Bislang gibt es ja die freie Arztwahl. Zieht jemand um, ins Heim - behält derjenige seinen Hausarzt, obwohl dieser möglicherweise gar nicht den Bewohner aufsuchen kann, oder der Bewohner nicht mehr in die Praxis kann. Gibt es in Folge Probleme, häufiger - vermeidbare.
Generell gibt es zu wenige Hausärzte die Hausbesuche machen, wenn da also dann was "abfällt" für die Menschen die in häuslicher Umgebung wohnen und betreut/versorgt werden - wäre das auch supi.
Immerhin (das sehe ich unterschätzt) werden fast 3/4 der pflegebedürftigen Menschen zu Hause versorgt und auch da bräuchte es mehr kompetente Unterstützung. Auch hinsichtlich der künftigen Bedarfe, welche deutlich höher sind als heute.
Wenn dadurch eigentlich nicht notwendige Einweisungen ins Krankenhaus, Einweisungen ohne tatsächliche Einwilligung/ noch schlimmer gegen den Willen des Menschen reduziert werden, weil dann ja zuerst der HA involviert ist der denjenigen kennt - wäre das supi.
Bislang empfinde ich die Situation als dürftig, rez. unbefriedigend, teils - erschreckend.
Ja, das ist ein heikles Thema.
Da werden Menschen aus ihrer Umgebung herausgerissen, die dann in der Klinik (bestenfalls nur in den ersten Tagen) völlig überfordert sind, weil alles fremd ist und niemand ihren Tagesrhythmus, ihre Bedürfnisse, Gewohn- und Eigenheiten kennt. Vom Essen fang ich erst gar nicht an, nicht von der Gehhilfe die nicht mitgegeben werden kann, was dann wieder zu Einschränkungen führt usw usf...
Das schmerzt mitunter ungemein, wenn jemand nicht mehr versteht - was da eigentlich los ist und ich MUSS dieses und jenes, stresse den Menschen, obwohl ich das nicht will, aufgrund (auch) meines engen Zeitplanes und der Priorität auf Dinge, die für den Menschen öfters wenig relevant sind, weil er andere Bedürfnisse hat.
Wenn dadurch frühzeitig, solange das möglich ist vor Ort interveniert wird - bevor - die Situation eskaliert (z.B. Exsikkose bei Fieber) - wäre auch das supi.
Wenn mehr mit den Verantwortlichen geredet wird, weil da mehr Ärzte sind, die den Überblick haben über die Gesamtsituation - supi.
Wenn all das und noch viel mehr die Folge wäre, dann wäre das (nicht nur aber auch) eine deutliche Entlastung für den klinischen Bereich.
Das entlastet dann auch die Rettungsdienste, die Notärzte. Auch da gibt es ja auch schon genügend Klagen über mangelnde Kapazitäten (ja, aus unterschiedlichen Gründen, DAS wäre nur 1).
Dazu wird hoffentlich auch die Bezahlung des Arztes der Hausbesuche macht - deutlich erhöht.
Der HA ist ja nu NICHT gerade der Großverdiener unter den Niedergelassenen, der Schwund dort - ist nachvollziehbar.
In einer Doku (weiß nicht mehr wo das war, NRW?), hatte zudem die Hausärztin Zugriff auf die elektronisch erhobenen Daten der Heimbewohner, womit auch schneller reagiert wird/ werden kann (logisch. Ist auch Teil des Paketes).
Mehr Köpfe, Hände im Heim - das wünsch ich allen die dort arbeiten und ihr möglichstes tun und doch nicht rum kommen. Das hilft dort, das hilft auch mir.