich am meisten für das Gesundheitswesen aus in der EU. Sollte das nicht reichen?
Sollte man sich nicht über NOCH mehr Geld Gedanken machen, sondern wie man es verteilt?

Das waren nur ein paar Beispiele, es gibt sicherlich noch viel mehr.

Im Gesundheitswesen darf überhaupt kein Geld verdient werden.
Fachärzte gehören in Polikliniken/Facharztzentren als Angestellte, wie in anderen Ländern auch. Dann könnten verschiedene Disziplinen sich austauschen und keiner der Fachärzte sitzt in seiner Praxis als Einzelkämpfer und mit manchmal schon fraglichem Wissensstand.
Dann braucht keiner mehr auf den Geldbeutel, sondern nur noch auf die Erkrankung/Gesundheit des Pat. schauen.

„Die zusätzlichen Mittel sind zweckgebunden für Pflegestellen am Bett und zwar sowohl für zusätzliche Pflegestellen als auch für die Aufstockung vorhandener Teilzeitstellen zu verwenden.
Die Worte hör ich wohl, doch weiß ich auch als KHbetrwirt, dass es sooooviel Lücken gibt, wo man das viele Geld ganz LEGAL woanderst hin für andere Zwecke verschwinden lassen (verbuchen) kann.
 
@renje:
Damit rennst Du natürlich bei mir offene Türen ein, Du weißt, wie ich dazu stehe. :wink:
Nur frage ich mich trotzdem, was das konkret mit der Finanzierung der Pflege zu tun hat? Denn die ist in D definitiv deutlich schlechter finanziert als anderswo. Z. B. wird in Skandinavien deutlich mehr für die Pflege ausgegeben als in D:

"Deutschland tätigt öffentliche Ausgaben von aktuell rund 30 Milliarden Euro; überwiegend stammen sie aus den Mitteln der Gesetzlichen Pflegeversicherung. Was wie eine enorme Summe klingt, macht unterm Strich gerade einmal ein Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BiP) aus. Die Skandinavier hingegen investieren 2,5 Prozent des BiP in die Pflege – aufgebracht über Steuern. Geld, das sich in einer deutlich besseren Personalausstattung und höheren Professionalität, auch einer wirksameren Unterstützung von Angehörigen niederschlägt."
Quelle:
Das deutsche Pflegesystem im Vergleich zu Skandinavien | shz.de

Deutschland gibt nach Frankreich am meisten für das Gesundheitswesen aus in der EU.
Das wäre mir neu, Deutschland hat m. W. sogar das teuerste Gesundheitssystem der EU, ist aber eher mäßig effizient:
https://www.handelsblatt.com/meinun...ml?ticket=ST-1975850-G3ftP3HfqFiCJnh2pNe3-ap1
Die Worte hör ich wohl, doch weiß ich auch als KHbetrwirt, dass es sooooviel Lücken gibt, wo man das viele Geld ganz LEGAL woanderst hin für andere Zwecke verschwinden lassen (verbuchen) kann.
Dann laß mal hören.
Kann´s mir nicht vorstellen, wenn das wirklich explizit zweckgebunden vergeben wird und das im Zweifelsfall auch nachgewiesen werden muß.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das wäre mir neu, Deutschland hat m. W. sogar das teuerste Gesundheitssystem der EU, ist aber eher mäßig effizient:
Nun ich will nicht diskutieren ob jetzt deine Quellen oder meine mehr oder weniger Recht haben, denn das ist nicht das Problem.
Egal an welcher Stelle 1,2,3 wir sind ganz, ganz weit oben bei den Ausgaben.
Dein verlinkter Artikel beschreibt es sehr gut was ich meine und wo es hakt.

Aus dem Artikel zitiert beschreibt das Dilemma, das mit NOCH mehr Geld auch nicht zu lösen ist:
Die Zahlen belegen, dass die Kosten des Gesundheitssystems erneut schneller gewachsen sind als die Wirtschaft, das 17. Jahr in Folge – trotz des aktuellen Konjunkturbooms.

Insgesamt gibt es eine Reihe von Indizien dafür, dass im deutschen Gesundheitssystem viel Geld verbrannt wird.

Das wäre hinnehmbar, würden die Deutschen zu den gesundesten Menschen auf der Welt gehören. Aber davon kann keine Rede sein.

Bei der Lebenserwartung liegt Deutschland im OECD-Vergleich nur in der Nähe des Durchschnitts, mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung eines Neugeborenen von 80,7 Jahren. Obwohl Deutschland mehr niedergelassene Ärzte hat als alle anderen OECD-Staaten in Relation zur Bevölkerung, ist die Chance, in Deutschland unnötig ins Krankenhaus eingewiesen zu werden, größer als im Durchschnitt der Industriestaaten-Gruppe der OECD.
usw.usw.usw.
Interessant zu Lesen.

Dann laß mal hören.
Kann´s mir nicht vorstellen, wenn das wirklich explizit zweckgebunden vergeben wird und das im Zweifelsfall auch nachgewiesen werden muß.
z.B. kein Problem Stellen in DER PFLEGE unterzubringen, die mit der direkten Pflege am Bett nichts zu tun haben, wenn man weiß, wie ein Stellenplan gemacht sein muss um bei der Prüfung durchgewunken zu werden.
Bei keiner Prüfung geht ein Prüfer auf Station oder sogar ans Bett um nachzuprüfen, was die einzelne Pflegekraft nun wirklich konkret für Aufgaben erfüllt.
Ja - Stellenbeschreibungen oder/und Tätigkeitsbeschreibungen - oft ein Witz, seeeeehr allgemein gehalten, veraltet (wird als aktuell ausgegeben) - wie oben geschrieben - prüft kein Prüfer, nur wenns auffällige Abweichungen gäbe. Dann hätten die damit befassten Leitungen ihren Job nicht richtig gemacht.
Auch Stellen in anderen Bereichen, wenn sie irgendwie auch wenn entfernt mit DER PFLEGE zu tun haben können Anteilsmäßig auf den Stellenplan DER PFLEGE angerechnet werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Aus dem Artikel zitiert beschreibt das Dilemma, das mit NOCH mehr Geld auch nicht zu lösen ist:
(...)
usw.usw.usw.
Interessant zu Lesen.
Ja. Alles, was im Artikel beschrieben wird, predige ich ja auch immer: Unser Gesundheitssystem ist extrem teuer, aber nicht unbedingt so effizient. Dort steht aber auch nirgendwo, daß das investierte Geld in nennenswertem Umfang der Pflege zugute kommt - im Gegenteil.
Nur: Es wäre mal dringend an der Zeit, mehr Geld in die Pflege zu investieren - und eben nicht in noch mehr Pharmaindustrie, noch mehr Apparatemedizin, noch mehr Glastempel... denn damit könnten mehr Pflegestellen finanziert werden und der bisherige, unmenschliche Druck im dt. Gesundheitssystem auf die Pflegekräfte könnte etwas abnehmen... infolgedessen könnte auch die Pflegequalität in D endlich wieder auf ein vernünftiges Maß zurückkehren, wo sie früher mal war - bevor sie kaputtgespart wurde.
z.B. kein Problem Stellen in DER PFLEGE unterzubringen, die mit der direkten Pflege am Bett nichts zu tun haben, wenn man weiß, wie ein Stellenplan gemacht sein muss um bei der Prüfung durchgewunken zu werden.
Bei keiner Prüfung geht ein Prüfer auf Station oder sogar ans Bett um nachzuprüfen, was die einzelne Pflegekraft nun wirklich konkret für Aufgaben erfüllt.
Ja - Stellenbeschreibungen oder/und Tätigkeitsbeschreibungen - oft ein Witz, seeeeehr allgemein gehalten, veraltet (wird als aktuell ausgegeben) - wie oben geschrieben - prüft kein Prüfer, nur wenns auffällige Abweichungen gäbe. Dann hätten die damit befassten Leitungen ihren Job nicht richtig gemacht.
Auch Stellen in anderen Bereichen, wenn sie irgendwie auch wenn entfernt mit DER PFLEGE zu tun haben können Anteilsmäßig auf den Stellenplan DER PFLEGE angerechnet werden.
Hm. Da kennst Du Dich sicher besser aus.
Aber ich sag mal so, offensichtliche Fälschungen müßten ja zumindest per Stichprobe entlarvbar sein. Also wenn da Leute auf dem Dienstplan mitlaufen, die es entweder gar nicht gibt oder die ganz woanders laufen, dann ist das ja augenfällig. Und wenn man so einen Verstoß erst mal meldet, dann hätte ein Prüfer sehr wohl einen guten Grund, etwas genauer hinzuschauen. Und da es im ureigensten Interesse der Pflege selbst ist, personell vernünftig aufgestellt zu sein, dürfte es da schon den einen oder anderen anonymen Hinweis geben... :mrgreen:
Letztlich auch eine Frage, wie Spahn gedenkt, dies konkret aufzuziehen - manche Systeme lassen sich leichter austricksen als andere.
 
müßten ja zumindest per Stichprobe entlarvbar sein
Ein Rechnungsprüfer prüft nur die Zahlen.
personell vernünftig aufgestellt zu sein, dürfte es da schon den einen oder anderen anonymen Hinweis geben... :mrgreen:
Tja das ist der theoretische Teil.
Keiner auf Station hat Einblick in die "Geheimnisse" des Stellenplans und wenn, haben sie keine Ahnung wie dieser zu Interpretieren wäre. Die SL und meist die PDL kennen sich auch nicht aus oder haben keine Kenntnisse.
Die "Geheimnisse" der Personalmathematik kennen oft nur ein oder zwei Controller, der Personalchef und der GF, PD und die geben die Zahlen nicht Preis wie die hingebogen wurden, damit die Einrichtung auf dem Papier super ausschaut.
Also was soll ich melden, wenn ich nicht weiß was?
 
Zuletzt bearbeitet:
Die SL und meist die PDL kennen sich auch nicht aus oder haben keine Kenntnisse.
Das lass mal besser nicht @Maniac hören.
Also was soll ich melden, wenn ich nicht weiß was?
Nicht umsonst schrieb ich ja weiter oben, es kommt drauf an, wie Spahn das konkret auszugestalten gedenkt. Man kann etwas möglichst transparent gestalten oder absichtlich undurchsichtig...
 
Ach Martin,
was hat denn das jetzt mit Spahn zu tun, wenn die GF und PD ihren untergeordneten Leitungen keinen Einblick in die Berechnung des Stellenplans gewähren und wenn ja, dass die meisten nicht Durchblicken. Wenn man so manchen vergangenen thread hier liest fehlts oft an der Basis und das erlebe ich auch in der Praxis, oder es werden bestimmte Information absichtlich nicht weitergegeben.

Zu deiner Bemerkung oben - na klar - Ausnahmen bestätigen die Regel.
 
was hat denn das jetzt mit Spahn zu tun
Das hat sehr viel mit der von Spahn geplanten Regelung zu tun, ob und inwieweit so etwas durchschaubar ist oder nicht.
Ich denke mal, es ist doch z. B. jedem klar, daß (um mal ein leichter verständliches Beispiel zu geben) die Bewertung von Pflegeheimen bisher durch die Noten absichtlich (?) intransparent gestaltet wurde. Ein pflegerischer Laie (z. B. Angehöriger) blickt da freilich nicht durch, eine Pflegekraft würde das schon durchschauen. Es wird aber bereits an einem besseren System gearbeitet, mit dem sich die Qualität von Pflegeheimen für Außenstehende leichter begreifen läßt. Die Einführung dieses verbesserten Systems obliegt der Politik, also Spahn, auch wenn es von anderen (vermutlich Pflegeexperten) entwickelt wird. Aber irgendwo ist es sinnlos, das hier weiter diskutieren zu wollen... denke, jeder versteht was ich meine.
Wie bitteschön sollte Spahn denn Deiner Meinung nach sonst verfahren??
Zu deiner Bemerkung oben - na klar - Ausnahmen bestätigen die Regel.
Ich halte Maniac nicht für die Ausnahme, sondern ich erwarte schon, daß eine PDL/Pflegedirektion in der REGEL diese Zahlen kennt!